Frage von okan7166, 26

Kann mir jemand sagen was eine existenzgründungsberatung kostet , eine professionelle naturlich?

Ich würde gerne an einer Beratung für existenzgründer teilnehmen , eine indem mein Businessplan geprüft wird und evtl Hilfe bei Bankgesprächen .

Antwort
von wfwbinder, 17

Bei einem seriösen Berater kostet das Erstgespräch (wobei er sich Deinen Plan ansieht) erstmal nichts.

Dann schließt Du bei ihm entweder das Gründercoaching ab, wofür es einen Zuschuss von 50 - 80 % gibt, oder es werden die Leistungen abgerechnet (Prüfung Businessplan, Begleitung bei Finanzierung, Coaching für Bankgespräch) was nach Zeit abgerechnet würde.

Es kommt einfach darauf an, was Du willst.

Ein komplettes Gründercoaching wird mit bis zu 80 % von 4.000,- gefördert, koste Dich also 800,- bis 2.000,- Euro.

Kommentar von okan7166 ,

Das ist ja mal ein Wort....Muss man das dann aus eigener Tasche zahlen oder könnte Mann das dann mit der Förderung kombinieren? (Also mit dem Kredit was man beantragen will ) 

Kommentar von wfwbinder ,

Ich weiß nicht, wie die Kollegen das machen, aber ich baue meine Honorare gleich in die Finanzierung ein.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 6

Hi Okan,

bist wieder etwas weiter gekommen. Schön!

Klare Dinge sind erst einmal zu unterscheiden. Nur für die Prüfung fallen vielleicht zwischen Null Euro und 300 Euro an. Begleitung und oder Vorbereitung von Bankgesprächen gehen nach Aufwand. Also Dauer.

Der Kollege wfwbinder und ich sind ganz selten unterschiedlicher Meinung. Bei den geförderten Beratungen ist das aber so. Ich hatte mich mal bei der Kfw-Bank für solche Gründungsberatungen 'akkreditieren' also eintragen lassen.

Das war schon ein enormer Aufwand. Mit dem ganzen hin und her. Dann wurden bestimmte Dinge verlangt, wo ich hätte betrügen müssen. Nämlich durften nur Kunden betreut werden, die bereits einen Businessplan hatten.

Also hätte man irgendwas den Leuten in die Hand drücken müssen oder besorgen lassen müssen. Womit man die Behauptung hätte aufstellen können: Dies ist der Plan und der soll überarbeitet werden.

In der Regel existiert so etwas aber nicht wirklich.

Ferner wurde ein enormer Dokumentationsaufwand gefordert. Natürlich schreibt man bei klassischer Beratung einen Bericht. Aber ich berichte doch nicht, wann ich einem Kunden im Rahmen der Beratung welchen Rat gegeben habe. Das wollte man aber schriftlich sehen.

Weil ich nicht lüge, habe ich trotz meiner Eintragung im Programm mich nie um einen Auftrag in dieser Art beworben. Außerdem haben die noch in anderer Weise in die Beratungsfreiheit eingegriffen und da produziert man wie heute auch schon und es geht besser und erfolgreicher.

Der Wert einer vollständigen Beratung ist allerdings für mich durch diese Beratungsförderung im unteren Bereich der Gründungen (also kleine Besonderheiten inklusive) mit 4.000 Euro netto (das ist bei denen auch so) begrenzt. Bedeutet natürlich 19% Umsatzsteuer oben drauf. Also 4.760 Euro brutto.

Weiteres Problem mit der Förderung: Erst nach der Bezahlung bekommt man das Geld von denen. Also Zahlungsnachweis über 4.760 Euro. Dann die Fördersumme abrufen.

Jetzt speziell zu Deiner Idee. Darlehen und dann bezahlen. Auch nicht so gut. Da verhandel ich lieber eine Ratenzahlung mit den Kunden. Da fallen in der Regel auch keine Zinsen an. Und die Bank sieht das nach meiner Erfahrung auch lieber, wenn das nicht auch noch finanziert werden muss.

Denn kein Businessplan ist als Sicherheit für einen Kredit geeignet. Er erhöht die Gründungssicherheit und die Kompetenz, die GründerInnen angerechnet wird und führt somit sogar im Rating zu einer besseren Chance auf ein Darlehen, führt sogar dadurch zu geringen Zinsen, aber das war es an dieser Stelle.

Was den Bedarf an Bargeld angeht, rate ich daher immer die 5.000 Euro ein zu rechnen. Die darin enthaltene Umsatzsteuer bekommt man, wenn man nicht unsinnig als Kleinunternehmer startet vom Finanzamt wieder.

Dann: Lasse nicht den Berater den Plan aufstellen. Der kennt Dich nicht. Deine Stärken und auch die Schwächen sind Thema! Jemandem, der ein prima Markthändler wäre, dem könnte ein Berater auch ein Internet-Marketing verordnen.

In so einem ganz dumm konstruierten Beispiel wird hoffentlich deutlich, dass der Plan nicht stimmen kann. Oben drauf kommen noch Missverständnisse. Dinge wo die Wichtigkeit falsch eingeschätzt wird, also für das Gelingen des Planes.

Varianten unterschiedlichen Vorgehens werden auch nicht so im Detail benannt. Die aber ebenfalls für Dich wichtig sind. Oder wo man ggf. nachfragen müsste - unbekannt.

Wenn Du die Dinge aber kennst, dann kannst Du sagen: Wir hatten jetzt diese Gründungsphase und diese oder jene wirtschaftliche Situation. Die Gründungsphase ist bald beendet, die wirtschaftliche Situation an meinem Markt verändert sich auch. Ist ein weiteres Vorgehen so noch richtig?

Wie soll man ohne Kenntnis über Entscheidungsmöglichkeiten überhaupt auf die Notwendigkeit einer Frage kommen?

Und ob die Frage dabei rein dem Verständnis dient oder tatsächlich eine neue Planung nötig wird, dass steht ja auf einem noch ganz anderen Blatt.

Wenn Du noch Fragen hast, melden. Per Nachrichten hier oder als Kommentar.

Viel Erfolg!

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