Kann mir jemand Kapitalismus erklären?

... komplette Frage anzeigen

6 Antworten

Nun ja, Wikipedia ist dein Freund aber ich will mal nicht so sein, es macht ja auch Spaß Antworten zu geben ;)

Im Kapitalismus werden Produkte (hey, ein Brötchen! ) hergestellt, indem der Bäcker die Brötchenform, das Nudelholz und seinen Leiharbeiter "besitzt" ( Thema Recht und 'Privateigentum'), sowie die Intention hat einen Gewinn aus seinem Produkt zu erzielen und mit diesem Gewinn wieder seine Produktion an zu kurbeln.

Beispielsweise der Bäcker. Er hat die Bäckerei gekauft (1000 Taler), er hat das Nudelholz gekauft (5 Taler) und er hat einen Lehrling eingestellt (1 Taler Lohn pro Brötchen). Die Produktionskosten für ein Brötchen (Mehl, Wasser usw.) betragen 0.5 Taler pro Brötchen.
Da wir nun im Kapitalismus sind ist das oberste Gebot hier Gewinne einstreichen und reinvestieren (!). Dieses Reinvestition ist mit das wichtigste Merkmal des Kapitalismus.

Beispiel: Bäcker hat 10 Stunden auf, pro Stunde produziert der Lehrling 100 Brötchen, bedeutet 1000 Brötchen pro Arbeitstag. Nun überlegt der Bäcker, er hat 1000 Taler in die Bäckerei investiert sowie 5 Taler für das Nudelholz und wird 1 Taler pro Brötchen an den Lehrling zahlen. So gesehen "kostet" das Geschäft den Bäcker bis jetzt 1000 Taler Lohn, 500 Taler Produktionskosten (pro Tag) ; sowie die Anschaffungskosten 1000 Taler für die Bäckerei + 5 Taler Nudelholz. (einmalig). Um generell pro Tag Gewinn zu erwirtschaften muss also ein Brötchen mindestens 2 Taler kosten. Somit hätte er bei einem Mitarbeiter 500 Taler Gewinn pro Tag und hat so nach 2 Tagen seine ursprüngliche Investition wieder drinnen (1000 Taler für die Bäckerei). Nun denkt sich der kapitalistische Bäcker "hey, wenn ich mehr Brötchen mache, verdiene ich mehr Geld pro Tag", also wird er zuerst noch weitere Gehilfen einstellen um seine Produktion zu maximieren und sobald das geschehen ist wird er seinen Gewinn nehmen ( sagen wir nach einem Monat hat er 100.000 Taler Gewinne gemacht) und ihn Reinvestieren. Brötchen laufen weiterhin gut und alle kommen aus allen Ländern um seine Brötchen zu kaufen? Na dann wird er seine 100.000 Taler nehmen und sich 100 neue Bäcker bauen, da dann wieder Gehilfen einstellen uswusw. Dabei wird er natürlich stets darauf achten das seine Brötchen auch weiterhin gekauft werden und die anderen Bäcker mit ihren Standorten und Preisen beobachten. Da er nun 101 Bäckereien hat, hat er nun auch eine riesige Verantwortung und wenn dann eine kleine Bäckerei auf einmal Brötchen für 1 Taler anbietet, entsteht ein Druck auf dem Brötchenmarkt, ein Wettbewerb. Nun wird unser Bäcker vielleicht den kleineren Bäcker besuchen und ihm aufzeigen das er 50 Jahre für die Summe arbeiten müsste die ihn angeboten wird. Somit wird er das Angebot annehmen und dieser ursprüngliche Konkurrent wird aufgekauft, und der Brötchenpreis kann weiter auf 2 Taler bleiben.

Also, Kapitalismus = die endlose Spirale nach oben (mehr haben, mehr machen) + Gewinnorientierung und Akkumulation (das Reinvestieren des Gewinns in neue Produktion um Gewinne zu maximieren).

Größte Kritik kann wohl sein, dass Kapitalismus keine Grenze nach oben hat. Gewinnmaximierung impliziert eigentlich das es ein Maximum gibt, die Wirklichkeit zeigt uns aber das wir Menschen uns gerne neue Systeme schaffen um Ziele aufrecht zu halten. Darum gibt es heutzutage so viele verschiedene Systeme im einfachen Wort Kapitalismus (Börse,Bankenwesen, verschiedene Metaebenenen für Geld und Kapital, Verflechtung mit der Politik, Interessenverbände und Lobbyismus).

Unendlich komplexes Thema, hoffe ich konnte dir nen kleinen Einblick geben :P

Liebe Grüße :)
Sam

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung
Kommentar von DocScarface5
06.06.2016, 10:47

Wow. Bin beeindruckt.  Bessere Antwort mit beispiel geht nicht. Thanks 

1
Kommentar von SamOthy
07.06.2016, 07:07

Danke dir auch :) Freut mich das es geholfen hat.

0

Der Kapitalismus ist das quasi-determinierende Ökonomisierungs-strukturierung (Kapitalisierung) einer Gesellschaftskonvention. Diese Konfigurierung beruht auf dem fast schon obsessiven Versuch die äußeren Lebensverhältnisse den psychisch-intrinsischen Aktoren (Bedürfnisse, Bestrebungen, An-Triebe) anzupassen, womit diese Gesamtkonstruktion massive Inflations- und Instabilisierungskräfte impliziert.

Oder um es weniger überhoben zu definieren:

Die Triebfeder dieses krankmachenden Wirtschaftssystem ist der Kauf von Dingen, die wir nicht brauchen, von Geld das wir nicht haben um Menschen zu beeindrucken, die wir nicht leiden können“ (Volker Pispers)

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Der Kapitalismus ist eine ökonomische Gesellschaftsformation die auf privatkapitalistischem Eigentum an den Produktionsmitteln beruht. Es liegt eine private Aneignung der Resultrate der Produktion vor, die eine Ausbeutung der Lohnabhängigen beruht.

Es gibt 2 Hauptklassen, nämlich die Bourgeoisie, die über den Besitz der Produktionsmittel hauptsächlich verfügt, (nicht alle Bourgeois sind indes Kapitalisten) auch Kapitalisten genannt, sowie das Proletariat, auch als Lohnabhängige bezeichnet.

Hauptziel des Kapitalismus ist die Bildung eines Mehrwertes, der Profit. dieser wiederum ist vorenthaltener Lohn, oder anders ausgwedrückt geronnene Arbeit, deren Ergebnisse sich der Kapitalist, also der Kapitaleigner aneignet.

All das ist möglich, da durchgehend ein Warencharakter das maßgebliche Charakteristikum des Kapitalismus ist. Auch der Lohnabhängie ist eine Ware, der seine Arbeitskraft als solche den Arbeitgebern andient.

Bei der Kapitalbildung kommt es maßgeblich darauf an, dieses zu akkumulieren, also anzuhäufen, auf dass noch mehr Kapital werde, die Profitrate, auch Rendite genannt, ansteige.

Da eine Anarchie der Produktion vorherrscht, die Absatzchancen erst auf dem Markt sichtbar werden, kommt es regelmäßig zu Krisen, da regelmäßig eine Überproduktion auf der einen Seite und Unterkonsumtion auf der anderen Seite eintritt.

Krisen sind stete Begleiter dieser Gesellschaftsformation, wozu regelmäßig auftretende Arbeitslosigkeit gehört sowie anderweitige Krisen. (Finanzkrisen, Handelskrisen usw.)

Der Kapitalismus schafft sich einen bestimmten Überbau, also u.a. einen bürgerlichen Staat, der für ihn tätig wird, also in seinem Sinne handelt.


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Wüßten die Kapitalisten und wirtschaftshörigen Politiker sicher auch gern, was das sein soll.

Meine Definition kann cih Dir schonmal geben: Im Sozialismus haben alle einen Vogel, im Kapitalismus hat jeder einen Vogel.

Ah, Kapitalismus, siehe Finanzkrise während dieser gar die armen Banken mit hunderten Milliarden Euro vom Staat gerettet werden mussten.
Alles klar, Geld geht nicht verloren es wechselt nur den Besitzer.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Kapitalismus ist eine Wirtschafts/Gesellschaftsordnung, die dem Privateigentum großen Stellenwert beimisst. Die Regulierung des Marktes erfolgt über Angebot und Nachfrage und das oberste Bestreben eines jeden Unternehmens ist die Gewinnmaximierung.

Oder in einem Wort: Geld!


Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Geld, Geld, Geld!

...bezeichnet eine Wirtschaftsordnung (und Gesellschaftsordnung), in der der Faktor Kapital (Maschinen, Anlagen, Fabriken, Geld) im Vergleich zu anderen Wirtschaftsfaktoren (Arbeit, Grund und Boden) überproportionale Bedeutung hat.

Also, Geld ist wichtiger als alles andere.

Antwort bewerten Vielen Dank für Deine Bewertung

Was möchtest Du wissen?