Frage von FireEmble, 100

Kann mir jemand helfen Philosophie ist zu hoch für mich?

Naja ich verstehe die beiden Texte und deren Fragestellung nicht. Vlt gibt es hier ja jemand der begabt ist und mir helfen kann.

Danke für jede Antwort

Antwort
von Dxmklvw, 31

Eine Fragestellung kann ich den Texten nicht entnehmen, dafür aber Feststellungen zu der Überlegung, was als wahr oder falsch gilt und warum.

Ich sehe es so:

Die Problematik steckt darin, daß Inhalte eine eigenständigen Ganzen (ggf. auch ein ganzes Universum) nur durch das Vorhandensein dazugehöriger Bedingungen wahr sind. Hinzu kommt, daß Teile des Ganzen gleichzeitig auch selbst die Bedingung für die Existenz des Ganzen sein können.

Fehlen dazugehörige Bedingungen, dann ist das Ganze nicht bzw. so nicht möglich. Ebenso kann es keine existierenden Teile des Ganzen innerhalb eines nicht existierenden Ganzen geben.

Die Möglichkeiten menschlicher Erkenntnis sind eingeschränkt. Daraus ergibt sich die Möglichkeite (und auch Wahrscheinlichkeit), daß Bedingungen dafür, ob etwas existent sein kann, nicht in den Sinn kommen, was zu dem Irrtum führen kann, daß etwas für wahr gehalten wird, obwohl es unwahr ist.

Aus dieser Sicht heraus erfolgt dann die Schlußfolgerung, daß für uns als Menschen etwas dadurch als wahr gilt, weil wir meinen, daß es wahr wäre, aber nicht, weil wir es wissen. Selbst Wissen, das wirklich wahr ist, wird dadurch zu einer Meinung und/oder zu etwas, bei dem man sich darauf geeignigt hat, es als wahr anzusehen (zu meinen, daß es wahr sei).

Beispiel:

Die Summe (das Ganze) von 4 + 7 hat nicht nur die Zahlenwerte und das Pluszeichen als Bedingung für ein wahres Ergebnis, sondern auch noch die Zahlenbasis. Wenn die Basis 10 ist, dann ist das Ergebnis 11, bei der Basis 8 wäre das Ergebnis 13. Wenn die Einigung darauf existiert, daß das Pluszeichen Addition bedeutet, dann ist das Ergebnis wahr, wenn es aber Subtraktion oder etwas anderes bedeutet, dann ergibt sich etwas anderes.

Abhängig von der Betrachtungsweise (auch diese ist eine Bedingung für die Entscheidung wahr/unwahr oder existierend/nicht existierend) befinden wir uns als Menschen ständig in einem Konflikt, weil wir uns auch Dinge als existierend vorstellen können, obwohl sie unter bestimmten vorgegebenen Bedingungen nicht existieren können, wohl aber unter anderen Bedingungen, und weil Bedingungen selbst Bedingungen unterliegen, bei deren Fehlen sie je nach Umstand nicht existieren können oder auch existieren müssen.

Auch interessant:

Denkt man nur lange genug und intensiv genug über so etwas nach, dann kann dies mitunter die Bedingung dafür sein, daß plötzlich gedankliches Chaos wirklich existiert.

Kommentar von Eulen23 ,

Gelesen und für gut befunden, oder die Summe ist immer nur ein Teil des Ganzen. Nun zur Frage: Philosophie = Liebe zur Weisheit. Eigendlich die Königsdisziplin unter den pseudo und exakten Wissenschaften. Helfen kann man da nicht, Liebe kommt aus der Seele, Sehnsucht und Gefühl. Neugier und nach dem Warum fragen. Ich glaube dafür muss man geboren sein. Ich glaube, ob dieser Denkansatz richtig ist, ist immer vom Standpunkt des Betrachters aus zu deuten. Also kann meine Meinung und Standpunkt zu deinem kontrovers sein. Was nicht falsch ist. Und Weisheit... Viel lernen,viel fragen, ausreden lassen, und aus Fehlern schlussfolgern. Gruß Eulen23

Antwort
von Grautvornix16, 16

Hi,- weiß nicht ob Kommentare bei dir ankommen. Deshalb hier nochmal das was ich gerade "Lennister" geschrieben habe. Vielleicht ist da ja auch eine "anstößige" Idee für dich dabei die dich wieder etwas weiter bringt:


"Hallo Lennister,- ich würde quentlo beipflichten wollen und
dich bitten, deinen Einwand zu präzisieren. - Was die Schwächen in
beiden Ansätzen betrifft würde ich auf den "Kritischen Rationalismus"
verweisen wollen und die Versuche, induktive und deduktive Verfahren der
Theoriebildung und Abbildung von "Realität" nicht als Gegensätze
sondern als die zwei Seiten derselben Medaille zu sehen. Weiterhin
verweise ich auf die landläufige Gewohnheit, Wahrheit mit Gewißheit und / oder Vollständigkeit zu verwechseln / gleichzusetzen.


Deshalb halte ich es bereits für den grundlegenden Fehler, in Bezug
auf beide Ansätze zu glauben, ein "Entweder / Oder" im Sinne von "Wahr =
Richtig" herbeiführen zu wollen. Der Begriff Richtig oder Wahr ist
immer relativistisch in Bezug auf ein System von Bedingungsdefinitionen
bzw. Axiomen. - Ist diese Aussage wahr?"


Gruß


Antwort
von berkersheim, 21

Zu Frage 1) Die Antwort steckt in dem lateinischen Satz "Veritas est adaequatio rei et intellectus." Die drei Begriffe sind "adaequation", "res" und "intellectus".

2) Weil nach Aristoteles nur die Aussage wahr ist, dass "etwas Seiendes als Seiendes ausgesagt wird" und "etwas Nichtseiendes als nicht seiend." Der Interpret sieht das "Seiende" bedauerlicherweise ausschließlich "dinglich", was meiner Meinung nach nicht von Aristoteles intendiert ist. Dann entfällt auch die geäußerte Kritik. Denn Aristoteles spricht ja auch über "das Gute" oder "die Tapferkeit" als wahren Eigenschaften, die der Vernunft zugänglich sind. Da würde er sich ja mit seiner so interpretierten Wahrheitstheorie selbst widersprechen.

Konsenstheorie:

Aufgabe 1) "Weg der Wahrheit" bedeutet, dass Wahrheit nicht eigenständig existiert sondern erst in zwischenmenschlicher Kommunikation festgestellt wird. Am Anfang stehen verschiedene Meinungen und am Ende eine als von allen als "wahr" modifizierte Meinung.

2) Es käme zu Verfälschungen in den Modifikationen der Meinungen, und die als "wahr" festgestellte Endmeinung wäre ein manipulierter Konsens, der nur so lange halten würde, wie die Teilnehmer die Manipulation nicht bemerken. Danach gäbe es Widerspruch und Aufkündigung des Konsens.

3) Ob und welcher Virus Auslöser einer Krankheit ist, ist keine Frage des Konsenses. Konsens ist zu erzielen, welche Werte in einer Gemeinschaft gelten sollen. Ob es dabei wirklich Konsens gibt, ist fraglich. Eher kann man von Desinteresse, Erduldung und Dominanzbehauptung sprechen und dieses wackelige Gefüge hält so lange, wie die Duldenden keine Widerspruch erregenden Nachteile erleiden.

Antwort
von Sophilinchen, 29

Wahr ist wenn das was du sagst mit der Realität übereinstimmt, falsch ist wenn es einen Unterschied gibt. So hab ich das grad verstanden. Aber irgendwie klingt das zu einfach:D

Ich glaub das untere heisst, Vorrausetzung ist ein funktionierendes Hirn.

Antwort
von quentlo, 23

Also zur Korrespondenztheorie, Aufg. 1:

Die "Korrespondenz" wird bei der vorliegenden Theorie besonders betont, da die Korrespondenz zwischen Ding und Verstand, bzw. zwischen Sache und Intellekt die Quintessenz dieser Theorie darstellt.

Konsenstheorie:

Stell' dir die Frage: Wenn Abertausende Menschen von demselben Irrtum fest überzeugt sind, wird der Irrtum dadurch zur Wahrheit?

Kommentar von Lennister ,

Stell' dir die Frage: Wenn Abertausende Menschen von demselben Irrtum fest überzeugt sind, wird der Irrtum dadurch zur Wahrheit?

Oh je. Du hast keine Ahnung von der Konsenstheorie der Wahrheit. Es geht dabei nämlich nicht um einen willkürlichen Realkonsens. 

Kommentar von Grautvornix16 ,

Hallo Lennister,- ich würde quentlo beipflichten wollen und dich bitten, deinen Einwand zu präzisieren. - Was die Schwächen in beiden Ansätzen betrifft würde ich auf den "Kritischen Rationalismus" verweisen wollen und die Versuche, induktive und deduktive Verfahren der Theoriebildung und Abbildung von "Realität" nicht als Gegensätze sondern als die zwei Seiten derselben Medaille zu sehen. Weiterhin verweise ich auf die landläufige Gewohnheit, Wahrheit mit Gewißheit und / oder Vollständigkeit zu verwechseln / gleichzusetzen.

Deshalb halte ich es bereits für den grundlegenden Fehler, in Bezug auf beide Ansätze zu glauben, ein "Entweder / Oder" im Sinne von "Wahr = Richtig" herbeiführen zu wollen. Der Begriff Richtig oder Wahr ist immer relativistisch in Bezug auf ein System von Bedingungsdefinitionen bzw. Axiomen. - Ist diese Aussage wahr?

Gruß

Kommentar von quentlo ,

Das nenne ich einen philosophisch-theoretischen Kommentar. Jetzt weiß ich wieder, warum ich Medizin studiert habe :)

Antwort
von Zoronia, 30

Also richtig eine Ahnung habe ich jetzt auch nicht, da ich mich zuvor
noch nie mit der Korrespondeztheorie auseinander gesetzt habe,
allerdings interpretiere ich das so, dass etwas nur dann richtig ist
wenn du das denkst und es in Wirklichkeit ebenfalls stimmt.

Heißt also, es ist dann richtig wenn deine Meinung mit der Realität übereinstimmt.

Kommentar von Zoronia ,

Hier, das habe ich noch bei Wiki gefunden:
"Die Korrespondenztheorie der Wahrheit findet sich bei Vertretern des Realismus wieder. Danach sind subjektive Aussagen genau dann wahr, wenn sie mit den Tatsachen in der objektiven Welt übereinstimmen (korrespondieren)."

Antwort
von TheErebos, 18

Es sagt aus, dass etwas dass du als richtig erachtest dann richtig ist, wenn es auch mit der Realität übereinstimmt. Dehalb auch Korespondenz. Das Erkennst du auch am Satz mit Ding und Verstand.


Im Grunde ´sagt der Text aus: Wenn du etwas sagst, das wahr ist (Seiendem) ist es war, und wenn du etwas nicht Seinedem als falsch empfindest ist es auch richtig.


Eigendlich zeimich einfach. Aber wenn natürlich etwas nicht erkennbar ist (Gefühle) ist es nicht da (Seinendem) und müsste danach, auch wenn es richtig ist, falsch sein, was aber nicht stimmt.


Ich wundere mich grade, warum du Philosophie hast, in welcher Klasse bist du denn?


(P.S. So hab es ich verstanden, solltest nächstes mal im Unterricht fragen stellen. ;-)  )

Kommentar von quentlo ,

Bestimmte Teilgebiete der Philosophie werden im Latein- oder Altgriechischunterricht in der gymnasialen Oberstufe behandelt, in diesem Rahmen natürlich überwiegend die Philosophie der Antike. Aber auch im Ethik- oder Religionsunterricht der Kollegstufe werden die Unterrichtsinhalte mit der Philosophie in Verbindung gebracht.

Kommentar von TheErebos ,

Ok, ich bin in der Q1 und habe es noch nie im Unterricht. Naja, aber ich hab auch kein Ethik.

VIlleicht kommt es ja noch. ;-)

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