Frage von Arbeitnehmer765, 81

Kann mir jemand helfen folgenden Satz meines Arbeitsvertrages zu verstehen?

Hallo :)

Mir geht es um Folgendes:

Mein Arbeitgeber hat mir diese Woche auf der Arbeit eröffnet, dass er ab nächste Woche nicht mehr plant mich in den Dienstplänen einzuteilen. Da ich aber einen gültigen Arbeitsvertrag bis Ende diesen Jahres habe möchte ich euch eine Klausel meines Vertrages zeigen, bei der ich nicht ganz verstehe inwiefern das möglich ist.

"Der Arbeitgeber kann dem Arbeitnehmer bei berechtigtem betrieblichem Interesse bzw. bei Vorliegen eines sachlichen Grundes, insbesondere bei Ausspruch einer Kündigung, unter Fortzahlung der Bezüge im Rahmen von noch bestehenden Resturlaubsansprüchen oder sonstigen Freizeitausgleichsansprüchen und in konkreter Anrechnung von solchen freistellen, soweit sein Interesse hieran das des Arbeitnehmers an der Weiterbeschäftigung überwiegt. In diesem Fall entfällt eine Verpflichtung des Arbeitgebers zur tatsächlichen Beschäftigung."

Heißt das mein Arbeitgeber kann einfach jederzeit entscheiden mich trotz gültigem Arbeitsvertrag nicht mehr beschäftigen und vergüten zu müssen, solange Urlaubs- und Freizeitausgleichsansprüche berücksichtigt wurden?

Antwort
von emily2001, 24

Hallo,

das ist typisch Juristenkauderwelsch!

Ich denke dennoch, daß er eine ordentliche Kündigung aussprechen sollte...

Ich würde mich an deiner Stelle bei einem Juristen (Arbeitsrechtler) erkundigen, kann wohl sein, daß diese Klausel von einem Arbeitsgericht nicht annerkannt wird...

Die Gewerkschaft, vorausgesetzt du bist Mitglied, könnte dir auch Auskunft geben.

Habt ihr einen Betriebsrat?

War das, abgesehen davon, ein unbefristeter Arbeitsvertrag?

Seit wann bist du bei der Fa beschäftigt?

Das sind alles Fragen, die ins Gewicht fallen!

Emmy

Antwort
von Repwf, 27

Er kann dich fristgerecht kündigen, kann bis zum Ende dann Urlaub eintragen oder ü std abfeiern lassen oder dich (bezahlt) freistellen!

Finde ich jetzt nicht schlecht für dich/euch! 

Kannst zuhause bleiben und bekommst Geld dafür... 

Antwort
von rikks, 43

Vergüten schon, aber beispielsweise wenn er dich kündigt, kann er verordnen, dass du deinen Resturlaub nimmst, statt ihn dir auszahlen zu lassen.

Ansonsten kann er dich noch zwingen, deinen Urlaub oder die angelaufenen Überstunden zu nehmen, falls ein wichtiger Grund (keine Aufträge beispielsweise) vorliegt und du nicht grade mitten in einem wichtigen Projekt steckst. Oder halt, falls es zu viele Überstunden werden.

Fraglich ist, ob er dir nicht genommenen Urlaub als Vezicht anrechnen kann und den über den Jahreswechsel dann streicht, weil du ja drauf verzichtet hast. Darauf wird hier nicht eingegangen.

Dabei wirst du aber ebenfalls auch voll bezahlt.

Kommentar von Arbeitnehmer765 ,

Also er versucht mich ja derzeit zu nötigen, dass ich noch diese Woche die Kündigung einreichen soll. Das habe ich natürlich nicht vor. Morgen habe ich voraussichtlich meinen letzten zugeteilten Arbeitstag. Sollte ich iwas deswegen unternehmen oder bin ich durch meinen Arbeitsvertrag geschützt?

Kommentar von rikks ,

Kündigt er dir, muss er die Frist einhalten, möglicherweise noch Abfindung zahlen, je nachdem, wie lange du schon da bist.

Kündigst du, kann er dir freundlicherweise die restlichen Tage erlassen, die du noch arbeiten müsstest und ist dich sofort los.

Dazu hast du dann, falls du kündigst, den Ärger mit dem Arbeitsamt & Jobcenter.

Kommentar von Arbeitnehmer765 ,

Gilt das auch wenn man nur auf 450€ Basis beschäftigt ist? Oder gelten für Minijobber weniger Arbeitsrechte?

Laut meinem Arbeitgeber müsse er mir auch nichts schriftlich geben. Es würde angeblich ausreichen wenn er mir mündlich mitteilt, dass er mich nicht mehr einsetzen will. Das Gehalt für den Dezember wird dann auch nicht gezahlt.

Kommentar von rikks ,

Wenn dein Chef dir nur mündlich kündigt, dann kann er das auch auf ne Postkarte schreiben und sich an die Wand hängen.

Die Kündigung für alle Verträge bedarf einer Schriftform mit Datum und Unterschrift.

http://meine-kuendigung.de/minijob-kuendigen/


Die Kündigung eines Arbeitsverhältnisses ist für beide Seiten an die Schriftform gebunden. In das Dokument müssen sowohl der Kündigungstermin, die Daten von Arbeitgeber und Arbeitnehmer, evtl. der Grund der Kündigung sowie Datum und Unterschrift eingebunden werden. 

Antwort
von Barolo88, 23

dazu müsste er dir erst kündigen und zwar schriftlich,  hat er das schon getan ?

Antwort
von oxygenium, 17

Heißt das mein Arbeitgeber kann einfach jederzeit entscheiden mich trotz gültigem Arbeitsvertrag nicht mehr beschäftigen und vergüten zu müssen, solange Urlaubs- und Freizeitausgleichsansprüche berücksichtigt wurden?

das hört sich nicht so prickelnd an.

So einen Vertrag hätte ich nicht unterschrieben und denke das solltest du mal an richtiger Stelle überprüfen lassen,wegen der Rechtigkeit.

Kommentar von rikks ,

Du zitierst seine Interpretation und nicht den Vertragstext.

Kommentar von oxygenium ,

upps....!

Antwort
von Wippich, 30

Du bekommst ja Dein Geld,steht doch da.

Kommentar von Arbeitnehmer765 ,

Bezieht sich das nicht auf den Urlaub?

Kommentar von Wippich ,

Du hast Urlaub und der wird bezahlt.

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