Frage von Sam8715, 67

Kann mir jemand erklären, wieso bei dem Buchführungsprogramm WISO 2016 bei der Einnahme das Geldkonto im Soll steht und bei der Ausgabe das Geldkonto im Haben?

Kann mir jemand erklären, wieso bei dem Buchführungsprogramm WISO 2016 bei der Einnahme das Geldkonto im Soll steht und bei der Ausgabe das Geldkonto im Haben steht ? Das ergibt doch überhaupt keinen Sinn oder bin ich zu blöd um das zu kapieren? Normal müsste es doch umgekehrt sein. Ich bekomme echt noch einen Nervenzusammenbruch mit dieser verkackten Buchführung. Bitte um Hilfe ! Danke !

Antwort
von BarbaraHo, 38

Verwechsel bitte nicht die Seiten wegen des Kontoauszuges von der Bank. Schaue dir die T-Konten nochmals an. (Du hast doch irgendwann mal Buchhaltung unterrichtet bekommen?)

Kommentar von Sam8715 ,

ok Danke ich verstehe nicht wirklich was Sie meinen. Nein Buchhaltungsunterricht hatte ich nicht. Ich war in einem Existenzgründerseminar, da wurde Buchhaltung mal kurz mit einem Beispiel erwähnt.

Kommentar von faiblesse ,

Dann bitte dringend einen Steuerberater suchen!

Wer Fehler in der Buchhaltung macht, kann dafür teuer bezahlen!

Kommentar von BarbaraHo ,

Ah, ok. Dann fehlt dir natürlich das entsprechende Fachwissen. Mein Rat an dich: gebe die Buchführung erst mal an einen Profi ab (Buchhaltungsbüro oder Steuerberater). Natürlich kostet das Geld. Aber dafür ist es erst mal richtig gebucht. Wenn du es selbst machen willst, dann führt nichts an einem guten Buchhaltungskurs vorbei.

Kommentar von Sam8715 ,

einen Steuerberater der mich nach meiner bisherigen Erfahrung vonbn vorne bis hinten abzockt werde ich nicht in Betracht ziehen deshalb frage ich ja hier. Das kann ja wohl nicht so schwer sein.
bei mir ist es verdeht ... wenn ich einen Zuschuss als Einnahme buche, wie kann es dann sein dass bei mir die Einnahme im Soll steht?

Kommentar von BarbaraHo ,

Weil Einnahmen im Soll stehen, wieso kommst du darauf, dass sie im Haben stehen? Vielleicht solltest du dir die Buchungszeile mal genauer ansehen. Vielleicht liegt dein Problem ja dort. Buchungszeile ist die Zeile, in der du im Programm den Buchungssatz eingibst. Mache bitte unbedingt einen Buchhaltungskurs und gib bis zu dessen Ende deine Buchhaltung in professionelle Hände. Das kann auch ein Buchhaltungsbüro sein. Kommt dich garantiert billiger, als jetzt noch die Zeit und das Geld zu investieren, damit du es wirklich selbst kannst. Bedenke bitte, dass Steuerfachangestellte drei Jahre Ausbildung haben mit wöchentlich 4-5 Std Rechnungswesen. Also sooo schnell bekommst du es nicht angeeignet. Und wenn du es trotzdem selbst machst, dann sind Fehler vorprogrammiert. Du musst das HGB beachten und das EStG und teils das BGB. Und irgendwann steht eine Betriebsprüfung an - dann prüft das Finanzamt bis zu 4 Jahre am Stück. Dabei wollen die die elektronische Fibu sehen als auch die Belege. Wenn es dann zu Nachzahlungen kommt, dann also direkt für bis zu 4 Jahren. Nach dem Bescheid hast du dann 1 Monat zur Zahlung.

Verstehe mich nicht falsch, in der Buchhaltung wiederholt sich vieles. Mein Ausbilder sagte mal, dass ca 90 % gleich wären und nur ca 10 % besonders. Jetzt stell dir vor, du machst bei den 90 % entscheidende Fehler... Klar kannst du hier vieles nachfragen. Aber was kostet dich das? Also der reine zeitliche Aufwand.

Wieso hat dich deiner Meinung (wieviel Wert muss ich der geben?) nach mal ein Steuerberater so dermaßen über den Tisch gezogen? Steuerberater sind an die Steuerberatervergütungsverordnung gebunden. Wäre nett, wenn du mir den Sachverhalt erläutern würdest, dann kann ich dir mehr dazu sagen. Also ob du mit deiner Meinung richtig liegst oder nicht.

Kommentar von Sam8715 ,

Danke für die ausfühliche und ehrliche Antwort. Ich benötigte zu Beginn meiner Selbständigkeit eine Tragfähigkeitsbescheinigung von einer fachkundigen Stelle. Habe damit einen Steuerberater beauftragt, er hat sich wenig damit beschäftigt und sich lange Zeit gelassen. Und am Ende nach dem ich die Bescheinigung hatte, bekahm ich eine Rechnung die ich bezahlen soll damit ich die Bescheinigung bekomme von 1700 Euro. Er hat angeblich 15,5 h gebraucht. Davon war ich insgesamt 2 h bei ihm im Büro. also war er nach seinen Angaben 13,5 h damit beschäftigt. Ich habe ihn zur Rede gestellt dann sagte er noch dreist er habe sogar länger gebraucht und war manchmal 1 h und 20 min dran und hat nur 1 h eingetragen... naja ich war da ziemlich machtlos. Was soll ich auch dagegen machen? Ich kann nicht das Gegenteil beweisen

Kommentar von BarbaraHo ,

Hast ihn also damit beauftragt, ohne nach den voraussichtlichen Kosten zu fragen? Sehr ungünstig. Nächstes Mal immer erst nach den voraussichtlichen Kosten fragen. Sind dir diese zu hoch, dann frag, ob du durch Eigenarbeit diese senken kannst.

Also gut. Da muss er ja wohl auch einen Businessplan von dir erhalten haben. Wie viele Seiten hat der? Die müssten dann ja alle gelesen worden sein, Angaben überprüft und vor allen Dingen den Zahlenteil auch nachgerechnet. Und das ein oder andere nachrecherchiert. Das benötigt schon etwas Zeit. Allerdings kann ich jetzt so nicht wirklich sagen, ob die Zeiten passen. Aber ich sollte mal einen Kurzplan schreiben. Bekam also Infos, hab recherchiert und geschrieben. Dann immer wieder vorgelegt, ob es so passt. Und immer wieder geändert, weil dann auf einmal dies, auf einmal das dazu kam. Ich hab dann echt einen Freundschaftspreis gemacht. Dabei hab ich eigentlich nur einen Bruchteil berechnet. Und trotzdem wurde wegen der Rechnungshöhe gemeckert. Mein Stundensatz alleine reichte aus - obwohl dieser bekannt war. Nun ja, jedenfalls geht die Zeit schneller rum, als man denkt. Daher scheint mir der Zeitaufwand nun nicht absolut übertrieben. Was genau hast du an Unterlagen eingereicht?

Für den abgerechneten Zeitraum ist die Rechnungssumme stimmig. Es gibt Steuerberater, die berechnen einen wesentlich höheren Stundenlohn. Hier wurden grob 100 pro Stunde gerechnet, dazu dann die Umsatzsteuer.

Falls es dich tröstet - diese Kosten gehören zu den Betriebsausgaben (vorweggenomme Betriebsausgaben sozusagen).

Kommentar von BarbaraHo ,

Mh, keine Antwort mehr? Ich hoffe, es liegt nicht daran, dass ich deinem Gefühl bezüglich des Steuerberaters nicht bedingungslos zugestimmt habe. Also eigentlich genau das Gegenteil. Denn ich finde nicht, dass er dich voll über den Tisch gezogen hat. Wenn ich von einem durchschnittlichen Businessplan ausgehe... Wäre aber echt interessant zu wissen, wie viele Seiten deiner hatte.

Antwort
von Dirk-D. Hansmann, 12
einen Steuerberater der mich nach meiner bisherigen Erfahrung vonbn
vorne bis hinten abzockt werde ich nicht in Betracht ziehen deshalb
frage ich ja hier. Das kann ja wohl nicht so schwer sein.

Nicht ist auch nicht schwer. Dauert nur länger so eine Ausbildung. Und was da so verlangt wird. Das sagt ausgerechnet jemand der mit einem Programm von der Qualität eines Taschenrechners nicht klar kommt.

Erfasst Du eine Einnahme, dann fragt Dich das Programm mehr oder weniger direkt: Wo ist Geld angekommen? Dann nimmst Du Bank Soll. Ferner fragt es Dich wofür? Taschengeld, Gehalt, Zinsen. Das sind die Haben-Buchungen, ob es dabei steht oder nicht.

Bezahlst Du eine Versicherung, dann wird das in der Regel ja auch in der Bank laufen, dann hast eben irgendwo ein Konto Versicherungen oder was spezielleres wie Hausrat oder Lebensversicherung. Soll-Buchung. Bank wird weniger, also Bank Ausgabe.

So und jetzt noch eine Anmerkung zu dem Wiso-Programm: Mir ist bekannt, dass viele von dem Programm begeistert sind. In der Regel Leute die meinen, dass das eine spezialisierte Excel-Tabelle sei. Dieses ist falsch.

Dazu ist es so blöd aufgebaut, dass nach meiner Kenntnis die Leute da nur Mist erfassen. Habe in der Zeit als ich für Steuerberater gearbeitet habe, immer wieder so Wiso-Listen 'wollte Ihnen helfen' vorgelegt bekommen.

Keine Ahnung wie, aber es ist möglich so zu erfassen, dass man mit den Listen nichts anfangen kann. Wie sagte mal ein Finanzbeamter? 'Und die Schlimmsten sind dann noch die, die mit diesem Wiso-Programm kommen.' Ich habe ihn korrigiert und gesagt, die Schlimmsten seien die, die den Konz als Nachschlagewerk nutzen. Zustimmung.

Also - Zur Qualität eines Steuerberaters kann auch ich mich nur sehr schlecht äußern. Muss längere Zeit mit ihm gearbeitet haben. Erst dann kann ich tatsächlich mich trauen.

SteuerberaterInnen sind keine besseren oder schlechteren Menschen als andere. Und so ein Pauschalurteil 'abzockt' ist vermutlich eher Deiner Inkompetenz folgend geschrieben, als sie tatsächlich was mit diesem Steuerberater zu tun hat.

Antwort
von faiblesse, 31

Das Bankkonto ist ein aktivkonto.
Bei aktivkonten erfolgt die Mehrung im Soll, Minderungen im haben.

Wenn du jetzt von deinem privaten Bankkonto ausgehst, wo Zugänge im haben stehen, ist das aus der Sicht der Bank zu sehen.
Dein geldzugang ist eine Verbindlichkeit der Bank dir gegenüber. Deswegen Buchung im haben.

Kommentar von Sam8715 ,

bei mir ist es verdeht ... wenn ich einen Zuschuss als Einnahme buche, wie kann es dann sein dass bei mir die Einnahme im Soll steht?

Kommentar von faiblesse ,

Wenn du einen Zuschuss erhältst, buchst du Bank an Zuschuss.

Denn wie ich schon sagte, Bank ist ein aktivkonto und dieses mehrt sich im Soll, mindert sich im haben.
Zuschuss ist ein ertragskonto und mehrt sich im haben, mindert sich im Soll.

Ohne Grundkenntnisse der doppelten Buchführung zu kennen, ist es ein Wahnsinn, die Buchhaltung selbst machen zu wollen.

Bist du denn Buchführungspflichtig?

Ich versteh nicht, was du mit verdreht meinst.

Antwort
von Helmuthk, 27

Auf welcher Seite werden Erlöse und Ausgaben gebucht?

Und das Geldkonto ist dann als Gegenkonto immer auf der anderen Seite.

Einnahmen: Buchungssatz Geldkonto an Einnahmen.

Das Geldkonto wird höher.

Ausgaben: Ausgaben an Geldkonto.

Das Geldkonto nimmt ab.

Normale Finanzbuchhaltungs-Programme haben übrigens eine Schleppkontenfunktion.

Da wird zuerst die Einahme oder Ausgabe gebucht, und das Geldkonto kommt dann in der 2. Position.

Das Geldkonto, z. B. Bank, wird dann so lange erfasst, bis der Buchhalter das Geldkonto wechselt, also z. B. auf Kasse.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten