neurodoc am 04.10.2007 um 21:12 Uhr
Das ist doch sozial. Welche Gegenargumente bringen die Parteien?
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Die Parteien sind die Handlanger der Arbeitgeber und diese wollen keinen Mindestlohn zahlen sonder einen Minilohn.

es wäre nicht nur sozial, sondern auch vernünftig. die deutsche gesellschaft funktioniert aber nicht wegen, sondern trotz der politik, die gemacht wird.
zur begründung wird das übliche blabla gebracht: konkurrenzfähigkeit, globalisierung etc. pp.
Es gibt genügend gute Gründe gegen einen Mindestlohn - es ist der völlig falsche Weg, das Problem im Niedriglohnsektor zu lösen. Einen Einstieg liefert www.mindestlohn-blog.de
Ich finde die Arbeit,deren Lohn so gering ist, das ein Fulltimejob noch staatlicher Unterstützung bedarf, ist eines Menschen unwürdig. Deshalb, wenn nicht freiwillig Mindestlohn, dann halt gesetzlich. Vielleicht sollte man aber erst mal über einen gesetzlichen Höchstlohn nachdenken ?. Je nachdem wie hoch der aussfällt, könnte man vom übrigen Geld viele Mindestlöhner locker bezahlen.
Ein Lohn hat zunächst keinerlei ethische oder moralische Dimension. Er ist der Preis, der sich am Markt für eine "Dienstleistung" (Arbeit) bildet - und zwar nicht willkürlich, sondern nach objektiven Kriterien wie Produktivität und Angebot/Nachfrage. Ein staatlicher Eingriff in diesen Preisbildunsprozess ist hochgefährlich, weil er die genannten Marktmechanismen ignoriert und damit zu Arbeitsplatzverlusten und dem führt, was die Volkswirtschaft "Fehlallokation von Resourcen" nennt.
Zu kompliziert? Vielleicht. Zu kalt? Vielleicht. Aber deswegen noch immer eine Tatsache.
(Einen Kommentar zu der Höchstlohn-Idee erspare ich mir lieber ...)
Mein lieber Scholli, jetzt haust du aber Nägel rein. Wie willst du denn den Wert einer Arbeit ökonomisch messen.Warum sollte ein Briefträger oder ein anderer der 8-10 Std täglich arbeitet mit einem Hungerlohn nach Hause, und ein " Manager " der vielleicht mehr Verantwortung trägt, keine Frage, Millionensäläre einstecken, die ja auch irgendeiner erwirtschaften muss. Ich bin nicht für Gleichmacherei, Leistung muss sich lohnen und Unterschiede wird es immer geben. Aber Löhne und Gehälter haben sehr wohl auch eine moralisch ethisch- Dimension, solange wenige im Geld schwimmen, und immer mehr mit dem erarbeiteten Geld nicht klarkommen. Es ist sehr wohl unmoralisch, wenn Arbeitgeber Millionengewinne erwirtschaften ( die Arbeitneh mer wohlgemerkt. ) ihre Bediensteten aber zu Hungerlöhnen arbeiten lassen, diese noch auf Sozialhilfe angewiesen sind, was wiederum vom Steuerzahler bezahlt werden muss. Vielleicht solltest du mal bedenken, das alles Geld in der BRD, wenn es nur halbwegs gerecht verteilt wäre, für alle zu einem vernünftigen Auskommen reichen würde,, ohne das die" Reichen " Not leiden müssten. Du bist sicherlich ein Befürworter der freien Martkwirtschaft indem dann der propagierte Raubtierkapitalismus entsteht. Wir haben aber eine soziale Marktwirtrschaft, und da ist offensichtlich freiwillig nicht möglich, solche Gehälter zu vereinbaren, das man leben kann damit. Leider, und das finde ich wirklich auch traurig, muss hier der Staat lenkend eingreifen- Mir wäre es anderst auch lieber. Nicht kompliziert, kalt schon eher, aber leider auch Tatsache.
Der Haupteinwand ist, ein Mindestlohn führe zu einer Abnahme von Arbeitsplätzen (Verlagerung in das Ausland und Abwanderung in Schwarzarbeit). Dies träfe vor allem auch gering Qualifizierte. Die Arbeitskosten würden nicht von dem erwirtschafteten Einnahmen gedeckt bzw. die Preise würden steigen (soweit dies durchsetzbar ist). Die CDU ist in der Frage nicht völig einheitlich, obwohl sie mehrfach einen branchenübergriefenden und flächendeckenden Mindestlohn abgelehnt hat. Deutlicher dagegen ist die FDP (http://www.fdp-fraktion.de/files/540/06-04-03-3-Mindestlohn.pdf).
Wie überzeugend diese Argumente sind und ob die Argumente der Befürworter stichhaltiger sind, ist eine Sache eigener Urteilsbildung.

Ich denke mal, weil es einen Eingriff in die freie Marktwirtschaft bedeutet, nach deren Gesetzen sich auch der Arbeitsmarkt nach Angebot und Nachfrage zu regeln hat.
Außerdem könnte es für viele Jobs das Aus bedeuten und die Arbeitnehmer stünden auf der Straße, fielen also den Sozialkassen zur Last.
Im Gegensatz zur landläufig gern aufgesetzten Brille gibt es nämlich auch Unternehmen(v.a. Unternehmen in der Gründungs- und Aufbauphase), die den Unternehmern und den Angestellten ein lediglich bescheidenes Einkommen sichern aber immerhin ein Einkommen.
die Leute die unter Sozialhilfeniveau arbeiten fallen trotz Arbeit der Sozialkasse zu Last! Die meisten Unternehmen die Minilöhne zahlen sind weder in der Gründungsphase oder Aufbauphase noch geht es denen finanziell schlecht. Ich denke es wäre kein Verlust, wenn es die 3-4 Euro Jobs nicht mehr gäbe. Da die Arbeit trotzdem gemacht werden muß weil die Nachfrage da ist, haben dann vielleicht eher Firmen eine Chance die gerechte Löhne zahlen und dann auch wieder mehr Leute einstellen.
holodeck am 4. Oktober 2007 23:09 Mag sein, aber dann nur als ergänzende und nicht als volle Sozialhilfe. Um genau zu sein, sind ja heutzutage schon 7 oder 8 Euro brutto als Minilohn anzusehen - wer kann denn schon von 800 netto leben? Also, wo soll da bitte schön die Grenze gezogen werden? Ich weiß auch nicht, woher du dein Wissen beziehst, daß die meisten Unternehmen ... ich kenne jedenfalls genügend von den von mir erwähnten.
Wisst Ihr, dass hier nur Deutschland so stur ist und die Sizialcarta der EU letztendlich gescheitert ist, weil da Mindestlöhne vorgesehen waren und Kohl sich als letzter geweigert hat, seine Unterschrift darunter zu setzen? In den meisten westeuropäischen Ländern gibt es Mindestlöhne. Nur in Deutschland macht man Unternehmern Geschenke und wirft Steuergelder zum Fenster raus.
Allerdings verfehlen m.E. Mindestlöhne ihren Sinn, wenn es sich um Stunden- statt um Monatssätze handelt - Unternehmer würden die Regelung durch Teilzeit zu umgehen versuchen (s. Reinigungsbranche).

ganz einfach viele kleinbetriebe zahlen mindestlohn den derzeitigen wenn dieser erneut erhöht wird werden viele kleinbetriebe pleite gehen oder sie müssen kündigen ergo arbeitslose ergo mehr probleme als vorher stand sogar mal ein artikel in der bild drin
Kaffeesatz am 4. Oktober 2007 22:19 Bild ist nicht unbedingt für seriösen Journalismus bekannt.
und wenns in der Bild steht, dann wird das auch so sein, weil dort die besten Experten für jedes Gebiet arbeiten!

Es gibt viele Argumente gegen Mindestlöhne. Die wichtigsten sind:
Schrieb grad darüber was für die Schule...
Laut Lasserre, Chef des französischen Forschungszentrums über Deutschland, sind Mindestlöhne „ der Hauptgrund für die hohe Arbeitslosigkeit in Frankreich, vor allem bei wenig qualifizierten Tätigkeiten“. So würde sich der Mindestlohn entgegen seinem eigentlichen Zweck drehen und den gering Qualifizierten in den Rücken fallen. Das Statistikamt Insee schätzt, dass eine Anhebung des Mindestlohnes in Frankreich („Smic“) um 10 % ca. 300.000 Jobs vernichten würde. Durch die hohe Eintrittsschwelle ist auch der beträchtliche Anteil an arbeitssuchenden Jugendlichen zu erklären, da hier die erhöhten Lohnkosten die Produktivität zu leicht übersteigen. Vor allem mittelständische Unternehmen stellen aus diesem Grund weniger gering Qualifizierte ein. Die Unternehmen versuchen sich dem Problem der erhöhten Lohnkosten auf verschiedenste Weisen zu entziehen. So nehmen diese Verlagerungen der Produktion ins günstigere Ausland vor und beginnen dort zugleich auch neue Projekte, vollziehen erhöhte Investitionen in neuere Maschinen, welche dem Ausgleich des unausgeglichenen Verhältnisses zwischen Lohn und Produktivität dienen und einzelne Sparten oder ganze Unternehmen müssen wegen Unwirtschaftlichkeit gar vom Markt verschwinden. Frankreichs Industrie baut immer weiter ab. Nicht nur die Arbeitsplätze, auch Wettbewerbsfähigkeit und Weltmarktanteile muss das Land mit dem Smic von 8,27 €/Stunde einbüßen. Belastet wird das Land zudem mit erheblichen Kosten. Alleine eine Erhebung des Smic um einen Prozent, bringt dem Staat Mehrkosten in Höhe von ca. 750 Millionen Euro. Und dies ist nicht alles. Die durch die Einführung arbeitssuchend gewordenen gering Qualifizierten werden nun dem Arbeitsmarkt durch zusätzliche Subventionen attraktiv gemacht. Und die Folgen von Subventionen sind in manchen Lagern ebenso umstritten wie die Mindestlöhne. Und im Gegensatz zu USA stellt Frankreich einen vergleichbaren Fall für die Bundesrepublik dar. Für Deutschland errechnete das IFO-Institut einen Verlust von 1,1 Millionen Arbeitsplätze bei der Durchsetzung des geforderten Mindestlohnes von 7,50 €/Stunde. So müssten beispielsweise bis zu 200 von 750 Post-Unternehmen um Ihre Existenz bangen, so DVPT-Vebandschef Elmar Müller.
und das ist net alles ;-)
Aber man darf nicht die Vorteile vergessen! Schaut euch auch die an und macht euch dann euer Bild, aber argumentiert bitte nicht mit 2,3 Sätzen, das Thema gibt mehr her! Sonst ist die Argumentation es net Wert! Aber meine Meinung ist schon klar. Ein Mindestlohn auf solch hoher Basis (7,5) geht in die falsche Richtung!