Frage von Luxuryfreak2000, 60

Kann mir jemand einfach und verständlich die Finanzkriese 2016 erklären?

Antwort
von DerHans, 35

Die heutige Finanzkrise besteht vor allem darin, dass sich Kapital z. Zt. nicht verzinst.

Die Banken können sich zwar praktisch kostenlos Geld von der Zentralbank leihen, haben aber keine Abnehmer, die investieren.

Spekulation auf dem Börsenparkett ist im Moment eben lukrativer. Nur kann davon die breite Masse nicht profitieren.

Antwort
von berkersheim, 32

Das wüssten die Finanzexperten auch gerne. Manche sind so ehrlich und sprechen davon, dass die Zentralbanken (in Diensten ihrer jeweiligen Regierungen) eine politische Geldpolitik zur Abfederung der Schuldenpolitik ihrer Länder betreiben, die sie als großes, unbekanntes Experiment bezeichnen. Günstiges Geld müsste Investitionen anregen. Tut es aber nicht und verschwindet in den Kanälen der Finanzspekulation. Was von diesen Experten in Diensten der Finanzbranche nicht gesagt wird: Es findet eine gewaltige Verschiebung von einfachen und mittleren Vermögen hin zu den spekulativen Finanzvermögen statt. Jetzt wird es sogar Institutionen wie dem IWF mulmig, wenn es die weltweite Schuldenentwicklung analysiert. Die Schuldenpolitik der Staaten hat Schule gemacht und 2/3 der Gesamtschulden sind private Schulden, die die Werte der Güterproduktion um ein vielfaches übersteigen.

Ehemalige Propheten der Powerverschuldung wie Joseph E. Stiglitz bekommen kalte Füße. Das weltweite Geldsystem, das in ein Schuldensystem verwandelt worden ist, steht auf der Kippe, das Vertrauen zu verlieren. Die unglückselige EZB-Politik ist nur ein Teil dieses Malheurs. Der Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat gegen Frau Merkel das Plus auf seiner Seite, dass sich seine Warnungen vor der zu lockeren Geldpolitik der EZB leider bestätigen. Es hat den Schuldenländern nicht geholfen, aus den Schulden herauszukommen, es hat sie vielmehr animiert, noch mehr Schulden zu machen. Siehe Spanien: Diese leisten sich über ein Jahr ohne negative Folgen für den Moment eine regierungslose Zeit und sehen tatenlos zu, wie ihre Schulden in den Himmel wachsen. Für Italien wird spekuliert, dass sie den EURO bald verlassen müssen.

Meine Meinung: Schulden, die man absehbar nicht mehr zurückzahlen kann, sind Diebstahl. Sie schädigen irgendjemanden, der die Forderungen als Vermögen angesehen hat. Das erhöht das Misstrauen, hemmt die Wirtschaftsbeziehungen (z.B. der Banken untereinander), bremst die Investitionen und belohnt die Unehrlichen. Sowas geht nie lange gut. Die Frage bleibt: Wie lang sind die Beine der Selbstlüge. Wann zerbricht daran das internationale Wirtschaftsgefüge?

Kommentar von Fool09 ,

Dass die Krisenländer kaum aus ihrer Krise herausfinden hat kaum etwas mit der Geldpolitik der EZB zu tun, sondern liegt vielmehr daran, dass sie prozyklisch in eine Rezession hineingespart haben, in der irrigen Annahme, sie könnten ihre Haushalte unabhängig von der wirtschaftlichen Entwicklung konsolidieren. Gut, die EZB ist dafür insofern mitverantwortlich als dass sie stets tatkräftig dazu beigetragen hat, diese Politik umzusetzen. Diesen Vorwurf kann man ihr machen. Mit der Geldpolitik hat das aber nichts zu tun. Das fällt in den Bereich der Fiskalpolitik.

Antwort
von SchmutzigLecker, 39

Niedrige Zinspolitik der EZB, strengere Regulierungen an den Märkten, ein Einbruch im klassischen Fillialgeschäft + Strafzahlungen in den USA = schlecht.

Heißt es kommt weniger Geld rein und es geht viel Geld wieder weg. Das bedeutet das man Geld sparen muss und hier setzt man beim größten Kostenfaktor, den Personalkosten, an und stellt Arbeitskapazitäten für den Markt zur Verfügung (Leute werden rausgeschmissen).

Antwort
von bronkhorst, 28

Die Finanzkriese 2016 ist einfach nur eine falsch geschriebene Finanzkrise 2016.

Das Leben kann so einfach sein!

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