Frage von Elchy, 21

Kann mir jemand eine psychiatrische bzw. psychosomatische Klinik empfehlen, wo die körperlichen Beschwerden auch wirklich untersucht werden?

Hallo,

vielen Dank im Voraus an alle, die meine Frage lesen und ernst nehmen!

Mir geht es schon längere Zeit psychisch nicht gut (mal wieder). Aber ich habe schon einige Kliniken durch und irgendwie scheint es nie dauerhaft zu helfen. Ein Stückweit ist es wohl normal, dass man wieder rückfällig wird, bzw. wieder stärkere Schübe bekommt. Zudem würde ich sagen, dass mich jeder Klinikaufenthalt ein Stück weiter gebracht hat.

Aber es geht mir im Moment darum, dass es mir auch physisch ziemlich schlecht geht. Schon seit Jahren habe ich immer wieder die gleichen Symptome, die nie so ganz aufgeklärt wurden. Gerade vorletzte Woche war ich erst drei Tage deswegen im allgemeinen KH vor Ort. Eine Diagnose habe ich bekommen, aber die erklärt noch nicht alles.

Was ich aber in allen psychiatrischen und psychosomatischen Kliniken, in denen ich bisher war, vermisst habe, war, dass wirklich physchische Erkrankungen ausgeschlossen bzw. aufgeklärt werden. Denn es mag ja sein, dass meine physischen Beschwerden auch psychosomatische Ursachen haben, doch zunächst sollte doch auch das körperliche abgeklärt werden. Das war selbst in den Kliniken, die ich bisher am Besten fand, Eifelklinik in Manderscheid und Clemens-August-Klinik in Neuenkirchen-Vörden nicht der Fall.

Vielleicht würde es etwas ändern, dass die körperlichen Beschwerden dieses Jahr so schlimm und so häufig wie nie zuvor waren, aber ich würde mich jedenfalls über Erfahrungsberichte von Euch freuen.

Ganz und gar ausschließen kann ich von vornherein die Klinik Hohe Mark in Oberursel und Privatkliniken, da ich Kassenpatientin bin. Reine Reha-Kliniken von der Rentenversicherung könnten auch schwierig werden, da ich nicht arbeitsfähig bin und eine Wiederherstellung derselben auch nicht sehr aussichtsreich ist - jedenfalls kurz- bis mittelfristig.

Ach ja: Noch eine Einschränkung: Ich möchte auch als mündiger Erwachsener behandelt werden - keine Kontaktsperre, Handy abgeben und solche Scherze. Das habe ich auch schon durch und hilft mir bei meinem Krankheitsbild überhaupt nicht. Dass Handys in den Therapien nichts zu suchen haben, ist dagegen selbstverständlich.

Über eventuelle Rechtschreibfehler bitte ich auch hinweg zu sehen, da ich im Moment auch mal wieder einen Krankheitsschub habe und mich nicht gut konzentrieren kann.

Antwort
von schloh80, 10

Klinikaufenthalte in einer Psychiatrie oder Psychosomatik sind nur dann sinnvoll, wenn eine ambulante Anschlussbehandlung erfolgt. Sonst droht erst recht eine Chronifizierung und letztlich steht am Ende ein Frührenter als Drehtürpatient.

Dein Fokus auf die körperliche Erkrankung lässt vermuten, dass du einfach (noch) gar nicht so weit bist, wirklich hart an dir zu arbeiten und wirklich nachhaltig was zu verändern. 

Dessen ungeachtet: wieso sollte in einem Fachkrankenhaus für psychische oder psychosomatische Erkrankungen zusätzlich das ganze Personal wie in einem somatischen Krankenhaus bereitgestellt werden? Letztlich wird im Bedarfsfall in ein somatischen Krankenhaus verlegt bzw. werden dort konsiliarische Untersuchungen durchführt, sofern dies medizinisch notwendig ist. In deinem Fall scheint das, zumindest nicht dringend während deines Aufenthaltes, notwendig gewesen zu sein. 

Ich würde in deinem Fall zZ eher von einem psychiatrischen oder psychosomatischen Klinikkaufenthalt abraten.

Kommentar von Elchy ,

Vielen Dank für Deine Meinung. Aber ich sehe mich anders. Zum Einen BIN ich in ambulanter Psychotherapie, die aber auch aufgrund der häufigen körperlichen Beschwerden mehrfach abgesagt werden musste. Und ich bin sehr wohl bereit und willens (ob ich dem Momentan auch gewachsen bin, das mag infrage gestellt werden), an mir zu arbeiten. Das habe ich in jeder Klinik getan und auch ambulant mache ich das und habe auch schon viele Fortschritte erzielt. Was übrigens nicht nur meine Einschätzung ist, sondern auch von Anderen reflektiert und zudem einfach faktisch feststellbar ist.

Und ich erwarte nicht von einem Fachkrankenhaus, dass sämtliches Personal wie in einem Allgemeinmedizinischen KH zur Verfügung steht. Aber eben das, was Du ansprichst, dass Untersuchungen angewiesen werden, sofern die nicht vor Ort vorgenommen werden können. Aber in einem psychosomatischen KH sind i.d.R. auch Internisten und Allgemeinmediziner, die ja zumindest versuchen könnten, sich ein Bild zu machen von den körperlichen Beschwerden und nicht die Psyche als Antwort auf alles sehen.

Was die Nachhaltigkeit angeht, meinte ich auch nicht, dass mir die Klinikaufenthalte nicht auf Dauer etwas gebracht haben, sondern dass sie einfach keine erneute Verschlechterung verhindern konnten. Jedes Mal habe ich dazugelernt, selbst in einer Klinik, in der das Konzept nicht meinem Wesen, meinen körperlichen Einschränkungen und der seelischen Belastbarkeit entsprach.

Mein Fokus liegt nicht auf der Physis, sondern auf dem Ganzheitlichen, das so oft beworben aber selten wirklich umgesetzt wird. Es ist einfach so, dass ich nicht mehr kann - und zwar sowohl der Körper als auch die Seele.

Antwort
von Virginia47, 4

Solche Kliniken sind nun mal auf die Psyche der Patienten ausgerichtet. Da wirst du vergebens hoffen, dass sie deine physischen Erkrankungen erkennen. 

Ich wurde von einem Arzt zum nächsten geschickt, weil ich körperliche Symptome hatte. Aber die Befunde waren alle in Ordnung - bis auf einen Linksschenkelblock. Aber der dürfte kein Grund für meine körperlichen Beschwerden gewesen sein. 

Also schloss man daraus, dass meine Beschwerden psychosomatisch sind. Und ich kam in eine entsprechende Klinik. Da wurde aber nur die Psyche mehr schlecht als recht behandelt. 

Glaub mir, wenn du wirklich körperliche Mängel hättest, wären die in der Zwischenzeit behandelt worden. So scheint es - wie bei mir - "nur" psychosomatisch zu sein. 

Ich weiß, wie quälend das ist. Aber wo nichts ist, kann auch nichts gefunden werden. 

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