Frage von Dovahmon, 68

kann mir jemand diabetes typ 2 erklären?

was passier da genau im körper, und was bedeutet "insulinresistenz", wie ist damit gemeint dass der körper "weniger empfindlich" auf insulin reagiert?

Expertenantwort
von Lirin, Community-Experte für Diabetes, 14

Hallo!

Wie bereits geschrieben, bei Typ 2 kann der Körper, durch Überbelastung der Bauchspeicheldrüse, nicht mehr genug oder nicht schnell genug das benötigte Insulin erzeugen. Der Blutzucker steigt daher, nach kohlenhydratreichen
Mahlzeiten, oftmals sehr stark an!

Eine Insulinresistenz bedeutet, dass der Körper das Insulin nicht mehr so effizient verarbeiten kann. Daher benötigt er viel mehr Insulin um den Blutzucker zu senken. Oftmals bessert sich diese Resitenz, wenn man abnimmt, denn bei Übergewicht braucht er viel mehr Insulin, für die selbe Mahlzeit.

Typ 2 kann mit Diät, Tabletten oder
wenn die Werte garnicht mehr stimmen auch mit Insulin behandelt werden.

Typ 2 Diabetes kann man schon verhindern oder zumindest hinauszögern.

** Achte auf dein Gewicht - bei Übergewicht braucht der Körper viel mehr Insulin für die gleiche Mahlzeit.

** Bewege dich viel und betreibe regelmäßig Sport - das senkt den Blutzucker

** Ernähre dich gesund und ausgewogen. Iss nicht zu viele Kohlenhydrate auf einmal und achte besonders auf deinen Zuckerkonsum.

Gruß Lirin

Antwort
von Cassiopeija, 19

Zuerst einmal ist Diabetes Typ 2 genetisch bedingt. Die Behauptung, Typ 2 entstehe weil man übergewichtig ist und sich zu wenig bewegt, stimmt nicht. Richtig ist, ist man von der genetischen Disposition betroffen, fördern Übergewicht und wenig Bewegung den frühzeitigen Ausbruch dieser Stoffwechselerkrankung.

Unser körper braucht Zucker, genauer gesagt Glucose (Traubenzucker), ohne würde wir verhungern. Grösster Verbraucher, noch vor den Muskeln ist das Gehirn. Daher werden im Darm Kohlehydrate in Gluose gewandelt. Über den Dünndarm geht die Glucose inst Blut.

Der Körper reagiert auf den Zuckeranstieg im Blut und die Batazellen in der Bauchspeicheldrüse schütten das Hormon Insulin aus, das dafür sorgt, das die Glucose in die Zelle kommt.

Dazu hat die Zelle Rezeptoren (viele, nicht nur einen). an die dockt das Insulin an, die Zelle öffnet sich und die Glucose gelangt in die Zelle, wo sie als Brennstoff/Energie benötigt wird.

Bei einer Insuinresistenz sind diese Rezeptoren nicht mehr so sensitiv und es wird etwas mehr Insulin benötigt, das dann an mehre Rezptoren andocken muss, um die Zelle für die Glucose zu öffnen. Die Betazellen kompensieren das durch eine erhöhte Insulinproduktion.

Leider bleibt das nicht bei der anfänglich noch kleinen Resistenz. Im Laufe der Jahre steigert sich die Resistenz und die Betazellen produzieren immer mehr Insulin, bis sie an die Grenze Ihre Leistungsfähigkeit stossen. Dann wird zum Selbstschutz die Insulinproduktion heruntergefahren und es wird nur noch eine normale oder noch kleinere Menge produziert, je nachdem wie viele Zellen schon zerstört oder beschädigt sind.

Das ist der Zeitpunkt, wo der Blutzucker dann natürlich enorm ansteigt und der Diabetes sich bemerkbar macht. Aber auch vorher war immer etwas zu viel Glucose im Blut, so das bereits gesundheitliche Folgen nicht ausgeschlossen sind.

Das Ganze ist etwas vereinfacht dargestellt, aber prinzipell passiert genau das.

Kommentar von Nightwing99 ,

Deine Behauptung stimmt leider nicht Diabetes Typ II ist NICHT allein genetisch bedingt auch wenn genetische Veranlagerung durchaus das Risiko erhöhen kann. Viel ausschlagebender für eine Diabetes Typ II Erkrankung das ist mittlerweile bekannt ist der Speicherort des Körperfettes. Es ist tatsächlich so das es vorallem das im Bauchraum gespeicherte Fett ist, welches bei Übermaß Schadstoffe ausstößt die die Stoffwechselstörung hervor rufen.

Kommentar von Cassiopeija ,

Die Aussage stimmt sehr wohl, da sie leicht verifizierbar ist.

In Deutschland gibt es ca. 20 Millionen Übergewichtige und Fettleibige. Nach Deiner Theorie müssten wir dann auch genauso viel Diabetiker haben. Wir haben aber nur 6,5 Millionen, mit Dunkelziffer geschätzte 8 Millionen und da sind schon die ca. 350 Tsnd. Typ 1 Diabetiker mit drin.

Wenn Du es nicht glaubst, informier Dich im Internet, die Zahlen stimmen.

Hast Du den Gendefekt nicht, wirst Du einfach nur Dick.

Dicke Menschen haben zwar auch einen erhöhten Insulinbedarf, da auch der tägliche Umbau der Fettzellen Insulin beansprucht, bildet sich aber keine Resistenz (die entsteht durch diesen Gendefekt), entsteht auch kein Diabetes.

Ausserdem stösst das Bauchfett zuerst mal gar keine Schadstoffe aus. Richtig ist, das der Körper Schadstoffe, die er nicht entsorgen kann, in Fettzellen speichert, besonders gern im Bauchfett.

Wenn Der Körper aber Schadstoffe einlagert, dann aber nur deswegen, weil sich die Person damit übermässig belastet. Dann kann es in seltenen Fällen geschehen, das die vielen Giftstoffe auch eine Insulinresistenz hervorrufen. Das ist aber ein weitreichendes Thema (wie z.B. Aspartam), das aber mit der Frage wenig zu tun hat und den Rahmen sprengen würde.

Ich rede aber von der Regel, nicht von Ausnahmefällen. Ich z.B. war 36 Jahre alt, habe mich gesund ernährt und mich sportlich betätigt (schwimmen). Ich hatte keine Übergewicht und hab trotzdem Typ 2 bekommen.

Ich habe zwei gute Bekannte, er ist sehr dick, sie ist adipös. Trotzdem haben beide kein Diabetes.

Kommentar von antigade ,

Bist du sicher, dass du Typ 2 bist und nicht Typ 1? Musst du spritzen?

Kommentar von Cassiopeija ,

Ich bin seit 23 Jahren Typ 2. Typ 2 heisst nicht, sich bis ans Ende der Tage mit Metformin abzufüllen. ;)

Wird Typ 2 früh genug erkannt, genügt meist eine Ernährungsumstellung, Gewichtskontrolle und viel Bewegung/Sport.

Leider bleibt es nicht dabei. Der Gendefekt, der die Insulinresistenz bedingt, verschwindet des wegen nicht. Irgendwann landet man dann doch bei Tabletten und späte wird man insulinpflichtig.

Ich habe in meinen Anfängen natürlich auch Tabletten bekommen, da gab es halt nur BTX, Internet und Information - Fehlanzeige. Mein Hausarzt war ein guter Algemeinmediziner, aber von Diabetes hatte er nicht viel Ahnung und damit ich auch nicht. :)

Es gibt in Deutschland eine Ko­ry­phäe in Sachen Diabetes, sozusagen der Diabetes-"Papst", Prof. Mehnert. Er ist der Ansicht (und das deckt sich auch mit meinen Erfahrungen), je eher man mit einer Insulintherapie beginnt, desto länger halten die verbleibenden Betazellen durch.

Im übrigen ist z.B. Metformin auch nicht ohne Risiko, Nebenwirkungen sind möglich. Ausserdem verbiegt das Medikament wichtige Körperfunktionen (sonst hätten wir die nicht, wenn sie unwichtig sind). Insulin ist natürlich und wie bei einem Typ 1 halte ich es für gesünder, sich das zu zuführen was fehlt.

Noch ein Nachteil von Tabletten. Nimmt man sie zu lange, bis gar nichts mehr geht (man bekommt die Dinger ja in unterschiedlichen Stärken), wird man u.U. quasi vom Rücken durch die Brust ins Knie zum 1er, weil alle Betazellen mittlerweile durch Überbelastung den Geist aufgegeben haben.

Kommentar von Joshua18 ,

Das einzige mir bekannte Mittel, welches direkt das Übel der Insulinresistenz der Zellen bekämpft, ist ganz simpel Zimt. Da reichen schon 2 mg Zimt täglich über 40 Tage um einen Effekt zu erzielen. Man darf allerdings auf keinen Fall billigen Guyana-Zimt verwenden, da dieser die Leber schädigt. Man nehme guten Ceylon Zimt !
Nur, mit Zimt kann die Pharmaindustrie eben nix verdienen !!

Es gibt bisher nur empirische Annahmen über das Entstehen der Insulinresistenz. Kausalgenetisch ist das aber keineswegs letztendlich erforscht. Nichtmals die genaue Wirkungsweise von Metformin (Medikament No. 1) ist geklärt ! Möglicherweise bestehen komplexe (bisher unerforschte) Zusammenhänge mit der bakteriellen Darmflora. Diese hat enorme Auswirkungen auf den Stoffwechsel !

Auf jeden Fall sollte man jeglichen Zucker vermeiden. Mein Tip: Finger weg von klassischen Süssstoffen, denn die verschlechtern die Darmflora. Entweder nimmt man Stevia oder aber Erythrit. Erythrit (aus Mais gewonnen) hat 0 Kalorieen und schmeckt wie Zucker. Man kann auch hervorragend damit z.B. eine Torte backen ! Schmeckt dann noch sahniger ! Alle die ein Insulinmessgerät haben, könnens ja mal ausprobieren. LOL

Kommentar von Cassiopeija ,

@Joshua18

Das stimmt schon, allerdings nur bedingt. Das Problem der Insulinresistenz ist, das sie sich weiter entwickelt und nicht aufhaltbar ist.

Sicher kann man mit Ceylon Zimt die Resistenz wieder senken - am Anfang. Genau das habe ich auch gemacht. Ich nutze Zimt auch heute noch, da ich dadurch weniger Insulin benötige als ohne.

Aber durch den kontinuierlichen Anstieg der Resistenz komt der Punkt, an dem Zimt, Ernährungsumstellung und Bewegung nicht mehr reichen. Das verbleibende Eigeninsulin wird nicht mehr und reicht irgendwan nicht mehr aus. Das ist Punkt, an dem man Insulin benötigt.

Ich würde grundsätzlich die Finger von Chemie lassen. Immer werden im Körper Abläufe chemisch "verbogen", die zu grösseren Problemen anderer Art erwachsen können oder z.B. das Restinsulin zum versiegen brigen (Sulfonylharnstoffe).

Teilweise widersprechen muss ich Dir, was die genetische Disposition betrifft. Es ist richtig, das noch längst nicht alle Genome erforscht sind, es sind aber bei Typ 2 bis zu 150 defekte Genome gefunden worden (Quelle Helmholtzzentrum München).

Adipöse Menschen ohne Diabetes weisen diese genetische Disposition nicht auf.

Auf Zucker muss man nicht verzichten, es kommt auf die Menge an. Unser Körper benötigt nun mal Glucose, ohne "verhungert" er.

Alleridings wäre es gut, auf Kristall-/Haushaltszucker und die verschiedenen Arten von Zucker-/Fructosesirup zu verzichten oder stark einzuschränken. Stevia und Erythrit sind die Süssungsmittel die ich auch nutze.

Süssstoffe sind kontraproduktiv oder, wie im Fall von Aspartam, sogar giftig. Süssstoffe werden unter anderem in Mastbetrieben eingesetzt, damit das Schlachtvieh schneller fett wird. Wer das zu Ende denkt, kann sich vorstellen, wie der menschliche Körper darauf reagiert.

Bei Stevia muss man aber noc hinzu sagen, das es auf den Reb A Wert ankommt. Je höher dieser ausfällt, desto besser. Unter 90% sollte man die Finger davon lassen, denn dann hat man die bekannten Problem mit Lakritzgeschmack und leicht abführender Wirkung, was an dem dann darin enthaltenen vermahlenen Blattmaterial liegt.

Es gibt übrigens auch eine gute Mischung aus Erythrit und Stevia, die diiselbe Süsskraft wie Zucker hat.

Uns so als Tipp - ich würde einen guten Kommentar nich mit "LOL" beenden. ;)

Antwort
von Nightwing99, 32

Diabetes Typ II ist eine Stoffwechselerkrankung des Kohkenhydratestoffwechsel.
Das Insulin in deinem Körper ist dazu da den Zucker in die Zellen zu lassen das funktioniert über ein Schlüssel schloss prinzip. Das Insulin ist dabei der Schlüssel. Bei Diabetes Typ II passiert es aber dass der Schlüssel nicht mehr ins Schloss passt. Und das Insulin die Zelle nicht mehr für den Zucker öffnen kann. Der Körper ist gegen das Insulin resistent geworden
Als Ausgleich produziert deine Bauchspeicheldrüse immer mehr Insulin bis diese erschöpft ist und nicht mehr genug Insulin nachproduzieren kann. Ab diesem Zeitpunkt spricht man nicht mehr von Insulinresistenz sondern einem relativen Insulinmangel.

Antwort
von kathi0506, 31

Insulinresistenz ist, wenn der Mensch dem Körper über einen langen Zeitraum (Diabetes Typ 2 tritt häufig bei Menschen im fortgeschrittenen Alter auf) zu viel Zucker zuführt. Um den Zucker "verarbeiten" zu können benötigt der Körper Insulin. Durch dauerhaft zu viel Zucker muss der Körper immer mehr Insulin ausschütten. Irgendwann hat er keine Lust mehr und reagiert nicht mehr so gut.
Zu Beginn der Krankheit reicht es, sich gesünder zu ernähren und Gewicht zu verlieren. Im fortgeschrittenen Stadium müssen Medikamente eingenommen werden und wenn das nicht mehr ausreicht, muss der Kranke dem Körper durch subcutane Spritzen (also ins Unterhautfettgewebe) Insulin zuführen.

Antwort
von callmekiritooo, 37

vorab: Bin kein Arzt oder spezialist, aber will es mal versuchen wenn es falsch ist, wird man mich schon verbessern!

soweit ich weis ist Diabetes typ 2

der typ Diabetiker, der "resistent" auf Insulin reagiert, das heißt in etwa so viel, das der Körper sich das Insulin nimmt, und absorbiert. Sprich die Wirkung verhindert und anfängt. Was dann genau gespritzt wird oder verabreicht wird Weis ich nicht.

würde gerne verbessert werden wenn etwas nicht stimmt!

Kommentar von Nightwing99 ,

Ne der Körper absorbiert da nichts und fängt auch keine Wirkung ab oder hemmt da irgrndwas^^ Das Insulin selbst wirkt nicht mehr so wie vorgesehen. Gespritzt wird erstmal gar nichts da sich Diabetes Typ II sehr gut mit Ernährungsumstellung, Bewegung und Gewichtsreduktion einstellen lässt, im nächsten Schritt gäbe es orale Diaretkia die den Stoffwechsel unterstützen erst wenn die versagen wird gespritzt und zwar ganz simpel Imsulin.

Antwort
von rainboxdash, 25

Insulin ist ein Hormon, dass für die Aufnahme bzw. Speicherung von Zucker in den Zellen zuständig ist. Bei einer Insulinresistenz reagiert der Körper nicht mehr auf das Hormon, d.h. der Zucker setzt sich im Körper ab, weil dieser nicht mehr wirklich gespeichert wird, und es kommt zu den bekannten Symptomen: dauerhaft erhöhter Zuckerspiegel, Gewichtszunahme, Kreislaufproblemen etc.

Kommentar von Nightwing99 ,

Das einzige genannte Symptom hier ist der erhöhte Blutzuckerspiegel. Gewichtszunahme ist quatsch, höchstens eine Ursache für Diabetes. Und die Kreislaufprobleme sind kein Symptom des Diabetes sondern eine Komplikation bzw. Folgeerkrankung

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