Kann mir jemand den psychologischen Zusammenhang zwischen Kindheit und Windelfetisch nennen - Was steckt hinter dem Fetisch? ...123?

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4 Antworten

Hallo Fibo,

da gibt es keine pauschale Erklärung. Das müsste man individuell rekonstruieren, woran das liegt...

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Ich glaube, so genau weiß das niemand. Sicherlich gibt es einen Zusammenhang,  denn das Fetischobjekt ist ja einescder elementarsten Dinge aus der Kinderzeit: Windeln.  Windeln verbinden wir mit Körperausscheidungen, unangenehmen Gerüchen und Ekel. Wieso also ausgerechnet eine Fixierung auf diesen Gegenstand erfolgt, von dem man annehmen möchte das jeder froh ist wenn er seine Windeln endlich los ist.  Ganz so einfach ist das allerdings nicht, dann schaut man sich einmal Kinder an,  die sich bereits in der Phase der Sauberkeitserziehung befinden, so wird man feststellen, dass manche es gar nicht eilig haben ihre Windeln los zu werden. Im Gegenteil, Sie genießen es  diese noch tragen und benutzen zu dürfen. vielleicht geben Sie den Kindern auch eine Art Geborgenheit Gefühl, denn  wann sonst kommen sich Eltern und Kindern so nah wie beim wickeln?  Viele Windelfetischisten, gerade diejenigen die in dem Bereich der Adult-Babys ein zu ordnen sind, berichten später nämlich genau von  so einen Geborgenheitsgefühl,  dass sie empfinden, wenn sie Windeln tragen. 

Ich könnte mir vorstellen, dass eine zu rasche oder forcierte Windelentwöhnung Einfluss auf die Entwicklung eines solchen Fetisches hat. Ich habe mir oft überlegt was die Ursache bei mir sein könnte. Da ich  eine glückliche und behütete Kindheit hatte,  finden sich nicht viele Ereignisse, die dafür verantwortlich sein könnten.  Meine Eltern haben mich geliebt und niemals geschlagen. Einzig die Tatsache, dass mir meine Mutter in  einem Anfall von Überforderung mit circa dreieinhalb Jahren, meine volle Windel ins Gesicht gedrückt haben soll,  könnte so ein Ereignis sein.  Daran soll ich bis auf wenige nächtliche Unfälle, sauber gewesen sein.  Auch, was ich zu dem Zeitpunkt noch eine kleine Schwester hatte, die weiterhin gewickelt wurde könnte vielleicht ausschlaggebend gewesen sein. Vielleicht spielte unterbewusst so etwas wie Neid eine Rolle.

Ich muss betonen, dass die oben beschriebene Begebenheit wirklich eine Ausnahmesituation war. Meine Mutter war mit zwei Wickelkindern am Ende ihrer Nerven  und handelte im Affekt. Im Nachhinein tat ihr das sehr leid und so etwas ist nie wieder vorgekommen. 

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Kann man eigentlich nicht, denn bisher gibt es nur Vermutungen, daß Personen, die einen Windelfetisch haben, eine schlechte Kindheit hatten oder es Ereignisse in der Kindheit gab, die einen Windelfetisch begünstigen.

Davon ist bislang nichts bewiesen.

Meistens sind es Personen, die mit den Windeln ein Geborgenheitsgefühl verbinden, wie sie es als Baby / Kleinkind hatten und möchten meistens auch wieder so klein sein.

Aber auch das läßt sich so nicht verallgemeinern, denn es gibt verschiedene Ausprägungen des Windelfetisch.

Ich bin schon sehr lange ein Adult Baby ( = erwachsenes Baby ) und entdecke oftmals, daß es immer noch Unterschiede gibt, die ich bislang so noch nicht kannte.

Natürlich kann man das alles aus einer psychologischen Sicht betrachten, jedoch bringt das nicht viel. Besser ist, sich im Internet mal zu informieren und solche Portale einmal zu besuchen.

Z.B. das " adultbaby.ch "....ein schweizer Portal dieser Art mit etwa 1800 Mitgliedern :

http://www.adultbaby.ch/

Liebe Grüße,

fraschi

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Hallo fibo123,

Du verlangst eine psychologische Erklärung. Die will ich dir hiermit geben (hatte 5 Jahre Psychologieunterricht)

Wenn wir von der Psychosexuellen Entwicklungstheorie nach Sigmund Freud ausgehen, liegt das in der analen Phase des Kindes. Diese Phase erstreckt sich vom 2. bis ca. 3. Lebensjahr. In diesen Lebensjahren "lernt" das Kind die Kontrolle über das "hergeben/schenken und verweigern" von Dingen (wie Kot, Anwesenheit,...) zu haben.

In der analen Phase ist die - laut Freud "erogene Zone" - die Analregieon. Das Kind beschäftigt sich in dieser Zeit vermehrt mit Exkrementen. Egal ob fremder oder eigener Natur. Mit dem Lernen der Kontrolle über den Stuhlgang kann das Kind nun Dinge (wie Kot, Anwesenheit,...) verweigern oder geben.

Laut Freud kann eine zu starke oder zu weiche Sauberkeitserziehung zu Ausprägungen im späteren Alter führen.

So würde ich jetzt daraus schließen, dass eine zu starke sauberkeitserziehung zu einer Störung der Ich-Identität geführt hat. Das Kind konnte die anale phase nicht ausleben und keine Kontrolle über das "Geben und Verweigern" von Dingen erlangen.

Diese fehlende Kontrolle spiegelt sich vielleicht in diesem Fetisch wider.

Das Kind hat das "verdrängte", fehlende Kontrollgefühl in den Windelfetisch umgewandelt. Es fühlt sich mit dem Umgang mit Windeln sicher und sieht in den Windeln wieder ein Erlangen der Kontrolle. - Und bei Fetischen spielt die Kontrolle immer eine wichtige Rolle.

Wie dem auch sei: Ein Fetisch ist nichts schlimmes, sofern man dadurch andere nicht schädigt.

Mach' kein Druck!

alles Gute!

Daspasstschon

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