Frage von ztrewq0cxy, 146

Kann mir jemand bestätigen, dass ich den Verzugsschaden nicht bezahlen muss (Inkassofirma in der Schweiz)?

Guten Tag,

Kurzgefasst:

-Ich habe ein Handy online bestellt (ca. 300 CHF) und dafür Zollgebühren 2 Mahnungen lang vergessen 

-Nach der 2. Mahnung habe ich die Zollgebühren (ca. 50 CHF) + Mahnungen (10 CHF) bezahlt, aber leider zu spät. 

-Jetzt bekam ich einen Brief von "intrum justitia", ich solle noch einen " Verzugsschaden gem. Art. 106 OR" (73 CHF) bezahlen + 0.25 CHF Zinsen.

Ich habe nun ein bisschen gegoogelt und herausgefunden, dass man nur die Zinsen zahlen muss. https://www.konsumentenschutz.ch/themen/zahlungsverkehr/verzugsschaden-ist-nicht... Stimmt das wirklich und wie soll ich nun vorgehen?

Freundliche Grüsse

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von dlcpdm, 65

Definitiv nicht.

Das OR erlaubt das Erheben eines Verzugszinses von 5 %

Ein Verzugsschadens muss nachgewiesen werden und darf nicht höher als die Kosten einer Betreibung sein.

Laut SchKG Art. 27 Abs. 3 dürfen Kosten, die durch das Beauftragen eines Inkassobüros entstehen, nicht dem Schuldner belastet werden. Der von Intrum erhobene Verzugsschaden verstösst eindeutig gegen diese Gesetzesbestimmung.

Kommentar von ztrewq0cxy ,

Also kann ich jetzt den Musterbrief verschicken und gut ists?

Kommentar von dlcpdm ,

Ich nehme an die werden noch einige bettelbriefe schreiben.

Ich hatte auch mal mit denen zu tun.
Ich habe dann aber auch angefangen meine Bemühungen zum beantworten dieser Briefe zu verrechnen.
Irgendwann haben die dann aufgegeben.

Am besten schick diesen Brief per Einschreiben dass die die Forderung ablehnst.  
Aber wie du im Internet sehen kannst, erklären sämtliche Konsumentenschutzorganisation diese Forderung als unzulässig ab.

Kommentar von ztrewq0cxy ,

okay, vielen dank. Was mich aber unsicher macht ist, dass so grosse, seriöse Unternehmen wie die DHL auf so Abzockerfirmen setzen..

Kommentar von dlcpdm ,

Coop, Cablecom Salt SBB sind ebenfalls Auftraggeber dieser Abzockfirma.
Obwohl ich Kontakt mit dem CEO von Coop hatte, erklärte mir dieser nicht, warum der Grossveeteiler mit dieser Firma Zusammenarbeit.

Kommentar von ztrewq0cxy ,

Kann ich auch eine Mail schreiben?

Kommentar von dlcpdm ,

Ich würde das per Post machen.
Die inkassobude wird eh darauf nicht reagieren.
Wichtig ist, dass die Hauptforderung plus ein Wenig Verzugszins gezahlt ist.

Ich würde die noch ein wenig ärgern und eine Auskunft und löschunhsbegehren verlangen.
Musterbriefe dazu findest du wenn du googelt

Kommentar von ztrewq0cxy ,

Weil ich die Hauptforderung schon vor dem Inkassobrief gezahlt habe, muss ich nur noch 0.25 CHF zahlen. Ich habe jetzt den Musterbrief von dem Link in der Fragestellung genommen. Soll ich jetzt die 0.25 CHF zahlen und den Brief abschicken? Und ist es wichtig, dass er per einschreiben geschickt wird?

Und bei dem Inkassobrief stand "innert 5 Tagen" und diese 5 Tage sind schon um. Ist es schlimm und soll ich einfach das machen, was ich oben beschrieben hab'?


Kommentar von dlcpdm ,

Ich würde die 25 Cent (Rappen) überweisen.  Somit hast du alle geschuldeten (vom Gesetzt her) Beträge gezahlt.
Dann den Brief per Einschreiben abschicken mit dem Hinweis dass du sämtliche anderen Forderungen zurückweist.  Die können sich gern an ihren Auftraggeber wenden.

Da die inkassobude eh nicht auf den Brief antworten wird, kannst du durch das Einschreiben beweisen, dass du die Forderung zurückgewiesen hast.

Kommentar von ztrewq0cxy ,

Okay, Danke. Muss ich beim Musterbrief, der beim Link in der Frgestellung steht, noch etwas hinzfügen oder reicht es den abzuändern und zu verschicken?

Kommentar von dlcpdm ,

Pass ihn einfach an deinen Fall an.
ZB dass du schon gezahlt hast usw.

Antwort
von EXInkassoMA, 69

In der Regel nicht mal ansatzweise durchsetzungsfähig und wird nicht expl eingeklagt

Du bist deutscher Staatsbürger ?

Kommentar von ztrewq0cxy ,

Nein, Schweizer 

Kommentar von mepeisen ,

Wie das in der Schweiz mit Inkassokosten ausschaut, weiß ich nicht im Detail.

Aber wurden denn die Mahngebühren in dieser Höhe überhaupt vereinbart. Soweit ich weiß, können anders als in Deutschland zwar Mahngebühren in so einer Höhe anfallen, aber nur dann, wenn das vertraglich so vereinbart war und in dieser Höhe so0 angekündigt wurde.

Wenn du sowieso schon viel zu hohe Mahngebühren bezahlt hast, würde ich gar nichts mehr zahlen. Und hinsichtlich der Zinsen auf die zu hohen Mahngebühren verweisen.

Ansonsten scheint der Artikel ja gut fundierte Gründe zu liefern. Und dem Konsumentenschutz in der Schweiz würde ich an deiner Stelle mal trauen.

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