Kann mir jemand bei Wilhelm Schmid: Gelassenheit helfen?

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1 Antwort

Ich sehe das so, dass Du z.B. zu Epikur die Stellen googeln sollst, die sich bei ihm mit Gelassenheit und Seelenruhe befassen. Ich habe in ca. 15 Minuten folgende Stellen nur für Epikur gefunden:

„An alle Begierden muss man folgende Fragen richten: Was wird mir widerfahren, wenn das Ziel der Begierde erreicht ist? Und was, wenn das Ziel der Begierde nicht erreicht ist“ (aus der so gen. Vatikanischen Spruchsammmlung des Epikur, Nr. 71).

„Es kommt darauf an so zu leben, dass man weder am Körper Schmerzen noch an der Seele Unruhe spürt“ (Brief an Menoikeus)

„Wenn man sich an die einfachen und nicht aufwendigen Lebensweisen gewöhnt, dann macht das einen vollständig gesund, und es macht den Menschen unbesorgt“. (Brief an Menoikeus).

Wenn wir nun also sagen, dass Glück unser Lebensziel ist, so meinen wir nicht die Freuden der Prasser, denen es ums Genießen schlechthin zu tun ist. Das meinen die Unwissenden oder Leute, die unsere Lehre nicht verstehen oder sie böswillig missverstehen. Für uns bedeutet Glück: Keine Schmerzen haben im körperlichen Bereich und im seelischen Bereich keine Unruhe verspüren. Denn nicht eine endlose Reihe von Trinkgelagen und Festschmäusen, nicht das Genießen schöner Knaben und Frauen,
auch nicht der Genuss von leckeren Fischen und was ein reichbesetzet Tisch
sonst zu bieten vermag, schaffen ein glückliches Leben, vielmehr das klare Denken, das allem Verlangen und allem Meiden auf den Grund geht und den Wahn vertreibt, der wie ein Wirbelsturm die Seelen erschüttert.

Brief an Menoikeus 131

Haben wir diesen Zustand der Seelenruhe erreicht, dann schwindet aller Aufruhr in unserer Seele, da man sich dann nicht mehr darauf einstellen muss, was einem noch fehlt, und man auch nichts mehr zu suchen braucht, womit ein körperliches und seelisches Wohlbehagen erst vollkommen
würde...

Darum behaupte ich, dass die Seelenruhe das A und O eines wohlgestalteten Lebens ist. (Men 128)

„Wir halten die Selbstgenügsamkeit für ein hohes Gut. Nicht, um uns in jedem
Falle mit Wenigem zu begnügen, sondern damit wir, wenn wir das Viele nicht
haben, mit dem Wenigen auskommen, in der echten Überzeugung, dass jene den Überfluss am süßesten genießen, die seiner am wenigsten bedürfen, und dass alles Naturgemäße leicht, das Sinnlose aber schwer zu beschaffen ist, und dass auch Wasser und Brot die höchste Lust verschaffen, wenn sie einer aus Bedürfnis zu sich nimmt.“

Hilfsmittel Freundschaft: „Man hat darauf zu achten, mit wem man esse und trinke, als was man esse und trinke. Denn ohne Freunde beim Essen ist das Leben nichts als eine Abfütterung, wie bei einem Löwen oder Wolf“.

Abwehr Angst: „Wir sollten erkennen: Der Tod betrifft uns letztlich überhaupt nicht. Denn solange wir leben, ist der Tod nicht da. Wenn der Tod aber einmal da ist, sind wir als Menschen auch nicht mehr da. Der Tod betrifft also weder die Lebenden noch die Verstorbenen“.

Philosophieren: Mit dem Philosophieren soll man getrost schon in der Jugend beginnen, aber auch im Alter nicht müde davon ablassen. Denn für die seelische Gesundheit etwas zu tun, ist keiner zu jung oder zu alt und wer etwa meint, für ihn sei es zum Philosophieren noch zu früh oder schon zu spät, der könne ebenso behaupten, der richtige Zeitpunkt für sein Lebensglück sei noch nicht da oder schon vorbei. (Her 122)

Das nur als Beispiel für Epikur. Für Seneca müsstest Du entsprechende Stellen z.B. in seinen Lehrbriefen googeln. Viel Erfolg.

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Kommentar von Butterbrot2
29.05.2016, 15:38

Vielen Dank! Das hat mir sehr geholfen! Eine Frage hätte ich allerdings noch: Schmid hat ein paar Zitate im Text ("Freisein von Unruhe", "Seelenfestigkeit", "mit gleicher Seele", "Gleichmütigkeit" und "über sich selbst die größte Macht zu haben"). Sind das die Verweise von denen in der Aufgabenstellung die Rede ist? Und welche gehören zu Epikur und welche zu Seneca?

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