Frage von Superspidersam1, 35

Kann mir jemand bei meinem Aufsatz helfen?

Ich soll für die Schule den Kommentar "Jetzt ist Niersbach dran" von Evi Simeoni zusammenfassen, sprachlich-stilistisch analysieren und erörtern, ob die Vergabe von sportlichen Großereignissen wirklich nur mit Korruption erreicht werden kann. Vielen Dank für´s Helfen!

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Leobeer, Community-Experte für Schule, 13

Hier mein Vorschlag, aber es war verdammt viel Arbeit, die du eigentlich hättest selber machen müssen.

Derzeit wird in den Medien stark die Schmiergeldaffäre des Deutschen Fußball-Bundes behandelt. Es steht die Frage im Raum, ob bei der Vergabe der Weltmeisterschaft 2006 an Deutschland möglicherweise Zahlungen des DFB an die Fifa gegangen sind. Am 16.10.2015 erschien in der Frankfurter allgemeinen Zeitung zu diesem Thema der Kommentar „Jetzt ist Niersbach dran“ von Evi Simeoni, die der Meinung ist, bei solch einem großen Event sei es unmöglich, dass keine Schmiergeldzahlungen fließen.
Im Ersten Abschnitt beschreibt sie kurz das Thema und meint, es sei wirklich verwunderlich, wenn der Deutsche Fußball-Bund nicht in diesem System der Korruption gefangen sei. Ihrer Meinung nach wirken hier Schmutz-Kräfte, denen man nicht entkommen könne, was ihre These für den gesamten restlichen Kommentar ist. Sie schreibt in einer für jeden verständlichen Sprache bestückt mit einigen Fachbegriffen und zeigt somit bereits im einleitenden Gedanken ihr Wissen.
Daraufhin nimmt sie Bezug auf den aktuellen Skandal um den DFB und deutet die Zahlung des DFB an die Fifa in Höhe von 6,7 Millionen Euro als „verdächtig“. Sie stellt anschließend auch die Frage inwiefern die Aussage es handle sich bei dem Geld um eine Förderung eines Kulturprogramms stimmt und was stattdessen mit dem Geld angestellt hätte werden können. Dies kann man als Hinführung auf den nächsten Abschnitt interpretieren.
Denn im Folgenden fragt sie, ob sich denn niemand schäme. Es wird überlegt, weswegen Blatter und Platini, der Präsident der Uefa noch nicht verstanden haben, dass niemand diese Korruption bemerkt hat und bereit ist seine Schuld zuzugeben. Hier punktet Evi Simeoni erneut mit ihrer Kenntnis über die verschiedenen Affären Platinis, wie der Schmiergeldzahlung durch Blatter oder das Erlangen eines Jobs seines Sohnes in Qatar, nachdem Platini für die WM-Vergabe 2022 an Qatar gestimmt hat.
Die Verfasserin erklärt sich diesen fehlenden Anstand dadurch, dass Platini früher einmal selber ein sehr guter Fußballer war und daher von der gesamten Weltbevölkerung bewundert werde und glaubt, sich alles erlauben zu können. Für ihn ist es also unvorstellbar, dass die Fifa nun eine Prüfung durchführt.
Daher stet sich die Frage, wer denn der neue Fifa-Präsident wird. Denn alle bisher vorgeschlagenen wurden bereits abgelehnt. Und hier kommt Wolfgang Niersbach ins Spiel, der häufig als Spitze für Uefa und Fifa vorgeschlagen wird.
Am Ende nimmt die Autorin erneut Bezug auf die WM-Vergabe 2006 an Deutschland. Zu dem Zeitpunkt war Niersbach nur Vizepräsident und Medienchef des Organisationskomitees und lässt jetzt den Verdacht überprüfen, obwohl er nur sich selber fragen müsste. Sie beendet den Text damit, dass sein Mitwisser Beckenbauer aufgrund seiner Fußballkarriere unfehlbar sei, er aber nur Journalist war. Dadurch rundet sie den Text geeignet ab.
Die auffällig häufige Verwendung von rhetorischen Fragen, wie beispielsweise in Zeile 1 mit „Wundert sich noch jemand“ lockert den Text ein wenig auf. Die Autorin verwendet in Zeile 8 mit „faule“ eine Metapher, wodurch der Text verständlicher gestaltet wird und ästhetisch besser aussieht. Durch die Verwendung von Adjektiven wie „lukrativ“ (Zeile 27) beschreibt sie das Geschehen genauer und anschaulicher. „Instanz“ und „Integritätsprüfung“ in den Zeilen 3 und 38 sind Fachbegriffe, die das Fachwissen der Verfasserin zeigen. Im Text findet sich ein starker Wechsel zwischen Parataxe und Hypotaxe, wodurch der Text einerseits verständlich, andererseits aber auch anspruchsvoll, beziehungsweise zum Nachdenken anregend wirkt.
Die Sprache wechselt zwischen leicht verständlicher Umgangssprache (Zeile 36: „Kicker“) und Fachsprache (Zeile 16: „Integrationsprogramme), wodurch die Autorin zeigen kann, dass sie sich mit dem Thema auskennt, jedoch der Text für jeden verständlich gestaltet.
Bei dem Text „Jetzt ist Niersbach dran“ handelt es sich um einen Kommentar. Das erkennt man daran, dass die Autorin Eva Simeoni namentlich genannt wird und der Artikel subjektiv wertend geschrieben ist. Es wird auch ein aktuelles Thema behandelt, was ein weiteres Merkmal des Kommentars ist. Denn zu den verschiedenen Affären des DFBs und der Fifa findet man beinahe täglich etwas in der Zeitung. Die appellative und argumentative, aber dennoch sachliche Sprache verdeutlicht zusätzlich, dass ein Kommentar vorliegt.
Die Autorin ist der Meinung, es sei unmöglich den Zuschlag für die Ausrichtung eines sportlichen Großereignisses zu erlangen sei ohne Bestechung nicht möglich, weswegen diese überall praktiziert werde. Dies lässt sich dadurch begründen, dass der Chancengleichheit halber in einem demokratischen Gremium jedes Land gleich viele Stimmen hat, selbstverständlich stimmt jedes Land für sich, weswegen keine Ausrichter gefunden werden kann. Als Ausweg gibt es die Möglichkeit Abmachungen zu treffen wie „stimmt für mich, dann stimme ich nächstes Jahr für euch“, doch dies ist vielen zu kompliziert und um lange Diskussionen zu vermeiden bietet man den Anderen Stimmberechtigten einfache Geld an. Insbesondere die Vorsitzenden möchten nur das Beste für sich und geben denjenigen Land den Zuschlag, das ihnen am meisten Geld anbietet, das kann man wunderbar am Beispiel der Fifa erkennen, denn jedes Mal bei der WM-Vergabe fließen Unmengen an Geld an alle Funktionäre. Dort ist eine Vergabe ohne Korruption nicht möglich.
Doch die Vergabe der Olympischen Spiele zeigt, es geht auch ohne. Denn diese Vergabe findet, soweit bekannt ist ohne irgendwelche Bestechungsfelder statt. Dort nehmen sich alle die Zeit, die nötig ist, um Abmachungen wie „stimme für mich, dann stimme ich nächstes Mal für dich“ genau auszuhandeln. Dadurch erkennt man, dass das Ganze auch ganz ehrlich funktionieren kann.
Abschießend lässt sich sagen, dass das Beispiel der Olympischen Spiele die These der Autorin sticht, und somit – wie belegt- die Vergabe eines sportlichen Großereignissen auch ohne Bestechung möglich ist.
Meiner Meinung nach ist die Korruption ein Teufelskreis, aus dem die Fifa selbst mit geeigneter Führung nur schwer wieder herauskommen wird, denn sobald der erste aufhört zu bestechen, hat er Nachteile, die er nicht haben möchte, denn es werden sich niemals alle Länder gleichzeitig dazu entscheiden die Schmiergelder zu stoppen.

Das ist jetztzDas ist jetzt natürlich noch nicht perfekt, aber ein ganz guter Anfang.

VG Leo

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