Frage von Sevkas, 48

Kann mir etwas berechnet werden zu dem ich nicht zugestimmt habe?

Hallöchen.

Ich habe vor einiger Zeit Fotos bei einem Freund, der eine Ausbildung zum Fotografen macht, außerhalb der Arbeitszeit schießen lassen. Ich habe ihn im voraus 3,4,5 mal gefragt ob er eine Entschädigung dafür möchte, aber nie eine Antwort bekommen. Da ein anderer Freund schon einmal Fotos bei ihm hat schießen lassen und diese umsonst waren habe ich angenommen dass das bei mir dann auch der Fall sei.

Fehlanzeige. Wochen später meinte er dann zu mir das er die restlichen Bilder von mir nicht fertig bearbeiten möchte weil er sie nicht gut fände und dann jetzt gerne 100€ von mir hätte. Er meinte er schickt mir dann jetzt eine Rechnung.

Darf er das machen? Ich habe zu keinem Preis zugestimmt und das bestimmt nicht machen lassen wenn ich gewusst hätte das ich am ende 100€ für 3-4 Bilder zahlen soll.

Gruß

Antwort
von SoVain123, 30

Du gibst ihm die Fotos zurück und die Sache ist gegessen. 

Antwort
von Jurasuppe, 10

Hey,

ich habe gerade nicht viel Zeit und auch nicht vertieft über die Frage nachgtedacht, daher erhebt die Antwort noch weniger Anspruch auf Richtigkeit oder Vollständigkeit als sonst, würde jedoch folgendes dazu sagen:

Üblicherweise ist das Anfertigen und Bearbeiten von Bildern durch einen Fotografen ein Werkvertrag § 631 I BGB. Üblicherweise würde man sich hierbei auf eine Vergütung einigen. Erfolgt das nicht, greift möglicherweise § 632 I BGB zur Schließung dieser Vertragslücke, soweit ein solcher Vertrag überhaupt zustande gekommen ist. Da mir nicht völlig klar ist, was jetzt ganz genau vorgefallen ist, würde ich diesen Punkt gerne offen lassen.

Voraussetzung nach § 632 I BGB ist neben der Erteilung des Auftrags bzw. der Schaffung des Werks jedoch, dass nach den Umständen eine Leistung nur gegen Vergütung zu erwarten war.

Es ist erforderlich, dass objektiv von Seiten dessen, für den die Leistung erbracht wird, ohne Rücksicht auf dessen persönliche Meinung die Entgeltlichkeit zu erwarten ist.

Verkehrssitte, Stelleung der Beteiligten zueinander sind beispielsweise Kriterien (Vgl. Palandt-Weidenkaff § 612 RN. 4).

Auch gilt: Erbringt jemand eine Leistung im Rahmen seiner Hauptberuflichen Tätigkeit, ist Entgeltlichkeit i.d.R. zu bejahen, andersherum liegt ein Indiz für Unengeltlichkeit vor, wenn eine Leistung für Freunde und Verwandte erbracht wird und erst später (insb. nach Zerwürfnis) eine Vergütung verlangt wird (Vgl. aaO.).

Im hier geschilderten Fall ergibt sich meiner Meinung nach daher recht eindeutig, dass unter Berücksichtigung der Tatsache, dass breits andere Freunde kostenlose Shootings erhalten haben sowie der Tatsache, dass der auszubildende Fotograf auf mehrfache Nachfrage hinsichtlich einer Vergütung nicht reagiert hat, von einer Gefälligkeit auszugehen ist, nach der keine Vergütungspflicht besteht. Schließlich erfolgte das Shooting auch in der Freizeit und bietet dem Auszubildenden Übung. Man könnte sogar darüber nachdenken, im Vorfeld bereits durch das Nichteingehen auf die Vergütungsnachfrage eine Vergütung schon vollständig abzulehnen. Aber da die Vergütung m.E. jedenfalls an § 632 I BGB scheitert, spare ich mir das und mögliche Ausführungen zu Treu und Glauben nun.

Viele Grüße, JS

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§ 632 BGB - Vergütung

(1) Eine Vergütung gilt als stillschweigend vereinbart, wenn die
Herstellung des Werkes den Umständen nach nur gegen eine Vergütung zu
erwarten ist.

(2) Ist die Höhe der Vergütung nicht bestimmt, so ist [...] die übliche Vergütung als vereinbart anzusehen.

Antwort
von tapri, 12

nimm die Bilder nicht an, dann musst du auch nichts bezahlen. UNd in Zukunft daran denken, dass jeder einen Beruf ausübt um Geld zu VERDIENEN. Also auch Rechtsanwalt, Automechatroniker, Maler, Nageldesigner, Friseur. Wenn die einen Beruf erlernen und was für dich machen sollen, dann kostet es eben Geld....

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