Frage von Mueller345, 47

Kann mir einer was zu politischen Ideologien erklären (Liberalismus, Konservatismus, Sozialismus)?

Hallo,

ich bin etwas verwirrt, was politische Strömungen angeht.

Die politische Rechte geht ja "von einer Verschiedenheit der Menschen aus und befürwortet oder akzeptiert daher eine gesellschaftliche Hierarchie. Ungleichheit wird deshalb von der politischen Rechten als unausweichlich, natürlich, normal und wünschenswert betrachtet." (Wikipedia).

Die Konservativen werden ja normalerweise zur Rechten eingeordnet (nicht zu verwechseln mit den Rechtsextremen). Ist aber konservatives Denken nicht biologistisch, wenn man "von einer Verschiedenheit der Menschen" ausgeht? Das hat irgendwie so einen biologistischen Unterton?

Und dann noch eine zweite kurze Frage: Sind Liberale linke? Oder verwechsel ich da was?

Mit freundlichen Grüßen

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 19

Nein.

Das wäre seriös schlicht zu umfangreich für dieses Frageportal...

Zu deinen Detailfragen:

Konservatismus behauptet tatsächlich im Kern immer eine Ungleichwertigkeit der Menschen. Die selber kann sich aber bei der Ausgestaltung konkreter konservativer Theorien natürlich über verschiedene oder auch kombinatorische Aspekte "begründen".

Biologistische "Begründungs"fäden haben im Konservatismus immer eine prominente Rolle gespielt.

Liberale sind nach einem Blick in die Geschichte mal rechts(extrem; DNVP) und mal zur Linken gehörig.

Die Frage ist dabei, was genau in den liberalen Fokus gestellt wird: die Wirtschaft? Das mündet meistens in Rechtsliberalismus ein. Oder Bürgerrechte. Das führt praktisch automatisch zum Linksliberalismus. Wobei es da dann zwischen "Weiß" und "Schwarz" natürlich noch eine Menge Übergangstöne in Grau gibt...:-)

Kommentar von Mueller345 ,

Das ist ja genau die Frage, die ich mir auch stelle. Wenn die politische Rechte, wozu ich die Konservativen auch hinzuzähle, von einer natürlichen Ungleichheit der Menschen ausgeht, dann sind viele Konservative nicht weit von rassistischem Denken, denn der Rassismus geht ja auch primär von einer Ungleichheit/Ungleichwertigkeit der Menschen aus und versucht das mit pseudointellektuellen Annahmen zu begründen.

Daher denke ich, dass konservatives Denken sehr gefährlich sein kann.

Kommentar von atzef ,

Kein Widerspruch! :-)

Antwort
von Iflar, 18

Verständnis der Politiker der einzelnen Strömungen davon, wie die Wirtschaft zu "behandeln" ist:

Sozialdemokratisch(leicht links): Die Wirtschaft muss möglichst reguliert werden, damit das Kapital möglichst gerecht durch den Staat auf die Bürger verteilt werden kann. Dadurch erzielt die Politik letztlich Wohlstand.

Konservativ(in Deutschland): Konservativ bedeutet nichts weiter, als das sich im Wesentlichen nichts ändern soll. Wo der Konservativismus auf dem politischen Spektrum zu finden ist, hängt von der zu betrachtenden Nation und ihrer Geschichte ab. In Deutschland zwischen sozialdemokratisch und liberal!

Liberal(leicht rechts): Die Wirtschaft soll möglichst dereguliert sein. Dadurch wächst sie am stärksten und bringt für alle letztlich Wohlstand!

Verständnis der Politiker der einzelnen Strömungen davon, wie die Bürger zu behandeln sind:

Links: Jeder Mensch hat das gleiche Anrecht auf ein gutes Leben wie jeder andere Mensch! Nationalität, Hautfarbe, Religion etc. sind nebensächlich. 

Rechts: Menschen sind unterschiedlich und müssen vom Staat auch unterschiedlich behandelt werden. Ausländer sollen natürlicherweise benachteiligt sein.




Sind Liberale linke?


Absolut nicht! Der Kapitalismus ist politisch eingeordnet leicht rechts, da er Differenzen zwischen arm und reich zum Bestehen braucht! Liberale sind also (fast) nie links!


Antwort
von Pluskurwa, 18

Rechts und Links: Diese Bezeichnungen kommen aus dem Zeitalter der Französischen Revolution als sich die Versammlung danach ausrichtete, wer für was steht.

Ganz allgemein sind "Konservative" Parteien diese, die an der alten Ordnung festhalten. Wollen meist nichts ändern (FR: Sympathisanten der Monarchie /// heute: klassisch CDU/CSU). Liberale stehen mehr dafür, dass sie den Bürgern, ABER auch Unternehmen möglichst viele Freiheiten zu gestehen wollen (FR: Demokraten /// heute: SPD, aber eher FDP). Autoritäre Parteien sagen, dass die Politik vieles leiten soll, und v.a. die Unternehmen einschränken bei ihrem Handeln. (heute: Grüne, Linke)

Aber allgemein ist das heutzutage auch nur noch Haarspalterei. Die Große Koalition + Grüne + FDP ist wie eine SED 2.0 (bis auf die Tatsache, dass es in der SED mehr Streit gab[Pispers])

Liberale müssen nicht unbedingt Linke sein. Wie gesagt. Die FDP ist ja sehr liberal, aber so frei wie unsere "Soziale"marktwirtschaft ist, gehören die inzwischen eher zur Mitte (weshalb die au koiner mehr wählt)

Antwort
von StevenArmstrong, 13

Hallo,

Sozialisten und Sozialistinnen denken, dass alle gleich sind.

Konservative denken etwas anders:

Sie akzeptieren auch den Grundsatz von Gleichheit, machen aber Unterschiede zwischen Staatsbürgern und Ausländern. Für Ausländer soll es die Möglichekut zur Erlangung der Staatsbürgerschaft geben, womit diese dann als Staatsbürger gelten.

Zugleich sind konservative sehr wirtschaftsliberal, wollen also, dass die Wirtschaft gefördert wird.

Die Liberalen sitzen zwischen Konservatismus und Sozialismus: Einerseits erkennen sie alle als gleich an, andererseits sind sie wirtschaftsliberal eingestellt. Liberale sind also weder links noch rechts.

MfG

Steven Armstrong


Antwort
von soissesPDF, 15

Nach der Verfassung gilt, dass alle Menschen gleich sind (gleiches Recht für alle), daher ist Ungleichheit indifferent.
Egal ob rechts oder links, die Verfassung verpflichtet die Politik gleiches Recht für alle durchzusetzen.
Das was gewöhnlich unter Umverteilung verstanden wird.

Vor diesem Hintergrund beschreibt konservativ, das Privateigentum zu bewahren, sozialistisch die Vergemeinschaftung des Eigentums, liberal meint, dass der Markt alles richten würde.

Nachdem der Drops gelutscht war, mit dem Fall der Mauer, meinte man, dass neoliberal der Weisheit letzter Schluß gewesen sei.
Hinterher ist man immer klüger, wie die Geschichte beweist.

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