Frage von MrWatson84, 43

Kann mich selbst nicht leiden? Wie kann ich es ändern ä?

Hallo zusammen...suche auf die Weise Rat von euch. Ich kann mich zurzeit selbst wieder nicht leiden.
Habe keine Freunde mehr, habe mich total zurückgezogen. Eine Freundin habe ich auch nicht, bin mittlerweile 32 Jahre. Viele sagen oft, wie kann jemand wie niemand abbekommen etc. ich bin ein großer junger Mann. Keine Ahnung bin einfach zu dumm dafür. Früher hatte ich mehr Mut jemanden anzusprechen, heute mache ich das garnicht mehr bzw. versuche es nicht mal...kein nur mehr, Angst vor Ablehnung. Hatte auch noch nie richtig ne Beziehung. Viele sagen immer, du bist einfach zu lieb. Und genau das ist der Punkt...mich verärgert das total, dass ich so bin und auch so erzogen wurden bin. Kritik von anderen nehme ich stets als Angriff auf. Dabei suche ich auch nur eine Freundin. Aber ich glaube nicht mehr dran, es hat sich die letzten Jahre nichts getan, warum sollte sich das ändern. Ich habe einfach nur einen Hass auf mich und andere warum auch immer. Kennt jemand so eine Situation???

Antwort vom Psychologen online erhalten
Anzeige

Schneller und günstiger Rat zu Ihrer Frage. Kompetent, von geprüften Psychologen.

Experten fragen

Antwort
von DasNeutrum, 8

Das mit einer Freundin läßt sich nicht erzwingen. Das mußt Du leider so nehmen, wie es kommt. Stalking oder Vergewaltigung sind schließlich KEINE Optionen.

Du kannst Dich selbst nicht leiden? Ok... WARUM???

Bist Du ein hinterlistiger Widerling, der anderen das Leben versaut?

Dominierst Du Deine Umwelt ohne Sinn und Verstand?

Setzt Du gegen jede Vernunft und Realität Deinen Dickschädel durch und läßt andere dann Deine Kohlen aus dem Feuer holen?

Ich möchte fast wetten, das nichts davon auf Dich zutrifft, oder? ;o)

Klar: Du machst Fehler. Das machen andere Menschen auch. Das gehört einfach dazu. Und bereits gemachte Fehler lassen sich in der Regel nicht rückgängig machen. Aber es läßt sich aus ihnen LERNEN!

Und? Sind Deine Fehler alles, was Dich charakterisiert?

Oder kann es sein, daß Du auch Stärken hast?

Kleiner Tipp: führe ein Tagebuch, über das, was Du geschafft hast, auch wenn es nur Kleinigkeiten sind! Wenn Du vor hast, etwas an Deinem Leben zu verbessern, mach Dir einen Plan. Und dann schreibe in Deinem Tagebuch die Etappen auf, die Du jeweils zurückgelegt hast. Und halte Dich NICHT damit auf, das zu betrachten, was Du nicht geschafft hast, denn das wird Dich von Deinem Ziel ablenken.

Zurück zum Thema "Freundin":

Überlege Dir, was sie für Dich sein soll, und was Du für sie sein willst. Eine Beziehung ist gleichzeitig immer ein Geben und ein Nehmen. Eine Hängematte aber sicherlich nicht. Eher eine Herausforderung, und zwar nicht zum Kampf, sondern zum dran arbeiten und gestalten. Solange Du den Willen dazu nicht mitbringst, solltest Du Dich fragen, ob Du überhaupt eine Beziehung führen willst, oder nicht viel lieber erstmal an Dir selbst arbeitest.

Natürlich kannst Du - und vielleicht solltest Du das sogar - Dir auf Deinem Weg Hilfe holen. Denn laienhaft ausgedrückt würde ich ein paar von den Dingen, mit denen Du Dich beschreibst, als Anzeichen von Depressionen deuten. Und wenn dem so ist, dann hat Userin "sozialtusi" auf jeden Fall Recht, daß Du Dich nicht allein am eigenen Schopf herausziehen kannst.

Es ist keine Schande, sich eine Diagnose einzuholen und auf deren Basis eine Verhaltenstherapie zu machen!

Allerdings: Du mußt es wollen, und am Ende hängt alles von Dir und Deinem Willen ab, Dein Leben positiv zu gestalten. Und dazu gehört auch, daß Du Dir ein besseres Bild von Dir selbst machst - womit aber auch sicherlich KEIN Trugbild gemeint ist.

Ich wünsche Dir jedenfalls viel Erfolg dabei! :-)

Kommentar von MrWatson84 ,

Hallo, danke vorab für deine Antwort, die mich auf alle Fälle zum nachdenken bringt.
Die ersten Dinge die du aufgeschrieben hast, treffen nicht auf mich zu.
Ich gehe ja zu einer Therapie (Verhaltenstherapie)...nur habe ich oft, das Gefühl, dass es nicht weiterbringt...klar tut es gut sich bei jemanden auszusprechen und über Dinge zu sprechen...aber danach ist alles beim Alten, klar auch geht keine Änderung von heute auf morgen. Vielleicht liegt es daran, dass ich mich bei der Therapie nicht öffne, was mich genau bedrückt...ich weiß nur, dass ich viel Zeit in meinem Leben verschwendet habe. Aber ich habe auch kein inneren Kompass wo ich hin will 😟das habe ich nie gelernt, weil ich immer meine Aufmerksamkeit auf anderen gerichtet habe und es denen recht zu machen.
Oft möchte ich Dinge ändern und dann kostet mich das kraft. Depression das habe ich hinter mir, na ja vielleicht nicht ganz. Aber Ich bin nicht mehr so wie früher...da traf ich mich gerne mit Freunden. Heute ist das eine Anstrengung für mich, eher eine Tätigkeit, schade eigentlich...warum man so werden kann.

Antwort
von sozialtusi, 18

Naja, wie soll jemand anders Deine Persönlichkeit lieben, wenn Du dich selbst darin nicht wohl fühlst und das dann auch entsprechend ausstrahlst?

Versuchs mal mit psychologischer Unterstützung. Meistens schafft man es nciht selbst, sich am Zopf ausm Matsch zu ziehen.

Kommentar von MrWatson84 ,

Ehrlich gesagt bin ich in einer Therapie...aber ich komme damit nicht richtig weiter (leider)...Verhaltenstherapie. Das Problem ist einfach, dass ich nicht mal weiß wer ich eigentlich bin und was mich ausmacht? Meine Schwächen/ meine Stärken...ich will mich hier nicht ausschütten oder so...aber im inneren steckt das kleine Kind was ständig traurig ist und Geborgenheit sucht.
Außerdem würde ich halt leider auch so erzogen, immer lieb und nett zu sein. Na ja und Frauen, wollen halt keine lieben und Netten Männer, dass ist halt so meine Erfahrung. Und wie soll ich mich da leiden können, wenn ich halt so bin und deshalb niemand abbekomme? Ich kann mich deshalb überhaupt nicht ausstehen, weil mich das richtig ärgert immer So gesehen zu werden als der Liebe, harmlose etc. ja ich gebe zu ich bin ein eher ruhiger Typ.
Bin halt oft verärgert, weil manche immer Kommentare abgeben und sagen, wie immer noch Single oder langsam wird es Zeit mit einer Frau...die denke alle ich sei zu dumm mit jemand zu suchen bzw. zu finden. Die meisten wissen überhaupt garnicht wer ich genau bin.

Kommentar von sozialtusi ,

Das haben ja ziemlich viele. so abgedreht ist das ja gar nicht mal ;)

Nunja, Du hast das jahrelang so gelern. Da ist es auch nicht in Monaten zählbar, bis man das im Griff hat. 

Dochdoch. Es gibt zwar auch Frauen, die den Macho oder den Muckimenschen oder was weiß ich mögen. Aber es gibt auch mehr als genug Frauen (ich würde sogar sagen, die Mehrheit), die einfach einen lieben, netten Mann haben möchten.

Vielleicht strahlst Du halt (noch) irgendwas aus, das die Damen auf Abstand hält.

gib nicht auf mit Deiner Therapie. Es ist normal, dass das lange dauert und es ist normal, dass man da auch mal lange Durststrecken hat, wo nichts weiterzugehen scheint. Das gehört dazu.

Kommentar von MrWatson84 ,

Danke, für den Rat...ich glaube das einfach zu wenig von mir aus kommt...egal was es ist...vieles strengt mich einfach an...vielleicht aus den Grund weil ich unter Leuten, nicht der derjenige bin, der ich eigentlich sein möchte und eine Art Maske auf habe.
Na ja, ich hatte schon Frauen kennengelernt, aber ich gehe nicht drauf ein...da ist so eine Neutralität in mir und eine Gefühlslosigkeit....denke aber auch eher ein Schutz, weil ich unbewusst Angst habe, dass etwas sich ändert oder jemand mein wahres ich kennenlernt.
Ich will niemanden weh tun mit Gefühlen, das habe ich schon mal gemacht und das tut mir weh bis heute.
Kann einfach keine Liebe zulassen...kein Plan warum.
Na ja aber es gibt schlimmeres...wenn man bloß seinen blöden inneren Schweinehund und Kritiker zum schweigen bringen könnte

Kommentar von sozialtusi ,

Ich glaube aber, dass Du echt schon auf einem ganz guten Weg bist - die Selbsterkenntnis hast Du doch schon und allein dafür brauchts ja schon mal ordentlich Zeit. Alles andere wird sich finden. Es geht halt nun mal nicht mal eben einfach so.

Antwort
von Virginia47, 4

So ging es mir früher auch, dass ich mich selbst nicht leiden konnte. Die Erziehung durch Eltern und Geschwister war nicht ganz schuldlos dran. Die haben mir immer eingeredet, dass ich ein Nichts bin. Und wenn man das von frühester Kindheit zu hören bekommt - von den Menschen, denen man am meisten vertraut - glaubt man das natürlich auch. 

Deshalb habe ich auch eine Therapie gemacht, weil ich mit mir selbst und dem Leben nicht zurecht kam. Die hat mir sehr geholfen. 

Leider war die beschränkt. Aber ich habe dennoch weiter an mir gearbeitet. 

Und ich habe festgestellt, dass viele Kollegen und Bekannte mich mochten. Es war nur meine Familie, die mich so verletzte. Und so kam ich zu dem Schluss, dass ich so verkehrt doch gar nicht sein konnte. Wenn mich so viele Menschen mögen. Und ich fing an, mich selbst zu akzeptieren und zu mögen. 

Das empfehle ich dir auch. 

Wenn du dich selbst magst, strahlst du das nach außen aus. Und du wirst auch für andere Menschen attraktiver. 

Kommentar von MrWatson84 ,

Hey, danke für deinen Rat, was mich auch zum nachdenken anregt.
Therapie bin ich schon länger dabei, aber habe das Gefühl es hilft mir nicht wirklich weiter.
Depression das hatte ich alles schon hinter mir...ich muss sagen dass ich nicht mehr so bin wie früher vor paar Jahren.
Heute bin ich total zum Einzelgänger geworden...heute gehe ich den Leuten aus den Weg, weil es mich mehr anstrengt, als es mir Freude macht. Was ich persönlich schade finde...da ich mich auch nach Geborgenheit und sozialen Kontakte sehne.
Aber ich kann das einfach nicht Genießen...ich bin ständig am denken, egal wo ich bin.
Ansonsten habe ich das Muster meiner Eltern übernommen, die sind selbst total unsicher in leben und das habe ich halt übernommen. Obwohl ich meinen Eltern keinen Vorwurf machen möchte...sie haben immer das beste für mich gewollt...und was ist schon die richtige Erziehung???

Kommentar von Virginia47 ,

Dann solltest du vielleicht mal den Therapeuten wechseln. Nicht jeder ist gut. Die Erfahrung musste ich machen. 

Bei meiner ersten Therapeutin zerfloss ich förmlich in Selbstmitleid. Sie war mir keine Hilfe. Ich kam da raus und fühlte mich hohl und leer. 

Bei meinem nächsten Psychologen war das viel besser. Ich ging mit einem Lächeln raus, das erst nur zehn Minuten anhielt. Aber dann immer länger bliebe - sogar über Tage. Der hat mir wirklich geholfen. Er gab mir wertvolle Tipps und Denkanstöße, sodass ich selbst zu dem Schluss kam, was ich anders machen könnte. Dafür bin ich ihm auf ewig dankbar. 

Kommentar von MrWatson84 ,

Hmmm vielleicht sollte ich den Therapeuten wechseln...habe aber die Erfahrung gemacht, dass man schlecht einen Platz bekommt.
Mich ärgert einfach dass ich halt auch keine Freundin habe...aber liegt halt am lieb und nett sein 😟😟 bin halt so...habe halt viele abführen etc. bekommen und dann hat man irgendwann keine Lust mehr und man bekommt einen Hass auf das andere Geschlecht...klar vielleicht kann man nicht alle Frauen in eine Schublade schieben aber irgendwann kommt man an einen Punkt und da will man einfach nicht mehr. Mich ärgern einfach die Kommentare anderer, die alle immer so erwachsen tun und ach hatte ich schon viele beziehen...und das kränkt mich...vielleicht keinen die das nicht böse aber ich greife das als Kritik auf

Kommentar von Virginia47 ,

Das darfst du nicht so persönlich nehmen. Was nützen fünf Beziehungen, wenn sie jeweils nur ein bis zwei Wochen gedauert haben? Möchtest du so eine haben? Du bist halt ein bisschen anspruchsvoller und machst dir mehr Gedanken. Ging mir auch immer so. Deswegen muss man das andere Geschlecht nicht verteufeln. 

Komm erstmal mit dir selbst ins Reine. Dann klappt das auch. 

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten