Frage von Yasemin65, 41

Kann mich die Hausverwaltung kündigen, bei einem angeblichen Mietrückstand von ca. 800 EUR?

hallo zusammen, die hausverwaltung will mich kündigen. seit 2013 ist das ein hin und her mit denen. lebe vom amt. die nachzahlung vom 2013 wurde vom amt erstmal nicht übernommen, weil es unrealistisch für die war und überteuert war. letzendlich wurde es übernommen aber halt verspätet. aber die hausverwaltung ist immer noch der meinung das es nicht gezahlt wurde. natürlich habe ich belege dazu dass es gezahlt wurde.

jetzt habe ich die ordentlich kündigung von denen bekommen. ABER jetzt heisst es die nachzahlung von 2011 wurde nicht gezahlt !!!!! und im jahr 2013 wurden 6 monate zu wenig miete gezahlt ca. 350 euro zu wenig insgesamt. TOTAL : ca.800 EUR

was soll ich machen, eine antwort kriege ich von denen nicht, es kamen nur mahngebühren dazu und jetzt die kündigung ! Habe ich den eine Chance gegen die? habe schon darüber nachgedacht die zu verklagen! ich weiss nicht weiter

Antwort
von imager761, 27

Kann mich die Hausverwaltung kündigen, bei einem angeblichen Mietrückstand von ca. 800 EUR?

Ja, Rechtsgrund § 573 II BGB: http://dejure.org/gesetze/BGB/573.html

was soll ich machen, eine antwort kriege ich von denen nicht, es kamen nur mahngebühren dazu und jetzt die kündigung !

Welche Antwort erwartets du denn?

Habe ich den eine Chance gegen die?

Nein: Richtigerweise darf dir aus "berechtigtem Interesse" ordentlich fristwahrend gekündigt werden, wenn du deine "vertraglichen Pflichten schuldhaft nicht unerheblich verletzt" hast.

Dazu gehört stets (!) pünktliche und vollständige (!) Zahlung der vereinbarte Miete und hierüber hast du - dem entgegegenstehend - "im Jahr 2013 sechs Monate zu wenig Miete gezahlt" :-O


Du, nicht das Amt ist für vollständige und fristgerechte Überweisungen der Miete "zu Beginn, spätestens bis zum dritten Werktag" des Monats verantwortlich, § 556b I BGB und die muss man eben jeden Monat selbst nachprüfen oder andernfalls hinnehmen, dass sich der Vermieter Anfang März jemanden sucht, der das hinbekommt :-(

G imager761


Expertenantwort
von bwhoch2, Community-Experte für Mietrecht, 27

Wie Dir schon empfohlen wurde, trage alles zusammen was beweist, dass Du bezahlt hast, was Du zahlen musstest. Dann schreib die einfach mal an und teile denen mit, dass Deine Belege eindeutig ergeben, dass alles bezahlt ist. Mehr musst du nicht tun.

Wenn dann der Zeitpunkt des Auszugs (3 Monate Kündigungsfrist) gekommen ist, wird man feststellen, dass Du immer noch in der Wohnung wohnst und dann muss man Dich auf Räumung der Wohnung verklagen.

Spätestens beim Gerichtsprozess müssen die nun beweisen, dass nicht alles bezahlt ist. Da Du Dir aber sicher bist, dass alles bezahlt ist, hast du auch nichts zu befürchten.

Aber: Such trotzdem eine andere Wohnung, denn wenn das schon Jahre so geht, dann wäre das doch jetzt ein guter Ausweg,

Kommentar von imager761 ,

Da Du Dir aber sicher bist, dass alles bezahlt ist, hast du auch nichts zu befürchten.

Falsch: Nicht die verspätet vorgenommene Nachzahlung, die regelmäßigen Mietrückstände durch über Monate (!) unvollständige Zahlungen rechtfertigen die ordentliche Kündigung :-O

Selbst der unbedarfteste Hilfeempfänger mußte erkennen, dass er im Minus stand, als "nachzahlung vom 2013 (...) vom amt erstmal nicht übernommen [wurden]" und darf sich daher nicht wundern oder gar entrüsten, wenn der VM diese Zahlungsmoral durch Kündigung beenden will. Dürfen darf er, § 573 Abs. 2 Nr. 2 BGB :-O

G imager761

Kommentar von bwhoch2 ,

Hallo imager761, Du magst recht haben, wenn die Kündigung aufgrund unregelmäßiger und verspäteter Zahlungen ausgeprochen wurde. Hier geht es aber um einen hehaupteten Zahlungsrückstand und die Betroffene ist sich sicher, dass alles bezahlt wurde. Die behaupteten Rückstände stammen aus 2013, sind also bereits 2 Jahre her und in den letzten beiden Jahren seit dem wurde offenbar alles und vermutlich auch pünktlich bezahlt, sodass der von Dir genannte Grund wohl nicht mehr Gegenstand der Kündigung oder im Falle einer Klage als erfolgversprechend angeführt werden könnte.

Expertenantwort
von anitari, Community-Experte für Mietrecht, 28

Was machen? Nachweisen das alles gezahlt wurde.

Wenn Du das nicht kannst nutzt Dir kein klagen, dann ist die Kündigung berechtigt.

Wie ist denn der genaue Wortlaut zum Kündigungsgrund?

Kommentar von Yasemin65 ,

Ordentliche Kündigung wegen Zahlungsrückstand

Antwort
von Nemisis2010, 33

Grundsätzlich ist eine ordentliche Kündigung des Mietverhältnisses bereits bei einem Mietrückstand in der Höhe einer Monatsmiete möglich, wenn sich der Mieter/Schuldner mit mind. 30 Tage im Zahlungsverzug befindet.

Der Mieter trägt bezüglich des Nachweises der Mietzahlungen die volle Beweislast. Du solltest also mit Hilfe des Amtes eine Auflistung der angemahnten Zahlungen, nebst Fotokopien der Belege erstellen und dann per Einwurfeinschreiben an den Vermieter senden.

Antwort
von violatedsoul, 41

Warst du nicht mal persönlich dort, im Beisein eines Zeugen, und hast dir die Unterlagen zeigen lassen? Wenn du mit deinen Auszügen nachweisen kannst, dass du immer frist-und ordnungsgerecht gezahlt hast, müssen die dir das Gegenteil beweisen.

Du kannst einen Anwalt für Mietrecht einschalten, hole dir dafür vom Amtsgericht die Zusage zur Prozesskostenbeihilfe.

Kommentar von Yasemin65 ,

Natürlich war ich schonmal dort, wollte die ganze sache vor ort klären. mir wurde es verweigert jedesmal !

Kommentar von violatedsoul ,

Dann ist was faul. Wer nichts zu verbergen hat, zeigt seine Unterlagen.

Kommentar von imager761 ,

Nein: Der Vermieter ist lediglich verpflichtet, "die Gründe für ein berechtigtes Interesse in dem Kündigungsschreiben anzugeben", nicht sie auch zu belegen!

Und die Fragestellerin wusste ganz genau, das Mietrückstände bestehen: "die nachzahlung vom 2013 wurde vom amt erstmal nicht übernommen, weil es unrealistisch für die war".

Wer da untätig bleibt, muss sich auch über keine Kündigung wundern.

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