Frage von malazis5, 39

Kann mich Arbeitgeber kündigen mit 13 Tage Kundigungsfrist?

Mein Arbeitgeber hat mir heute Bescheid gegeben dass die Kein mehr Arbeit für mich haben und ab 1.Dezember bin ich arbeitsloss. Von Anfang an die haben mir kein Arbeitsvertrag gegeben. Immer war morgen geben wir oder nächste Woche bekommst du per Post. Meine Frage ist jetzt was kann ich tun? Welche Rechte habe ich? Ich habe Lohnabrechnung für Zeit was ich gearbeitet habe. Kann ich jetzt etwas machen dass die mir Kündigung von ein Monat geben und nicht 13 Tage kündigungsfrist. Kann ich bekommen dürch Anwalt oder Arbeitsamt dass jetzt mein Ex Firma eine Strafe bezahlen soll weil die kein Arbeitsvertrag mir gegeben haben? Kann ich nach 6Monaten Arbeit ohne AV für ich Arbeitslosengeld beantragen? Was kann ich jetzt am besten tun? Danke für Ihre Antworte.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeitsrecht, 22

Solange Du keine schriftliche Kündigung erhalten hast, bist Du noch Mitarbeiter des Betriebs und musst bezahlt werden.

Du hast keinen schriftlichen Arbeitsvertrag, Du hast keine Probezeitvereinbarung. Deshalb kann der AG Dir nicht mit der verkürzten Kündigungsfrist von 14 Tagen kündigen. Deine Kündigungsfrist beträgt nach § 622 Abs. 1 BGB vier Wochen zum 15. oder Ende eines Monats. Dein AG kann Dir jetzt frühestens zum 31. Dezember kündigen.

Will der AG Dich bis zum Ende des Arbeitsverhältnisses nicht bezahlen, schreibst Du ihm eine Abmahnung. Darin erklärst Du ihm, dass er auch dann verpflichtet ist, Dich zu bezahlen, wenn nicht genug Arbeit da ist, da der AG und nicht der AN das Betriebsrisiko trägt. Der AG befindet sich, gibt er Dir keine Arbeit, nach § 615 BGB in Annahmeverzug. Er muss Dich dann so bezahlen, als hättest Du gearbeitet.

Setz dem AG im Brief eine Frist von ca. 7-10 Tagen und schreib dazu dass Du, sollte bis zum genannten Termin kein Zahlungseingang zu verzeichnen sein, Klage beim Arbeitsgericht einreichst.

Wenn Du eine Rechtsschutzversicherung hast oder Gewerkschaftsmitglied bist, macht das für Dich ein Anwalt. Du kannst aber auch selbst Klage bei der Rechtsantragstelle des Arbeitsgerichts erheben. Dort wird Dir bei der Klageformulierung geholfen und das ist kostenlos.

Beim "Annahmeverzug" darf der AG Dir aber keine Minusstunden schreiben und Du musst die Zeit auch nicht nacharbeiten.

Dass Du Dich beim Arbeitsamt meldest, ist selbstverständlich. Ein Ende des Arbeitsverhältnisses ist ja absehbar.

Wenn es sich nicht um einen Kleinbetrieb mit nicht mehr als 10 ständigen Mitarbeitern handelt und Du schon länger als 6 Monate dort arbeitest, kannst Du auch gegen die Kündigung selbst Klage einreichen. Ein Anwalt kann Dich da beraten

Antwort
von DerHans, 25

Ein Arbeitsvertrag muss gar nicht schriftlich abgefasst zu werden. Du hast dort gearbeitet und Lohn bezogen. Mit deinen Abrechnungen kannst du dein Arbeitsverhältnis beweisen.

Wenn es nichts schriftliches gibt, kannst du nur den Mindestlohn verlangen.

Wenn der Arbeitgeber sich nicht an die gesetzlichen Mindestvoraussetzungen gehalten hat, kannst du ihn auf dem Arbeitsgericht verklagen.

Dafür brauchst du KEINEN Anwalt, und das Verfahren ist in der ersten Instanz kostenlos.

Kommentar von malazis5 ,

Was meinen Sie genau 'mindestvoraussetzungen gehalten hat' geben Sie mir bitte eine Beispiel?

Antwort
von SiViHa72, 39

Wenn kein Vertrag da ist, gelten automatisch gesetzliche Fristen: in Probezeit 14 (!) Tage zum 15. Oder Monatsende.

Danach 4 Wochen zu 15. Oder Monatsende.

Verklagen kannst Du sie wegen Fehlen des Vertrages nicht. 

Kommentar von satebati ,

" in Probezeit 14 (!) Tage zum 15. Oder Monatsende."

Da sagt der § 622 BGB aber was anderes.

"Während einer vereinbarten Probezeit, längstens für die Dauer von sechs Monaten, kann das Arbeitsverhältnis mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden."

Kommentar von SiViHa72 ,

Der MUSS Dir übrigens SCHRIFTLICH kündigen!

Kommentar von sydney52012 ,

Wenn kein Vertrag da ist, gibt es auch keine Probezeit und demnach auch keine verkürzte Kündigungsfrist nach den Vorschriften des 622 BGB. Derjenige, der sich auf eine Probezeit berufen will, muss diese Vereinbarung zwangsläufig nachweisen können. Da das ohne schriftlichen Vertrag idR nicht gelingt, geht die Rechtsprechung in Fällen fehlender schriftlicher Vereinbarungen grds. zu Gunsten des ArbN davon aus, dass es keine Probezeit gab. Abgesehen davon kann eine verkürzte KüFr von 2 Wochen zu jedem beliebigen Termin ausgesprochen werden, sofern nicht Einzel- oder Tarifvertraglich abweichende Vereinbarungen getroffen worden sind.

Antwort
von satebati, 32

Warte erst mal eine schriftliche Kündigung ab. So lange du keine schriftliche Kündigung hast, bist du auch nicht gekündigt.

http://www.gesetze-im-internet.de/bgb/\_\_623.html

Ein Arbeitsvertrag muss nicht zwingend schriftlich sein (außer bei Befristung), aber eine Kündigung schon.


Melde dich trotzdem schon mal bei der Arbeitsagentur. Du brauchst ja dann - egal wie die Sache ausgeht - auch möglichst schnell wieder Arbeit. Oder nicht?


Antwort
von angelcs, 36

Am besten wendest du dich direkt an das Arbeitsamt. Die können dir bei allen Fragen helfen.

Ansonsten besteht ein Arbeitsverhältnis auch ohne schriftform. Durch die Gehaltsabrechnung hast du einen geeigneten Nachweis. Damit gelten auch die gesetzlich geregelten Kündigungsfristen (13 Tage sind definitiv zu kurz).

Antwort
von malazis5, 18

Danke von Herz euch alle. Ich sage Dass die mir erstens schriftlich kündigung geben und melde mich bei Arbeitsamt dann kann ich mehr erfahren. 

Kommentar von DerHans ,

Die Kündigungsfrist beginnt übrigens erst, wenn du die SCHRIFTLICHE Kündigung in der Hand hast.

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