Frage von g1206868, 57

Kann meine Mutter irgendwie ohne Abschläge in Rente gehen?

Entschuldigung, dass ich etwas weiter ausholen muss. Meine Mutter ist 56 Jahre alt und arbeitet bei einem namhaften Briefzusteller. Die Arbeitsverhältnisse in der Briefsortier-Anlage sind die schlimmsten, die ich mir vorstellen kann.

Alle Mitarbeiter sind nach der Arbeit so nassgeschwizt, als wären sie durch den Regen gelaufen. Es werden Kataloge hin- und hergeschmissen, Reden ist absolut verboten, die Toilettenzeiten werden überwacht. Am schwersten wiegt aber das rauhe Betriebsklima, bei dem eine unverschuldete Verspätung kaum verzeihlich ist und Aufseher die Mitarbeiter ständig antreiben.

Meine Mutter macht das schon viele Jahre. Sie kann von zwei Fällen berichten, bei denen Mitarbeiter tot auf der Arbeit zusammengebrochen sind. Bei einer großen Firm ist das normal - mag man sagen. Mir blutet das Herz, wenn ich davon höre.

Meine Mutter ist zu 20% schwerbehindert, hat Herz- und Kreislaufprobleme und nimmt bereits 5 Medikamente. Vielen Ihrer Kolleginnen geht es da ähnlich. Leider hat sie noch 9 Berufsjahre vor sich. Das ist natürlich unheimlich lang.

Ich brauche einen guten Rat, welche Möglichkeiten meine Mutter hat, vorzeitig in Rente zu gehen, möglichst ohne große Abschläge hinzunehmen. Die Zeit für Kindererziehung lässt sie sich bereits anrechnen. Gibt es vielleicht noch etwas, das man sich anrechnen lassen kann? Irgendwie kann es doch nicht sein, dass Menschen bis zum 65. schwerste Arbeiten verrichten müssen.

Expertenantwort
von DerHans, Community-Experte für Rente, 39

Wenn sie gesundheitlich diesen Job nicht mehr machen kann, muss sie sich krank melden und konsequenterweise einen Erwerbsminderungsantrag stellen.

Die Rentenversicherung ist kein Wunschkonzert. Man natürlich nicht in Rente gehen, wann man gerne will.

Kommentar von g1206868 ,

Danke für den Hinweis.

Kann man diesen Antrag auch schon jetzt stellen ohne Krankmeldung?

Sicher ist das Thema Rente kein Wunschkonzert. 

Kommentar von DerHans ,

Wenn man nicht mindestens schon 3 Monate arbeitsunfähig krank geschrieben ist, hat ein Rentenantrag keine Chance.

Die Definition ist ja, dass man nur noch weniger als 3 Stunden am Tag in der Lage ist, IRGENDEINE Tätigkeit auszuüben. Wer zwischen 3 und 6 Stunden noch arbeiten kann, bekommt die halbe Rente 

Expertenantwort
von Konrad Huber, Experte für Berufsunfähigkeit und Erwerbsminderung, 10

Hallo g1206868,

Sie schreiben unter anderem:

Kann meine Mutter irgendwie ohne Abschläge in Rente gehen?

Irgendwie kann es doch nicht sein, dass Menschen bis zum 65. schwerste Arbeiten verrichten müssen.

Antwort:

Nicht bis 65, sondern je nach Geburtsjahr bis 67!!

Unter folgenden Links können Sie die Voraussetzungen für die einzelnen Rentenarten nachlesen:

Alternative:

Erwerbsminderungsrente beantragen!

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/232616/publica...

http://www.deutsche-rentenversicherung.de/cae/servlet/contentblob/258148/publica...

Ein Antrag auf volle Erwerbsminderungsrente ist allerdings kein Spaziergang, sondern sollte gründlich vorbereitet werden!

http://www.erwerbsminderungsrente.biz/ihre-hausaufgaben/fruehrente-beantragen-un...

https://www.youtube.com/user/hubkon

Beste Grüße, viel Erfolg und bestmögliche Gesundheit

Konrad

Antwort
von Petriotic, 23

Hallo, Deine Mutter (Jahrgang 1960) kann durch die Altersgrenzenanhebung erst 2026 in die Regelaltersrente ohne Abschläge gehen (je nach Geburtsmonat). Oder 2023 mit (bis zu 12 Prozent) Abschlägen. 

Bei diesen Arbeitsbedingungen würde ich versuchen, einen anderen Job zu finden. Ich weiß, dass das in einigen Regionen schwer ist.

Oder mal einen Reha-Antrag stellen (Kur).

Antwort
von eulig, 40

mit einem Grad von 20 ist man nicht schwerbehindert. das ist man erst ab einem Grad von 50. darunter ist man "nur" mit einer Behinderung bedacht.

Personen, die ihre Arbeit nicht mehr ausüben können, können unter Umständen eine Erwerbsminderungsrente beantragen. gerade in Anbetracht einer Erkrankung sollte man das in Erwägung ziehen.

evtl. sollte auch mal die Einstufung der Behinderung geprüft werden. wenn es sich seither verschlimmert hat, kann ein Höherstufungsantrag helfen.

Antwort
von lifefree, 31

Sorry, aber da wäre ich lieber arbeitslos.Wenn die gesundheitlich  stark beienträchtigt ist, könnte sie evtl. Erwerbsunfähigkeitsrente beantragen.Dafür kann man sich beraten lassen.Aber ohne finanzielle Abstriche wird nichts gehen.


Antwort
von Guekeller, 30

Altersrente ist bei deiner Mutter ausgeschlossen. Da müsste sie schon 45 Jahre auf Arbeit sein.

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