Frage von Skaili, 88

Kann mein Sohn (22, eheliches Kind) den Familiennamen ablegen?

Mein Sohn ist ein eheliches Kind und hat somit den Familiennamen (Namen des Vaters) erhalten. Da ich nun aber schon über 20 Jahre geschieden bin und wir / er keinerlei Kontakt zum Vater hat / hatte, würde mein Sohn gerne meinen Mädchennamen annehmen. Ist dies möglich?

Antwort
von qugart, 33

Es geht wenn §3 NamÄndG zutrifft.

Es muss eben ein wichtiger Grund zur Namensänderung vorliegen. Ansonsten gilt § 1616 BGB.

Da der Sohn 22 ist und die Scheidung bereits vor 20 Jahren war, sehe ich da jetzt keinen wichtigen Grund zur Änderung. Das hätte man wohl vor 20 Jahren machen sollen.


Kommentar von Deepdiver ,

Richtig. Nur kapieren das hier einige nicht.

Kommentar von Forte90 ,

Vor 20 Jahren, als das Kind 2 Jahre alt war, konnte es wohl schlecht von sich aus entscheiden, ob er den Nachnamen des getrennten Vaters ein Leben lang behalten möchte oder nicht.

Diese Entscheidung kann er nur selbst treffen und wenn er mit 22 keinen Bezug mehr zu seinem Vater hat oder haben möchte, ist dies möglich und auch nachvollziehbar.

Gesetzlich spricht hier nichts dagegen, da es ein wichtiger Grund ist.

Kommentar von qugart ,

Deshalb benötigt man bei der Namensänderung für Kinder erst die Einwilligung der Kinder wenn sie 5 Jahre alt sind. Vorher entscheiden das die Eltern für das Kind.

Hast du überhaupt eine Ahnung vonder Sache oder ziehst du dir das nur alles von Google runter?

Antwort
von Steve4mE, 18

Eine öffentlich-rechtliche Namensänderung ist nach § 3 Abs. 1 des Gesetzes über die
Änderung von Familiennamen und Vornamen - NamÄndG - nur möglich, sofern ein wichtiger
Grund die Änderung rechtfertigt. Ein wichtiger Grund liegt vor, wenn das schutzwürdige Interesse
des Antragstellers an der Namensänderung gegenüber den entgegenstehenden schutzwürdigen
Interessen anderer Beteiligter und den in den gesetzlichen Bestimmungen zum Ausdruck kommenden
Grundsätzen der Namensführung, zu denen auch die soziale Ordnungsfunktion des Namens und das
öffentliche Interesse an der Beibehaltung des überkommenen Namens gehören (Nr. 28
NamÄndVwV), überwiegt.
Da der Familienname grundsätzlich nicht zur freien Verfügung des Namensträgers steht,
kommt z. B. eine Namensänderung nicht in Betracht, wenn sie nur damit begründet wird, dass
der bestehende Name dem Namensträger nicht gefällt oder dass ein anderer Name klangvoller
ist oder eine stärkere Wirkung auf Dritte ausübt (Nr. 30 Abs. 2 NamÄndVwV). Da der
Familienname ein wichtiges Identifizierungsmerkmal ist, besteht ein öffentliches Interesse an der
Beibehaltung des überkommenen Namens. Bei Kindern und Heranwachsenden wiegt der
Gesichtspunkt der Beibehaltung des überkommenen Namens weniger schwer als bei
Erwachsenen, die im Berufsleben, im Rechtsverkehr und Behörden gegenüber schon häufiger
unter ihrem Familiennamen in Erscheinung getreten sind

Ich weise darauf hin das eine Namensänderung bis zu 1022 € Verwaltungsgebühr kosten kann.

Antwort
von rasperling1, 3

Keine Chance, ausgeschlossen. Die Rechtslage ist hier von vielen bereits völlig korrekt wiedergegeben worden: Namensänderung wäre nur aus wichtigem Grund möglich, der hier überhaupt nicht vorliegt.

Antwort
von habakuk63, 28

Eine Änderung des Familiennamens ist nur in Ausnahmefällen möglich, genaueres regelt das NamÄndG also Namensänderungsgesetzt.

§ 3
(1) Ein Familienname darf nur geändert werden, wenn ein wichtiger Grund die Änderung rechtfertigt.
(2) Die für die Entscheidung erheblichen Umstände sind von Amts wegen festzustellen; dabei sollen
insbesondere außer den unmittelbar Beteiligten die zuständige Ortspolizeibehörde und solche Personen gehört
werden, deren Rechte durch die Namensänderung berührt werden.

Daher glaube ich nicht, dass der Wunsch von Erfolg gekrönt ist.

Antwort
von Nordseefan, 26

Nein, kann er nicht, zumindest nicht so einfach.

Prizipiell zwar möglich, aber nur unter gewissen, sehr engen Voraussetzungen. Er muss nämlich nachweisen, das der Name eine enorme psychische Belastung für ihn ist.

Antwort
von DM2602, 58

Klar, Namensänderungen sind möglich. Da muss er zwar einen Haufen Papierkram machen aber wenn es sich für ihn lohnt... Ich denke mit einem Gang auf die Gemeinde ist er nicht schief gewickelt.

Kommentar von Deepdiver ,

Stimmt nicht. Das geht nur bei bestimmten Voraussetzuingen.

Kommentar von DM2602 ,

Und genau diese Voraussetzungen treffen ein, da die Mutter geschieden ist und er somit das Recht auf die Namensänderung besitzt.

Hier ein Artikel bei fr-online:

http://www.fr-online.de/recht/neuer-name-aendern-lassen-namensaenderung-kosten-b...

Siehe letzter Punkt;

"eine Rückkehr zum früheren Nachnamen für Verwitwete oder Geschiedene - das gilt nach einer Scheidung auch für Kinder, wenn fortan ein Elternteil das alleinige Sorgerecht hat."

Kommentar von Deepdiver ,

Die Mutter ja, aber es geht hier um den Sohn !! Und da stellt sich die Frage des Sorgerechts. Aber er ist Volljährig. Also trifft das nicht mehr zu.

Kommentar von DM2602 ,

"das gilt nach einer Scheidung auch für Kinder," Hallo, ist wohl noch bisschen früh am Morgen?

Kommentar von Deepdiver ,

So lange sie Minderjährig sind !!

Kommentar von user8787 ,

Es gibt auch hier Einzelfall Entscheidungen, schließlich kannst du seine / ihre private Situation nicht beurteilen.

Es steht dem TE frei es zu versuchen....

Kommentar von Skaili ,

Vielen Dank für die Antworten und Hinweise. Wir werden dann doch mal den Gang zum Einwohnermeldeamt bzw. Amtsgericht machen und uns dort erkundigen.

Antwort
von Deepdiver, 51

http://www.deutsche-anwaltshotline.de/recht/news/300078-maedchennamen-der-mutter...

Das geht nur unter bestimmten Voraussetzungen. Hier in diesem Fall wird es nicht gehen.

Kommentar von Forte90 ,

Dieser Artikel bzw. die Paragraphen treffen aber nur für den Fall zu, dass der Nachname der Person aus den dort genannten Gründen nicht mehr gefällt.

Im oben genannten Fall hingegen, geht es aber nicht um das "Gefallen", sondern um die Rückkehr zum Mädchennamen aufgrund einer Scheidung der Eltern. Diese Änderung des Nachnamens ist problemlos möglich. Siehe bereits das Kommentar von DM2602.

Kommentar von Deepdiver ,

Bei Minderjährigen. Der Sohn ist Volljährig !!

Kommentar von Forte90 ,

Das Alter spielt keine Rolle, ob eine Namensänderung anhand eines wichtigen Grundes durchgeführt werden kann oder nicht.

Nur in der Hinsicht, wer den Antrag stellen darf. Sprich, ist die Person Geschäftsfähig oder nicht.

Kommentar von Deepdiver ,

Soweit ist es ja auch Richtig. Aber bei Namensänderung auf Grund einer Scheidung, darf das Kind nicht Volljährig sein. Da zählen dann nur noch gewisse Gründe um den Namen ändern zu können.

So lange es Minderjährig ist, und es ein Alleiniges Sorgerecht bei der Mutter gibt, kann sie es beantragen. Alles andere geht dann nicht mehr.

Kommentar von Forte90 ,

Woher hast du die Information? Im Namensänderungsgesetz ist dies nicht aufgeführt.

Kommentar von Deepdiver ,
Kommentar von Forte90 ,

Schön das du den Link zum Gesetz kopierst. Trotzdem ist deine Aussage falsch, weil dazu nichts im Gesetz steht. Vielleicht solltest du es erstmal selber lesen und verstehen.

Kommentar von Deepdiver ,

Ich habe es verstanden, nur du scheinbar nciht.

Also noch einmal zum Mitschreiben.

Namensänderungen sind gem § 3 nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Bei einer Scheidung, kann die Mutter, wenn sie das alleinige Sorgerecht hat den Namen des Kindes  mitändern lassen. Hier ist das Kind aber schon 22 Jahre alt. Also Volljährig. Somit kann der Volljährige Sohn den Namen nur unter gewissen Voraussetzungen änder lassen.

• ein Name, den die Mehrheit mit anstößigen Gedanken verbindet,

• ein lächerlich klingender Name oder der zu entsprechenden Wortspielen verleitet,

• ein Name, der sich nur schwer schreiben bzw. aussprechen lässt oder

Das trifft hier nicht zu !!!!!

Kommentar von user8787 ,

Das kannst du nicht beuteilen @Deepdiver. 

Kommentar von LisaHelene ,

Also mit Kinder sind minderjährige Kinder gemeint. Solange er minderjährig war, geht das ohne Probleme, da er nun volljährig ist, muss er erklären, warum er diesen Namen nicht tragen kann und da hat Deppdiver recht.

Ich habe mal aus Interesse nachgefragt, als ich mal mit einer von der Namensänderungsabteilung eine Fortbildung hatte und ich könnte nicht mal den Namen meines Stiefvaters abgeben, falls meine Mutter sich scheiden lassen würde! Ich bin volljährig und muss aufführen warum ich den Namen nicht tragen kann und zwar weil ich mit dem Namen diskriminiert werde oder Ähnliches. Das andere gilt NUR für Minderjährige. Generell ist das Ganze für volljährige schwieriger.

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