Frage von brandon, 113

Kann mein Mann Schmerzensgeld verlangen?

Anfang des Jahres ist mein Mann morgens auf dem Firmenparkplatz wegen Glatteis gestürzt. Dabei erlitt er einen Schädelbasisbruch weswegen er schon ein dreiviertel Jahr arbeitsunfähig ist. Kann mein Mann deswegen Schmerzensgeld verlangen? Es war ja auch ein Arbeitsunfall.

Kann mir jemand einen Rat geben? Danke.

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von wasiswas, 65

mädl geh zum anwalt, da gibts viele möglichkeiten für sie die man hier nur mühseelig aufzählen und begründen kann

Kommentar von ZuumZuum ,

Was leistet die gesetzliche Unfallversicherung

Der versicherte Arbeitnehmer kann seine Ansprüche gegenüber der
Berufsgenossenschaft geltend machen, die die Kosten für die
Heilbehandlung und die Wiedereingliederung übernimmt. Die
Berufsgenossenschaft zahlt auch Verletztengeld, Übergangsgeld,
Fahrtkosten etc.

Die Berufsgenossenschaft zahlt jedoch kein Schmerzensgeld. Auch der Arbeitgeber bzw. der Arbeitskollege, der den Unfall verursacht hat, ist von der Haftung befreit. Dieses sogenannte Haftungsprivileg soll dem Betriebsfrieden dienen und verhindern, dass Kollegen untereinander klagen bzw. ein Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber klagt. DasHaftungsprivileg gilt nicht, wenn ein Unfall vorsätzlich herbeigeführt wurde.

Antwort
von Ursusmaritimus, 46

Nicht gegenüber der Berufsgenossenschaft, unter Umständen gegenüber dem AG wenn dieser gegen Pflichten verstoßen hat, dies können wir nicht beurteilen.

Gegenüber der BG gilt sollte er noch mehr als 6 Monate nach Wiederaufnahme der Arbeit in seiner Verwendungsfähigkeit auf dem freien Arbeitsmarkt um 20% oder mehr gemindert sein erhält er eine Verletztenrente. Die Höhe bemisst sich an seinem Einkommen im Jahr vor dem Unfall und an der Schwere seiner Beeinträchtigungen.

Antwort
von GravityZero, 52

Es war eine Wegeunfall und wenn der AG nicht seiner Pflicht nachgekommen ist und den Parkplatz ordnungsgemäß gestreut hat ist das möglich. Da solltet ihr euch mal vom Anwalt beraten lassen. Wenn ihr in verklagt aber am besten gleich Bewerbungen schreiben.

Kommentar von brandon ,

Wozu Bewerbungen schreiben?

Mein Mann hatte einen Schädelbasisbruch mit Folgeschäden die Frage ist ob er jemals wieder arbeiten kann.

Danke für Deinen Rat.

Kommentar von GravityZero ,

Damit meine ich dass das Arbeitsverhältnis oft nicht mehr so rosig ist wenn man den AG verklagt.

Kommentar von brandon ,

Es ist mir schon klar was Du gemeint hast aber wie gesagt möglicherweise kann mein Mann wegen der Folgeschäden gar nicht mehr arbeiten.

Antwort
von Lumbago666, 37

Schmerzensgeld kann man immer verlangen. Fraglich sind hier nur die Erfolgsaussichten.

Klage gegen Arbeitgeber? Das reguliert eh die Haftpflichtversicherung des Arbeitgebers, somit hat der Arbeitgeber damit nicht viel zu tun.

Insoweit kannst Du natürlich versuchten Schadenersatzansprüche, die nicht auf die BG übergegangen sind, durchzusetzen.

Ob ein Schadenersatzanspruch (z.B. Schmerzensgeld) besteht oder dessen Durchsetzung wahrscheinlich ist, solltest du ggf. in einem entsprechenden Rechtsforum mal nachfragen, weil das mit dem Arbeitsunfall nix zu tun hat. Da hier unklar ist, wann das Ereignis (Uhrzeit) war, wie das Wetter zum Unfallzeitpunkt war (Schneefall, Blitzeis, etc.), wo genau das Ereignis stattgefunden hat (Zuwege, zwischen den Autos, etc.) kann ohnehin niemand eine genaue Aussage treffen. Für Parkplätze gilt nicht unbedingt eine komplette Streupflicht, so dass es sein kann, dass der Arbeitgeber schon deshalb keine Schadenersatzansprüche befriedigen wird.

Kommentar von brandon ,

Danke für Deinen Rat.

Antwort
von Mehkoenigin, 54

Darüber lässt es sich streiten. Einerseits kann man nicht wirklich viel gegen die Gefahr auf Glatteis auszurutschen machen. Andererseits sollte seine Arbeitsstelle wenigstens Warnungsschilder aufstellen, sodass die Gefahr geringer ist, sich zu verletzen.

Antwort
von ZuumZuum, 38

Nein, das sogenannte Haftungsprivileg soll den Betriebsfrieden sichern, deshalb zahlt auch die Berufsgenossenschaft alles was nötig ist damit dein Mann bald wieder zur Arbeit kann. Angefangen von der Lohnfortzahlung bis hin zu allen Kosten die anfallen um die Arbeitskraft deines Mannes wiederherzustellen. Auch eine spätere Rentenzahlung ist möglich. Schmerzensgeld kannst Du deshalb weder von der Berufsgenossenschaft noch vom Arbeitgeber deines Mannes erwarten.

Kommentar von Lumbago666 ,

Nicht ganz. Das Haftungsprivileg trifft ausdrücklich, nach dem Wortlaut des Gesetzes (§ 104 SGB VII), nicht auf den Arbeitsweg zu.

Unklar ist bei dem Sachverhalt auch, ob der Parkplatzbetreiber tatsächlich auch der Arbeitgeber ist und ob der Parkplatz noch zum Betriebsgelände gehört.

Antwort
von Bestie10, 36

> Es war ja auch ein Arbeitsunfall <

N E I N

es war ein Wegeunfall

!!

was zugegebener maßen aufs gleiche rauskommt

sinniger wäre es aber die Firma zu verklagen

weil sie ihrer Pflicht des Räumens nicht nachkam

Kommentar von emib5 ,

A) Natürlich war es ein Arbeitsunfall. Denn den Begriff des Wegeunfalls gibt es im SGB Vll nicht. Das Gesetz kennt als Versicherungsfälle nur Arbeitsunfälle und Berufskrankheiten. 

Und der sogenannte Wegeunfall zählt nach dem Gesetz daher zu den Arbeitsunfällen.

B) Den Betrieb bei einem Arbeitsunfall zu verklagen ist i. d. R. sinnlos, da er unter das sogenannte Haftungsprivileg fällt. 

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