Frage von Maria379, 37

Kann mein Hauptarbeigeber mir für das Weihnachtsgeschäft so viele zusätzliche Einsatztage geben, dass ich meinen Minijob nicht ausüben kann?

Ich habe einen Hauptjob, und muss monatlich 82 Stunden arbeiten. Zusätzlich habe ich einen Minijob mit einer Arbeitszeit von 45 Stunden pro Monat. Nun hat mir mein Hauptarbeigeber mitgeteilt, dass er mich für das Weihnachtsgeschäft auf 125 Stunden hochstufen will. Ich müsse zwar nicht zustimmen, aber bei einer Ablehnung meinerseits dürfte ich auch meinen Minijob nicht nachgehen . Darf er das?

Expertenantwort
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 29

Ich müsse zwar nicht zustimmen, aber bei einer Ablehnung meinerseits dürfte ich auch meinen Minijob nicht nachgehen.

Erstens bist Du als Teilzeitkraft grundsätzlich nicht zu Mehrarbeit verpflichtet, von ganz besonderen Ausnahmen (z.B. in einem konkreten Notfall, wenn Überstunden auch des Teilzeitarbeitnehmers notwendig sind, um etwa bei einer Überschwemmung ein bedrohtes Lager mit gefährdeter Ware zu räumen) abgesehen.

Zweitens darf Dein Arbeitgeber Dir die Nebentätigkeit nicht verbieten, wenn sie keine Konkurrenztätigkeit ist oder Deinen Hauptjob nicht beeinträchtigt. Eine Beeinträchtigung ist in Deinem Fall nicht gegeben, weil Du nicht zur Mehrarbeit im Weihnachtsgeschäft verpflichtet bist (es sei Deine, ohne Deine Mehrarbeit wäre der Betrieb akut in seiner Existenz bedroht - wovon wohl kaum auszugehen ist).

So weit die rechtliche Seite; wie Du damit allerdings gegenüber Deinem Arbeitgeber antreten willst oder kannst, kann ich nicht beurteilen. Und leider sind "Recht haben" und "Recht bekommen" viel zu oft zwei sehr verschiedene Dinge.

Antwort
von Georg63, 37

Bei Teilzeit kann er dir einen Nebenjob nicht verbieten.

Entweder er bietet dir dauerhaft einen Vollzeitjob an oder macht seine Arbeit allein.

Ich nehme mal an, dass du auf das Einkommen aus dem Zweitjob angewiesen bist und dieser gefährdet ist, wenn du wochenlang fehlst.

Antwort
von ErsterSchnee, 31

Ich glaube schon. Der Minijob darf den Hauptjob nicht behindern und Überstunden dürfen bei Bedarf angeordnet werden. Ob das in diesem Umfang jetzt such noch gerechtfertigt ist, hängt vermutlich von der Branche ab, in der man beschäftigt ist.

Kommentar von Georg63 ,

Das ist alles richtig - bei einem Vollzeitjob.

Kommentar von ErsterSchnee ,

Wieder was gelernt. 👍

Kommentar von Familiengerd ,

und Überstunden dürfen bei Bedarf angeordnet werden

Das gilt bei einem Teilzeitjob nur dann, wenn sich die Notwendigkeit zu Überstunden aus der besonderen Treuepflicht des Arbeitnehmers gegenüber dem Arbeitgeber ergibt, also z.B. in einem konkreten Notfall, wenn Überstunden auch des Teilzeitarbeitnehmers notwendig sind, um etwa bei einer Überschwemmung ein bedrohtes Lager mit gefährdeter Ware zu räumen.

Ansonsten sind Teilzeitkräfte grundsätzlich nicht zur Leistung von Überstunden verpflichtet - auch in diesem Fall hier nicht.

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