Frage von Reklov1960, 72

Kann mein Arbeitgeber mich verpflichten unbegleitete minderjährige Ausländer zu fahren mit Dienstfahrzeug?

Ich bin angestellt im Landratsamt und für Grundwasser und Trinkwasserschutzgebiete verantwortlich. Nun habe ich ein Schreiben vom Personalamt erhalten mitdem Betreff: Änderung Ihrer Arbeitsaufgaben. Hier soll ich bei Bedarf diese minderjährigen Ausländer fahren.

Antwort
von Amtsschimmel25, 11

Hallo, selbstverständlich kann ein AG im öD nicht nach Gutsherrenmanier die Mitarbeiter nach Gutdünken einsetzen.

Zuerst muss der PR einbezogen werden. Dann muss geprüft werden ob diese neue Tätigkeit evtl. Vergütungsrechtliche Konsequenzen hat. Gerade das fahren von minderjährigen kann Probleme mit sich bringen. Ich würde es bei den evtl. haftungsrechtlichen Konsequenzen, die daraus entstehen können auch nicht machen. Du bist immerhin für diesen Zeitraum für diese minderjährigen verantwortlich. Weiterhin können sich kulturelle Probleme ergeben. Bedenke minderjährige können auch junge Männer zwischen 16 und 18 sein. Wenn du z.B. eine Frau bist und diese minderjährigen "Männer" einem gewissen Kulturkreis angehören, in dem die Frau ... ist, dann weist du was für Schwierigkeiten entstehen könnten.

Und für die Besserwisser, dass hat nichts mit Ausländerfeindlichkeit zu tun.

Antwort
von Teifi, 47

Selbstverständlich kann dir der Arbeitgeber ein verändertes Aufgabengebiet zuweisen, auch im Öffentlichen Dienst.

Oder hast du bei der Einstellung eine detalliert beschriebene Stellenbeschreibung bekommen, die dir ausschließlich die Arbeit im Wasserbereich zuschreibt? Und ist es so, dass du mit deiner Arbeit völlig ausgelastet bist? Falls ja, kontaktiere den Personalrat und schildere dein Problem. 


Antwort
von blackforestlady, 45

Du hast es doch schriftlich bekommen, es ist Deine Aufgabe. Ja, sicher kann er Dich dazu verpflichten. Wenn Du dem nicht nachkommst, dann hagelt es eine Abmahnung oder eine fristlose Kündigung.

Antwort
von Rockuser, 42

Wo ist das Problem, bist Du Ausländer- feindlich oder was spricht dagegen?

Kommentar von Reklov1960 ,

Ich habe keinen Personenbeförderungsschein und wenn unverschuldet ein Unfall passiert, werdendie Angehörigen sich nicht an meinen Arbeitgeber ran gehen.

Kommentar von Rockuser ,

Das könnte tatsächlich ein Problem sein. Rede mit deinem Chef darüber, in dem Fall, wird er die Lizenz bezahlen müssen.

Kommentar von Apolon ,

 Das könnte tatsächlich ein Problem sein.

Und weshalb ?

Dir scheint nicht bekannt zu sein, für was man einen Personenbeförderungsschein benötigt !

Kommentar von Apolon ,

 Ich habe keinen Personenbeförderungsschein

Wofür benötigst du denn für diese Tätigkeit einen Personenbeförderungsschein ????

Müssen die Mitfahrer eine Fahrkarte lösen, oder ein Entgelt für die Fahrt entrichten ???

Wenn du mit deiner Familie oder Freunden am Wochenende spazieren fährst - fragst du dann auch nach dem Personenbeförderungsschein ?

Personenbeförderungsgesetz (PBefG)
§ 2 Genehmigungspflicht

(1) Wer im Sinne des § 1 Abs. 1

1. mit Straßenbahnen,
2. mit Obussen,
3. mit Kraftfahrzeugen im Linienverkehr (§§ 42 und 43) oder
4. mit Kraftfahrzeugen im Gelegenheitsverkehr (§ 46)

Personen befördert, muß im Besitz einer Genehmigung sein. Er ist Unternehmer im Sinne dieses Gesetzes.

http://www.gesetze-im-internet.de/pbefg/index.html#BJNR002410961BJNE001604305

Kommentar von Nightstick ,

Probleme könne auch auftreten, wenn z.B. einer von denen verschwindet (Aufsichtspflicht etc.), oder sie sich unterander streiten usw.

Ich würde mit allen Mitteln versuchen, diese Tätigkeit zu umgehen - anderenfalls, wenn dies in letzter Konsquenz aus dienstrechtlichen Gründen nicht möglich ist, mir vom Dienstherrn schriftlich bestätigen lassen, dass in keinem Fall auf Dich Regress genommen wird. Ohne diese Bestätigung würde ich keine derartigen Personen befördern - und notfalls gegen die Dienstanweisung klagen.

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