Frage von Staatsminister, 69

Kann mein Arbeitgeber (IT Dienstleister) mich bei einem Kunden in einem Projekt einsetzen, welcher von der Waffenindustrie ist wenn ich das Moralisch ablehne?

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Antwort
von DerHans, 12

Dein Arbeitgeber hat das Direktionsrecht. Er bestimmt, bei welchem Kunden er dich einsetzt.

Wenn di das nicht passt, kannst du dir nur einen anderen Arbeitgeber suchen.

Kommentar von Staatsminister ,

Scheinbar kennst Du Dich aus.
Ich bin jetzt über folgenden Artikel gestolpert.
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article9288497/Wann-eine-Arbeitsverweige...
Demnach gibt es auch ein Leistungsverweigerungsrecht mit unbezahlter Arbeitsbefreiung.

3 Fallbeispiele werden da im Artikel genannt welche meinem sehr ähnlich sind.

-------In der Rechtsprechung wurde beispielsweise ein Leistungsverweigerungsrecht anerkannt, als ein Mitarbeiter eines Zustelldienstes die Aufgabe ablehnte, eine Postwurfsendung mit ausländerfeindlichem Inhalt zu verbreiten. Recht erhielt auch ein Kriegsdienstverweigerer, der als Mitarbeiter einer Druckerei keine Schriften drucken wollte, die den Krieg verherrlichen. Ein Arzt durfte sich weigern, an der Entwicklung von Medikamenten mitzuarbeiten, die im Nuklearkriegsfall verwendbar waren.----

Käme das nicht auch bei mir in Frage?

 

Kommentar von DerHans ,

Du kannst es ja auf dem Klageweg versuchen.

Dann findet jeder irgendein Haar in der Suppe, um nicht bei diesem oder jenem Kunden zu arbeiten.

Solche Leute kann KEIN Betrieb gebrauchen. Dann kannst du dich ja selbständig machen und nur Produkte für Veganer bearbeiten-

Die haben aber wahrscheinlich grundsätzlich etwas gegen den IT-Sektor

Antwort
von Interesierter, 7

Ja, das darf er. Er hat das Direktionsrecht und damit das Recht, dir Arbeit zuzuweisen.

In Ausnahmefällen gibt es, wie du schon erwähnt hast, Sondertatbestände, die ein Leistungsverweigerungsrecht mit unbezahlter Freistellung vorsehen. Einen solchen Fall sehe ich hier jedoch nicht gegeben.

Und selbst wenn dieser Fall hier gegeben wäre, möchtest du für die Zeit des Projekts ohne Arbeit und ohne Lohn zuhause sitzen?

Daher wäre es wohl angebracht, mit dem Chef ein par freundliche Worte zu wechseln und um eine andere Aufgabe zu bitten.
Ich denke, mit Freundlichkeit und Ehrlichkeit kommst du hier noch am weitesten.

Kommentar von Staatsminister ,

Das Projekt ist keine tägliche Aufgabe. Die Ausfälle könnte ich locker mit meinen Überstunden kompensieren. Ich müsste in Notfällen dort einspringen. Worauf ich ehrlich gesagt überhaupt kein Bock habe in "Notfällen" einem Waffenhersteller auch noch unterstützung zu geben, damit er seine Mordsmaschinen weiter produzieren kann. Hier ist nicht mal von Handfeuerwaffen die Rede sondern es ist ein Hersteller von absolut riesigem Kriegsgerät welcher auch schon in diversen Skandal deals involviert war.
Klar rede ich erst mit meinem Chef darüber.
Ich will nur zumindest vorbereitet in ein solches Gespräch gehen.
Aber danke für Deine Ausführungen. :)

Antwort
von Panazee, 19

Klar kann er das.

Verweigerung aus Gewissensgründen gab es nur zu Zeiten der Wehrpflicht, wenn man nicht zur Bundeswehr wollte.

Wenn du das moralisch so schlimm findest bleibt dir nur eine Kündigung. Das steht dir jederzeit frei.

Kommentar von Staatsminister ,

Ich bin jetzt über folgenden Artikel gestolpert.
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article9288497/Wann-eine-Arbeitsverweige...
Demnach gibt es auch ein Leistungsverweigerungsrecht mit unbezahlter Arbeitsbefreiung.

3 Fallbeispiele werden da im Artikel genannt welche meinem sehr ähnlich sind.

-------In der Rechtsprechung wurde beispielsweise ein Leistungsverweigerungsrecht anerkannt, als ein Mitarbeiter eines Zustelldienstes die Aufgabe ablehnte, eine Postwurfsendung mit ausländerfeindlichem Inhalt zu verbreiten. Recht erhielt auch ein Kriegsdienstverweigerer, der als Mitarbeiter einer Druckerei keine Schriften drucken wollte, die den Krieg verherrlichen. Ein Arzt durfte sich weigern, an der Entwicklung von Medikamenten mitzuarbeiten, die im Nuklearkriegsfall verwendbar waren.----

Käme das nicht auch bei mir in Frage?

Antwort
von Mignon6, 16

Ja, das kann er. Es sei denn, ihr habt gewisse Branchenausschlüsse im Arbeitsvertrag vereinbart, was jedoch sehr unwahrscheinlich ist.

Selbstverständlich hast du das Recht, diese Tätigkeit aus moralischen Gründen abzulehnen. Damit verstößt du allerdings gegen den Arbeitsvertrag (Arbeitsverweigerung) und mußt mit einer Kündigung rechnen.

Kommentar von Staatsminister ,

Ich bin jetzt über folgenden Artikel gestolpert.
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article9288497/Wann-eine-Arbeitsverweige...
Demnach gibt es auch ein Leistungsverweigerungsrecht mit unbezahlter Arbeitsbefreiung.

3 Fallbeispiele werden da im Artikel genannt welche meinem sehr ähnlich sind.

-------In der Rechtsprechung wurde beispielsweise ein Leistungsverweigerungsrecht anerkannt, als ein Mitarbeiter eines Zustelldienstes die Aufgabe ablehnte, eine Postwurfsendung mit ausländerfeindlichem Inhalt zu verbreiten. Recht erhielt auch ein Kriegsdienstverweigerer, der als Mitarbeiter einer Druckerei keine Schriften drucken wollte, die den Krieg verherrlichen. Ein Arzt durfte sich weigern, an der Entwicklung von Medikamenten mitzuarbeiten, die im Nuklearkriegsfall verwendbar waren.----

Käme das nicht auch bei mir in Frage?

Antwort
von Saisonarbeiter2, 17

dann käme das einer arbeitsverweigerung gleich und du musst dann auch mit den konsequenzen leben.

Kommentar von Staatsminister ,

Ich bin jetzt über folgenden Artikel gestolpert.
https://www.welt.de/wirtschaft/karriere/article9288497/Wann-eine-Arbeitsverweige...
Demnach gibt es auch ein Leistungsverweigerungsrecht mit unbezahlter Arbeitsbefreiung.

3 Fallbeispiele werden da im Artikel genannt welche meinem sehr ähnlich sind.

-------In der Rechtsprechung wurde beispielsweise ein Leistungsverweigerungsrecht anerkannt, als ein Mitarbeiter eines Zustelldienstes die Aufgabe ablehnte, eine Postwurfsendung mit ausländerfeindlichem Inhalt zu verbreiten. Recht erhielt auch ein Kriegsdienstverweigerer, der als Mitarbeiter einer Druckerei keine Schriften drucken wollte, die den Krieg verherrlichen. Ein Arzt durfte sich weigern, an der Entwicklung von Medikamenten mitzuarbeiten, die im Nuklearkriegsfall verwendbar waren.----

Käme das nicht auch bei mir in Frage?

Kommentar von Saisonarbeiter2 ,

nein, das käme bei dir nicht in frage. weil es generell nicht illegal ist, für die rüstungsindustrie zu arbeiten..

Kommentar von Panazee ,

Nun ja, es ist auch nicht illegal Kriege zu verherrlichen oder Medikamente zu entwickeln, die für die Kriegsführung interessant sind. Was den ausländerfeindlichen Inhalt angeht kommt es darauf an was da genau drin stand.

Kommentar von Staatsminister ,

So sehe ich das gerade auch. Zumal es sich auch noch um einen Hersteller handelt der an Handfesten Exportskandalen beteiligt war. Ich werde versuchen mit diesen "Präzedensfällen" bei meinem AG zu argumentieren.

Kommentar von DerHans ,

Dann kannst du dich VORHER schon mal "arbeitssuchend" melden.

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