Frage von zeitgeist1994, 15

Kann man zum Kriegsdienst gezwungen werden und andere Fragen zu diesem Thema?

Annahme: Es gibt einen relativ großen Krieg und die Freiwilligen reichen bei Weitem nicht aus, um das Land zu verteidigen. Es muss alo für Nachschub gesorgt werden, kann die Bevölkerung nun zum Kriegsdienst gezwungen werden?

Besonders große Teile der jungen Generation verachten den tatsächlichen(nicht den in Filmen und Videospielen dargestellten) Krieg. Außerdem scheinen mir heute die wenigsten bereit zu sein, ihr Leben für einen Krieg zu opfern oder das Leben eines anderen zu nehmen...naja, andererseits gibt es auch immer mehr Frustration in der Gesellschaft(Annahme, aus Erfahrung), besonders bei den jungen Menschen, so etwas kann schnell eskalieren und eine höhere Toleranz für Gewalttaten begünstigen...trotzdem glaube ich, dass zumindest in Europa der Großteil der Bevölkerung dem Kriegsdienst ablehnend gegenüber steht. Speziell in Deutschland glaube ich nicht, dass wir für einen Krieg gewappnet wären und sich viele Freiwillige melden würden. Ist es rechtlich möglich, dass die Menschen zum Kriegsdienst gezwungen werden? Was würde die Regierung im Falle einer Kriegsdienstverweigerung im großen Stil tun? Würdet ihr kämpfen? Wir müssten doch letztendlich kämpfe oder auf die Gnade des Angreifers hoffen? Was würden die Angreifer machen, wenn man in ganz Deutschland, die Waffen einfach niederlegt und zwar mit einer humanistischen Begründung? Meiner Meinung nach, sich einfach das Land nehmen und es als bedingungslose Kapitulation ansehen, außerdem werden die Rohstoffe geplündert, unfaire Wirtschaftsverträge vereinbart etc. Auf jeden Fall hätte wir viel zu verlieren... trotzdem wäre eine gemeinschaftliche Gewaltverweigerung etwas so großartiges, dass die Menschheit in ihrer langfristigen Entwicklung(moralisch betrachtet) davon profitieren könnte. Mit Waffen niederlegen, meine ich natürlich die angewendeten Kriegsmittel, also alles was potentiell beim Gegenüber relevanten Schaden anrichten kann. Der Krieg wird wohl kaum mit dem 2.Weltkrieg vergleichbar sein, da wir uns heutzutage vermutlich mit Cyberattacken, Drohnen und Massenvernichtungswaffen bekämpfen würden....

Antwort
von Jurasuppe, 12

Hey,

das sind mir zuviele Fragen, als dass ich gerade Zeit hätte auf alle zu antworten. Daher nur ein paar Hinweise:

Sicherlich betreffen deine Fragen z.T. auch Grundrechte (z.B. Art. 4 III, 1 I GG), ich denke trotzdem, dass deine Frage eigentlich eher völkerrechtlicher Natur ist. Ein einfacher Angriff auf Deutschland ist in der heutigen Zeit nicht wirklich vorstellbar. Nicht umsonst bemühte man sich um den Aufbau eines Systems der gegenseitigen kollektiven Sicherheit. Das ist einerseits sicherlich durch die UN verwirklicht. Der Sicherheitsrat hat hier das Gewaltmonopol.

Andererseits gibt es natürlich noch den Nordatlantikvertrag, der in Art. 5 den sog. "Bündnisfall" regelt und Art. 42 VII 1 EUV. Es wäre im Zusammenhang mit diesen Regelungen wohl das Ende eines jeden regulären Regimes einen bewaffneten Angriff auf Deutschland durchzuführen.

Im Übrigen sind im Krieg nicht alle Mittel erlaubt. Die Genfer Konventionen und die Haager Landkriegsordnung sehen einige Restriktionen vor, insb. den Einsatz von MVW.

Viele Grüße, JS

Antwort
von BTyker99, 10

Sehr lustige Gedanken. Ich denke, dass wenn "wir" die Waffen niederlegen würden, würden "wir" getötet werden, völlig egal, wie man es begründet. Das wäre einfach nur dumm. Natürlich wären auch Vergewaltigungen zu erwarten und einige dürften als Sklaven dienen, aber das kann man sich ja individuell ausmalen.

Ich persönlich hätte keinen großen Spaß für Deutschland zu kämpfen, oder mich mit dem Waffen-Niederlegungsvorschlag zu opfern. Stattdessen würde ich ganz einfach meine Koffer packen und verschwinden. Durch die aktuelle politische Lage wird meine emotionale Verbindung zu Deutschland sowieso von Tag zu Tag geringer, für was soll man also kämpfen!?

Vermutlich wird auch von offizieller Seite niemand dazu aufrufen, das Land zu verteidigen, man sieht ja auch das jetzt in der "Flüchtlingskrise" kein Wille seitens der Politik besteht, das Land zu verteidigen.

Du redest von einem High-Tech-Krieg, aber eigentlich werden Kriege heutzutage ja ganz anders ausgefochten, daher stimme ich mit der Argumentation nicht überein. Meine Prognose für einen kommenden Krieg sieht eher so aus: Man verbreitet via Twitter und Co. millionenfach die Nachricht, dass jeder, der in das Land des Kriegsgegners kommt, ein Auto, Haus und eine blonde Frau bekommt. Dann wartet man, dass sich Menschen aus aller Welt auf den Weg machen um die "Rohstoffe zu plündern" und das Land wirtschaftlich zu ruinieren, indem sie eine Versorgung auf hohem Niveau einfordern. Gleichzeitig bekäme die ursprüngliche Bevölkerung, die mitlerweile in zwei gegensätzliche politische Lager gespalten ist, aufgrund von Zukunftsängsten kaum mehr Kinder, so dass das langfristige Fortbestehen unmöglich würde; andere, vor allem aus der gebildeten und/oder reichen Schicht würden rechtzeitig auswandern. Am Ende steht die (unausgesprochene) bedingungslose Kapitulation, die Wirtschaft und das Sozialsystem des Landes wäre zusammengebrochen, es herrschten Straßenbanden die ihr eigenes Gesetz durchsetzen (z.B. basierend auf der Sharia) und die ursprüngliche Bevölkerung wäre ausgerottet, bzw. in aller Welt verstreut.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Leider sehr realistisch dein Szenario, die erste Hälfte davon ist ja bereits eingetroffen, was lediglich für medial konditionierte Realitätsverweigerer.nicht nachvollziehbar ist.

Kommentar von Pr1nzAlbert ,

Ich persönlich hätte keinen großen Spaß für Deutschland zu kämpfen, oder
mich mit dem Waffen-Niederlegungsvorschlag zu opfern. Stattdessen würde
ich ganz einfach meine Koffer packen und verschwinden. Durch die
aktuelle politische Lage wird meine emotionale Verbindung zu Deutschland
sowieso von Tag zu Tag geringer, für was soll man also kämpfen!?

Sehe ich ähnlich, bis auf die Sache mit den Koffern. Den richtigen Zeitpunkt zum verschwinden zu treffen ist so gut wie unmöglich. Ruckzuck sind die Grenzen dicht, Flüge gestrichen, Tankstellen und Autobahnen gesperrt und es herrscht Ausgangssperre.

Kommentar von MickyFinn ,

Wie wahr. Auch ich teile Deine Meinung.

Antwort
von FLUPSCHI, 6

Es gibt nicht viele Menschen die Krieg führen wurden aber es gibt immer welche die zur Dummen Bundeswehr gehen und nacher rumheulen aber jeden seine Sache

Und wenn es zum 3 Großen Krieg kommt sind die Soldaten eh schnurz weil dann nur noch die Bomben fliegen

Wie albert einstein sagte im 4 Weltkrieg bekriegen wir uns mit Stock und stein

Antwort
von soissesPDF, 9

Nennt sich Repression, ja der Staat kann zum Wehrdienst zwingen und würde das auch tun.

Verweigerer würden wahlweise erschossen, wegsperrt  oder was auch immer.
Zum Krieg wird per vorhergehender Ideologie gerufen.
"Wir verteidigen die Freiheit am Hindukusch", die Bundesregierung zum Afghanistankrieg.
Ganz ohne solche Kreationen ruft man "zu den Fahnen", den Patriotismus anmierend ("Deutschland vor, noch ein Tor").

Kämpfen?
Je nun, ist das Gemenge erst einmal allgemein wird man sicher nicht als erster auf's Gesicht fallen wollen, oder.

Expertenantwort
von atzef, Community-Experte für Politik, 10

Deine Annahmen sind recht weit entfernt von jedwedem Realitätsbezug. :-)

Ansonsten müsste man erst die Verfassungs änder, um das Grundrecht auf Wehrdienstverweigerung abzuschaffen.

Allerdings würde man das sicher auch tun, wenn es eine entsprechende Not-Wendigkeit gäbe...

Antwort
von ponter, 7

Bezugnehmend auf den ersten Absatz und davon ausgehend, dass es um Deutschland geht, mache ich wieder einmal auf Artikel 12a des Grundgesetzes aufmerksam, der nach wie vor, seine Gültigkeit besitzt.

https://www.gesetze-im-internet.de/gg/art\_12a.html

Somit stellt sich die Frage nicht, ob jemand bereit ist, in diesem Fall für Deutschland einzustehen, oder nicht.

Wer nicht gewillt ist, die Waffe zu gebrauchen, wird also dementsprechend Ersatzdienst leisten müssen.

Antwort
von 1988Ritter, 7

Wenn wir den Kriegsfall haben gelten die Notstandsgesetze sowie das Kriegsrecht.

Dies bedeutet absoluten Gehorsam.

Sollte sich jemand des Gehorsams verweigern, dann kann er standrechtlich ohne Gerichtsverhandlung erschossen werden.

Antwort
von zetra, 6

Schwupp wird das Kriegsrecht eingeführt.

Spurst du nicht, stehst du an der Wand. 

Antwort
von Knutschpalme, 11

Ich glaube in Deutschland gäbe es keine rechtliche Grundlage für eine Zwangsrekrutierung. In wie weit sich Feiwillige melden würden weiss ich nicht, aber ich denke dass es bei genügend Propaganda schon eine ganze Menge Leute werden könnten. Bei Zwangsmaßnahmen würden sich wahrscheinlich auch zu viele Leute mit den "Rekruten" solidarisieren und das so effektiv verhindern. Wäre bestimmt interessant zu sehen, ob es dann auch wieder irgendwelche ganz reflektieren Leute gibt die auf den Rechtsstaat hinweisen, haha.

Ich selber finde ja, dass ein Staat der einen zum Kämpfen zwingt es nicht wert ist für ihn zu kämpfen.

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