Frage von blablue2011, 47

Kann man wenns arg pressiert eine Pflegestufe für seinen Partner beantragen ohne dass er das evtl. mitkriegt?

Expertenantwort
von Sternenmami, Community-Experte für Gesundheit, 20

Das Pflegegeld bekommt grundsätzlich die Person, welche gepflegt wird. Es würde Dir also überhaupt nichts bringen, das Pflegegeld zu beantragen, denn Du würdest es nicht bekommen. Die zu pflegende Person muss Dir dann dieses Geld auszahlen, wenn Du sie pflegst. Außerdem wird die Person, für welche das Pflegegeld beantragt wird, auch vom medizinischen Dienst untersucht. Spätestens dann wird diese Person dahinter kommen.

In einem solchen Fall sollte man grundsätzlich mit offenen Karten spielen.

Meine Eltern haben damals Pflegegeld für meine schwerkranke Oma beantragt und ihr auch vorher gesagt, dass sie einfach alles genauso machen solle, wie es immer der Fall ist. Als der medizinische Dienst dann da war und sich davon überzeugen wollte, dass meine Oma eben nicht dazu in der Lage war, sich selber zu versorgen, spielte meine Oma auf einmal die starke Frau und machte plötzlich alles selber, was sie ja vorher angeblich überhaupt nicht konnte. Fazit ... meine Eltern haben nicht einen einzigen Cent gesehen (bzw. zu der Zeit waren es noch Groschen), aber meine Oma war, nachdem der medizinische Dienst weg war, wieder todkrank und konnte natürlich überhaupt nichts selber machen.

Ich bekomme jetzt seit 17 Jahren Pflegegeld, aber dieses Geld wird eben mir überwiesen und nicht meinem Mann, welcher mich pflegt. Daher würde es Dir überhaupt nichts bringen, jetzt Pflegegeld zu beantragen. Du würdest es nicht bekommen.

Dir bleibt wirklich nur, dass Du dieses Problem mit besagter Person besprichst oder aber die Koffer packst und gehst. Sollte besagte Person aber wirklich hilfsbedürftig sein, dann kannst Du auch nicht einfach so die Biege machen, sondern musst Dich schon vorher darum kümmern, dass man sich um diese Person kümmert ... sonst bist Du auch noch wegen unterlassener Hilfeleistung dran.

Ich wünsche Dir alles Gute

Kommentar von blablue2011 ,

Ganz lieben Dank. Du sprichst aus Erfahrung..... und das macht es für mich so glaubwürdig!!!! Aber Koffer und packen und gehen hört sich einfach an. Wenn der Partner ja evtl. gar nicht merkt, was da so vor sich geht ???!!!!!  Man will ja helfen und wäre es nicht einfach nur zum Kotzen, dann ihn evtl. so zurückzulassen !!??

Kommentar von Sternenmami ,

Natürlich ist es nicht einfach, mal eben die Koffer zu packen und zu gehen. Manchmal muss man im Leben aber auch mal an sich selber denken und nicht immer nur an andere. Es bleibt aber dabei, dass Du dann dafür sorgen solltest, dass diese Person, welche ja offensichtlich Hilfe benötigt, diese Hilfe auch bekommt. Da ist es letztendlich schon ausreichend, irgendwelche Verwandten zu informieren oder aber die Behörden einzuschalten, welche sich darum kümmern, dass diese Person dort untergebracht wird, wo man sich auch um sie kümmert.

Besteht denn keine Möglichkeit, sich mal mit besagter Person darüber zu unterhalten, wie es in Zukunft weitergehen soll? Wie wäre es denn, wenn Du Dich mal an eine Beratungsstelle wendest? Dort kann man Dir bestimmt sagen, wie man Dir helfen kann und welche finanziellen Hilfen Dir zustehen.

Ich weiß jetzt nicht, in welcher Beziehung Du zu dieser Person stehst, welche Hilfe benötigt. Bist Du eine Angehörige, dann gibt es spezielle Angehörigenberatungen. Im Internet erfährst Du alles, was Du wissen musst.

Ich wünsche Dir alles Gute

Kommentar von Sternenmami ,

Ich lese gerade, dass es sich um Deinen Ehemann handelt. Okay, da muss ich ehrlich sagen, dass ich es nicht gut finden würde, wenn man sich dann einfach so drücken würde. Schließlich hieß es einmal ... "In guten, wie in SCHLECHTEN Zeiten". Mag aber auch sein, dass ich da vorbelastet bin, denn mein Mann pflegt mich seit vielen Jahren und ist immer für mich da, ohne dass er auch nur ein einziges Mal in all den Jahren gemurrt hätte. Ich weiß das allerdings auch zu schätzen und versuche, ihm nicht mehr als unbedingt nötig aufzubürden. Ich bin ihm unendlich dankbar, denn mir ist durchaus bewusst, dass viele andere Leute sich in dieser Situation schon längst verpieselt hätten.

Wenn Dein Ehemann wirklich an Demenz leidet, dann kann er letztendlich überhaupt nichts für sein Verhalten. Das musst Du Dir immer wieder bewusst machen.

Es gibt Beratungsstellen für Angehörige von Demenzerkrankungen. An diese solltest Du Dich wenden und außerdem wäre ein Gespräch mit dem Hausarzt anzuraten. Dieser kann ja durchaus auch mal unter einem Vorwand zu Euch nach Hause kommen und sich ein Bild vom Stand der Dinge machen.

Antwort
von OnkelSchorsch, 24

Beantragen kannst du, wie du lustig bist.

Aber die zu pflegende Person wird selbstverständlich ärztlich untersucht und ebenso selbstverständlich wird die Pflegebedürftigkeit persönlich von einem Mitarbeiter überprüft.

Kommentar von blablue2011 ,

erstmal danke hierfür...... is eben problematisch, wenn der eigene Mann vehement abstreitet, dass er evtl. beginnende Demenz o. ä. hat. Hinzu kommt, dass er seit Jahren sich nicht hat richtig untersuchen lassen. So traurig mich das macht, wäre es doch wichtig u.a. auch Bescheid zu wissen. Dass ich besser wüßte mit ihm umzugehen !? Ich denke, dass Problem wird's doch auch bei anderen Beziehungen geben (weil Männer sich leider Gottes nicht so gut um Ihre Gesundheit kümmern) Er ist auch noch 63 Jahre alt.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Ohne ärztliche Diagnose kannst du nicht wissen, ob dein Mann überhaupt von Demenz oder Alzheimer betroffen ist.

Suche am besten das Gespräch mit eurem Hausarzt.

Kommentar von Griesuh ,

OnkelSchorch: Beantragen kannst du wie du lustig bist,

stimmt leider nicht.

Nein, das kannst du nicht. Denn der Betroffene MUSS den Antrag stellen, sofern er Mental dazu noch in der Lage ist.

Auch müssen die Anträge von ihm Unterschrieben sein, es sei denn er hat Vollmachten und Unterschriftsberechtigungen erstellt.

Dann erst erkennen die Kassen die Antragsstellung an.

Kommentar von OnkelSchorsch ,

Doch, beantragen kann man, wie man lustig ist. Ob das sinnvoll ist oder ab da was bei raus kommt, ist eine andere Frage.

Eventuell erst mal ein bisschen nachzudenken und den Sinn eines Satzes versuchen zu begreifen, bevor man einen Kommentar schreibt, erweist sich oft als kluge Idee.

Kommentar von Griesuh ,

Schön wäre es wenn du deinen Rat selbst befolgen würdest.

Antwort
von Knutschpalme, 23

Man kann sich auch einfach direkt trennen. Ich würde mich jedenfalls von dir trennen, wenn du mein Partner wärst und sowas machen würdest. 

Antwort
von Griesuh, 14

Nein, das kannst du nicht. Denn der Betroffene MUSS den Antrag stellen, sofern er Mental dazu noch in der Lage ist.

Auch müssen die Anträge von ihm Unterschrieben sein, es sei denn er hat Vollmachten und Unterschriftsberechtigungen erstellt.

Und dann kommt auch noch nach Antragstellung bei der Pflegekasse ein Gutachter des MDK ins häusliche Wohnumfeld um den Pflegebedürftigen zu begutachten und um den Pflege u. Hilfe bedarf zu ermittel.

Und nicht zu letzt, steht dem Pflegebedürftigen das Pflegegeld rechtlich zu.

In solchen Fällen gibt es Beratungsstellen wie der Pflegestützpunkt, der VdK, das örtl. Seniorenbüro oder auch jeder örtl. ambul. Pflegedienst.

Da ich in den Kommentaren gelesen habe, dass es sich evtl. um Demenz handeln könnte bei deinem Mann, rate ich dir dies unbediengt ärztlich abklären zu lassen. Das ist ganz wichtig.


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