Kann man Wegerich gefahrlos pur einnehmen?

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2 Antworten

Hallo Kirasque,

Spitzwegerich getrocknet und ein Konzentrat hergestellt. Es müsste etwa 80%ig sein, aber das nur nebenbei.

Wie soll ich sagen? 80% ist kein "Konzentrat", das ist ja um 20% weniger als vorher.

Die Frage wäre also schon, was Du gemacht hast und was Du unter einem Konzentrat verstehst. Üblicherweise bedeutet "Konzentrat", dass etwas angereichert wurde, dass also Wirkstoffe höher konzentriert sind als im Rohstoff.

Meine Frage ist, ob ich das Konzentrat gefahrlos auch so einnehmen kann

Das hängt eben ganz empfindlich davon ab, was Du gemacht hast und wie sehr die Wirkstoffe denn nun tatsächlich konzentriert sind. Und natürlich auch davon, ob Du vielleicht auf einen der Wirkstoffe allergisch bist.

Leider wird heutzutage in einer völlig irrationalen Romantisierung der Natur verbreitet, dass alle "Arzneien" auf Pflanzenbasis automatisch "gut", "sanft" und "nebenwirkungsfrei" seien.

Dabei sollte sich eigentlich herumgesprochen haben,

  • dass auch in Pflanzen enthaltene Wirkstoffe einfach nur "chemische Stoffe" sind. Es gibt keine "gute Chemie" und keine "böse Chemie". Es gibt nur die Lehre von den Stoffen. Ein und derselbe Stoff wirkt im Körper immer gleich, egal, ob wir ihn aus einer Pflanze isoliert oder im Labor synthetisiert haben: Es bleibt derselbe Stoff - und wenn der Nebenwirkungen hat, dann hat er die auch, wenn wir ihn über Pflanzen zu uns nehmen.
  • dass es Pflanzen gibt, deren Inhaltsstoffe uns massiv schaden können - Tollkirsche, Fingerhut,....
  • dass es Menschen gibt, die sogar auf an sich harmlose Pflanzen hochallergisch reagieren.

Merke: Die Vorstellung "pflanzlich also sanft und gut für mich" ist falsch.

Daher: Ein echtes Konzentrat(!) kannst Du keinesfalls gefahrlos einfach einnehmen. Wenn Du nicht genau sagen kannst, in welcher Menge Du die pharmakologisch aktiven Substanzen im Spitzwegerich zu Dir nimmst, ist das nicht unbedenklich. Bei der Herstellung von Arzneien sollte man schon wissen, was man tut. Man sollte sich an Rezepte und Mischungsverhältnisse halten. Sonst kann es auch bei Pflanzen ins Auge gehen.

Spitzwegerich enthält beispielsweise Iridoidglycoside wie Aucubin, Catalpol, Asperulosid, Schleimstoffe, Gerbstoffe, Kieselsäure, Saponin. (http://www.olionatura.de/_pflanzen/index.php?id=13)

Aucubin wirkt in gewissem Umfang antibiotisch - aber nur, wenn es korrekt aus der Pflanze extrahiert wird. Es ist zum Beispiel hitzeempfindlich und verliert beim Kochen seine Wirksamkeit.  (https://de.wikipedia.org/wiki/Aucubin)

Und wie mache ich Hustensirup damit?

Das Herstellen eines Sirups ist recht zeitaufwendig, beginnt aber eigentlich mit der frischen Pflanze, weil auch schon beim Trocknen Wirkungen der Inhaltsstoffe verloren gehen können:

https://www.wildfind.com/rezepte/spitzwegerich-sirup

Ich würde an Deiner Stelle noch einmal neuen Spitzwegerich sammeln, die Blätter in der im Rezept angegebenen Menge, weniger die Stängel. Und dann den Sirup nach dem Rezept zubereiten.

Grüße

P.S.: Das Thema "Homöopathie" mache ich mal weg. Leider wird Homöopathie oft für Kräuterkunde gehalten. Das ist sie aber nicht. Weder benutzt die Homöopathie nur pflanzliche Präparate, noch benutzt sie bekannte Heilwirkungen pflanzlicher Inhaltsstoffe.

Homöopathika sind derart verdünnt, dass sie den Ausgangsstoff gar nicht mehr enthalten. Um ein Homöopathikum herzustellen, müsstest Du z.B. aus Deinem Konzentrat (ist es flüssig) z.B. 1 ml entnehmen, mit 99 ml Wasser oder Ethanol (oder einer Mischung aus beiden) mischen, das Ganze 10x auf ein in Leder gebundenes Buch klopfen, dann aus der Lösung wieder 1ml entnehmen, wieder mit 99 ml Lösungsmittel mischen, wieder klopfen, wieder verdünnen, wieder klopfen .... das Ganze insgesamt z.B. 30x. Du darfst Dich nicht daran stören, dass um den zwölften oder dreizehnten Verdünnungsschritt das letzte Molekül Deines Spitzwegeriches aus der "Arznei" heraus verdünnt wird: Du schüttelst und verdünnst weiter - im festen (dem naturwissenschaftlichen Wissen widersprechenden) Glauben, dass das Schütteln irgendwie dafür sorgt, dass die Lösung wegen des Schüttelns nicht mitkriegt, dass kein Wirkstoff mehr drin ist und deshalb immer noch wirksam ist. Zuletzt sprühst Du das Ganze im Verhältnis 1:100 auf Zuckerkügelchen. Das wären dann "C30", eine handelsübliche homöopathische Verdünnung.

Das hat mit echter Kräuterkunde - und somit mit Deiner Frage -  nichts zu tun, sondern ist reine, ritualisierte Glaubensmedizin. Deswegen mach' ich das Thema mal weg, ok?

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Kommentar von Kirasque
03.11.2016, 19:03

Wow, danke :) so eine ausführliche Antwort hab ich nicht erwartet^^' Also, ich hab die Blätter getrocknet, zerrieben und dann in sehr wenig Wasser (etwa 3ml) portioniert ziehen lassen. Ja, ich weiß, das ist kein Konzentrat, aber ich kenne leidee auch keinen Begriff für das, was ich gemacht habe... Jedenfalls habe ich es dann noch durch einen Kaffeefilter tropfen lassen. Also müsste es etwa 80% Spitzwegerich sein, so ist es richtig. Allergisch bin ich noch nie gegen etwas gewesen, nur der Verdacht bei Sternfrucht besteht, da ich mal einen leichten Ausschlag nach Kontakt hatte. Ja, kein Problem, wenn Homöopathie nicht Korrekt ist, entferne es :) Danke nochmal

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Kein Plan was du dir fürn dope zusammenbraust 😂

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Kommentar von Kirasque
26.10.2016, 16:57

Wenn du keine Ahnung hast, halt die Klappe...

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