Frage von ZellSoma, 63

Kann man von der Krankenkasse eine Beitragsrückerstattung erhalten?

Ich bin freiwillig versichert. Ich habe zur Ermittlung des Beitrags meinen Steuerbescheid eingereicht. Bisher war mir nicht bewusst, das man durch das Einreichen von Belegen, bei Vermietung, Reparaturkosten und Werbungskosten abgezogen bekommt. Somit habe ich rechnerisch einige tausend Euro zu viel gezahlt. Wird die Krankenkasse mir dieses zu viel gezahlte Geld zurück erstatten?

Antwort
von vdeparty, 42

Wie? Du hast in deiner Einkommensteuererklärung keine Werbungskosten geltend gemacht und willst von der Krankenkasse Geld zurück?

Die Krankenkasse kann das nicht berücksichtigen, sie sind in Steuerfragen nicht zuständig. Nur ein geänderter Bescheid könnte eventuell deinen SV-Beitrag verändern - dazu musst du dich zuerst aber ans Finanzamt wenden. Wenn die gesetzliche Einspruchsfrist für deinen Bescheid abgelaufen ist (grob gesagt beträgt die Frist: "Bescheid-Datum" + 3 Tage + 1 Monat), klingt das hart aber: Pech gehabt.

Leider wissen viele Menschen nicht, was sie alles von ihrem Einkommen bei der Steuer abziehen können. Doch das ist ein anderes Thema. Vielleicht lohnt es sich für dich künftig einen Steuerberater zu konsultieren? Oder einen Lohnsteuerverein o.ä.?

Wenn ich dich richtig verstehe, meinst du, einige tausend Euro zu viel Sozialversicherungsbeiträge gezahlt zu haben?
Das entgleitet meiner realistischen Einschätzung. Es gibt eine Beitragsbemessungsgrenze bei der Ermittlung der zu zahlenden SV-Beiträge, diese ist momentan angesetzt bei monatl. € 4.237,50 (auch bei freiwillig versicherten Personen)

Da du freiwillig versichert bist, nehme ich mal dreist an, dass dein Einkommen die Pflichtversicherungsgrenze überschreitet. Aber dann zahlst du trotzdem MAXIMAL SV-Beiträge auf der Berechnung von den o.g. € 4.237,50.

Es ist also schier unmöglich gleich mehrere Tausend Euro zu viel zu zahlen...

Dazu: https://www.krankenkassen.de/gesetzliche-krankenkassen/krankenkasse-beitrag/frei...

 

Nachtrag: Kann es sein, dass du tatsächlich nicht freiwillig versichert bist sondern privat??

Kommentar von ZellSoma ,

Ich bin gesetzlich versichert bei der TK. Ich bin seit 2013 bei der TK. Die mehreren Tausend Euro beziehen sich also auf einen längeren Zeitraum. Die Steuererklärung wird durch eine Steuerberaterin erstellt. Als ich entdeckt habe das man Werbungskosten und Reparaturkosten geltend machen kann, habe ich der Krankenkasse entsprechende Belege eingereicht. Diese reduziert somit meinen Krankenkassenbeitrag ab dem 01.11.2016. In der Vergangenheit habe ich nur den Steuerbescheid eingereicht und nicht den Jahresbericht der Hausverwaltung und Belege aus folgenden Bereichen: Grundsteuer, Gebäudeversicherung, Schuldzinsen, Prozesskosten, Internetkosten. Die Krankenkasse hat bei der Ermittlung des Beitrags, nun erstmals die im Jahresbericht aufgeführten Reparaturkosten abgezogen. Somit werde ich beim Erhalt des neuen Buchhaltung-Ordner erneut die zuvor genannten Zusatzdokumente, zum Steuerbescheid einreichen.

Kommentar von vdeparty ,

Entweder wurden Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen bereits in der Steuererklärung berücksichtigt - dann führen sie zu keinem weiteren Abzug bei der Versicherung.

Oder WK, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen wurden NICHT in der Steuererklärung berücksichtigt - dann bitte als erstes mal den Steuerberater wechseln.

Wenn die Krankenkasse so freundlich ist deine Ausgaben zu berücksichtigen, obwohl sie vor dem Finanzamt nicht geltend gemacht wurden... dann ist das immenses Glück. Denn eigentlich müssen die sich auf die Steuererklärung bzw. auf den vom Finanzamt erstellten Bescheid ja verlassen können...

So ganz verstanden habe ich das nun aber noch nicht:

Wurden in deiner Einkommensteuer Werbungskosten und Co. berücksichtigt?

Welche Unterlagen genau hat die Versicherung denn bisher angefordert um deinen Beitrag zu berechnen - den Steuerbescheid?

Antwort
von sassenach4u, 28

Einkünfte aus Vermietungen und Verpachtungen sind bei der Steuererklärung als Einnahmen anzugeben; Ausgaben wie Schönheitsreparaturen und Erhaltungsaufwendungen mindern diese.

Wenn Ihr Steuerberater das bisher nicht angegeben hat dann haben sie entweder Steuern unterschlagen die Sie hätten zahlen müssen wenn die Einnahmen höher waren als die Ausgaben- oder Steuern dem Staat geschenkt weil es umgekehrt war.

In beiden Fällen würde ich den Steuerberater wechseln Fallkonstellation 1 kann zu Nachforderungen führen. Soviel zur Steuer.

Die Krankenkasse legt bei freiwillig Versicherten grundsätzlich den letzten Einkommensteuerbescheid zur Beitragseinstufung zugrunde. Egal ob da etwas "vergessen" wurde oder nicht.

Kommt die TK ihnen da entgegen, dann kennt sie sich im Steuerrecht nicht gut aus- gut für Sie!

Antwort
von eulig, 24

sobald der Steuerbescheid ohne weitere andere Belege eingereicht wird, ist die Einstufung endgültig (sofern die Kasse den Bescheid nicht expliziet "unter Vorbehalt" betitelt). eine Rückerstattung erfolgt nicht.

Antwort
von ErsterSchnee, 32

Nein, wird sie nicht.

Umgekehrt würde sie aber Beiträge nachfordern, wenn Du zu wenig gezahlt hättest.

Kommentar von ZellSoma ,

Vielen Dank für Deine Antwort! Das hört sich ja nach einem sehr fairen System an :-(

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community