Frage von meNov1982, 62

Kann man vom Arbeitgeber eine unbezahlte Freistellung erzwingen, wenn ein krankes Kind mehr als die 10 Tage betreut werden muss?

Angenommen, niemand anderes kann das Kind betreuen. Die Krankheitstage des Partners sind ebenfalls schon verbraucht. Wegen des Infektionsschutzgesetzes kann man kranke Kinder nicht in die KITA geben. Für die ersten 10 Tage, pro Kind, pro Jahr bekommt man das Kinderkrankengeld, aber was passiert danach?

Antwort
von tapri, 29

das kannst du für max ein halbes Jahr. Allerdings gilt hier die Arbeitnehmer Klausel. Also nur anzuwenden in Betrieben die mindestens 15 Mitarbeiter haben und du musst es rechtzeitig anmelden, also nicht heut wollen und morgen kriegen. Es gibt hier immer 2 Seiten. Deine Interessen und die des Betriebes, der immerhin seinen Betrieb am laufen halten muss und die Arbeitsplätze der Kollegen sichern muss. Deshalb finde ich erzwingen mehr als moralisch bedenklich. Suche das Gespräch ohne Drohung

Kommentar von meNov1982 ,

"also nicht heut wollen und morgen kriegen" :

Wenn das Kind nun aber mal sofort unverhofft krank ist wie in 99,99% aller Fälle, was dann? Wie gesagt, Urlaub ist verbraucht, Gleitzeit gibt es nicht, Partner kann auch nicht, KITA nimmts Kind auch nicht.

Kommentar von tapri ,

wie gesagt, es gibt 2 Seiten. Bei einer so langen Freistellung muss auch der Betrieb weiter laufen können. Deshalb gilt in der Regel 10 Tage Vorlauf. Habt ihr euch schon mal mit dem Jugendamt (die haben ein großes Netzwerk) und den ganzen sozialen Hilfsstellen gesprochen? Die Kirchen und auch sonstige Vereinigungen bieten Hilfe und Unterstützung an.

Antwort
von Wumpratte, 62

Für die Pflege schwerstkranker Kinder wird das Kinderkrankengeld zeitlich unbefristet bezahlt. - Wenn das nicht der Fall ist musst du oder dein Partner Urlaub einreichen bzw. unbezahlt freigestellt werden.

Kommentar von meNov1982 ,

Angenommen der Arbeitgeber lehnt es ab, mich unbezahlt freizustellen. Der Urlaub ist aufgebraucht. Ebenso bei der Partnerin.

Kommentar von Wumpratte ,

"Den Anspruch auf unbezahlte Freistellung wegen der Krankheit eines Kindes kann Ihr Arbeitgeber nicht einschränken oder ausschließen." -Quelle: §§ 617 bis 619 BGB

Antwort
von Joergi666, 46
Kommentar von meNov1982 ,

Achso dann gilt also dieses Pflegegesetz mit Höchstdauer von 6 Monaten oder wie?

Kommentar von Joergi666 ,

genau, max. 6 Monate können nach diesem Gesetz in Anspruch genommen werden.

Kommentar von Wumpratte ,
  • Die Pflegezeit:

  • dient der längerfristigen häuslichen Pflege naher Angehöriger
  • berechtigt Sie zu einer vollkommenen oder teilweisen unentgeltlichen Freistellung bis zu 6 Monaten
  • gilt nur für Betriebe mit mindestens 15 Mitarbeiten
  • erfordert eine schriftliche Mitteilung an Ihren Arbeitgeber mindestens 10 Tage vor Beginn der Pflegezeit unter Angabe der Dauer und des Umfanges der Freistellung
  • kann Ihnen Ihr Arbeitgeber nur bei dringenden betrieblichen Gründen verweigern
  • führt zur Vergütung nur über den Anspruch nach § 616 BGB
  • verursacht einen besonderen Kündigungsschutz
Antwort
von Undsonstso, 55

"Erzwingen" klingt i-wie  doof. Als erstes würde ich das Gespräch mit dem Arbeitgeber suchen..... Vllt. kann man Überstunden nehmen oder gefehlte Zeit nacharbeiten....

Kommentar von meNov1982 ,

Reden kann man immer. Nur würde mich jetzt hier interessieren, was rechtlich möglich ist, wenn der Arbeitgeber nicht kooperativ sein sollte. Für den Fall der Fälle.

Kommentar von Undsonstso ,

Kommt ja auch immer darauf an, wo man arbeitet.... Mitunter kann man mal beim Betriebsrat oder Personalrat reden.

Antwort
von Annabell2014, 60

Danach wirst du nicht mehr bezahlt! Warum gehst du nicht zu deinem Hausarzt, erklärst ihm die Sache und lässt dich selbst krank schreiben?

Kommentar von meNov1982 ,

Ich möchte mich ausschließlich im legalen Bereich bewegen.

Kommentar von Annabell2014 ,

Dann Urlaub nehmen, oder unbezahlt zu Hause bleiben. Was anderes geht nicht.

Antwort
von LonelyBrain, 56
Kommentar von meNov1982 ,

Das steht nicht, was nach Ablauf der "Kind-Krank-Tage" passiert.

Kommentar von LonelyBrain ,

Da kann man auch unbezahlt zu Hause bleiben

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