Frage von Agaverus, 77

Kann man überhaupt gerettet werden, wenn man inmitten eines Sees zB. einen Krampf kriegt?

"Erst vor einigen Wochen ist ein 16 jähriger Junge nicht weit von meiner Stadt in einer Talsperre NUR 7 Meter vom Ufer ertrunken! Es war später Abend, er schrie noch um Hilfe doch seine Freunde konnten nur noch sehen wie er unterging. Bei einer kurz danach angelegten Suchaktion mit Feuerwehr, Polizei & Hubschrauber konnte der Junge nur noch tot geborgen werden."Immer wieder hört man von Menschen die in Flüssen und Seen verunglücken.

Oft sind Selbstüberschätzung oder Unwissen über unterschätze Gefahren wie zB. kaum sichtbare starke Strömungen die Ursachen. Man kann sich zu dem Thema informieren, es gibt viele Tipps um solche Unfälle zu vermeiden. ABER: Ich habe trotzdem das Gefühl, in offenen Seen zu schwimmen ist nicht zu 100% sicher.

Ich meine, stellt euch mal vor ihr schwimmt ein 10 Meter vom Ufer entfernt und plötzlich spürt ihr einen starken Krampf oder gar ein Herzinfarkt oder euer Kreislauf bricht zusammen und ihr fallt in Ohnmacht. Wer soll euch noch retten wenn ihr völlig plötzlich innerhalb von Sekunden untergeht wie ein Stein? In metertiefem Wasser sieht man doch nichts! Da können einen doch auch die Rettungsschwimmer von der Deutsche Lebens Rettungs Gesellschaft nicht mehr sehen! Was sollen die machen?!

Es ist was anderes, wenn man langsam untergeht oder noch an der Oberfläche schwimmen kann und um Hilfe rufen kann, da kann man gerettet werden.

Aber abgesehen davon stellt euch mal ihr schwimmt in einem See und der unwahrscheinliche Fall tritt ein dass ihr plötzlich untergeht - dann wird man ertrinken, oder?

Also: es gibt viele Sachen die man beachten kann um Unfälle in Gewässern zu vermeiden, aber aufgrund solcher Unfälle fühle ich mich unsicher, soll ich jetzt gar nicht mehr im See schwimmen gehen?

Ich habe das Gefühl in dem unwahrscheinlichen Fall, dass man direkt untergeht, kann einen keiner mehr retten, stimmt das?

Antwort
von Nashota, 26

Offene Seen sind auch nie sicher. Ich weiß auch, wie es ist, Angst zu bekommen, unterzugehen. Vor einigen Jahren war ich mit meinen Kindern auch mal an einem See baden. Das Wasser sah klar aus, also dachte ich, schwimmst du mal ein Stück. Mitten im See aber auf einmal Unmengen von Algen, die sich auch schnell um Hand-und Fußgelenke wickelten.

Unweit von mir waren Leute in Schlauchbooten oder auf Luftmatratzen. Ich hatte aber gar keine Luft, um laut zu rufen. Ich hatte nur Panik und versuchte, den Kopf oben zu halten und mich aus den Verschlingungen zu befreien.

Irgendwie und irgendwann gelang es mir auch. Ich war total kraftlos, als ich endlich wieder Boden unter den Füßen spürte. Und seitdem paddle ich nur noch in Ufernähe herum. Dieses machtlose Gefühl hat sich unauslöschlich ins Gehirn gebrannt.

Kommentar von Agaverus ,

Danke fürs teilen dieser Geschichte!
Ich empfinde genau so, Stichwort Machtlosigkeit & unvorhersehbar - plötzlich.

Bei
Algen sollte man besser ruhig bleiben, was mir bestimmt gelingen würde
da ich in solchen Situationen eher ruhig bleibe, aber ich will mir gar
nicht vorstellen was für ein innerer Druck das gewesen sein muss darum
zu kämpfen, endlich festen Boden unter den Füßen zu spüren..

Ich werde nicht mehr so weit rausschwimmen :D
außer im Schwimmbad^^

Kommentar von Nashota ,

Es war auch noch viel Seegras dabei. Und ohne Boden unter den Füßen bleibt man nicht lange ruhig, wenn sich Arme und Beine wie gefesselt anfühlen.

Antwort
von Rockuser, 26

Wenn man berücksichtigt das etwa 400 Personen im Jahr in deutschen Binnengewässern ertrinken, sollte man nichts übertreiben.

Wenn man einen Krampf bekommt und untergeht, hat man höchstens noch eine Chance, wenn man schnell geborgen und Wiederbelebt wird.

Kommentar von Agaverus ,

Ich finde es erschreckend wie schnell einen keiner mehr retten kann wenn man einmal untergegangen ist.
(auch wenn dieser Fall sehr unwahrscheinlich ist)

Kommentar von Rockuser ,

Der Fall passiert hier in der Gegend recht Regelmäßig. Wir haben hier riesige Kies Baggerlöcher, mit bis zu 40 mTiefe. Wenn Du dort allein bist, hast Du verloren, wenn Du in eine Kälteblase schwimmst.

Dann kann man sich binnen Sekunden nicht mehr bewegen. Ich hänge mal eine Karte ein.Die Weser hoch, sind überall unbewachte Teiche, da kann dir keiner helfen.

https://www.google.de/maps/@52.3228566,9.0048654,10.71z

Kommentar von Agaverus ,

"Kälteblase" !!!
Auch noch nie gehört! Sehr interessant, wieder was gelernt danke :D
Genau solche unvorhersehbaren Gefahren sind es, die ich meine.
Erschreckend wie schnell so etwas passieren kann und wenn man einmal unter gegangen ist, bleibt man unten, leider.. meistens.

Antwort
von gretaundjulchen, 16

Möglichkeit 1: Du gehst unter, jemand verständigt Hilfe, aber du wirst unter Wasser nicht mehr gefunden.

Möglichkeit 2: Es reagiert sofort jemand, erwischt dich unter Wasser noch und zerrt doch zurück an die Oberfläche.

Möglichkeit 3: Du gehst nicht alleine schwimmen, sondern hast immer andere Menschen dicht um dich. Nicht zu weit rausschwimmen, denn wenn der See urplötzlich nicht mehr 10, sondern 50m tief ist, kannst du einen Krampf kaum verhindern.

Möglichkeit 4: Du schwimmst mit einer aufblasbaren Matte, an der du dich notfalls festhalten kannst. Wenn du weit draußen schwimmst, kannst du dich zwischendurch auch daraufsetzen und deine Beine massieren usw. Sieht zwar nicht besonders toll aus, aber besser als tot.

Viel Spaß ^^

Kommentar von Agaverus ,

Ich liebe das Gefühl ruhig mitten in einem See zu schwimmen, aber in Zukunft werde ich das lassen, es sei denn es schwimmt ein Boot mit Rettungstauchern neben mir^^

Antwort
von xxlostmyselfxx, 32

Naja es sei denn jemand ist direkt neben dir und zieht dich hoch

Kommentar von Agaverus ,

Hab ich mir auch gedacht!
Das nächste mal wenn ich einen See durchschwimme, zwinge ich 2 meiner Freunde mich zu begleiten und teste vorher ob sie mich retten könnten :D

danke gute Antwort!

Kommentar von xxlostmyselfxx ,

Aber ich glaub man muss ein starker Schwimmer sein, denn in Seen oder Flüssen gibt es auch meist unentdeckte Strömungen :-) deswegen gehe ich dort nie schwimmen.

Antwort
von Agaverus, 31

Ich habe einmal einen großen See durchschwommen, das war gar kein Problem!
Aber auch ein guter Schwimmer kann völlig unvorhergesehen untergehen wenn er zB einen Kreislaufkollaps hat.
Da geht man doch in Sekunden unter!

Selbst Rettungskräfte die nur 1 Minute danach eintreffen würden einen unter Wasser doch gar nicht mehr finden oder?

Antwort
von ErsterSchnee, 21

Deshalb fährt ja auch niemand mehr Auto. Stell dir mal vor, der Fahrer bekommt einen Herzinfarkt - was da alles passieren kann! 

Kommentar von Agaverus ,

Richtig! Aber:
Es würde mir weit aus leichter Fallen, auf's See-Durchschwimmen zu verzichten als auf's Autofahren ;)

Antwort
von Flo1020304050,

Hallo, 

Ich würde es dir nicht empfehlen in irgendwelchen unbeaufsichtigten Seen baden zu gehen. Geh lieber in einem See schwimmen, welcher als Badesee gekennzeichnet ist, alles andere ist extrem unsicher.

Antwort
von SerenaEvans, 25

Du dramatisiert gewaltig. Allein weil solch Fälle eher selten auftreten. Solange man etwas aufpasst und sich nicht überschätzt, besteht keine Lebensgefahr.

Kommentar von Agaverus ,

"Allein weil solch Fälle eher selten auftreten"
Das ist mir bewusst, darum geht's hier nicht.
Es geht nicht darum ob Schwimmen in Seen allgemein sicher ist, sondern ob man in einem unwahrscheinlichen Szenario gerettet werden könnte - oder nicht.

Ich überquere täglich mehrere Straßen und dabei bin ich auch noch nie plötzlich in Ohnmacht gefallen.
Trotzdem würde ich mir gerne vorstellen, was im Fall der Fälle vorrausichtlich passieren würde - und bei Seen bin ich mir eben unsicher was passieren würde.

Ich gehe sowieso trotzdem weiter in Seen schwimmen ^^
aber geht halt um was wenn..

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