Frage von Mannimanaste, 94

Kann man Sternbilder fotografisch so abbilden, dass man sie so deutlich sieht wie mit dem bloßen Auge?

Das Problem ist, dass man bei ausreichender Belichtungszeit zu viele Sterne auf dem Foto sieht, und die hellen Sterne der Sternzeichen längst nicht so deutlich hervorstechen, wie das beim Betrachten des Nachthimmels mit dem bloßen Auge der Fall ist (obwohl man in klaren Nächten auch dabei ähnlich viele Sterne sieht, wie auf einem ausreichend belichteten Foto).

Ich habe schon versucht, die Sternbilder mit kürzeren Belichtungszeiten, also quasi durch Unterbelichtung auf dem Foto deutlicher erkennbar zu machen, und das klappt auch. Allerdings sieht man dann kaum noch andere leuchtschwächere Sterne, die man aber mit dem bloßen Auge deutlich sieht, während die hellen Sterne der Sternbilder genauso deutlich zu sehen sind, wie auf einem etwas unterbelichteten Foto.

Gibt es da Beispielfotos, die zeigen, dass der Sternenhimmel auf Fotos in etwa so wirken kann, wie mit dem bloßen Auge? Oder geht es einfach nicht...?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von XoRaXDesignz, 20

Die Lösung deines Problems liegt im "Processing", sprich dem Nachbearbeiten des Bildes.

Bevor du dich daran wagst sind natürlich die Gegebenheiten wichtig.

Am besten ist :

Eine Full-Frame-Sensor Kamera (durch die erreichst du wesentlich hörte ISO-Werte ohne Rauschen. Bei den meisten (nicht Full-Frame) ist bei ISO 1600 Schluss)

Dann eine Objektiv mit möglichst großer Blende.
2,8 wird immer empfohlen aber ich selbst kann die aus Erfahrung sagen das 3,5-4 völlig ausreicht.

Dann muss die Umgebung wirklich dunkel sein.
Also keine Häuser, Laternen usw..

Am besten du fotografierst bei Neumond. Die App ~PhotoPills~ die ich auch benutze ist für die Planung super geeignet.

Wichtig ist auch das du im RAW-Format aufnimmst.

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Nun machst du deine Fotos bei 30" Belichtung mit der größten Blende (zB f3,5).

Dann ab in Adobe Lightroom (solltest du das nicht haben kann ich die im privat Chat Alternativen nennen)

Als erstes erhöht du den Kontrast indem du die "Highlights" komplett auf 0 setzt. Dann die sog. "whites" hoch.
Eben so die "Blacks" und die Mitte. Wieder auf 0.

Dann erstellst du eine Pinselmaske in der du etwas Farbe wieder ins Bild bringst indem du die "Sättigung" sowie die "Dynamin" leicht anhebst und um das Sternenbild drumherum malst. Achte dabei darauf das der Pinsel eine weiche Kante hat.

Die Sterne des Sternenbildes selbst bekommen eine neue Maske.
Sie werden geschärft, und aufgehellt.
Der Aufhellern Effekt ist der "Belichtungsregeler"

Achte bei der zweiten Maske drauf erst die Einstellung zurück zu setzten [Option (Win = Fn oder Alt : Mac = CNTRL)] und dann oben links auf "Reset" (zurücksetzten).

Nun kannst du weiter mit Verläufen arbeiten um deinem Bild einen größeren dynamischen Umfang zu geben usw.

Bei weiteren Fragen gern kommentieren.
MfG XoRaX

Kommentar von XoRaXDesignz ,

Um das wackeln zu minimieren nutze ich da ich keinen fernauslöser habe die Timer Funktion.

10sek dann macht die Kamera das Bild.

Kommentar von Mannimanaste ,

Danke für Deine Anleitung. Kannst Du vielleicht ein Beispielbild präsentieren?

Kommentar von XoRaXDesignz ,

Ich bin momentan noch im Urlaub, also habe ich selbst grade nur unbearbeitete RAW Bilder. Aber so sehen meine aus wenn sie aus der Kamera kommen.

Kommentar von randomuser20 ,

Mit der Sony a6300 (APS-C) kann man mit auch locker noch bei ISO 6400 fotografieren.

Kommentar von XoRaXDesignz ,

Ok meine schafft das nicht😂

Antwort
von nextreme, 20

Erstmal weit weg von jeglicher Ortschaft oder überhaupt beleuchteten Gegenden. Das Licht am Boden erhellt dummerweise auch immer den Himmel, man spricht auch von light smog. Dann lichtstarkes Objektiv den Rest über die ISO regeln und eben tatsächlich eher kurze Verschlusszeiten. Robustes Sativ und Fern- oder Selbstauslöser um nicht schon beim Betätigen des Knopfes zu verwackeln. Bei guten DSLRs gibt es auch die Möglichkeit der Spiegelvorauslösung, die verhindert das geringfügige wackeln der Kamera durch den Spiegelschlag.


Antwort
von Burni2704, 18

Hallo,

ich belichte immer um die 20 Sekunden ggf. auch weniger. Eine Rauscharme Kamera ist natürlich sehr hilfreich. ich habe mit meinem Samyang Objektiv recht gute Sternenbilder, jedoch wie nextreme bereits erwähnte brauch man sehr sehr dunkle Orte um einen Schönen Sternenhimmel einzufangen. Ich fotografiere mit Sony Alpha 6000 und fernauslöser.

LG

Kommentar von Mannimanaste ,

Und hast Du so dann Sternbilder auf Fotos, die man so ähnlich klar und gut erkennen kann, wie mit dem bloßen Auge am Himmel (also auch mit ähnlich vielen Umgebungssternen, wie man sie mit bloßem Auge bei guten Bedingungen am Himmel sehen kann)?

Kannst Du hier mal eins davon präsentieren?

Antwort
von XoRaXDesignz, 24

Hier die Bilder

Kommentar von XoRaXDesignz ,

Wie gesagt alle noch unbearbeitet mit den Settings : 30" / f3,5 / ISO 1600

Kommentar von Mannimanaste ,

Danke für die Beispielbilder.    :)

Und schönen Resturlaub!

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