Frage von xxaliyaahxx, 58

Kann man so eine Situation anklagen?

Hallo, ich habe eine gute Bekannte die vor paar Wochen in einem Geschäft „probe“ gearbeitet hat. Sie hat insgesamt 37 Stunden für dieses Unternehmen gearbeitet und jedes mal wurde ihr versprochen, dass es nur die Einarbeitungszeit bzw. Probe Arbeit sei. Sie hat innerhalb dieser 4 Wochen alles gelernt und die Kunden sowie alle anderen Mitarbeiter waren sehr zufrieden mit ihr und haben sie sogar gelobt, dass sie alles so schnell gelernt und verstanden hat. Vor zwei Wochen wurde ihr dann mittgeteilt, dass sie am darauffolgenden Montag den Vertrag bekommen würde. Als sie den Inhaber kontaktiert hat, hatte er ihr gesagt das sie nochmal kommen solle um zu arbeiten, weil er diesmal im Geschäft ist und selber beurteilen möchte, ob sie das kann. Der Chef hat sie andauernd herum kommandiert und geschimpft oder gemeckert wieso sie dies und das so macht und nicht anders und als sie als Begründung sagte, dass sie es so gelernt hätte von den anderen Mitarbeitern, war der Chef still. Als sie Feierabend hatte sagte der Chef ihr, dass sie nochmal die ganze Woche kommen solle und diese ganzen Stunden nicht bezahlt werden. Nun reichte es ihr und sie hat diese „Probezeit“ abgebrochen. Sie ist derzeit in Ausbildung und volljährig (falls dies wichtig ist zu wissen.) Nun wollte ich fragen ob es möglich ist das Unternehmen anzuklagen und das Geld zu bekommen? Immerhin sind es nicht einfach 5 Stunden und einem Hoffnung zu machen und auszunutzen finde ich einfach frech.

Antwort
von Appelmus, 58

Was hat denn der Praktikumsvertrag/Probearbeitsvertrag für eine zetiliche Befristung gehabt? Wurde der immer wieder neu ausgestellt? Oder hat sie etwa schwarz dort gearbeitet? Dann siehts mit einem Klageweg sowie sehr düster aus. Wenn beide Seiten sich einig waren, dass ein Vertrag zustandekommen soll, dann ist bereits ein Arbeitsvertrag geschlossen worden.


Kommentar von xxaliyaahxx ,

Es gab keinen Vertrag sondern eher ein Gespräch mit dem Inhaber. Der sagte ihr, dass sie 1 Woche lang Probearbeiten soll und dann ein Vertrag geschlossen wird, falls sie zum Unternehmen passt. Sie hat aber 4 Wochen „probegearbeitet“ und sie wollten ihr erst nach dieser sehr langen Zeit einen Vertrag geben (oder vielleicht auch nicht?), denn sie hat ja abgebrochen und wir wissen leider nicht was daraus geworden wär. 

Kommentar von Appelmus ,

Sie hat dank fehlendem Praktikumsvertrag im Grunde nichts in der Hand. Auch wenn ein schriftlicher Praktikumsvertraglaut BBiG nicht zwingend erforderlich ist, würde ich nie ohne ein Praktikum beginnen. Worauf will sie sich denn beziehen bzw. berufen? Was wäre im Falle eines Unfalles geworden? Sie hätte bereits nach einer Woche einen Vertrag verlangen sollen, um all diese Dinge auch schriftlich nachweisen zu können.

Und was wäre passiert, wenn es eine Überprüfung des Arbeitgebers gegeben hätte? Im schlimmsten Fall Schwarzarbeit? Sie kann den Rechtsweg gerne probieren. Hat sie Stundenzettel als Nachweis?

Kommentar von Familiengerd ,

Wenn es überhaupt keinen schriftlichen Vertrag gibt, dann steht Deine Bekannt de jure jetzt in einem unbefristetes Arbeitsverhältnis!

Unabhängig davon aber hat sie jedenfalls Anspruch auf Bezahlung, wenn die Bezahlung für die Dauer einer Einarbeitungszeit nicht ausdrücklich ausgeschlossen worden ist!

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community