Frage von YourYuno, 60

Kann man seine Empathie wieder erlangen?

In den letzten Jahren hatte ich einige Probleme, Geldsorgen, Herzkrankes Kind, Schwangerschaft als jugendliche und auch geich Zwillinge, Umzug, Trennung, Agressionen, Depressionen.... einfach eine ewig lange Liste an Problemen und das in den letzten fast 4 Jahren.

Natürlich ist dabei, nicht bloß mir, aufgefallen, dass ich meine Empathie stark eingebüßt habe. Mein Mitgefühl ist bei weitem nicht mehr das, was es einmal war. Wenn mir andere etwas erzählen (traurig/lustig/wütend) kann ich mich da nicht sonderlich hinein steigern. Es ist eher so, dass ich die Gefühle >kopiere< ich gebe die Mimik und Gestik wieder, wie ich denke, dass es von mir erwartet wird. Ich kann auch keine Ratschläge mehr erteilen, es ist so, als ob da eine Mauer wäre, an der ich einfach nicht vorbeikomme. Ich mache den Mund auf um etwas zu sagen, doch stocke, da ich nciht weiß was??

Hat da jemand einen Rat? Und bitte... nichts in die Richtung das ich mich zuerst um meine probleme kümmern muss... blah blah... 1. die Leier kenne ich bereits^^ 2. habe ich derzeit weder lust und noch weniger eine ruhige Zeit dazu. :) sagt mir einfach mal, was ihr darüber wisst/ mir sagen könnt/ tipps habt :) Dankeee

Antwort
von Chaosqueen1997, 26

Hallöchen, 

ich denke das ist deine "Einstellung" die du dir wegen deinen ganzen Problemen angeeignet hast. 

Du hast echt ganz schön viel mitmachen müssen. Jetzt ist das wahrscheinlich so, dass du denkst, wenn eine Freundin zu dir kommt und sich Beispielweise über ihren Freund bei dir auslässt, du kein Mitgefühl zeigen kannst, weil das Peanuts ist im vergleich zu den ganzen Sachen, die du schon durchgemacht hast. 

Dennoch denke ich kann sich diese Einstellung auch wieder ändern mit der Zeit. 

Hoffe ich habe das richtig interpretiert. 

lg, hoffentlich geht es dir bald etwas besser

Kommentar von YourYuno ,

Nein, es ist nicht so, dass ich mir denke "ach was weißt du schon" oder ähnliches

Das ist ja mein Problem, ich möchte gerne auf ihre Probleme eingehen, ihnen Ratschläge geben und ähnliches, doch wüsste ich nicht was ich sagen soll. 

Also im Sinne ihnen >voll zuwenden, meine gesamte AUfmerksamkeit schenken und auf das Problem eingehen.< So etwas kann ich überhaupt nicht mehr. das einzige was kommt ist "ach du arme" "Das verstehe ich" also bloß irgendwelche Floskeln :/

Außerdem würde ich schon auch gerne wieder auf Gefühle eingehen, weil ich Hobbyautorin bin, also ohne Verkauf, oder iwas, sondern einfach nur veröffentlichen und die anderen sollen sich darüber freuen. Aber natürlich, ohne auf Gefühle eingehen zu können, sind die Geschichten auch nicht mehr sonderlich gut.

Antwort
von Alex313, 24

Hallo YourYuno,

ich glaube nicht, dass Du Deine Empathie (stark) eingebüßt hast, zumal es bei Empathie nicht darum geht sich "sonderlich hinein steigern" zu müssen, wenn Andere einem z.B. etwas trauriges, lustiges oder Wut erzeugendes erzählen.

Mit zunehmenden Erfahrungen - insbesondere auch beim Durchleben schwieriger Lebensphasen - entwickelt sich Empathie immer stärker in Richtung Verständnis und Toleranz, damit wir vor lauter Mitgefühl für andere Menschen nicht im allzu Menschlichen stecken bleiben und/oder unser Selbst-Mitgefühl vernachlässigen.  

Deine Ansage in Sache "Und bitte... nichts in die Richtung das ich mich zuerst um meine Probleme kümmern muss ..." erlaubt die Annahme, dass da noch einige offene Baustellen sind, was vielleicht als Ursache für die Blockade (Mauer) anzusehen ist.

Es gibt Menschen, die sich gerne mit den Problemen anderer beschäftigen und/oder auch darum kümmern wollen, weil es sie für eine gewisse Zeit von den eigenen Problemen oder destabilisierenden Faktoren ablenkt. Manchen Menschen gelingt es, manchen auch nicht.Treffen wir bei einem anderen Menschen auf eine Problematik die wir bei selbst nicht aufzulösen verstehen, dann kann das Mitgefühl für mein Gegenüber durch ein Selbst-Mitgefühl überlagert werden.

Die Wiedergabe einer Mimik oder Gestik, so wie ich annehme das es von mir erwartet wird, würde ich nicht als Wiedergabe bezeichnen, sondern als Projektion meiner eigenen Erwartungshaltung, in Kombination mit einer Art von Verlegenheit.

Wenn ich in Deinen Antworten auf andere Fragen schaue, findet sich u.a. folgender Satz:

"Nicht das ich das Jugendamt mag, aber wenn man weiß wie man sie um den Finger wickelt, sind sie deine besten Verbündeten."

Um andere Menschen erfolgreich manipulieren zu können, bedarf es schon einer größeren Menge an Empathie und je härter der aktuelle Lebenskampf, desto stärker richtet sich die Empathie nach den eigenen Bedürfnissen. Sind wir mit uns und der Mitwelt im Reinen, dann verschwindet auch die Mauer.

Kommentar von YourYuno ,

Okaay... Als erstes: dachte ich wirklich dass jetzt etwas hilfreiches kommen würde. 

Als zweites: D.h ich habe nicht meine Empathie verloren, oder eingebüßt, sondern bin lediglich kaltherzig geworden? 
Ich weiß, dass ich schon immer ein Ar.ch war und das werde ich auch immer bleiben... (nicht im Sinne von Feund betrügen oder jemanden iwem ausspannen usw.) aber ja... vielleicht musste es tatsächlich irgendwann einmal, durch das was ich bereits alles durch gemacht und vor allem eingebüßt habe, geschehen. 

Doch trotzdem würde ich (bestes Beispiel, da es erst vor 2 Wochen war:) nicht einfach da sitzen und ratlos drein sehen, während mir meine beste und vor allem einzige Freundin erzählt, dass sie einen Selbstmordversuch am vortag hatte und jetzt wieder in der Psychiatrie hockt. 

Das ist jetzt eigentlich das ausschlaggebende, weshalb ich meine Empathie gerne wieder hätte. Früher konnte ich Ratschläge geben, Mädels sind immer zu mri gekommen und suchten Rat/trost u Mitgefühl bei mir. Ich konnte es ihnen bedingungslos geben. 
Im Gegensatz zu früher jedoch, kann ich allerhöchstes Wütend sein. Und das nicht einmal äußerlich. Abweisend? Ja. Aber wütend? Traurig? Glücklich? Das alles spielt sich bloß in meinem Kopf ab. Da kann ich die Leute anschreien, ihnen sagen, wo sie sich was wohin stecken können. 
Aber was tue ich äußerlich? ich lächle und nehme es hin. Ich spiele ihnen das vor, wo ich weiß, dass beeinflusst sie jetzt. Dadurch werden sie nachgiebig und mögen mich auf anhieb. 

Aber ja... jz sehe ich es auch. Ich bin ein kaltherziges Miststück geworden ... Zumindest zu den Leuten in meiner Altersklasse... -.- trauriger weise kann ich das nicht einmal sarkastisch sagen/schreiben. 

Kommentar von Alex313 ,

Dir fehlt das Urvertrauen!

Es ist nicht wirklich verwunderlich, dass immer mehr Menschen das Vertrauen in die gesellschaftliche Struktur verlieren, in der (fast) jeder gegen jeden ausgespielt wird, um ein Maximum an Effizienz aus den Menschen herauszuholen.

Hierzu passt folgende Altchinesische Staatsweisheit:

"Der berühmte Philosoph Mong tse (372-289), dessen Buch zu den klassischen Schriften zählt, kam einst an den Hof des Fürsten von Weh, um ihm seine Dienste anzubieten. Der Fürst Sprach zu ihm:

"Da Ihr tausend Meilen zurückgelegt habt, um in mein Land zu kommen, wollt ihr zweifellos besonders eifrig für meinen Vorteil tätig sein."

Mong tse erwiderte:

"Was sprecht Ihr von Vorteil? Hebung der bürgerlichen Moral, darauf kommt es an. Wenn der Fürst bei seinen Staatsgeschäften nur an seinen Vorteil denkt, dann arbeiten auch Minister, Beamte und jeder einzelnen Bürger lediglich für ihren privaten Vorteil. Man kann ohne Übertreibung behaupten, ein solcher Staat ist in Auflösung. Sorgt dagegen der Fürst für Hebung der allgemeinen Moral, so wächst der Zusammenhalt in der Familie und damit von selbst auch die Opferbereitschaft für den Staat."

Kommentar von YourYuno ,

Seit ich mich mit Tieren befasse, Ja verdammt! Da fehlt mir bei weitem das Vertrauen in die so genannte >Menschheit<. Wir sind abscheulich, barbarisch, von Emotionen gesteuert und vom Neid zerfressen. 

Tiere haben diese Probleme nicht. Sie regeln ihre Probleme nicht in dem sie zur Therapie gehen, sich freundschaftlich auf die Shculter klopfen und hinterrücks reden, oder stopfen sich mit iregenwelchen chemischen Zeug Tag für Tag zu. Der Mensch ist kurz: für den After! Aber das ist eig kein bisschen das Thema auf welches ich hinaus wollte :D 

Trotzdem würde ich liebend gerne wissen, wie ich mein oben benannte Problem wieder in den Griff bekomme. Ich kann nicht den Rest meines Lebens mit meinem Engelchen im Gesicht und dem Teufel in den Gedanken herumlaufen. Irgendwann wird auch meine >Kiste< voll sein und ich keinen Nachschub an neuen haben. 
Dann breche ich zam, bin psychisch am Ende, oder nehme mir im schlimmsten Fall noch dummer weise mein Leben. 

Vielleicht nicht morgen, oder in einem Monat. Aber irgendwann werde selbst ich meine eigenen Charakter nciht mehr tragen können. Daher: wie werde ich meinen >Herzlosen< Charakter wieder los? Langsam denke ich wirklich, dass man mich (wenn ich bloß klug genug dazu wäre) entweder ins Militär stecken könnte, ohne dass ich ne Träne vergieße, oder in ein Labor um Menschen zu foltern. Beides wird mich irgendwann nciht mehr stören und das möchte ich beim besten willen nicht -.- 

Kommentar von Alex313 ,

Wenn dem so ist, dann könnte es helfen an der Fähigkeit zu arbeiten, zwischen den Geschehnissen und Erfahrungen des Lebens und dem Bewusstsein, das diese Erfahrungen macht, zu unterscheiden.

Wie kann so etwas gelingen?

Mir ist vor einiger Zeit ein Buch mit dem Titel "Das Weise Herz" begegnet (von Jack Kornfield), indem einige interessante Ansätze zu finden sind, wie es gelingen kann das aktuelle Bewusstsein, welches durch die gegenwärtigen geistigen Zustände gefüllt wird, zu wandeln.

"Der Geist ist wie ein Fernseher mit Hunderten von Kanälen. Welchen Kanal schalten Sie ein?" ... und warum schalten manche Menschen unheilsame Kanäle ein?

Oft sind wir von dem Drama, das sich gerade abspielt, so gefesselt, dass wir nicht einmal merken, dass wir umschalten können, nicht merken, dass das Bewusstsein nur Empfangsstation ist.

"Achtsamkeit hilft uns zu erkennen, welchen Kanal wir eingeschaltet haben. Wir lernen umzuschalten, das >>Programm<< zu wechseln, indem wir erkennen, dass alle Geisteszustände nur Erscheinungen des Bewusstseins sind."

Kommentar von YourYuno ,

Hm, so etwas interessiert mich wirklich sehr. 

Werde mir das Buch definitiv bestellen, habe bereits die Leseprobe online gefunden, da es sehr interessant klingt. Danke für den Buchtipp^^ 

Danach werde ich einfach einmal weiter sehen, nachdem meine depressive Phase nun endlich vorbei zu sein scheint. In eineTherapie möchte ich nämlich unter keinen Umständen, Bücher vertraue ich da wesentlich mehr da ich zu dieser Zeit für mich bin, selbst über das NAchdenken kann, was ich möchte, 

Die Hoffnung, dass das was ich eben durchmache >einfach bloß eine Phase< ist, habe ich leider nicht mehr. Vielleicht helfen mir Ratgeber weiter (und nein, ich bin keiner dieser Leute, die in Ratgebern ihre >Krankheites o.ä.< finden und sich einbilden sie hätten exakt das obwohl es dann gar nicht so ist) 

Danke jedenfalls für deine Mühe und guten Worte, die letzten Tage waren etwas...schwieriger für mich und daher muss ich mich auf jeden Fall entschuldigen. :) Ich war etwas schroff und... nj nicht unbedingt auf den Mund gefallen :P das geht während meiner Depressionsphase HAnd-in-Hand irgendwie ^^ vergiss bitte meine leicht provokante Wortwahl

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community

Weitere Fragen mit Antworten