Frage von Benny2293, 261

Kann man Schulden auf eine andere Person übertragen?

Zu meiner Situation. Vor ungefähr 3 Jahren hat meine Mutter einen Vertrag mit Sky mit einem Mobilfunkanbieter abgeschlossen, auf meinen Namen. Sie hat mich gefragt und mir garantiert immer zu zahlen. Sie hat öfters nicht gezahlt und die Verträge wurden aufgelöst. Sie allerdings behauptet immer gezahlt zu haben und sagt es handelt sich um ein Missverständnis. Wir wohnen beide zusammen in einem Haushalt und sie hat die Mahnungen und Inkassobriefe nie an mir weitergeleitet. Jetzt hat mich mein Chef angesprochen, dass der Betrieb ein Schreiben erhalten hat in der steht das mein Lohn gepfändet werden soll. Sky verlangt ca 1200€ und BASE ca 800€. Hinzu kommt noch OTTO, wo mich letzte Woche ein Inkassounternehmen angerufen hat und mir mitgeteilt hat, dass sie 250€ verlangen, was mir bis dahin auch unbekannt war. Meine Frage ist jetzt kann ich, wenn ich zu einem Rechtsanwalt gehe und ihm diese Situation schildere, die Schulden auf meine Mutter übertragen? Ich bin zwar bei Vertragsabschluss gerade 18 geworden, allerdings trifft mich doch eigentlich keine Schuld.

Antwort
von mepeisen, 244

Zwei Dinge mal trennen:

1. Das Verhältnis zwischen Mutter und dir

2. Das Verhältnis zwischen Gläubiger und dir.

Bei den Sachen, die bereits gepfändet werden, wo also schon Vollstreckungsbescheide vorliegen, ist der Zug abgefahren. Da kannst du auch kaum bis gar nicht gegen angehen, da die Briefe vom Gericht in deinen Machtbereich angekommen sind.

Die Otto-Geschichte lässt sich noch abwehren. Ich würde als erstes mal mit dem Gedanken anfreunden, dir schnellstmöglich eine eigene Wohnung zu suchen. Das, was die Mutter gemacht hat, vor allem bei der Otto-Geschichte, ist Betrug. Wenn du nichts davon wusstest, sie einfach ohne deine Erlaubnis auf deinen Namen bestellt, und dich mit den Schulden alleine sitzen lässt, ist das auch aus menschlicher Sicht einfach nur abgrundtiefer Mist.

Ich würde die Mutter zur Rede stellen, wieso sie dir dein Leben versaut, weil sie auf deinen Namen Schulden macht. Und wenn sie sagt, dass sie doch alles bezahlt habe, frage, wieso dann dein Gehalt gepfändet werden soll und frage nach Kontoauszügen. Sie wird, da bin ich mir sicher, nichts davon erklären können und abwiegeln o.ä.

Auf jeden Fall solltest du zu vor diesem klärenden Gespräch einem Anwalt gehen. Der kann dir nicht bei der Abwehr helfen (ausgenommen die Otto-Geschichte), aber er kann dir helfen, das Geld von der Mutter zurückzuverlangen. Gerade dann, wenn sie sich weigert.

Antwort
von grubenschmalz, 104

Pech, du hast unterschrieben. Bekomme schnellstens deine Finanzen in den Griff.

Antwort
von Georg63, 199

Wenn du Verträge unterschrieben hast, bist du auch verantwortlich. In diesem Fall wird kein Gläubiger einer irgendwie gearteten Übertragung der Schulden an deine Mutter zustimmen, da die bereits als unzuverlässiger Schuldner bekannt ist. Sie darf natürlich sofort alles bezahlen - dann bist du raus aus der Nummer - nur kann sie das vermutlich nicht.

Für Verträge, die du nicht unterschrieben und auch sonst nicht nachweisbar selbst abgeschlossen hast, bist du nicht verantwortlich. Allerdings wäre dann eine Anzeige gegen deine Mutter wegen Identitätsdiebstahl oder -missbrauch angesagt.

Ein Anwalt kann die Schulden auch nicht übertragen und wird dir nur helfen können, wenn du bereit bist, deine Mutter "in die Pfanne zu hauen". Verdient hätte sie es meiner Ansicht nach, aber das ist deine Entscheidung.

Kommentar von Benny2293 ,

Und wie verhält sich das, wenn die Vertäge über das Internet abgeschlossen wurden? Ich habe dann ja praktisch nie etwas unterschrieben. Oder ist das gleichwertig mit einer Unterschrift?

Kommentar von Georg63 ,

Das ist nicht gleichwertig und der Vertragspartner muss glaubhaft darlegen, dass du den Vertrag abgeschlossen hast und nicht ein anderer in deinem Namen.

Antwort
von Ronox, 174

Nein, da du Vertragspartner bist (sie hat dich beim Abschluss vertreten) sind es auch deine Verbindlichkeiten. Du hast zwar einen Ersatzanspruch gegen sie, aber der hilft dir nicht viel. Eine befreiende Schuldübernahme ist nur mit ihrem und der Einverständnis des Gläubigers möglich. Du solltest dein Konto schnell auf ein P-Konto umstellen, da dieses wohl auch bald gepfändet wird.

Kommentar von mepeisen ,

Das, was du schreibst, ist richtig. Das gilt aber nur für Sky und Mobilfunkanbieter. Das gilt nicht für Otto, von dem sie offenbar ja nichts wusste.

Antwort
von JoJoPiMa, 153

Im Falle eines Ganges zum Anwalt: die Möglichkeiten der Wiedereinsetzung des Verfahrens in den vorigen Stand sollte besprochen werden. Ist nicht einfach, aber wahrscheinlich sieht der RA Möglichkeiten.

Die Verletzung des Briefgeheimnisses sollte dabei ebenfalls besprochen werden. Schließlich entscheidet "der Absender", wer Kenntnis von einem Schriftstück nehmen darf.

Die Mutter hat dich über den Abschluss der Verträge informiert, und Du warst damit einverstanden, aber sie hat dir die Möglichkeit genommen (Post unterschlagen), auf Zahlungsrückstände zu reagieren.

Die Sache mit Onlinevertrag ist zu schwammig. Es ist davon auszugehen, dass ihr den gleichen Anschluss verwendet habt.

Antwort
von Rockuser, 147

Das würde gehen, wenn die Gläubiger einwilligen. Was ich allerdings nicht glaube, weil Du ja scheinbar Liquide bist.

Antwort
von kim294, 154

Doch, im Grunde trifft dich die Schuld. Du hast die Verträge abgeschlossen und bist somit auch dafür verantwortlich, dass die Beiträge gezahlt werden.

Warum hat deine Mutter die Verträge nicht auf sich gemacht? Hat sie einen Schufa-Einrtrag? Dann wird das sicher seinen Grund haben.

Kommentar von Benny2293 ,

Ja, sie hat einen Schufa-Eintrag. Aber kann man nicht sagen, dass sie mich deshalb ausgenutzt hat?

Kommentar von kim294 ,

Mit 18 ist man erwachsen und sollte wissen, dass so eine Unterschrift Konsequenzen haben kann.

Trotzdem ist das Verhalten von deiner Mutter absolut nicht in Ordnung.


Und für sowas relativ unwichtiges wie einen Vertrag mit Sky würde ich nicht für andere unterschreiben. Wenn man den Vertrag nicht selbst abschließen kann, muss man es halt lassen. Da handelt es sich dann nicht um eine Notsituation.

Antwort
von pilot350, 124

Deine Mutter muss eine offizielle Schuldenübernahmeerklärung unterzeichnen und die Schulden begleichen.

Kommentar von ghasib ,

Genau so ist es

Kommentar von mepeisen ,

Nur wird den Gläubiger das - zu Recht - nicht interessieren.

Kommentar von ghasib ,

Oh man der chronische Besserwisser. Wenn der Sohn nichts hat dann können die gar nichts machen. Um das ging es doch auch gar nicht. Wenn du nichts mehr siehst kauf dir ne Brille man. Es ging darum ob er da raus kommt wenn man das auf die Mutter überträgt und lautet die Antwort JA. Himmel noch mal da bekommt man Beklemmungen. Echt wahr. Hast mich verschont heut oder wurde ich auch belehrt? Herrgott

Kommentar von pilot350 ,

es wird hier immer wieder welche geben die mit gefährlichem Halbwissen um sich werfen um als Besserwisser dazustehen. Die brauchen das weil sie sonst keine Anerkennung im Leben haben.

Kommentar von mepeisen ,

Wenn der Sohn nichts hat dann können die gar nichts machen

Darum geht es doch gar nicht. Kapierst du das nicht? Ihr zwei hier behauptet, Tochter/Sohn könnte das abwehren in irgendeiner Form, wenn die Mutter ein Schuldeingeständnis unterschreibt. Das ist Schwachsinn, da Tochter/Sohn das Einverständnis zum Vertrag gegeben hat. Bestenfalls erreicht man damit eine gesamtschuldnerische Haftung oder dass Sohn/Tochter das von Mutter zurückholen kann. Mehr nicht. Auf mehr lässt sich auch kein Gläubiger ein und das kann er auch nicht.

Und bevor du jetzt irgendwas noch schreibst: Das BGB ist hier eindeutig. Schuldner können ihre Schulden nicht einfach auf andere Personen übertragen ohne Mitwirkung des Gläubigers. Das ist einfach unmöglich.

Sonst würde ich meine hausschulden auch sofort auf einen Obdachlosen übertragen. Wäre ja noch schöner, wenn das ginge. Denk mal nach. Und bevor du weiter behauptest, du arbeitest in einem Notariat: Wer mit so einem Blödsinn um sich wirft, der hat absolut keine Ahnung.

Kommentar von franneck1989 ,

Da haben sich aber zwei gefunden. Logik ist aber nicht eure Stärke. Die Ansprüche des Gläubigers bestehen unverändert fort, egal was zwischen Mutter und Kind vereinbart wird.

Kommentar von pilot350 ,

Eine Stärke ist gefährliches Halbwissen und Beratungsresistenz. Wenn eine Forderung von der Tochter auf die Mutter selbstschuldnerisch abgetreten wird besteht die Forderung selbstverständlich weiter. Natürlich ist es egal. Das hat doch auch niemand anders dargestellt. Ich sag es ja immer wieder Text lesen und verstehen sind für solche mit gefährlichem Halbwissen zwei Welten.

Kommentar von mepeisen ,

abgetreten wird

Dann lies mal §398 BGB. Da steht nichts von dem Mist, den du hier herumerzählst. Und auch sonst steht das nirgendwo. Ein Gläubiger kann etwas abtreten. Ein Schuldner nicht.

Kommentar von franneck1989 ,

Eine Forderung kann nur vom Gläubiger abgetreten werden. Daher ist dieser Vorschlag reichlich sinnfrei.

Kommentar von pilot350 ,

passen besser als Deine von Uneinsichtigkeit gefüllten Kommentare.

Kommentar von franneck1989 ,

Du versuchst ja nichtmal, meine Behauptung zu entkräften. Wie kann ich dann uneinsichtig sein? Im übrigen sind hier eine Reihe richtiger Antworten, z.B. von mepeisen, zu lesen. Einfach mal zu Gemüte führen...

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