Frage von UUschii, 55

Kann man Schmerzenzgeld erwirken, wenn eine Frührehastation im Krankenh. es fahrlässig versäumt hat, ein spezielles orthop. Rollstuhlsitzkissen zu verschreiben?

Meine Mutti musste vor 6 Wochen am offenen Herzen operiert werden, erlitt dabei einen Schlaganfall und erwachte mit einer linksseitigen Lähmung aus der Narkose. Sie wurde vom Herzzentrum auf eine neurologische Früh-Rehastation verlegt. Meine Mutti, 78 Jahre alt, die ihr Leben bis dahin nahezu zu 100% zu Fuß bestritt -sie lebt seit 1999 allein, kein Führerschein und wegen eines schweren Fahrradunfalls in der Kindheit fährt sie auch nicht mit dem Fahrrad- muss nun im Rollstuhl sitzen. Das verursacht bei ihr unerträgliche Schmerzen am Rücken und besonders am Steißbein und, obwohl sie ihr Leben lang nie über ihre Schmerzen auch im Lendenbereich klagte, klagte sie fast permanent über diese unerträglichen Schmerzen. Aus ärztlicher und therapeutischer Sicht soll sie, mit Ausnahme der Mittagsruhe, den ganzen Tag im Rollstuhl sitzen. Dafür sollte sie, nach Auskunft einer Ärztin der Station, ein spezielles orthopädisches Sitzkissen bekommen, damit die Schmerzen erträglich werden. Obwohl ich auf der Station immer wieder nach diesem Kissen fragte, wusste angeblich niemand darüber Bescheid. Zudem machte ich die Station immer wieder darauf aufmerksam, dass meine Mutti diese Schmerzen nicht aushält. TROTZDEM MUSSTE sie der Anweisung folgen und saß seit über 14 Tagen von morgens nach der Frühpflege bis nach dem Mittagessen und von der Kaffeezeit bis nach dem Abendessen im Rollstuhl, ohne Kissen. Sie bekam auf mein Drängen irgendwann ein normales Microfaser-Rollstuhlkissen, dass aber keinerlei Veränderung brachte. Infolge meines nicht aufhörenden Einsatzes, erfuhr ich vom Chefarzt der Station, dass die Verschreibung auf Grund von Personalmangel und DAZUkommender Urlaubszeit die Verschreibung des Kissens verschleppt wurde. Ca. eine Woche nach diesem Chefarztgespräch bekam meine Mutti so ein orthopädisches Kissen. Meine Frage lautet nun : Könnte ich, bzw. im Namen meiner Mutti, wegen der Schmerzen, die ihr per Anweisung zugemutet wurden und die etwa 3 Wochen dauerten, Schmerzenzgeld oder Vergleichbares erwirken ? Ich bitte jeden, der das hier liest und Einblick in die Materie hat, mir mit einem Rat oder einer Auskunft zu helfen. Vielen vielen Dank!

Antwort
von Neubii, 30

Solche Organisatorischen Fehler passieren in Krankenhäusern, Rehakliniken usw. leider immer...
So eine Geschichte hat auch immer ihre beiden Seiten. Auf der einen deine Mutter, welche über Schmerzen klagt und auf der anderen Seite die Reha Station, welche wohl laut deiner Aussage unterbesetzt sind oder waren und mit Sicherheit nicht nur deine Mutter auf etwas gewartet hat.
Ich bin mir sicher, dass du bzw. deine Mutter kein Schmerzensgeld erwarten könnt. (Mal ganz Rational gedacht) Auch wenn ihr es für angemessen halten würdet.

Kommentar von korbandallas ,
So eine Geschichte hat auch immer ihre beiden Seiten. Auf der einen deine Mutter, welche über Schmerzen klagt und auf der anderen Seite die Reha Station, welche wohl laut deiner Aussage unterbesetzt sind oder waren und mit Sicherheit nicht nur deine Mutter auf etwas gewartet hat.

Das Sie nicht die einzige ist macht die Sache an sich ja auch nicht besser sondern eher schlimmer, mal ganz abgesehen das dies pure Spekulation ist. Und dem Einzellfall nicht weiterhilft.

Das Personal an sich hätte ja auch mal aufgrund von Erfahrungswerten, nach horchen können, wie es sich mit einem Orthopädischen Kissen verhalten würde und/oder warum " Mutti " ein solches zur Zeit noch nicht hat oder haben sollte. 

Wenn du zu mir kommst biete ich Dir ja auch was zu trinken an und frag Dich ob du bequem Sitzt und ich sonst noch was für dich tun kann. 

Man traut es mir zwar nicht zu aber ich würds tun ^^ : )

Antwort
von Lucaderfragende, 31

Ich kann dich schon verstehen, aber deine Mutter ist nicht die einzige Patientin dort.
Und nur weil eine Arzt ihr ein solches Kissen verschreibt, muss es ja nicht gleich jeder dort automatisch wissen.

Sowas kann nun eben passieren.

Hatte auch mal Schmerzen im Krankenhaus, und es hat etwas gedauert, bis mir geholfen wurde.
Ich bin kein nachtragender Mensch. Das Schmerzensgeld ändert an der Sache ja auch nichts.

Kommentar von korbandallas ,

Das mit dem Schmerzensgeld finde ich nur absurd wenn dahingehend keine weiteren Therapeutischen und Physiologischen Maßnahmen in Gang gebracht werden.

Denn in der Realität scheint es ja doch so was wie eine 2 Klassen Medizin in unseren Gefilden zu geben. Glaub aber auch nicht das ein dickes Bankkonto daran was ändert, Ärzte im allgemeinen verdienen nicht schlecht und kommen über die Runden, bekommen aber leider nicht jede Behandlungsmethode finanziert die sich für fachlich, als richtig erachten.

Das wäre in vielen Fällen aber bestimmt notwendig um jemanden Nachhaltig wieder auf die Beine zu bekommen, was eine langfristige Versorgung mit allem was so dazu gehört beinhalten sollte.

Damit ihre Mutter wieder einen Lebensstandard nahekommt den sie zuvor auch hatte.

Was die Schmerzen betrifft hätte ein solches Kissen bestimmt Linderung verschaffen können.

Allein das auch anscheinend niemand mal gefragt hat, wie es ihr so nach den ersten Tagen im Rollstuhl gefällt und wie es so mit dem Sitzen klappt ( So hab ich den Text gelesen und aufgefasst ) ist an sich schon ein Unding.

Wozu gibt es Vorgespräche mit Patienten die 20 - 30 Minuten dauern in dem der nahende, aber auch der spätere Behandlungsverlauf erörtert werden.

Dazu zähle ich auch ein orthopädisches Kissen mit dazugehörigem Physiotherapeutischem Feedback.

Auf alle fälle gab es da ein großes Versäumnis, und jemand sollte seinen Arsch hoch bekommen und euch besser und nachhaltiger beraten, damit es Deiner Mutter wieder besser geht. 

Das so was nicht von heut auf morgen passieren kann ist klar.

Mich würde mal interessieren was ihr Hausarzt dazu sagt, meist kennen die einen ja schon viele Jahre und wissen mit einem um zu gehen.

Kommentar von UUschii ,

Nach der Früh-Rehastation im Klinikum wurde meine Mutti inzwischen in eine reine Reha-Klinik woandershin verlegt,  wo nun straffe Physio- Ergo- und weitere Therapien gemacht werden.  Sie war seit ihrer Herz-OP nicht wieder zuhause bzw. an ihrem Wohnort und wird aller Wahrscheinlichkeit nach,   so sieht es bisher aus,  dorthin zurückkehren können.   Ich mache mir große Sorgen um meine Mutti,  weil sie seit Wochen jeden Mut verliert.

Kommentar von korbandallas ,

Ah was das wird schon, Kopf hoch Physio und Ergo werden ihren Part da schon machen, die sind da ziemlich resolut.

Auch bei entmutigten, deine Mom mutet sich wahrscheinlich gerade auch ein wenig zu viel zu. 

Egal wie klein die Schritte auch sind Hauptsache es geht aufwärts.

Da gibts bestimmt ganz andere in dem alter, die kein Bock auf gar nichts haben und sich total verweigern.

Kommentar von UUschii ,

Vielen Dank für deinen lieben Zuspruch !   Ich würde lieber was anderes schreiben,   aber leider sieht es im Moment nach Totalverweigerung aus.    Morgen und übermorgen werde ich sie besuchen,   die Klinik ist aber ungefähr 250km von meinem Wohnort entfernt. Deshalb momentan nur übers Wochenende.

Kommentar von UUschii ,

Korrektur :  dorthin  NICHT zurückkehren können.

Kommentar von UUschii ,

"Allein auch,   dass niemand mal gefragt hat,.....wie es so mit dem Sitzen klappt"  :   Das krasse Gegenteil war der Fall :   ihr wurde immer wieder nur von Schwestern gesagt,  dass sie im Rollstuhl sitzen muss,  weil das vom Arzt und Therapeuten zur Mobilisierung des gesamten Körpers so gewollt ist.  Eine der Schwestern sagte in meinem Beisein, nachdem sie ja bereits seit dem Morgen im Rollstuhl saß,  zu  meiner Mutti,   dass sie noch ein paar Minuten bis zum Essen im Rollstuhl sitzen bleiben soll.   Meine Mutti bat aber,   weil sie es bis dahin nicht aushielte,  darum,   im Bett Mittag zu essen,   gab die Schwester zurück :   "Ja Frau  ..... ,  so ist das Leben!"   Mir war alle Farbe aus dem Gesicht gewichen.  Im Übrigen ließ das Mittagessen noch eine halbe Stunde auf sich warten.  Eine halbe Stunde!

Kommentar von UUschii ,

Ja,  es ist richtig, dass meine Mutti nicht die einzige Patientin auf der Station war.    Hier geht es aber nicht wirklich darum,  dass es jeder auf der Station  ( Therapeuten und das Pflegeteam )  hätte wissen MÜSSEN,   sondern  dass die anwesende Ärztin auf der Station es bewusst verschleppt hat,  das notwendige Rezept dafür zu schreiben,  das dann zur Krankenkasse hätte geschickt werden müssen.   Das Pflegeteam und die Therapeuten wären mehr oder weniger  automatisch darüber informiert gewesen,  weil ja in einer Visite zu meiner Mutti gesagt wurde  (und mir in einem Arztgespräch) ,  dass sie so ein Kissen bekommen würde.  Pflegeteam und/oder Therapeuten würden in dieser Sache erst aktiv werden,   wenn das Formular mit den Angaben meiner Mutti zur individuellen Anfertigung des Kissens ausgefüllt werden muss.    Allein der aller erste Schritt dafür,   dass die Anfertigung des Kissen von einem Sanitätshaus  mit Rezept und ausgefülltem Formular in Auftrag gegeben werden kann,   hätte von der durchgehend  (das weiß ich,  weil ich meine Mutti ganztags auf der Station begleitete) anwesenden Ärztin ausgeführt werden müssen,  in dem sie lediglich das Rezept geschrieben und in die Post gegeben hätte.   Alle weiteren Schritte bis zum Erhalt des Kissens kommen erst danach.   Diese Ärztin war jedoch nicht die,  die mir sagte,   dass meine Mutti so ein orthopädisches Sitzkissen bekommen wird.   Hier lagen in erhöhtem Maße Kommunikations-  und Mitteilungs-Aussetzer- oder Fehler vor,  über die ich vom Chefarzt der Station informiert wurde. 

Kommentar von korbandallas ,

Aber dann ist der ganze Sachverhalt doch eh ganz klar.

Es ist nämlich ganz genau so wie du es sagst. Punkt aus da gibt es nichts dran zu rütteln.

Ich mein damit wie geht es Deiner Mutter denn nu, ist sie wieder Die alte, oder bin ich da nach 6 - 8  Wochen zu optimistisch.

Kommentar von UUschii ,

Ja,  weit aus zu optimistisch.   Die therapeutischen Maßnahmen haben bisher keinen Erfolg gebracht,   was das Bewegen des linken Beins betrifft.   Sie ist Meilen davon entfernt, auch nur ein paar Sekunden ohne Hilfe zu stehen,  von Schritten ganz zu schweigen.   Sie lernt jetzt erst einmal, den Rollstuhl selbständig zu bewegen,   aber auch da hat sie große Schwierigkeiten.   Seit Wochen verliert sie zusehens jeden Mut und Willen.

Kommentar von UUschii ,

Darf ich noch fragen,  in wie weit du die Klarheit des Sachverhaltes siehst.

Kommentar von korbandallas ,

Was das Kissen betrifft und den Umgang mit deiner Mutter hast du einfach mal recht. 

Und kannst wenn es nach mir geht einmal so alles fordern was ihr für ein mehr an Normalität braucht.

Mies zu hören das es nicht besser voran geht, ist aber bestimmt nur ne Phase die sich ein wenig länger zieht als sonst. : )

Kommentar von UUschii ,

Ich hoffe!  Dein Wort in Gottes Ohr! Auch,  was das "Fordern" betrifft. Ich bin von Natur aus kein fordernder Mensch.

Kommentar von Lucaderfragende ,

Meine Antwort wirkt vielleicht etwas so, als wäre ich gegen deine Mutter, aber so mein ich das nicht. Ich wünsche deiner Mutter gute Besserung.

Kommentar von UUschii ,

Nichts für ungut.   Vielen Dank für die guten Wünsche!

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