Frage von supersuni96, 83

Kann man Sauerampfer, Löwenzahn und Brennnesseln als Gemüse kochen, oder ist das heutzutage zu stark belastet?

Meine Oma sagt, dass sie früher im Krieg Kräuter wie Sauerampfer, Löwenzahn und Brennnesseln gekocht und gegessen haben. Da ich eine arme Studentin bin und besonders an den Lebensmitteln sparen möchte, frage ich mich, ob man das heute auch noch so machen kann. Oder sind die Kräuter aufgrund unserer Umweltbelastung schon so "vergiftet", dass man sowas heutzutage nicht mehr pflücken und essen kann?

Antwort
von Sesamkorn, 20

Wenn die Wiese nicht gerade an einer Straße liegt, kannst Du das jederzeit essen. Wobei Brennesseln ehr was im Frühjahr sind, wenn sie ganz jung und zart sind. Du kannst auch Giersch, Gänseblümchen, Spitz- und Breitwegerich, Gundermann und viele andere Wildkräuter essen bzw. mit ins Gemüse oder Salat geben. Schmeckt gut, ist gesund und kostet kein Geld... Es gibt da viele Wildkräuterbücher oder bestimmt auch eine App, die Dir da weiterhelfen.

Antwort
von Sunnycat, 34

Kannst du essen. Konventionell angebautes Gemüse wird mit Gift gespritzt, selbst Bio-Gemüse ist vor Umweltbelastungen nicht geschützt..... Ich würde es halt nicht gerade von der Nähe viel befahrener Straßen oder im Industriegebiet etc... ernten.

Kommentar von Grobbeldopp ,

mit Gift? Warum macht man denn so was? Ts ts.

Kommentar von Salzprinzessin ,

"Konventionell angebautes Gemüse wird mit Gift gespritzt" - diese Formulierung halte ich doch für etwas sehr "überspitzt". Spritzmittel für Gemüse in der konventionellen Landwirtschaft unterliegen strengen Auflagen. Da kann nicht jeder einfach irgend etwas spritzen. Spritzmittel, die auf den Markt kommen, benötigen dafür amtliche Zulassungen, die nur unter strengen Auflagen erteilt werden.

Antwort
von Kuno33, 38

Das kannst Du alles verwenden. Natürlich würde ich die Kräuter nicht gerade am Straßenrand pflücken sondern vielleicht auf einer Wiese, wo es wenig Außeneinflüsse gibt. Außerdem sollten die Kräuter gründlich gewaschen werden.

Antwort
von Bambi201264, 47

Wenn Du Studentin bist (ca. 20), muss Deine Oma (ca. 70) zu Beginn der Industrialisierung (50er/60er Jahre) eine junge Erwachsene gewesen sein.

Damals war die Natur wesentlich stärker belastet, da kaum eine Fabrik Abluftfilter hatte. Hat damals auch kein Mensch drüber nachgedacht. Es wurde mit Asbest gearbeitet, es gab keine Obergrenzen für Schadstoffe in Lebensmittel.

Sie hat es überlebt. Also wenn Du willst, dann mache es.

Ich würde mir lieber einen Job suchen. Also Nebenjob. :)

Kommentar von supersuni96 ,

Job hab ich bereits, aber ich darf nicht mehr als 450 Euro verdienen, sonst wird mir mein Bafög gestrichen. Und ohne Bafög geht gar nichts. Meine Omi ist übrigens schon 85. Ich habe alte Eltern.

Kommentar von Bambi201264 ,

Okay. :)

Du schaffst das schon...

Antwort
von Grobbeldopp, 21

Da ich eine arme Studentin bin und besonders an den Lebensmitteln sparen möchte, frage ich mich, ob man das heute auch noch so machen kann.

Ja, das kann man machen, es sind an sich hochwertige Nahrungsmittel, nur man muss etwas ausprobieren wie man sie zubereitet- es gibt viele schlechte Rezepte und Wildkräuter haben eben einen gewöhnungsbedürftigen Geschmack. Junger Löwenzahn ist übrigens köstlich als Salat zusammen mit Ei.

Oder sind die Kräuter aufgrund unserer Umweltbelastung schon so "vergiftet", dass man sowas heutzutage nicht mehr pflücken und essen kann?

Unsere Umwelt hier in Deutschland ist erstaunlich ok- besser als vor 75 Jahren, was "Gift" angeht. Was meinst du wo deutsches Gemüse wächst- in der Umwelt :-)

Nicht vom Straßenrand pflücken, auch nicht am Wegesrand es sei denn es wird gekocht.

Kommentar von supersuni96 ,

"Deutsches" Gemüse kommt hauptsächlich aus niederländischen Treibhäusern :-)

Kommentar von Grobbeldopp ,

Dann hätte ich ja niederländisches Gemüse geschrieben

Antwort
von abibremer, 18

Bei Löwenzahn und Brennesseln hätte ICH nur das Problem, dass diese Gewächse "gern" dort wachsen, wo sich Hunde und andere gelegentlich frei laufende Haustiere "erleichtern": Vollgepisste Pflanzen möchte ICH NICHT gern essen! Sauerampfer dürfte nicht leicht zu finden sein, Brennesseln und Löwenzahn hingegen schon. Außer einer "urinellen" Belastung sehe ich keine Probleme: Löwenzahn, der in den Fugen meiner Terrassensteine wächst, mampfe ich mit größtem Vergnügen.

Antwort
von flaglich, 27

Essen kannst du es schon, wenn du gut kochen kannst schmeckt's sogar. Aber sparen kannst du so nicht. Der Aufwand das Zeug zu beschaffen ist größer als für gekaufte Lebensmittel. Und die Sachen die du brauchst um es genießbar zu bekommen brauchst du ja weiterin.

PS Sauerampfer wächst in meinem Kräuterbeet.

Kommentar von supersuni96 ,

Der Aufwand ist doch lediglich meine Zeit. Und die kostet mich 0 Euro.

Kommentar von flaglich ,

Wie kommst du in den Wald auf die Lichtung, Bus, Fahrrad, Auto, zu Fuß? Und in der zusätzlich verbrauchen Zeit kannst du auch was anderes tun. Jobben z.B. oder lernen.

Kommentar von supersuni96 ,

Ich jogge.

Kommentar von flaglich ,

Und du läufts barfuß (damit du keine Schuhe abnutzt) und nakt (damit du die Wäsche der verschwitzten Klamotten sparst)? Wie du es drehst und wendest, du betreibst einen Aufwand für das Sammeln von Wildkräutern. Den kannst du in Geld umrechnen. Und wenn du das mit dem vergleichst was dich gekaufter Sauerampfer oder Spinat kostet, schneidet das Kaufen nicht so schlecht ab.

Damit will ich dich nicht vom Komsum von Wildkräutern abhalten, ganz im Gegenteil. Kulinarisch und wegen der Tradition freut es mich wenn sich das Wissen um Wildkräuter verbreitet.

Nur du sparst damit nicht.

Antwort
von Herb3472, 33

Oder sind die Kräuter aufgrund unserer Umweltbelastung schon so
"vergiftet", dass man sowas heutzutage nicht mehr pflücken und essen
kann?

Hauptsächlich kommt es wohl darauf an, wie viele Hunde auf dieser Wiese Gassi gehen.

Kommentar von supersuni96 ,

LOL - stimmt haargenau! Ich hab schon beim Joggen eine Lichtung im Wald gefunden, wo sowas im Massen wächst. Hunde sieht man da eher nicht.

Antwort
von Biberchen, 43

zum Kochen würde ich es nicht verwenden, aber als Rohkost im Frühjahr. Du hast noch Schafgarbe vergessen.

Antwort
von Blumenacker, 22


Wenn du solche Standorte findest, schau dich erst mal gründlich um, ob da keine Hunde hingeführt werden.
Auf privaten Äckern und deren Rändern würde ich das auch nicht holen, weil man nie weiß, welche Pflanzenschutzmittel da gerade ausgebracht wurden

An Pferdeweiden oder Viehweiden (ohne Weidetiere) würde ich mich schon eher herantrauen, weil man da zum Schutz der Tiere mit Herbiziden nur sehr eingeschränkt arbeiten kann.

Umweltbelastung durch Lufteintrag dürfte bei uns inzwischen kein Problem mehr sein.

Grundsätzlich hat man bei der Ernte von Wildpflanzen und Wildfrüchten in Bodennähe auch die Gefahr des Fuchsbandwurms - vor allen Dingen in Waldnähe. Aber Füchse dringen ja auch immer mehr in Siedlungsnähe vor. Fuchsbandwurmeier kann man durch Kochen zerstören.

Ungekocht (mindestens 60° C) würde ich Wildgemüse nicht essen.



Kommentar von Madmoisele ,

Intessant, aber wer garantiert, dass in Gemüseplantagen kein Fuchs sein Unwesen getrieben hat?

Kommentar von Blumenacker ,

Niemand. Die Wahrscheinlichkeit ist nur geringer. Gemüseplantagen sind kein attraktives Jagdrevier für Füchse.

Kommentar von Madmoisele ,

Vielleicht, weil dort -vielleicht-  das sogenannte Ungeziefer, wie Mäuse, auf nicht von Gott vorgesehene Weise um die Ecke gebracht wird mit weissem Pulver etc. Prost Mahlzeit.

Kommentar von Blumenacker ,

Gemüseplantagen sind Äcker, bei denen der Boden jedes Jahr viel bewegt wird. Soviel Bodenbearbeitung und Unruhe im Boden vertragen Mäuse schlecht, deswegen leben sie eher dort, wo es mehrjährige Kulturen gibt und wo man den Boden nicht oder kaum bearbeiten kann: in Obstanlagen, Wiesen, Weiden oder verwilderten Grundstücken.

P.S: Was für weißes Pulver?

Antwort
von Gestade3, 30

Hallo,

solche Kräuter sind in vielen guten Restaurants heute sogar eine Delikatesse.

Alles Gute

Antwort
von wollyuno, 16

ist auch nicht mehr belastet wie wenn es in deinem garten wächst

Antwort
von ingwer16, 25

Sauerampfer & Brennnessel - sehr lecker in Salaten zB .
N Süppchen aus Sauerampfer gebunden mit Kartoffel 😋

Doch kann man essen , ich mach s schon mein Leben lang .
Wobei deine Oma sicher nicht ganz unrecht hat , die Natur ist deutlich belasteter als  " zu ihrer Zeit ".
Geh auf Wiesen& Felder die etwas abseits liegen oder in die Berge um zu sammeln

Antwort
von hydrahydra, 38

Kommt drauf an, wo es wächst. Man sollte es jedenfalls nicht selber von irgendwelchen Wiesen oder Verkehrsinseln pflücken.

Antwort
von Fliege75, 47

Also leider wächst das wild meist nur noch auf Strassen grün steifen. Das würde ich nicht unbedingt essen. Ansonsten schmeckt das gekocht nicht so gut, eher als Salat.

Kommentar von supersuni96 ,

Brennnesseln? Das kann man laut meiner Oma ausschließlich gekocht "überleben", sonst hat man den Mund voller Blasen.

Kommentar von Fliege75 ,

Ganz jung oder kurz überbrühen geht auch.

Kommentar von ingwer16 ,

Ne so is das auch nicht , man muss nur nicht immer an diesen Orten gucken .
Gibt genügend Bergwiesen zB

Kommentar von Fliege75 ,

Bei mir im Flachland sind Bergwiesen eher selten

Kommentar von ingwer16 ,

Auch im Flachland gibt es abseits gelegene Felder oder ?

Antwort
von Madmoisele, 13

Ich freue mich jedes Jahr auf den jungen Löwenzahn, gibts vermischt mit Speckbröckelchen in Kartoffelsalat. Vegan: mit gekochten Bohnen vermischt.

Wird aus Wiesen mindestens 50 m entfernt von Strassen geerntet, gut gewaschen, aber nicht gekocht.

Brennessel als Gemüse, in Butter angedünstet. Lecker! Dito Standort.

Noch etwas: Auch bei den Sachen, die man kaufen kann ist nicht sicher, ob Hund, Auto, oder Fuchs zum Wachstum "beigetragen" haben...

LG

MADMOISELE

Kommentar von Blumenacker ,

Sicher vor Verunreinigungen sind gekaufte Produkte natürlich auch nicht. Allerdings stammen solche Produkte - zumindest bei den Handelsketten - inzwischen fast aussschließlich aus zertifizierter Erzeugung. Diese Zertifikate beinhalten auch regelmäßige Stichproben auf Rückstände und Verunreinigungen. Wenn da bei einem Erzeuger nur einmal Hundefäkalien gefunden werden, ist die Ernte von der ganzen Plantage unverkäuflich.

Kommentar von Madmoisele ,

Ja, das sieht dem deutschen Michel wieder ähnlich.

Man könnte den Hundehaufen auch entfernen und vielleicht das Gemüse in einem Radius von einem Meter entfernen. Ausserdem, wer wäscht seinen Salat etc. vorher nicht?

Es wird immer empfohlen, Mist auszubringen. Oder wie will Biogemüse ohne ihn wachsen, VIELLEICHT MIT KUNSTDÜNGER? Das Beiprodukt zu den Ähren sind auch Tierfäkalien. Und die sind dann   i m   Gemüse. Das ist also gesünder und appetitlicher, als der entfernte Hundehaufen.

Manchmal verstehe ich die Welt nicht mehr. Und die Menschen aus anderen Ländern lachen uns entweder aus, oder halten uns gleich für komplett verrückt. Was wird z.B ein Eriträer sagen, wenn Erzeugnisse ganzer Äcker weggeschmissen werden, wegen einem Hundehaufen, während sein Kind aus HUNGER mit dem Tode ringt?

LG

MADMOISELE

Antwort
von tiergartennbg, 24

Kannst du essen wenn keine Hunde dort hin kommen

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