Frage von Sirias, 47

Kann man sagen, dass es sich bei Hackern um Verbrecher handelt oder ist der Ausdruck zu scharf?

Antwort
von TeeTier, 6

Die Aussage, dass sinngemäß alle Hacker auch Verbrecher sind, ist nicht nur "scharf" sondern einfach grundsätzlich falsch!

"Hacking" ist erst mal absolut neutral und damit weder positiv, noch negativ. Genauso wie eine Bratpfanne: Man kann Spiegeleier darin braten, oder man kann Leute damit totschlagen. Ist eine Bratpfanne deshalb als "Waffe" zu bezeichnen?

Ich untersuche beruflich Schadsoftware und analysiere auch Fehler in Software. Das ist legal, und ich zahle dafür ganz offiziell meine Steuern. Im Großen und Ganzen wird meine Tätigkeit als "Hacking" bezeichnet. Durch meine Arbeit wird die Welt (zumindest der elektronische Teilbereich) definitiv sicherer.

Am Ende profitierst auch DU davon, weil Kriminelle keine Fehler mehr in deinem Smartphone oder deinem Webbrowser ausnutzen können. Dein Homebanking wird sicherer viele Maschinen und Geräte in deiner Umgebung verursachen womöglich weniger (bzw. hoffentlich "gar keine") Unfälle.

Und sei es nur, dass die Software, die du so benutzt, seltener (wenn überhaupt) abstürzt und weniger nervige Fehler enthält.

Denkst du, dass man mich jetzt als "kriminell" bezeichnen kann?

Ich kenne viele Kollegen aus anderen Fachbereichen, wie dem sog. "Penetration-Testing". (Nicht lachen, das heißt wirklich so!)

Die machen teilweise das gleiche wie ich, aber deren Stärke liegt darin, in fremde Netzwerke einzudringen, Server zu kapern, Firewalls zu umgehen, usw. ... das machen sie aber logischerweise nur im Auftrag und mit der ausdrücklichen Erlaubnis des Betreibers. Es ist sozusagen eine Dienstleistung, und kein größeres Unternehmen der Welt wird seine IT-Infrastruktur ohne ausführliches Pentesting laufen lassen!

Wie du siehst, werden Hacker gebraucht. Sie sind gut, angesehene Fachleute, und sie sorgen für Sicherheit!

In erster Linie sind "Hacker" einfach nur Leute, die sich übermäßig stark für Dinge mit elektronischem Bezug interessieren, und sich auf diesem und ähnlichen Gebieten (autodidaktisch) weiterbilden. Ich würde sogar soweit gehen und behaupten, dass richtige (!) Hacker im Schnitt sehr intelligent und gebildet sind.

Dass es darunter auch "Kriminelle" gibt, ist keine Frage. Aber Kriminelle gibt es auch unter Brillenträgern, Linkshändern, Hühnerzüchtern, Sockenverkäufern, und und und ... wie du siehst, hat "kriminell" überhaupt nichts mit der Tätigkeit zu tun.

Dein verzerrtes Bild stammt vermutlich aus den Massenmedien, die auf hohe Leser- und Zuschauerzahlen angewiesen sind, und gerne mal den Teufel an die Wand malen. Nur leider, hat das mit der Realität nichts zu tun. Ich möchte wetten, dass die meisten Hacker ganz normale Software-Entwickler oder Forscher sind, denen gar nicht in den Sinn kommen würde, etwas Verbotenes zu tun.

(Im übrigen ist eine andere Definition von "Hacker" einfach nur ein Synonym für "Programmierer". Wenn also jemand programmiert, ist er demnach automatisch "Hacker". Der Begriff kommt ursprünglich vom "auf der Tastatur rumhacken", also genau dem, was ein Programmierer jeden Tag tut.)

Dagegen, dass sich viele Jugendliche selbst "Hacker" nennen, wenn sie sich einen Trojaner zusammen klicken und kleinkriminellen Dingen nachgehen, kann man vermutlich nichts tun. Das ist so ähnlich wie Kiffen oder Ladendiebstahl. Und nur weil sie sich so nennen, macht es sie noch lange nicht zu einem "richtigen" Hacker. Sie sind einfach nur zu jung, zu dumm, falsch erzogen, oder alles zusammen. :)

Hacker handeln ethisch. Alle anderen sind einfach nur "Kriminelle". (mal völlig abgesehen von Begrifflichkeiten wie White-, Gray- oder Blach-Hats)

Fazit: Nein, deine Aussage stimmt leider ganz und gar nicht. Im Gegenteil! Du tust damit den meisten ehrlichen Hackern Unrecht. Und die meisten sind nun mal ehrlich! Ohne gute Hacker könntest du deinen Rechner vermutlich gar nicht mehr benutzen, da es niemanden geben würde, der Kriminelle vom Ausnutzen der vielen ungemeldeten Schwachstellen abhält.

Um bei Stereotypen zu bleiben: Hacker sind gebildet, politisch interessiert, belesen, pflegen soziale Kontakte, haben Familie, sind begeisterungsfähig, hilfsbereit und lieben es zu Lernen. Es gibt zwar auch Ausnahmen in vielen Punkten, aber im Schnitt ist es genau DAS, was einen Hacker ausmacht.

Menschen, die andere Websites kaputt machen, anderer Leute Daten klauen, mit DDoS rumprahlen, Kontodaten Dritter missbrauchen bzw. entwenden, jedweden Schaden anrichten oder einfach nur gefundene Fehler nicht an Hersteller melden, sind in meinen Augen KEINE Hacker, sondern im besten Falle Kinder, im schlimmsten Falle Kriminelle.

Bitte gewöhne dir nicht die Wortwahl der Massenmedien an und nenne mich nicht "kriminell". Ich bezeichne dich ja auch nicht so!

Schönen Abend noch! :)

Kommentar von Sirias ,

Es war wohl klar, dass ich hier von kriminellen Handlungen sprach oder etwa nicht??? Erzählst du anderen Leuten, dass du Hacker von Beruf bist? Ich glaube nicht, dass dies ein eingetragener Beruf ist.

Ich werde auch zukünftig von Hackern sprechen, sorry. Da hat dein Beitrag grad mal so gar nix bewirkt.

Kommentar von TeeTier ,

Es war wohl klar, dass ich hier von kriminellen Handlungen sprach oder etwa nicht???

Nein, überhaupt nicht! Wenn das klar gewesen wäre, hättest du dir deine Frage nämlich komplett sparen können!

Zur Erinnerung: Du hast Folgendes gefragt ...

Kann man sagen, dass es sich bei Hackern um Verbrecher handelt oder ist der Ausdruck zu scharf?

Wenn dir klar ist, dass Hacker immer kriminelle Handlungen (sprich "Verbrechen") begehen, dann muss man sie folglich auch immer als "Verbrecher" bezeichnen, und die Antwort auf deine Frage wäre in jedem Falle immer "Ja".

Demnach wäre deine Frage sinnlos. Also bin ich logischerweise davon ausgegangen, dass du unter "Hacker" eben nicht immer gleich "Kriminelle" verstehst.

Erzählst du anderen Leuten, dass du Hacker von Beruf bist?

Um ehrlich zu sein, mache ich das tatsächlich oft so, weil es viel einfacher ist und lange Erklärungen spart. :)

Da hat dein Beitrag grad mal so gar nix bewirkt.

Das ist deine Sache! Mehr, als dich darauf hinweisen, kann ich nicht tun.

Was ich aber nicht verstehe ist, warum du trotz besserem Wissen darauf beharren möchtest. Aber egal ...

Schönen Abend noch! :)

Kommentar von 3v1lH4x0R ,

Geile Antwort. Ich mag dass du "gar keine" bei den Schwachstellen in Anführungsstriche setzt.

Antwort
von blamu1973, 18

Hacker verschaffen sich ohne Berechtigung Zugang zu fremden Daten.

Wenn sie das aus einem kriminellen Anlass tun (z.B. Störung von Anlagen, Stehlen von Geld usw.), sind sie Verbrecher.

Viele Firmen engagieren aber auch Hacker, um die Sicherheit der eigenen Netzwerke zu testen. Das heißt, Hacker kann auch ein Beruf sein. Diese Hacker sind keine Verbrecher, da sie den Auftrag haben zu versuchen, in die Netzwerke der Auftraggeber einzudringen.

Kommentar von Sirias ,

Ah, das macht Sinn. Interessant und gut zu wissen.

Kommentar von 3v1lH4x0R ,

Erster Satz falsch. Rest baut auf Fehlannahme auf. Der Beruf heisst nicht Hacker sondern Penetrationstester. Die Sicherheit wird nicht getestet sondern verbesert. Der Auftrag ist demensprechend auch nicht "eindringen", davon hätte die Firma nix. Im Übrigen: wenn ich bei dir eindringe ist das illegal. Auch wenn ich nix in Richtung stören oder so tu.

Antwort
von 3v1lH4x0R, 14

Das hängt von ab was sie machen.
Hacken heisst eigentlich etwas zu etwas verwenden wozu es nicht gedacht war.
Wenn du mit deinem Rasenmäher Kaffee machst, hackst du.
Wenn du von hacken sprichst denke ich du redest vom Eindringen in fremde Systeme.
Dies ist legal solange der Besitzer/Betreiber des Ziels einverstanden ist.
Ansonsten ist es illegal und es handelt sich um einen Verbrecher.

Bei Fragen immer gerne melden.

Kommentar von TeeTier ,

Wenn du mit deinem Rasenmäher Kaffee machst, hackst du.

Jetzt weiß ich, was ich morgen machen werde! :)

Kommentar von 3v1lH4x0R ,

Hab ich auch schon überlegt wie sich das umsetzen lässt ohne einfach Strom abzuzapfen und dann andre Hardware dran zu kabeln.

Kommentar von TeeTier ,

Man könnte eine Metallbürste drauf montieren und diese bei Volllast an einem dickwandigen Stahlgefäß reiben lassen.

Oder noch besser: Man befestingt starke Magnete in abwechselnder Polung (Nord, Süd, Nord, Süd, ...) auf einer Drehscheibe, welche vom Rasenmäher angetrieben wird. Durch Induktion müsste der Stahlkaffeebecher dann binnen Sekunden kochend heiß werden.

Ich glaube, ich mach das morgen wirklich mal. Müsste irgendwo noch ein paar Neodym-Magnete rumliegen haben. :)

Kommentar von Erundlich ,

Damit erwärmst du den Kaffee nur, du machst ihn nicht

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