Frage von DanielBlablabla, 58

Kann man Ritalin oder ähnliche Medikamente durch Cannabis ersetzen?

Die medizinische Eigenschaften von Cannabis sind zwar bisher kaum erforscht jedoch ist unumstritten das Cannabis sehr vielseitige Einsatzmöglichkeiten hat. Ich habe schon öfter von Leuten gehört das sie durch regelmäsige Cannabiseinname kein Medikinet mehr brauchen. Ich bitte Leute die sich mit der Materie gut auskennen oder Das selbst schon getan haben. Es Würde mir echt weiterhelfen wenn sich hier jemand rumtummeln würde der sein wissen bzw erfahrungen hier mittteilen würde :-)

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Antwort
von Busverpasser, 5

Die Frage wäre, warum willst du (oder wer auch immer) es ersetzen? Nebenwirkungen? Nicht die erwünschte Wirkung auf die Konzentration oder Impulsivität?

Also ich nehme Ritalin Adult, habe aber auch Erfahrungen mit Cannabis.

Ich denke es ist schwierig und ob man von ersetzen sprechen kann, ich weiß es nicht.

Konzentration: Bei der richtigen Dosis (so das man keinen akuten Rausche verspürt), kann ich mich besser fokussieren als mit Ritalin.

Impulsivität: Auch hier wirkt es besser als Ritalin.

Warum habe ich nicht ersetzt? Weil Ritalin einfach alltagstauglicher ist. Wirkt 8 Stunden und ist einfacher zu dosieren. Außerdem macht mich Ritalin stressresitenter.

Ich habe jedoch das Gefühl, dass Ritalin auf Dauer leicht depressiv machen kann. Obwohl ich mir auch nicht sicher bin, ob es von diesem Medikament kommt, ADHSler habens ja eh nicht so mit Stimmungstabilität...

...ich werde beim nächsten Termin meine Ärztin jedoch mal drauf ansprechen, was sie davon hält, es zu ersetzen.

Antwort
von samm1917, 24

Methylphendiat (Medikinet) und Tetrahydrocannabinol (THC, Cannabis) wirken auf unterschiedliche Rezeptoren im Gehrin, die relativ gegensätzlich sind.

Methylphenidat ist ein Amphetamin, welches auf die Dopamin-Rezeptoren einwirkt. So wird die Konzentration gesteigert und jemand mit ADHS beruhigt sich (jemand ohne ADHS putscht es auf). Das Problem ist, dass Methylphendidat viele Nebenwirkungen hat, welche durch medizinische Studien jedoch erforscht und kontrollierbar sind.

Cannabis, wies der Namen schon sagt, ist ein Cannaboid welches auf die Cannaboid-Rezeptoren drosselnd wirkt. Man kommt damit zur Ruhe, doch die Konzentration wird eher beeinträchtigt als gefördert.

Ein weiteres Problem ist, dass Cannabis zwar weniger Nebenwirkungen aber unabsehbare Folgen haben kann. Diese liegen vor allem im psychischen Bereich und reichen von Psychosen über Angststörungen bis hin zu Depressionen. Die Nebenwirkungen sind somit unkallkulierbar.

Ich rein perönlich (habe auch ein ADHS) kann dir von Cannabis nur abraten. Bei mir hat es die Konzentration massiv beeinträchtigt und Panikattacken ausgelöst. Aber das muss wohl jeder für sich entscheiden.

Kommentar von Busverpasser ,

Nein nicht unbedingt. Ich habe selbst ADHS und nehme Ritaln. Ich muss aber sagen, dass Cannabis, sofern richtig dosiert und mit der richtigen Konsumform, die Konzentration bei mir wesentlich stärker verbessern kann als Ritalin.

Mit richtig dosiert meine ich so wenig, dass man keinen Akuten Rausch verspürt. mit richtiger Konsumform meine ich: "Auf jeden Fall ohne Tabak". Mich macht Cannabis mit Tabak geraucht echt dumm im Kopf, ohne komischerweise nicht. Keine Ahnung woran es liegt. Ist sicherlich auch bei jedem etwas anders...

BTW: Ritalin hat genauso unabsehbare Nebenwirkungen. Hast du mal den Beipackzettel bzgl. Psychosen gelesen? 1 von 100!!! :-O

Antwort
von WastedYout, 16

Kommt auf die Person an aber optimal wäre eine Kombination aus beiden denn Cannabis hilft sehr gut gegen die Nebenwirkungen von Ritalin

Antwort
von nnblm1, 32

Die Wirkung von Cannabis ist eine andere als die von Methylphenidat. 

Während Methylphenidat ein Amphetamin ist, das auf den Dopamin/Noradrenalin-Stoffwechsel wirken dürfte, setzt Cannabis an körpereigenen Cannabinoid-Rezeptoren an. 

Ich würde Cannabis jedenfalls nicht empfehlen.

Kommentar von thxii ,

Und weswegen rätst du davon ab? Bitte mit Begründung.

Cannabis hilft sogar sehr gut gegen mein AD(H)S...

Es hat zwar  einen anderen Wirkmechanismus als Ritalin, jedoch deutlich weniger Nebenwirkungen.

Kommentar von nnblm1 ,

Cannabis löst, dämpft, kann kurzfristig ein wenig aufputschen - was es sicher nicht tut, ist dabei zu helfen, sich auf etwas zu fokussieren. 

Methylphenidat hingegen hilft dabei, seine Aufmerksamkeit auf einen wichtigen Inhalt zu fokussieren. Für viele ADHSler ist es die einzige Möglichkeit, in Schule/Uni/Beruf überhaupt richtig dabei sein zu können und dadurch erfolgreich zu sein. 

Ja, es gibt Nebenwirkungen, das ist mir bewusst. Die gibts aber (reversibel) je nach Konsummenge auch bei Cannabis. Dazu gibts hier das Risiko einer substanzinduzierten Psychose (bei entsprechender Veranlagung) - sehr gering, aber eben doch vorhanden. Illegal ists nebenbei auch noch, ebenfalls ein ungünstiger Faktor. 

Kommentar von Busverpasser ,

Warum bist du so erpicht darauf, dass man sich mit Cannabis nicht fokussieren kann? Bei richtiger Dosierung kann ich mich wesentlich besser fokussieren als mit
Methylphenidat. Dennoch nehme ich es, da Cannabis für mich weniger alltagstauglich ist.

Zum Psychosenrisiko: Schon mal den Beipackzettel von z.B. Ritalin Adlut gelesen? Da steht 1 von 100!!!!! Das ist vermutlich sogar höher als bei Cannabis...

Kommentar von nnblm1 ,

Ich bin überhaupt auf gar nichts erpicht.

Wie Cannabis auf dich persönlich wirkt, kann ich nicht beurteilen, nur was allgemein über die Wirkung von Cannabis bekannt ist. Und für Konzentration und gutes Fokussieren ist Cannabis nun mal nicht unbedingt berühmt. 

Außerdem würde ich jetzt nicht unbedingt die subjektive Beurteilung von eigener Konzentration unter Einfluss von Cannabis als besonders verlässlich sehen.

Kommentar von nnblm1 ,

Und ja, mir ist bekannt, dass Medikamente Nebenwirkungen haben.

Neben einer gewünschten Wirkung. Die Cannabis in diesem Fall nicht aufweist.

Antwort
von melinaschneid, 19

Nein man kann mit cannabis kein methylphenidat ersetzen. Viele nutzen es zur "selbstmedikation". Aber die Wirkung ist nicht mit MPH vergleichbar. THC wirkt dämpfend. Es kann lediglich die innere Unruhe verringern. Und das war es schon.

Gegen die anderen Probleme hilft es nicht. Es kann beispielsweise nicht die Konzentration fördern. In den meisten Fällen verschlimmert es die Symptomatik auch. Während anfänglich alles besser zu klappen scheint entgleitet es den betroffenen nach und nach immer mehr.

Antwort
von flash97, 10

Also ich habe schon etwas mehr wissen über cannabis effekte und ich kann dir sagen das es wirklich wenn man klug damit umgeht auch krankheiten/schmerzen oder auch psychische probleme lösen kann bzw verbesseren also erstmal um adhs mit Cannabis zu bekämpfen müsstest du Indica rauchen es gibt zwei verschiedene sorten indica und sativa indica wirkt eher körperlich man fühlt sich entspannend und teile deiner sinne werden schärfer etc. es kann auch passieren wenn du viel oder sehr starkes geraucht hast extrem müde wirst und einpennst sativa gibt eher energie und macht kreativ und müde oder einschlafen tut man dabei eher nicht aber leider glaube ich das cannabis kein guter ersatz ist da du wohl kaum immer kiffen dürfen wirst es sei denn du bekommst eine erlaubnis marihuana medizinisch zu verwenden aber das halte ich auch für unwahrscheinlich aber wenn du das schaffen solltest sag mir bitte bescheid ;-) viele grüße ich hoffe das hilft dir ein wenig weiter achja eins hatte ich noch vergessen sativa kann deine konzentration durchaus auch steigern oder sonst wenn du eine perfekte Mischung haben willst dann kannst du auch hybriden rauchen ak-47 z.B. ist eine mischpflanze die die besten effekte von beiden sorten vereint


Kommentar von nnblm1 ,

Als jemand, der mit psychischen Störungen und Erkrankungen Erfahrung hat, kann ich dir sagen, dass Cannabis definitiv NICHT dazu geeignet ist, psychische Probleme zu lösen.

Kommentar von Busverpasser ,

Dann hast du aber offenbar mit ADHS keine Erfahrung. Bei dieser Krankheit steht Cannabis auf der Liste der zugelassenen Medikamente (sogar im rückschrittlichen DE).

BTW: Ich finde, jedes Psychopharmaka hat, wenn es bei einem Patienten erstverordnet wird, eine unberechenbare Wirkung. Wenn ein Antidepressiva 99 Patienten hilft, triggert es beim 100. den Selbstmord. Also ist das gar nicht so viel anders als bei Cannabis (weil ja von den Gegnern immer argumentiert wird, es wäre so unberechenbar). Natürlich, wenn man nicht über den Tellerand schauen möchte und lieber beim altbewährten bleibt, dann schon.

Kommentar von flash97 ,

du ich habe auch psychische probleme und die werden durch cannabis nicht verstärkt also ich habe erfahrung mit psychischen krankheiten und ich kann dir sagen cannabis ist gut ;-) erfahrung und der richtige umgang macht das

Antwort
von Seanna, 21

Ich wüsste nicht, inwiefern Cannabis eine Substanz wie Methylphenidat (Medikinet) ersetzen können sollte. Die wirken vollkommen unterschiedlich aufs Hirn.

Und auch aus Erfahrung kann ich deine These keineswegs bestätigen. Methylphenidat wirkt eher fokussierend, während Cannabis eher zerstreuend und "beruhigend" wirkt (keine Sedierung!), also lösend.

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