Ledermax am 29.03.2008 um 12:21 Uhr
Da ich relativ ungläubig bin, kann ich mir nicht vorstellen, dass ich nach einem tragischen Ereignis meine Meinung ändere. Habe dies aber schon oft bei Betroffenen miterlebt. Eure Meinung hierzu würde mich interessieren.

Ich glaube eher, dass man in einer solchen Situation die Existenz von Gott hinterfragt.

und ist bei mehreren Menschen aus meinem Freunde-/Bekanntenkreis auch schon geschehen.

nicht nur durch einen unfall.
ich habe eine frau gekannt, die hatte schwer krebs, war immer ungläubig.
aber durch die krankheit hat sie irgendwie zu gott gefunden.
für mich selber, kann ich es mir nicht vorstellen, aber man sollte nie alles ausschließen.
Ledermax am 29. März 2008 12:26 Unter Unfall meinte ich auch tragische Ereignisse wie Krankheit; Verlust von Familienangehörigen und Freunden usw....

Für mich ist es egal, ob du Gott oder Universum oder Schicksal oder wie auch immer sagst - das mal vorweg.
Jedes Ereignis, wirklich jedes ! hat aus meiner Sicht eine Bedeutung. Wir sind uns nur nicht klar darüber, weil wir so gern vom Zufall reden. Dabei fällt uns im wahrsten Sinne des Wortes etwas zu.
Den Sinn bzw. die dahinter stehende Aufforderung sehen wir nur, wenn wir uns intensiv damit auseinandersetzen.
Schicksal bedeutet nichts anderes als: das geschickte Heil ( lat. salus = das Heil ).
Den Zeigefinger als Waffe benutzend führt nicht weiter. Schau dir mal so eine Hand an. Drei Finger zeigen dabei auf dich. Das ist nichts anderes als die Aufforderung, dich mit deinem Leben bewusst und verantwortungsvoll auseinanderzusetzen.
Wenn du das begreifst und verinnerlichst, dann wirst du dem Glauben an " s.o. " näher kommen.
In letzter Konsequenz wirst du begreifen dass du ein Teil dieses " s.o. " bist.

Man kann auch ohne ein solches Ereignis zu Gott finden, aber du kennst sicher den Spruch:
Not lehrt beten.

Ich frage mich es auch oft und komme zu folgender Erkenntnis: Je älter der Mensch umso größer jeje Bindung, mit Gott eins zu werden...


die Frage ist sehr weit hergeholt, finde ich, denn eine solche Frage kann und muss und wird jeder nach seinem eigenen Stigma entscheiden...
Denn Gott findet Dich...
Kabark am 29. März 2008 12:33 Naja...was mich angeht, scheint er an der falschen Stelle zu suchen.

in der Not sucht man jede Hilfe

Durch viel Trübsal müssen wir in das Reich Gottes gehen. Apostelgeschichte 14,22
Und ob ich schon wanderte im finstern Tal, fürchte ich kein Unglück, denn du bist bei mir. Psalm 23, 4.
Für mich nicht, es sein denn ich würde mein Hirn verlieren!

...ich habe mich eher nach einem sehr tragischen Ergeignis noch weiter von Gott, Kirche etc. entfernt...


Bin froh und dankbar nochmal mit dem Leben davongekommen zu sein.

Man macht sich dann z.B. eher mal Gedanken über den Sinn des Lebens, und ob Gott wollte, dass etwas Schlimmes passiert.
Eigentlich ist beides möglich, es kommt auf die Grundeinstellung des Einzelnen an. Wenn ich offen bin für neue Erfahrungen, dann kann ein überstandenes Unglück zu großer Dankbarkeit Gott gegenüber führen. Ich habe aber auch schon erlebt, daß bei Verlust eines geliebten Menschen anschließend mehr mit Gott gehadert wurde, als das vorher der Fall war.

Nein, wie sollte ich denn zu was finden, das für mich grundsätzlich nicht existiert?

ehrlich gesagt ich persönlich entferne mich immer nur noch mehr von "sowas" durch unfälle etc

Meiner Ansicht nach ist dies nicht per se möglich. Wenn jemand allerdings religiös erzogen oder sozialisiert wurde, sich dann aber nach der Konfirmation/Firmung o.ä. von der Kirche und/oder Gott angewandt hat, und dann im späteren Leben eine Kontingenzerfahrung macht (Unfall, Tod eines nahen Bekannten, Verlust des Arbeitsplatzes und damit verbundene Existenzangst), dann kann er sicherlich aufgrund seiner früheren Erfahrungen zurück zum Glauben finden.
Wenn jemand jedoch niemals Kontakt zu Kirche, Religion und Glauben hatte (wie es in weiten Teilen der ehemaligen DDR ist), warum sollte er dann bei einem tragischen Ereignis plötzlich nach einer transzendenten Erklärung suchen?
Sprich: Annahme einer transzendenten Macht nach einem Kontingenzerlebnis halte ich nur dann für möglich, wenn jemand zu einer früheren Zeit schon Beziehung zu transzendenten Erklärungsformen hatte.

Es kann aber auch zum Gegenteil, zur Auflehnung gegen Gott führen. Gleichgültig lässt es wahrscheinlich die wenigsten.
In der Mehrzahl kommen Menschen aufgrund eines tragischen Ereignisses zu GOTT.
Es ist zwar schade, dass es erst dann geschieht, weil es für manch einen Betroffenen zu spät sein kann!
Dennoch ist es die WICHTIGSTE und BESTE Entscheidung, die ein Mensch treffen kann!

Die meisten Menschen können auf diese Weise einfach alles besser verkraften und in Schockmomenten bekehren sich ja viele zu Gott. Ich empfinde dies zwar als Heuchlerei, man betrügt sich meiner Meinung nach selbst, doch ist diese Art der Verarbeitung einfach und wirksam.