Kann man nach Autounfall das Geld für die Instandsetzung behalten?

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8 Antworten

Ja.
Du wurdest nach einem Unfall entschädigt? Dann steht es Dir frei das Geld zu behalten oder das Kfz von dem Geld reparieren zu lassen.

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Das von dir beauftragte Gutachten müsste unter anderem die folgenden Angaben beinhalten:

  • Wiederbeschaffungswert (WBW): Das ist der Wert deines Autos unmittelbar vor dem Unfall. 
  • Restwert: Das ist der Wert deines Autos, in dem Zustand wie er sich nach dem Unfall (bei der Besichtigung) befindet.
  • Reparaturkosten
  • Reparaturdauer
  • Wiederbeschaffungsdauer
  • Wertminderung
  • Wertverbesserung
  • Umbaukosten
  • usw.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden liegt vor, wenn die Reparaturkosten (+ Wertminderung) höher sind als die Differenz aus Wiederbeschaffungswert und Restwert.

Wenn du den Schaden fiktiv (ohne Reparatur) abrechnest, dann bekommst du von der gegnerischen Versicherung:

Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden den Wiederbeschaffungswert abzüglich dem Restwert. Den Restwert erhältst du in bar von dem im Gutachten genannten Aufkäufer.

Liegt kein wirtschaftlicher Totalschaden vor, dann stehen dir die Nettoreparaturkosten zu. Die Mehrwertsteuer wird in der Höhe erstattet, in der sie tatsächlich angefallen ist (durch Rechnungen nachzuweisen).

Du hast natürlich auch die Möglichkeit den Schaden laut Gutachten beheben zu lassen. Dann stehen dir die gesamten Bruttoreparaturkosten zu. Dabei dürfen die Reparaturkosten mit Wertminderung den Wiederbeschaffungswert nicht übersteigen bzw. bei vorliegendem Integritätsinteresse  um max. 30 % übersteigen.

Wenn du nur eine Teilreparatur durchführst, die den verkehrssicheren Zustand deines Autos wieder herstellt und dieses noch mind. 6 Monate weiter nutzt, dann stehen dir die Nettoreparaturkosten zu. Dabei erfolgt die endgültige Abrechnung ggf. nach 6 Monaten und es dürfen keine Reparaturkosten laut Gutachten über dem WBW vorliegen.

PS Ich hoffe du hast von deinem Recht gebrauch gemacht und selber einen unabhängigen Kfz-Sachverständigen deines Vertrauens mit der Schadensermittlung beauftragt.

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Wenn du dein Fahrzeug nicht reparieren lässt, dann ja. Aber abzüglich der Mwst. eine Reparatur muss nachgewiesen werden, damit du auch die Mwst. erhälst.

Also entweder du fährst weiter mit einem ramponierten Auto und bekommst den Netto-Schadenwert.

Oder du willst lieber ein heiles Auto und dir wird die Reparatur bezahlt.

Es geht aber auch nicht, dass du zu einer teueren Werkstatt gehst, da einen KVA machen lässt und dann bei einer billigen Werkstatt reparierst. Das wird geprüft. Und die Versicherung zahlt auch nicht jede Höhe, die wissen, wenn ein Preis angemessen ist.

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Kommentar von RudiRatlos67
22.06.2016, 11:28

Diese Antwort ist zwar nicht grundsätzlich falsch, aber es sieht dann doch etwas anders aus.

Zunächst mal wird ermittelt wie hoch der Wiederbeschaffungswert des Unfall Kfz ist. Diese Feststellung entfällt wenn eine kleine Beschädigung vorliegt und das Kfz sichtbar noch einen deutlich höheren Wert hat.

Die Schadenshöhe wird durch einen KVA oder durch einen Gutachter ermittelt. 

Der Geschädigte hat Anspruch auf Ausgleich.

Falls kein wirtschaftlicher Totalschaden vorliegt:
Er kann wählen ob er nach KVA abrechnet oder reparieren lässt.
Bei einer Reparatur werden die tatsächlich anfallenden Kosten "nach Rechnung" incl. Umsatzsteuer erstattet.
Bei Abrechnung über KVA wird die festgestellte Schadenshöhe unter Abzug der Umsatzsteuer erstattet. In dem Fall steht es dem geschädigten frei, das kfz selbst zu reparieren, zu verkaufen oder reparieren zu lassen. Sollten die Kosten der Reparatur die Höhe der geleisteten Entschädigung übersteigen, hat der geschädigte sechs Monate Zeit, anhand der Rechungen die Differenz zu den tatsächlich angefallenen Reparaturkosten erstatten zu lassen. Auch kann der Geschädigte sich innerhalb 6 Monate für Verkauf und Neuanschaffung entscheiden, in dem Fall wird die Umsatzsteuer nur erstattet wenn der Anschaffungspreis des neuen Kfz mindestens genauso hoch liegt, als der Wiederbeschaffungswert des Unfallautos. Hierzu ist der regulierenden Versicherung der Kaufvertrag einzureichen.

Bei einem wirtschaftlichen Totalschaden:
der Geschädigte hat Anspruch auf Erstattung des Wiederbeschaffungswert, abzüglich Restwert des Unfall kfz, behält er das unfall Kfz noch eine Weile, wird zunächst auch die Umsatzsteuer abgezogen. Der Anspruch auf Erstattung der Umsatztsteuer bleibt wiederum 6 Monate bestehen, wenn der Kaufpreis eines eines neuen Kfz mindestens genauso hoch ist wie der Wiederbeschaffungswert des Unfall Kfz. Auch in dem Fall dient der Kaufvertrag als Nachweis.

Ein wirtschaftlicher Totalschaden leigt vor, wenn die Reparaturkosten den Wiederbeschaffungswert des Kfz übersteigen. Trotzdem darf der Geschädigte sein Kfz bis zu einer veranschlagten Höhe von 130% des Wiederbeschaffungswert reparieren lassen. Die 130% Regelung gilt aber nur wenn das Kfz auch tatsächlich repariert wird. Als Nachweis wird ausschließlich die Reparaturrechnung akzeptiert.

Umsatzsteuer wird nur erstattet wenn der Geschädigte nicht vorsteuerabzugsberechtigt ist. Bei Vorsteuerabzugsberechtigten Geschädigten wird die Umsatzsteuer grundsätzlich nicht erstattet, da sie nur vorrübergehend anfällt und mit der Steuererklärung ausgeglichen wird.

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Wenn Du nicht reparieren lässt, bekommst Du das Geld des Kostenvoranschlages, wobei die Mehrwertsteuer abgezogen wird... 

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Kommentar von RudiRatlos67
22.06.2016, 10:22

Vollkommen richtig....
Wobei der Anspruch auf die Umsatzsteuer noch 6 Monate nach der Regulierung bestehen bleibet und abgerufen werden kann, falls diese bei einer Reparatur auch tatsächlich anfällt, oder das Unfall Kfz gegen ein anderes getauscht wird, dessen Kaufpreis mindestens dem Wiederbeschaffungswert des Unfall Kfz entspricht.
Diese Regelung gilt nur für Geschädigte die nicht vorsteuerabzugsberechtigt sind.

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Wenn du "nach Gutachten oder Kostenvoranschlag" abrechnest, wird nur die MwSt. einbehalten.

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Nein, das benötigt doch der Setzer, oder?

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Man kann den Betrag, den die Versicherung ermittelt hat, behalten, man muss nicht zwingend reparieren lassen. Dann werden von dem Betrag aber die 19 % MwSt abgezogen.


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Ja, denn Du kannst Dein Fahrzeug auch selbst reparieren oder den Zustand so belassen.

Allerdings wird Dir die Mehrwertsteuer nicht ausgezahlt.

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