Frage von Ceyhun, 63

Kann man mit Epilepsie überhaupt arbeiten?

Hallo Leute, ich leide seit meiner Kindheit an Epilepsie mit Bewussteinstörung. Ich bin gelernter Industriemechaniker und bin in der CNC Bereich erfahren. Im Januar 2016 habe ich eine Qualifizierung zur CAD-Fachkraft besucht. Hatte bei der Rentenversicherung einen Antrag auf Teilhabe im Arbeitsleben beantragt. Diese hat mir die Rentenversicherung finanziert und habe Ende Juli 2016 vor der IHK mit einem IHK Zertifikat abgeschlossen.

Meinen Vorberuf darf ich bei den rotierenden CNC Maschinen laut meiner Neurologe nicht mehr ausüben, aber ich bin trotzdem weiterhin auf der Suche in diesem Bereich. Weil ich einfach ohne Berufserfahrung im CAD Bereich nichts bekomme. Habe mich schon genug beworben aber immer ohne Erfolg. Deswegen versuche ich wieder im Vorberuf vorübergehend wieder reinzukommen, aber auch hier verliere ich langsam meinen Mut. Habe schon sämtliche Zeitarbeitsfirmen kontaktiert, mit beiden Einstellungsarten, also als gelernter Fachkraft sowie auch nur Heltertätigkeiten für 8 bis 9 Euro. Auch hier verstehe ich nur Bahnhof, weil Personen ohne eine Ausbildung bevorzugt werden und einen Job kriegen. Vorgestern habe ich von einer Sozialunternehmen nennt sich Neue Arbeit spontan einen Anruf bekommen und wurde zu einem Gespräch eingeladen. Diese Unternehmen beschäftigt zu 25% Personen mit Handicap. Auch wenn die Stundenlohn mit 9 Euro war, war ich bereit hier zu arbeiten. Aber laut des Betriebsarztes sollte ich einen Attest von meiner Neurologe einreichen, in dem steht das ich an laufenden Maschinen arbeiten darf, diese hat mein Arzt verbietet. Jetzt zu meiner Frage: Liegt es an der Epilepsie also Schwerbehinderung, weshalb man nicht bevorzugt wird? Oder sind heutzutage Ausbildungen nicht mehr gefragt? Liegt es vielleicht an den Arbeitszeugnissen, das was mich auch verzweifelt (habe auch dabei einen Anwalt im Arbeitsrecht kontaktiert und die Zeugnisse vorgezeigt, nicht auffälliges gewesen). Also gut ich möchte langsam zum Schluß kommen, möchte damit sagen, das ich langsam die Schn...ze voll habe mit den Bewerbung hin und her. Recherchiere nur noch im Internet, welche Rechte ich im Bezug auf meine Problem vom Staat, Amt oder der RV verlangen kann. Mache mir langsam Gedanken in Richtung Rente zu beantragen. Das ist meine letzte Möglichkeit, denn es sind viele die berichten das sie aufgrund Epilepsie nicht mehr arbeiten können und frühberentet sind. Mir ist auch bewusst, daß das nicht von heute auf morgen gleich mit der Rente klappt, darauf bin ich auch nicht scharf drauf, zumindest in dem Alter noch nicht. Ich möchte arbeiten und Geld verdienen, es muss eine Möglichkeit geben, ich bin nicht jemand der in die TASCHE VON STAAT greift. Es gibt viele so Leute, kerngesund aber kein BOCK arbeiten zu gehen. Gibt es irgendwelche Ämter oder Einrichtungen (bitte außer Agentur für Arbeit, die haben überhaupt keine Ahnung), die bei der Arbeitsuche Personen unterstützen die generell mit Ihrer Handicap schwer haben in eine Job rein zukommen. Danke

Antwort
von eulig, 36

Rente gibt es heutzutage nur noch, wenn eine Umschulung und/oder Reha nicht erfolgreich bzw. nicht erfolgversprechend sind. d.h. den Antrag auf Rente brauchst du gar nicht stellen. wird eh nichts.

du solltest dich aber mit dem Thema Umschulung beschäftigen. meine Nichte hat auch Epilepsie und ist Bäckerin. seit sie gut mit Medikamenten eingestellt ist, funktioniert das auch alles einwandfrei.

gerade wegen der Epilepsie solltest du, wenn du Probleme mit der medikamentöse Einstellung hast, einen Spezialisten aufsuchen. oftmals sind Epileptiker falsch eingestellt.

Kommentar von Ceyhun ,

Hallo eulig,

danke für deine Antwort. Das ist schön gesagt, mit der Einstellung. Auch wenn man medikamentös gut eingestellt ist, bleibt man immer im Epileptiker Status. Und wo findet man Spezialisten. Die Arbeitgeber sind verunsichert, auch wenn es so schön heißt, das behinderte bevorzugt eingestellt werden ,,sieht es in der Praxis anders aus". Auf eine Umschulung hätte ich schon Interesse, aber müsste Ortsansässig sein, bin aus dem Raum Stuttgart. Und was kann man als Epileptiker umschulen, denke mir so etwas als Technische Zeichner oder CAD Konstrukteur. Wo kann ich mich darüber informieren. Nochmals vielen dank

Antwort
von Dickie59, 29

HAllo,

ungwöhnlich, wenn dich die Rentenversicherung zu diesem Beruf umgeschult hat da die Metallindustrie mit der Erkrankung an rotierenden Maschinen sehr vorsichtig umgeht. Naklar bis du anfallsfrei und medikamtös eingestellt. Das hätte der Sozialmedizinsche Dienst beachten müssen.

DIe Aussicht sieht wohl eher schlecht aus, meine Erfahrungen beruhen aber auf meine ehemalige Tätigkeit Industriemeister Metall, das war bis 1997.

Die Erkrankung allein wird jedoch nicht für eine Bewilligung für eine Erwerbsminderungsrente reichen, da du immer noch 6 Stunden und mehr, irgendeine Tätigkeit, 5 Tage die Woche ausüben kannst.

Beste Grüße

Dickie59

Kommentar von Ceyhun ,

Hallo Dickie,

danke für deine Beitrag, ich habe eigentlich in dem Alter noch nicht vor eine Rente zu beantragen. Natürlich möchte ich noch eine Arbeit nachgehen und mein Geld verdienen, aber leider habe ich mit dieser Handicap als Epileptiker nur schlechte Erfahrungen gemacht. Und weil es mich langsam nervt, von Integrationsamt sowie Rentenversicherung nicht unterstützt wird, um eine passende Arbeitsplatz zu finden. Bemühe mich nur selbständig um eine Arbeitstelle zu suchen, aber leider erfolglos. Weiß nicht mehr weiter. Vielen dank nochmals und schöne Wochenende.

Kommentar von Dickie59 ,

Hallo Ceyhun,

Es ist meist nicht einfach, aus einer solchen situation herauszukommen, ich kann dir jetzt auch kein Tipp geben, an wen man sich in deinem Wohnumfeld wenden kann und um Unterstützung zur Lösungsfindungsunterstützung bitten kann.

Eigeninitiative ist immer sehr gut, eine weitere Umschulung bearf die Hilfe entsprechender sozialer Einrichtungen und Finanzierer (Arbeitsamt, Rentenversicherungsträger, Krankenkasse). Wenn die nicht wollen, sieht es schlecht aus. Versuche dennoch in deinem Wohnumfeld mal soziale Träger anzusprechen.

Alles Gute

Antwort
von MuttiSagt, 34

Ich denke, du solltest besser eine Umschulung machen, also etwas ohne Maschinen.

Kommentar von Ceyhun ,

Hallo Muttisagt,

danke für dein Antwort, meinst du mit 40 lohnt sich noch eine Umschulung? Denn noch zwei Jahre drauf dann ist man schon 42? Wie hoch wird eine Umschulung überhaupt bewertet im allgemeinen Arbeitsmarkt. Die blöde Rehaberaterin hat mich von einer Umschulung damals verunsichert, aus welchem Grund auch immer. Und ich wüsste überhaupt nicht, ob ich nochmal einen Antrag auf LTA stellen darf. Denn zuerst würden die behaupten, das ich versuchen soll in einem CAD Job rein zukommen. Bewerbe mich aber bisher ohne Erfolg. Danke dir für weitere Tipps.

Kommentar von MuttiSagt ,

Klar lohnt sich das noch. Du hast doch erst die Hälfte an Arbeitszeit um. Während der Umschulung bekommst du 64%. Bis zu 3 Jahre.

Kommentar von MuttiSagt ,

Neben der Arge kannst du die Umschulung auch bei der Deutschen Rentenversicherung stellen, dass ist meist effektiver bei gesundheitlichen Einschränkungen als bei der Arge. Erwerbsminderungsrente kannst du in deinem Alter noch vergessen, das wird dich finanziell ruinieren.

Kommentar von Ceyhun ,

Hallo MultiSagt,

Sorry für die Verspätung und vielen dank für deinen Tipp. Die berufliche Qualifizierung zur CAD-Fachkraft wurde mir von der deutschen Rentenversicherung bewilligt, hat 5 Monate gedauert und habe bei der IHK mit einem Zertifikat abgeschlossen.

Ich weiß nicht, ob die deutsche Rentenversicherung nochmal ein zweites Mal für einen Antrag auf Leistungen für Teilhabe am Arbeitsleben aufkommt.

Ich würde auch gerne Umschulung in Richtung Technischer Zeichner oder Konstrukteur machen, diese muß aber ortsansässig im Raum Stuttgart statt finden.

Wie lange dauert eine Umschulung?
Wie ist dann die finanzielle Versorgung für die Familie geregelt?   Zahlt die RV weiterhin Übergangsgeld?

Meinst du mit 64% das Umschulungsgeld?

Für deine weiteren Tipps bin ich dir dankbar.

Gruß

Kommentar von MuttiSagt ,

Ja, du bekommst Übergangsgeld ( auch so ca 64 %). Stell den Antrag, wenn darauf eine Ablehnung kommt, kannst du genau auf den Punkt einen Widerspruch leisten. Das einzige was die RV immer will, ist eine medizinische Reha. Witziger Weise rücken die kaum was raus, ohne dass man zur Reha war, vermutlich weil man nur da eine wirkliche Einschätzung der Leistungsfähigkeit erhält. Eine richtige Umschulung dauert 2-3 Jahre und natürlich kann man die auch zweimal erhalten.

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community