Menschen, die an einer Borderline-Störung leiden, fällt es schwer, Angst auszuhalten oder sich bei Impulsen wie Wut zu beherrschen. Sie neigen dazu, primärprozesshaft, also wie ein Kind, zu denken. Das sekundärprozesshafte, also realistische Denken, tritt zeitweise in den Hintergrund. Typisch ist auch das Schwarz-Weiß-Denken, das so genannte Spalten. Die Betroffenen sehen sich mal als nur “böse”, mal als nur gut. Sie nehmen sich immer wieder anders wahr und haben ein sich schnell änderndes Selbstbild, was Psychologen als Identitätsdiffusion bezeichnen. Daher können sich die Betroffenen auf manchen Ebenen auch nicht gut in andere einfühlen. Andererseits haben sie gute Antennen und fühlen oft sehr genau, was im anderen vorgeht. Manchmal fällt es ihnen schwer, Schuldgefühle wahrzunehmen. Häufig haben sie eine große, unbestimmte Angst, aber auch eine Angst vor allem und jedem (Panangst). Der Psychoanalytiker Otto Kernberg spricht dabei von einer Ich-Schwäche.

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