Frage von Xboythehidden, 312

Wie lebt es sich mit einem fremden Organ von der Lebenqualität und der Psyche her ?

Ich hab so einiges über dieses Medikamente gelesen und ich muss echt sagen, das klang echt fies.

Immer krank sein, da das Immunsystem abgeschaltet wird hört sich nicht so toll an.

Und wie sieht die psychologische Seite aus ?

Ich meine das muss doch schrecklich und ekelig sein ein Teil des Körpers für irgendwem in sich drin zu haben.

Also ich würde das nicht wollen und auch die Medikamente würde ich nicht wollen, ich würde im Ernstfall nur eine Lebendspende von meinem Bruder annehmen und ich würde auch bei ihm nicht zulassen dass man ihm z.b. eine Niere von sonstwem einbaut sondern ich würde ihm dann eine von meinen geben, allein schon wegen der Medikamente.

Antwort
von user8787, 107

Ich habe ein kleines Mädchen als Patientin. Sie bekam mit knapp 1 Jahr eine Leberspende von einem verstorbenen Baby. Ich betreue die kleine Maus seit ihrem 6. Monat, also schon vor der Organspende.

Die Eltern befanden sich damals bereits im Ausnahmezustand, weil denen war klar das ein anderes Baby sterben muss um ihre kleine zu retten.

Nun ist die Familie unendlich dankbar für die Leber und die Rettung der Kleinen, aber ein fades Gefühl bleibt sagen sie.

Irgendwann wird die Kleine Fragen stellen, auch das wird eine Herausforderung werden. 

Ich denke das seelische lässt sich nur nachvollziehen und fühlen wenn man selber sehr nah am Geschehen oder selber betroffen ist. 

Die Eltern der Kleinen haben sich für den Wunsch nach einem Organ oft bis an die Grenze der psychischen und körperlichen Belastbarkeit gebracht. Auch ist die Ehe fast daran zerbrochen

Der kleinen Maus geht es gut. Ihre positive Entwicklung schiebt grübeln und neg. Gedanken erstmal in den Hintergrund....

Kommentar von michi57319 ,

Ich habe so eine Geschichte bei meinen Nachbarsfreunden. Der jüngste Sohn bekam mit 8 Monaten ein neues Herz.

Ich kann deine Schilderungen unterschreiben. Ich war und bin sehr nah dran, es ist so, wie du es beschrieben hast.

Antwort
von Mucker, 45

Das fremde Herz (eine Erzählung)

Der arme und der reiche Mann

Es war einmal ein reicher und angesehener Mann, der ein Bergwerk besaß und dort nach Bodenschätzen graben ließ. Er lebte in einem Schloss, umgeben von Kostbarkeiten, und wer ihn sah, wie er sich den anderen Menschen zeigte und wie er sich bewegte, dem kam sogleich in den Sinn: "Dieser Mann muss aus reichen und sehr noblen Verhältnissen kommen." Der Mann war sichtlich stolz auf seinen Besitz, seinen Erfolg und auf sein bisheriges Leben, und stets trachtete er danach, die sich ihm bietenden Genüsse auch auszukosten. Dazu setzte er sein Vermögen, sein Ansehen und seinen Einfluss auch so ein, dass andere ihm und seinen Interessen und Leidenschaften gerne dienten, so dass er auch nicht zu vermissen schien, dass er im Grunde allein in seinem Schloss lebte.

Vor den Toren seines Schlosses wohnte aber auch ein armer Mann in einem kleinen ärmlich aussehenden Häuschen, der sich redlich mühte, für sich und seine Familie den notwendigen Lebensunterhalt zu verdienen. Er arbeitete hart in der Grube des reichen Mannes und er fügte Zeit seines Lebens weder Mensch noch Tier ein Leid zu. Doch je älter er wurde, je schlechter war es um seine Gesundheit bestellt und je beschwerlicher waren die vielen Stunden schwerster körperlicher Arbeit in den schmalen luftarmen Schächten unter der Erde. Und doch fehlte es ihm und seiner Familie an vielem, weil das Einkommen eben dafür nicht reichte. Er lebte also von einem Minimum, während der reiche Mann weit mehr als das Hundertfache als sein Einkommen aus dem Bergwerk nur für sich allein beanspruchte.

Eines Tages wurden beide Männer sehr krank. Der reiche Mann, weil sein Herz vor Kälte nahezu aufhörte zu schlagen. Der arme Mann jedoch, weil er unter der Erde an seinem Arbeitsplatz zu wenig Luft bekam und zusammengebrochen war. Ein Arzt untersuchte den bewusstlos gewordenen armen Mann, und er spekulierte, ob durch den Sauerstoffmangel nicht vielleicht auch sein Gehirn eine Schädigung davon getragen haben könnte. Sein Herz schlug jedoch immer noch kraftvoll.

Im Hospital

Im Hospital waren derweil viele Ärzte und Schwestern Tag und Nacht um das Leben des reichen Mannes besorgt. Und in seiner Kirche zündete man eine Kerze an, vor der ebenfalls Tag und Nacht jemand beauftragt wurde, für seine Genesung zu beten. Doch auch die intensivsten und kostspieligsten Behandlungen, die nur denkbar sind, brachten keine entscheidende Besserung. Nur eine Herztransplantation würde sein Leben retten können, so sagten die Ärzte.

Auch der arme Mann wurde nun zum ersten Mal in seinem Leben in das Hospital gefahren, da er sich sonst eine Behandlung dort gar nicht leisten konnte. Ohne Zögern wurde geprüft, ob sich sein Herz eventuell als Spenderorgan eignen würde. Und die Ärzte waren von diesem Herzen sehr angetan. Und bald stellte sich heraus: Es wäre besonders geeignet, um dem Bergwerksbesitzer eingepflanzt werden zu können, der in einem anderen Stockwerk des Gebäudes medizinisch umsorgt wurde. Derweil sagte man der Familie des Bergwerkarbeiters, dass eine Wiederherstellung seiner Gesundheit kaum mehr möglich sei, da, wie es den Anschein hat, sein Gehirn bei dem Zusammenbruch wohl auch einen Schaden erlitten habe.

Und so kam es dann, dass man gar keine besonderen Anstrengungen mehr unternahm, um sicher zu stellen, ob das Gehirn tatsächlich einen Schaden davon getragen habe. Auch wurde sich nicht mehr darum bemüht, das Leben des armen Mannes vielleicht doch noch zu retten und ihn aus der schweren Bewusstlosigkeit zu erwecken, sondern alles war darauf ausgerichtet, die Organentnahme vorzubereiten. Und so kam es schließlich auch, dass sein Herz heraus operiert und dem reichen Mann eingepflanzt wurde. Als seine Familie die Hülle seines ausgeweideten Körpers noch einmal zu Gesicht bekamen, erschraken alle furchtbar. Warum haben sie ihren geliebten Mann und Vater nicht beim Sterben begleiten dürfen? Es sei plötzlich alles so schnell gegangen, so die Ärzte, so dass auch das Herz sozusagen in letzter Minute gerade noch habe entnommen werden können.

Das neue Herz

Der reiche Mann jedoch erholte sich überraschenderweise schnell von der schweren Operation. Und er schien mit dem neuen Herzen bald auch Verhaltensweisen an den Tag zu legen, die man früher bei ihm gar nicht kannte. Dabei schienen zwei Seelen in seinem Inneren im Widerstreit zu liegen. Die eine Seele, die einfach ihr altes Leben, das sich fast nur um den Erfolg, den Reichtum und das Ansehen drehte, weiter führen wollte, so weit es eben der nun angeschlagene Gesundheitszustand des Menschen nur irgendwie ermöglichte. Und eine zweite Seele, die sich dafür zu interessieren begann, wie es auch anderen Menschen ergeht und ob sie mit ihrem Leben zurecht kommen oder nicht.

Oft wirkte der reiche Mann dabei unkonzentriert und orientierungslos. Und die in vielen Jahrzehnten gepflegten egoistischen Denkmuster und Verhaltensweisen, die sich nicht oder nur wenig für das Wohl anderer interessierten, behielten schließlich die Oberhand, auch durch die Beeinflussung seiner alten so genannten Freunde. Mit der Zeit konnte sich der Mann deutlich körperlich stabilisieren. Er legte sogar noch einmal zu an Reichtum und an Besitz. Er musste nur auf einige Facetten seiner Genusssucht verzichten. So hatten ihn die Mediziner ausreichend mit Ratschlägen versorgt, wo er vorsichtig sein müsse, was er unterlassen sollte, was er sich aber ohne weiteres weiterhin gönnen könne. Aus diesem Grund bedachte er auch das Hospital, das sein Herz durch ein ihm fremdes ersetzte, mit einer für seine Verhältnisse kleinen, aus Sicht des Hospitals jedoch großzügigen Spende. Desgleichen seine Kirche, in der einst für seine Gesundheit und für das Gelingen der Operation gebetet wurde.

Der plötzliche Tod

Manchmal schien er sogar - bis auf die immer wiederkehrenden Aussetzer und Anflüge von Orientierungslosigkeit - wieder der Alte zu sein, der er vor seiner Operation war.
Eines Abends saß er halb liegend in seinem Bett und blickte selbstzufrieden auf sein bisheriges Leben zurück. Reichtum und Erfolg waren ihm beschieden und dazu viele Menschen, die ihm Anerkennung und Respekt zuteil werden ließen und ihm viele seiner Wünsche erfüllten, und sogar, dem Spender sei es gedankt, ein neues Herz. Und für den Fall, dass die Zeiten schwieriger werden, konnte er auch auf vielerlei Art Vorsorge treffen. So dachte er bei sich: "Ich muss mir nun wirklich um meinen bevor stehenden Lebensabend keine Sorgen mehr machen", und er schlief über diesen seinen beruhigenden Gedanken ein.

Da hatte er in dieser Nacht unvermittelt einen außergewöhnlichen Traum. Während er schlief, erschien ihm im Traum plötzlich eine Gestalt, von der er sich nicht erinnerte, sie schon einmal gesehen zu haben. Das Wesen war kraftvoll und wirkte gütig. Jedoch hatte es einen sehr ernsten und auch traurigen Blick. Diese Gestalt beugte sich im Traum nun über ihn, und begann, mit sehr eindringlichen Worten zu sprechen: "Du Narr, noch in dieser Nacht wird deine Seele von dir genommen werden. Und wo wird dann alles das sein, das du dir erworben hast?"

Der reiche Mann erschrak über diesen Worten so furchtbar, dass er am ganzen Körper zusammen zuckte und erwachte. Ruckartig richtete er seinen Oberkörper auf: "Was war das? Und wer war das?"
Der Bergwerksbesitzer saß nun ganz aufrecht in seinem Bett und die Gedanken schossen ihm in den Kopf: "Das war doch nur ein Traum. Doch es war wie echt, es war real." Hastig versuchte er aufzustehen, um in seinem Schloss für alle Fälle nach dem Rechten zu sehen. War da vielleicht doch eine fremde Person in sein Haus eingedrungen und hatte sich über ihn gebeugt, als er noch schlief?

Doch kaum war er aus dem Bett aufgestanden, spürte er ein heftiges Stechen in seinem Herzen und in seiner linken Schulter, das ihn augenblicklich ausbremste und in einen Sessel fallen ließ. Panik ergriff ihn. Er hatte das Gefühl, als würde ihm von innen, aus seinem eigenen Körper heraus, zunehmend der Sauerstoff zum Atmen entzogen werden. In diesem Zustand kroch er wieder aus dem Sessel heraus zurück in sein Schlafgemach, öffnete weit das Fenster und entschied, sogleich einen Arzt zu rufen, auch wenn es mitten in der Nacht sei. Zuerst griff er jedoch zu seinen Morgen-Medikamenten und schluckte sogleich vorsorglich eine höhere Dosis. Doch darauf hin verlor er das Bewusstsein und fand sich unversehens wieder zurück in dem traumartigen Zustand, in dem er gerade zuvor noch erlebt hatte, dass eine fremde Gestalt sich über ihn gebeugt hatte: Wie im Fluge sah der reiche Mann nun seine vergangenen Lebensjahre vor seinem inneren Auge an sich vorbei ziehen, und er hatte keine Kontrolle mehr über die Situation. Ohne dass er dies wollte, sah er nun sein bisheriges Leben wie in einem Lebensfilm an sich vorbeiziehen. Es war ein mächtiger Sog, der ihn, ohne dass er es irgendwie beeinflussen konnte, zu den Stationen seines vergangenen Leben zurück trieb. Und während die Bilder auf ihn einwirkten, verstärkte sich in ihm das Gefühl, das meiste vielleicht doch falsch gemacht zu haben.

Und so verging die Nacht, und der Morgen dämmerte allmählich empor und damit auch die übliche Frühstückszeit im Schloss. Der Bergwerksbesitzer war entgegen seiner Gewohnheit nicht zum Frühstück erschienen, das ihm seine Köchin an jedem Tag zubereitete, und er reagierte auch nicht auf die Rufe der Frau, die darauf hin den Schlossverwalter rief. Der herbei gerufene Verwalter entdeckte ihn schließlich, sitzend auf einem Sessel, den Kopf nach vorne gekippt, den Telefonhörer auf seinem Schoß. Eiligst wurden gleich zwei Ärzte herbei gerufen, und sie waren sich schnell einig: Er ist tot. Offensichtlich ein Herzinfarkt. Nun war also auch sein neues, das fremde Herz nicht mehr zu retten.

Die Verwandten wurden verständigt, und der Pfarrer, der als nächster unverzüglich im Schloss eintraf. Er kannte sich gut aus in diesem Anwesen, wie einer, der dort seit je her ein und aus ging, und er begann zunächst damit, ein langes Gebet neben der Leiche des Verstorbenen zu sprechen, worauf hin alle anderen Anwesenden ihre Tätigkeiten unverzüglich einstellten und den Kopf, gleich dem Verstorbenen, nach unten senkten. Dann telefonierte der Pfarrer mit den Verwandten. Es ging dabei um das Testament und um die Erbschaft, und die Handwerker wurden verständigt, die Gruft in seinem Mausoleum für die baldige Belegung herzurichten.

Und in seiner Kirche wurde nun gleich ein ganzer Karton Kerzen ausgepackt und entzündet, und der Pfarrer bestellte einige Gläubige ein, die den ganzen Tag über vor den Kerzen beten sollten, damit die Seele des Verstorbenen den Himmel möglichst bald erreichen möge. Zudem bekamen die Arbeiter im Bergwerk eine Stunde frei, um auf vorformulierten so genannten Kondolenzbögen ihr Beileid und tiefes Mitgefühl auszudrücken.

Der arme und der reiche Mann im Jenseits

Der Körper des reichen Mannes war also unweigerlich tot. Doch wo befand sich jetzt seine Seele? Sie war nun hin und her gerissen zwischen Diesseits und Jenseits - unsichtbar für diejenigen, die sich auf der Erde intensiv über seinen Tod austauschten oder über das zu erwartende Erbe und die über die Zukunft des Schlosses und des Bergwerks nachdachten. Erst nach geraumer Zeit erkannte die Seele, dass es für sie kein Zurück mehr ins Diesseits gab. Und so streifte sie scheuen Blickes im Jenseits umher. Das Wesen im Traum hatte also die Wahrheit gesagt. Doch wie sollte es jetzt weiter gehen? Die körperlichen Schmerzen beim Sterben waren vergangen, doch die innere Unruhe und Angst nahm von Minute zu Minute zu. Da sah der einst Reiche plötzlich den früher armen Mann vor ihm stehen, der in dem kleinen Haus vor seinem Schloss gewohnt hatte und dessen starkes Herz seine irdische Lebenszeit um einige Jahre verlängert hatte.
Der arme Mann hatte im Jenseits bereits längere Zeit auf den reichen Mann gewartet. Und nun war also der Zeitpunkt gekommen, auf den er gewartet hat. Der einstige Arbeiter ging auf den Mann zu, der eben noch reicher Bergwerksbesitzer war, und fragte ihn, ob er ihm einiges sagen dürfe. Der gerade Verstorbene war einverstanden, denn er wusste ohnehin nicht, wie er sich sonst hier an diesem Ort orientieren könnte, und er war sogar ein wenig erleichtert, den Mann getroffen zu haben, der ihm schließlich nicht ganz unbekannt war.

Kommentar von Mucker ,

Also sprach der einst arme Mann zu dem einst Reichen:

"Deine Lebenszeit war schon vor vielen Jahren abgelaufen. So wie auch die meine. Wie du weißt, hat man mir mein Herz aus dem Körper geschnitten. Es war ein Schmerz, wie ich ihn bis dahin noch nie kannte, obwohl ich schon lange Jahre viele Schmerzen ertragen musste."

Bereits bei diesen ersten Worten verschlug es dem gerade Verstorbenen schier die Sprache, und er verstand nur mühsam, was der einst arme Mann ihm nun berichtete. Und dieser sprach weiter: "Auch die vielen leidvollen und beschwerlichen Jahre vor den Toren deines Schlosses wären nicht notwendig gewesen, wenn du gütiger, gerechter und großzügiger gewesen wärst."

Leicht beschämt senkte der einst Reiche seinen Kopf. Da
berichtete der Mann, der auf ihn gewartet hatte, was nach seinem Tod und nach der Organtransplantation passierte:

"In allen den Jahren, in denen du mein Herz in deinem Leib trugst, bin ich nicht von deiner Seite gewichen, denn ich wollte immer nahe bei meinem Herzen sein, damit ihm nicht weiterer Schaden zugefügt würde. Dies alles war für mich eine zusätzliche Qual, nun auch aus dem Jenseits heraus ständig neben dir zu leben, wie einst auf der Erde. Das Maß deiner Lieblosigkeit war schon
lange voll, doch du hattest es nicht mehr in deinem Herzen spüren
können.

Denn du hattest ja ein falsches Herz, nämlich mein Herz. Doch
ich habe dies alles gespürt, in meinem Herzen, das nun auch mehr und mehr erkaltete. Ich fühlte mich dabei wie angekettet an deinen Leib, und ich kam nicht davon los. Und so wartete ich hier, um endlich wieder Ordnung zu schaffen zwischen dir und mir, und um diese schlimme Sache zwischen uns zu beenden. Ich wartete, bis du kommst. Und nun bist du endlich da."

Der einst Reiche war nicht in der Lage zu antworten,
und erneut machte sich eine diffuse Angst in ihm breit. Und doch war er auch ein wenig entspannt, da der Tod anscheinend nur wenig verändert hat. Sein Leben war offensichtlich nicht beendet, sondern ging irgendwie weiter. Auch wenn dies hier ganz offensichtlich nicht der Himmel war, in den ihn sein Pfarrer immer wieder hinein zu predigen versuchte. Doch wo war er dann? Schließlich formulierte er zögerlich doch einige Worte:
"Ich spüre immer noch dein Herz in mir, aber es ist für mich wie eine fremde Kraft."

"Das war es für dich immer gewesen", sagte der einst arme Mann. "Nur hast du die Fremde während deiner Erdenzeit nicht
wahrhaben wollen und dich ständig damit einschläfern lassen, dass dir das Leben angeblich noch einmal geschenkt worden sei. Doch nun ist diese Spanne Zeit ja auch beendet, und wir können jetzt eine gerechte Ordnung zwischen uns schaffen." Und der Mann, dem das Herz entnommen wurde, sprach weiter: "Alles, was du an Negativem getan hast, nachdem deine Erdenzeit in Wirklichkeit schon abgelaufen war, hast du auf Erden nun auch meinem armen Herzen eingraviert, bis dieses Herz ebenfalls kollabiert ist. Nun gibt es nichts mehr, was mich auf die Erde zieht und ich will sehen, wie ich hier in dieser Welt mit allem zurecht komme, was geschehen ist."

"Auch ich weiß nicht, wie ich hier zurecht kommen soll mit allem, was geschehen ist", antwortete der einst Reiche.

Zurück auf dem Operationstisch

Kein Pfarrer und kein Priester und auch nicht der Bischof, mit dem er gelegentlich verkehrte, hatten den gerade verstorbenen Bergwerksbesitzer je auf solches vorbereitet, was er hier erlebte. "Warte", so sprach der einst Reiche. "Was ist, wenn mir alles leid tut? Dass ich dich habe für mich arbeiten lassen und dir keinen gerechten Lohn dafür gab? Dass ich mir sogar dein Herz einpflanzen ließ, obwohl du es mir nicht freiwillig gabst?"

Kommentar von Mucker ,

Und der einst Arme antwortete: "Auf der Erde hätten dir deine Sünden und Fehler leid tun sollen. Das ist deine Lebensschule
gewesen", so der früher arme Mann. "Und hier in dieser Welt kommt man mit Scheinheiligkeit nicht voran wie in der anderen Welt. Du wirst hier zuerst alles spüren, was du verschuldet hast. Und ich bin nicht der einzige, an dem du schuldig wurdest. Es werden noch viele kommen. Wenn es dir dann aber wirklich leid tut, dann ist das auch für dich der Beginn eines besseren Lebens."

Der früher reiche Mann atmete bei diesen Worten erst einmal tief
durch. Und anders als vor einigen Stunden, als er am offenen Fenster in seinem Schloss nach Luft rang, bekam er jetzt genügend Luft. Dann griff er instinktiv an die Stelle in seinem Seelenkörper, an der er das fremde Herz wähnte, das seinem Menschenkörper einst an dieser Stelle eingepflanzt wurde, und er tat so, also reiße er es mit einem Ruck aus seinem Seelenleib heraus. Obwohl es also nur so schien, als würde er sich das fremde Herz aus seinem Körper reißen, war das Schmerzempfinden für ihn unsäglich. In diesem Augenblick erfüllte sein markerschütternder  Schrei die jenseitige Welt. Schwer atmend fiel er vor die Füße des anderen Mannes.

"Leider konnte dir diesen Schmerz keiner ersparen", so der einstige Arbeiter. "Es war der gleiche Schmerz, den auch ich fühlte, als mir das Herz entnommen wurde. Aber ich spüre, dass du umkehren möchtest". Und er sprach weiter: "Nun geh du deinen Weg und ich den meinen." Und der Mann, der so lange gewartet hatte, verschwand.

Der sich nun herzlos fühlende einstige Reiche lag immer noch auf dem Boden und wagte nicht aufzustehen. Ganz allmählich erfasste er, dass sein Seelenkörper seine Menschenhülle samt dem fremden Herzen ja komplett abgestoßen habe und er folglich auch kein physisches Herz mehr braucht. Doch warum dann dieser furchtbare Schmerz an der Stelle, wo früher das irdische Herz geschlagen hat? So lag er nun eine Zeitlang am Boden und stammelte hilflos einige eindringliche Gebetsworte, die sich sehr von den hohlen Gebetsformulierungen unterschieden, die er einst als Mensch gebetet hatte.

Als ihn schließlich die Resignation völlig zu überwältigen schien, näherte sich ihm auf einmal wieder das Wesen, das ihm einst im Traum seinen irdischen Tod angekündigt hatte. Es streckte seine Hand aus, und der Mann ergriff dankbar diese Hand. Darauf hin wurde er wie im Traum noch einmal zu dem Operationstisch geführt, auf dem sein todkrankes Herz gegen das fremde Herz des armen Mannes ausgetauscht worden war. Er sah, wie als Mensch noch sein richtiges Herz in seinem Körper schlug und wie
es die Ärzte gerade entnommen hatten, um es gegen das Herz des einst armen Mannes auszutauschen.

In diesem Augenblick jedoch griff er mit seinem Arm kräftig dazwischen und nahm dem Arzt sein entnommenes Herz wieder aus der Hand. Dann transplantierte er in seiner Gedanken-,
Bilder- und Empfindungswelt sein eigenes Herz wieder in seinen Körper zurück, ganz ohne Ärzte und Schwestern und ohne das Gebet eines Pfarrers. Und dieses Mal war der Eingriff völlig schmerzlos und unkompliziert. Im Gegenteil. Es ging alles wie von selbst, und er spürte, wie sich sein Nervensystem allmählich beruhigte und wie es ihm von Augenblick zu Augenblick wieder
besser ging.

http://www.theologe.de/theologe17.htm

Expertenantwort
von beamer05, Community-Experte für Medizin, 26

Wie lebt es sich mit einem fremden Organ von der Lebenqualität und der Psyche her ?

Eine gute Bekannte erhielt vor einigen Jahren eine Spenderniere, da ihre Nieren bereits in jugendlichen Jahren zunehmend funktionslos wurden.

Sie benötigte einige Jahre iene Dialyse, bis dann die Transplantation möglich war.

Seitdem geht es ihr körperlich als auch psychisch sehr gut, sie wurde zwischenzeitlich 35 J.,  Mutter, ist berufstätig und glücklich.

Ich hab so einiges über dieses Medikamente gelesen und ich muss echt sagen, das klang echt fies.

Mit den erforderlichen Medikamenten kommt sie sehr gut zurecht, geht regelmäßig zu den ärztlichen Kontrollen...

Immer krank sein, da das Immunsystem abgeschaltet wird hört sich nicht so toll an.

Sie ist alles andere als "immer krank", hat gelegentlich mal einen Infekt und etwas häufiger als der Altersdurchschnitt auch mal einen Hautpilz, aber das bekommt sie - auch nach ihrer eigenen Einschätzung sehr schnell und gut in den Griff.

Und wie sieht die psychologische Seite aus ?

Diese Frau fühlt sich "wie neu geboren", ohne 3 x wöchtentlich fast den halben Tag an der Maschine (Dialyse) zu hängen, leistungsfähig, arbeitsfähig und glücklich. Und zudem dankbar, dass es einen Spender gab.

Ich meine das muss doch schrecklich und ekelig sein ein Teil des Körpers für irgendwem in sich drin zu haben.

Du "meinst"... aber Betroffene "meinen" das durchaus anders - auch wenn Du das scheinbar nicht lesen möchtest, da es offenbar nicht in dein - hier seit Wochen immer wieder hartnäckig verteiltes "Weltbild" passt.

Antwort
von TMSNW, 33

Was heißt ,,alleine wegen der Medikamente"? Egal von wem die Niere kommt oder welches Organ auch immer, von jemanden fremden oder dir, er muss lebenslang Medikamente einnehmen. Ich habe selber eine Niere von meiner Mutter bekommen. Das war Ende 2013 und da war ich gerade einmal 17. Mittlerweile bin ich unendlich froh, dass meine Familie und ich diesen Schritt damals getan haben. Denn hätte ich es nicht getan, hätte ich kein Leben mehr. Denn sollte es so dringend sein, dass du ein neues Organ brauchst oder dein betroffenes Organ geschädigt sein, selbst dann musst du schon Medikamente nehmen. Sollte jemand ein neues Organ brauchen, kannst du davon ausgehen, dass die Person ab dann Stammgast im Krankenhaus sein wird. Ich habe die Niere jetzt etwas mehr als 2 Jahre und führe ein zu 90% normales Leben. Klar muss ich alle 8-10 Wochen zur Kontrolle oder hab Stimmungsschwankungen. Aber dass ich das letzte mal richtig krank war, war vor über einen Jahr. Vor der Organspende lag ich wochenlang im Krankenhaus, musste ein Schuljahr pausieren und musste mit dem Leistungssport aufhören. Und jetzt? Jetzt mache ich in einem Monat mein Abitur, mache wieder regelmäßig Sport mit Wettkämpfen und führe endlich ein normales Leben. Da nehme ich die Arzt Kontrollen, die Medikamente oder die Stimmungsschwankungen in Kauf.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich hätte vielleicht dazu schreiben sollen, dass mein Bruder und ich eineiige Zwillinge sind.

Das ist der Grund, warum ich ihm und er mir etwas spenden könnte, ohne dass dann Medikamente nötig wären

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich hoffe ich frag dich jetzt nichts, was zu persönlich ist, aber wieso hast du denn deine eigenen Nieren überhaupt verloren, weil du scheinst ja noch sehr jung zu sein das klingt ziemlich ungewöhnlich für mich

Kommentar von TMSNW ,

Okay, dann habt ihr "Glück"
Weil Ärzte bei mir, als ich 2 1/2 Jahre war, zu spät erkannt haben, was ich damals hatte. Daraufhin haben meine Nieren die Funktion aufgegeben. Irgendwann fingen sie sich so, dass ich keine Dialyse brauchte, aber Medikamente und Kontrollen. 2013 wurde dann alles akut schlechter, dass meine Familie und ich entschieden, keine Dialyse, sondern Organspende. Denn wer vorher keine Dialyse hatte, da sind die Chancen einer Annahme des Organs noch besser.

Kommentar von Xboythehidden ,

Oh angeboren, naja in einem solchen Fall hätten wir wohl Pech gehabt.

Tut mir echt leid, dass deine Ärzte damals so unfähig waren.

Ich hab mal auf Youtube von Quarks und Co was von einem neuartigen Verfahren gesehen, dass man die Abstoßung irgendwie abschwächen kann indem man Stammzellen mittransplantiert, vielleicht wäre das ja ein Weg für dich, dass die gespendete Niere länger hält

Kommentar von TMSNW ,

Aber ihr habt euch :)

Da meine Mutter sie mir gespendet hat, sehen die Chancen auch gut aus. Und derzeit bin ich froh, endlich ein normales Leben führen zu können und in keinem Krankenhaus zu hocken

Kommentar von Xboythehidden ,

Ja, das stimmt :-)

naja, ich meinte ja nur, dass wir bei einer genetischen Ursache beide Pech gehabt hätten, aber zum Glück sind wir ja gesund.

Ich wünsche dir echt, dass deine neue Niere gut hält und du sie dauerhaft behalten kannst.

Darf ich dich mal fragen, wie es mit Krankheiten und so aussieht, also wie stark die Medikamente dein Immunsystem schwächen ?

Kommentar von TMSNW ,

Ja das stimmt :)

Das hoffe ich auch!

Das erste halbe/ Dreiviertel Jahr hatte ich sehr oft ne Blasenentzündung, aber als ich dann ein Antibiotika für 3 Monate bekam, war ich nur noch einmal krank und das war ne normale Grippe. In dem letzten Jahr war ich weniger krank als meine Klasse. Ich war noch nicht mal so erkältet, dass ich zu Hause bleiben musste. Ich bin genauso oft/ wenig krank, wie vor der Transplantation

Antwort
von Salzhaut, 11

Lebe seit vielen Jahren mit einem transplantietem Herz. Vor der OP war fast jeder Tag ein Kampf mit Rollstuhl, Sauerstoff und unendlich vielen Medikamenten. Ich kann jetzt wieder in Teilzeit arbeiten und am normalen Leben teilnehmen. Besonders oft krank bin ich nicht und schon gar nicht schwer. Die Medikamente haben natürlich Nebenwirkungen, aber das positive überwiegt. Psychische Probleme habe ich keine, der Spender ist nicht wegen mir gestorben und es ist gut, dass man nicht erfährt, wer es war. - Aber es gibt durchaus Patienten, die nach det OP Probleme damit haben.

Antwort
von rkay99, 163

Ich verstehe nicht warum man da psyschich ein Problem mit haben sollte, vielleicht wegen einem neuen Herz und den Gefühlen vielleicht?

Ist doch super, man kann wieder normal leben weil jemand einem ein Organ gespendet hat und wenn du erstmal in der Situation bist, dass du mehrmals die Woche zur Dialyse musst und trotzdem eine geringe Lebenserwartung dadurch hast dann wirst du das ganz anders sehen.

Es ist auch immer die Frage ob das Organ der verwandten Person zu einem operabel vergebbar ist und man sollte nehmen was man kriegen kann mit eklig hat das nichts zu tun. Du bekommst ein sauberes, gut funktionierendes Organ eines toten oder einer lebenden Person die es dir spendet.

Kommentar von Xboythehidden ,

Also mein Bruder und ich, wir würden definitiv füreinander spenden, aber das Organ von einem Fremden ?

Das könnte ich mir nicht vorstellen

Kommentar von rkay99 ,
wenn du erstmal in der Situation bist, dass du mehrmals die Woche zur Dialyse musst und trotzdem eine geringe Lebenserwartung dadurch hast dann wirst du das ganz anders sehen.
Kommentar von Xboytheunseen ,

Wenn mein Bruder jemals in dieser Situation sein sollte, dann bekommt er eine meiner Nieren und dann gibt es da nichts anders zu sehen.

Ganz einfach

Antwort
von Andrastor, 91

Jetzt sagst du das noch so einfach, aber für die Organ-Empfänger ist das Leben mit dem fremden Organ auf alle Fälle angenehmer als ohne. Bzw. Ist es für sie überhaupt ein Leben, denn ohne stünden die Chancen zu überleben denkbar schlecht.

Du solltest echt deine Sichtweise von dem Thema ändern und endlich aufhören dich da so hineinzusteigern.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich sag das eben nicht so einfach, ich möchte mit dieser Frage viel eher erfragen, wie jemand der transplantiert ist damit lebt.

Wenn ich bereits eine Meinung hätte, wie ein transplantierter lebt, dann würde ich nicht danach fragen.

Kommentar von Andrastor ,

Eines meiner Familienmitglieder, ein entfernter Onkel, hatte eine fremde Niere. Er musste zwar Medikamente nehmen, aber er lebte. Ohne die Transplantation hätte er seine Erkrankung nicht überlebt.

Für ihn war das Leben durchaus lebenswert. Natürlich mit vermindeter Qualität als in völlig gesundem Zustand, aber um Welten besser im Vergleich zu seiner Krankheit.

Was du scheinbar nicht verstehst, ist, das Menschen, die ein fremdes Organ bekommen, froh darüber sind. Es ist nie lustig oder angenehm durch einen Unfall oder eine Krankheit ein Organ zu verlieren.

Die Schmerzen bis die Diagnose gestellt wird, die gesundheitlichen Folgen die so etwas mit sich zieht und die Angst vor dem Tod sind von einer Dimension, die man sich kaum vorstellen kann, hat man das nicht selbst erlebt.

Dieser Onkel sagte, das Schlimmste war das Warten auf ein Spenderorgan. Das Bangen ob er rechtzeitig eines bekommen würde um gerettet zu werden, oder ob er vorher sterben würde, während er (weitaus mehr) Medikamente nahm um sein Leben doch noch ein wenig zu verlängern um es gerade noch so zu schaffen.

Er war glücklich darüber, dass er eine Niere bekommen und weiterleben konnte. Natürlich hätte er sich gewünscht, dass es nie soweit gekommen wäre, aber ich hatte noch nie einen Menschen getroffen der für jeden Tag den er am Leben war, so dankbar war, wie dieser Onkel.

So leben Menschen mit einem fremden Organ.

Du darfst bei der Betrachtung dieser Themen niemals von dir ausgehen. Für dich klingt es natürlich schrecklich dein Leben lang Medikamente nehmen zu müssen, aber du bist auch gesund.

Deswegen sag ich, ändere deine Sichtweise!

Kommentar von Xboythehidden ,

Erstmal danke für die Antwort :)

naja ich kann mir vorstellen, dass es schlimm sein muss schwerkrank und mit kaum Hoffnung zu warten.

Aber unter anderem deshalb sagen mein Bruder und ich uns ja, wir würden das nicht wollen und in einem solchen Fall dem jeweils kranken eine Niere spenden. Zumal das in unserem Sonderfall ja auch vollständige Heilung bedeuten würde, wärend ein Fremdorgan eher Zeitgewinn wäre und genau deshalb würden wir ein solches auch ablehnen

Kommentar von Dea2010 ,

Zumal das in unserem Sonderfall ja auch vollständige Heilung bedeuten würde

Da liegst du falsch! WENN eine Gewebeverträglichkeit vorliegt, kann die Spende lebend durchgeführt werden. Ansonsten muss der Empfänger genauso Medikamente nehmen wie jeder andere Transplantierte auch!

Nur die Chance, einen Spender zu finden, ist geringfügig höer, das ist alles.

Eine HEILUNG gibt es nicht, fremdes Organ bleibt fremdes Organ.

Wenn du an das alte Buch noch rankommst (ev als ebook) lies mal "Die Patienten" von Arthur Hailey.

Handelt vom Thema Transplantation und begleitet diverse Patienten von der Diagnose bis zum oft bitteren Ende. Und es erzählt sehr viel darüber, wie kompliziert das Finden eines passenden Organs ist!

Kommentar von Xboythehidden ,

Wir sind eineige Zwillinge, da gibt es kein wenn :)

Kommentar von Andrastor ,

Beim Fragesteller und seinem Bruder handelt es sich (soweit ich weiß) um eineiige Zwillinge. Da diese das gleiche Genmaterial haben, ist eine Abstoßung sehr sehr unwahrscheinlich und mit etwas Glück müssten sie nicht einmal Medikamente nehmen.

Deswegen spricht der FS auch von einem "Sonderfall".

Kommentar von Xboythehidden ,

Sehr richtig :)

Bis auf eins

Aus "mit Glück" darfst du gerne "garantiert" machen, denn Abstoßung unter eineiigen Zwillingen ist biologisch unmöglich

Kommentar von Andrastor ,

Sag das nicht. Auch bei eineiigen Zwillingen kann es zu diversen lustigen.. ich nenns mal "Veränderungen" kommen. So gab es schon einiige Zwillinge mit verschiedener DNS, teilweise verschiedener DNS und anderem Rhesusfaktor.

Aber das sind sehr seltene Fälle.

Was ich damit sagen will ist, biologisch unmöglich ist so gut wie unmöglich.

Ich hoffe du machst dir deswegen jetzt keine unnötigen Sorgen.

Kommentar von Xboythehidden ,

Dann waren bestimmt keine eineiigen Zwillinge.

Auch zweieiige Zwillingen (und normale Geschwister) können mit einer Wahrscheinlichkeit von 1/2 zu 23² genetisch gleich sein, da die Verteilung der Chromosomen zufällig ist.

Ich möchte wetten, das sind entweder annähern gleiche zweieiige Zwillinge oder aber eineiige von denen einer ein mosaik Genom Aufgrund von Polkörperchenbefruchtung trägt und der andere einfach nichts oder zu wenige von den anderen Zellen mitbekommen hat.


Aber in so einem Fall würde eine zusätzliche Stammzellenspende jegliche Abstoßungsprobleme lösen :)

Kommentar von Andrastor ,

Die Wette verlierst du.

Die Biologie ist um einiges umfassender als ein einfaches Referat ;)

Kommentar von Xboythehidden ,

Jetzt hast du meinen Ergeiz geweckt :)

Auf welche Art sollte sowas den sonst noch möglich sein ?

Kommentar von Andrastor ,

Eine Mutation der DNS nach der Spaltung der befruchteten Eizelle zum Beispiel. Auf diese Weise können die "lustigsten" eineiigen Zwillinge entstehen, mit verschiedenen Haarfarben zum Beispiel.

Absorbtion gibts auch. Es passiert öfter als man denkt dass anstatt Zwillingen eigentlich Drillinge hätten geboren werden sollen, doch einer der eineiigen Zwillinge den dritten Phötus während der Entwicklung absorbierte und die Zellen in seinen eigenen Körper aufnahm.

War der dritte im Bunde von einer anderen Eizelle, kann es sein dass einer der eineiigen Zwillinge aufgrund dieser Absorbtion andere DNS hat, oder auch nur stellenweise andere DNS hat.

Um alle Möglichkeiten aufzuzählen müsste ich jetzt die Bücher aus meinem Studium wieder ausgraben und dich an meine Proffessoren weiterleiten, aber das sind die Gründe die mir jetzt um die Uhrzeit noch einfallen.

Kommentar von Darkmalvet ,

Ich mische mich da jetzt mal ein in eure Unterhaltung, aber dir müsste klar sein, wie extremst unwahrscheinlich Neumutationen sind, die spezielle Bereiche betreffen, dass eine Neumutation ausgerechtet die Sequenzen der HLA Antigene betrifft, ist extremst gering.

Im Falle einer Absorbtion entsteht ein sogenanntes Teratom, welches man aber einfach aus dem Körper herausoperieren kann und meistens auch muss, da es irgendwann Schmerzen wie ein Tumor verursachen kann.

Eine stellenweise andere DNS (Chimärismus) würde sich bei einer Möglichen Isotransplantation (das Fachwort für den "Sonderfall") nicht auswirken, außer es ist zufällig das zu spendende Organ, aber da hat Xboythehidden richtig beschrieben, dass dann die zusätzliche Spende von Stammzellen die gegenüber beiden Zelllinien tolerant sind, die Abstoßung verhindern würde.

Aber solche extrem seltenen Fälle sind wohl nochmal um einiges seltener als z.b. eineiige Vier oder Fünflinge.

Kommentar von Andrastor ,

Hab nie gesagt dass sie nicht selten wären, aber sie sind möglich.

Kommentar von Darkmalvet ,

Allerdings gibt es noch einen viel einfacheren Fall, der die Einnahme von Medikamenten auch nach einer Isotransplantation nötig machen würde, nämlich wenn der Organverlust autoimmun erfolgt ist.

In diesem könnte eine zusätliche Stammzellenspende das Problem aber ebenfall umgehen, allerdings müsste man hier zusätzlich noch mit einer Chemotherapie dafür sorgen, dass die eigenen Stammzellen des Empfängers bis auf die letzte zerstört werden und das Blut des Empfängers müsste dabei ebenfalls ausgetauscht werden.

Kommentar von Andrastor ,

Es ist gut dass ihr Zwillinge seid, als solche ist die Chance groß dass die Organe nicht abgestoßen werden.

Ein Fremdorgan ist nicht bloß "Zeitgewinn" es ist Lebensrettend. Klar, irgendwann stirbt man, aber die Zeit bis dahin ist den Betroffenen mehr Wert als alles andere.

Das darfst du bei dem Thema nie vergessen.

Kommentar von ASmellOfRoses ,

Fällt unter dein "mehr Wert als alles andere" auch die Tatsache, dass ein lebender und fühlender Mensch ausgeschlachtet wurde ??

In diesem Fall darfst du gerne ein JA ankreuen...

Kommentar von Andrastor ,

Natürlich.

Wir Menschen haben einen natürlichen Egoismus, der es uns erlaubt buchstäblich über Leichen zu gehen um unsere Vorteile zu sichern. Dazu gehört es auch erwähnter Punkt, welchen du im übrigen unnötig dramatisierst und dämonisierst.

Antwort
von viomio82, 158

Wenn Du wirklich krank bist und eins der Organe kurz vorm versagen steht, glaub mal dann ist vollkommen egal von wem das Organ kommt denn Du willst leben!

Natürlich besteht immer die Gefahr das der Körper das Organ abstösst

Kommentar von Xboythehidden ,

Und genau wegen der Abstoßung würde ich auf jeden Fall für meinen Bruder spenden und er für mich, und wir würden niemals zulassen, das die das Organ von irgendwem nehmen.

Kommentar von viomio82 ,

Dann komm mal in die Situation-wünsche ich Dir natürlich nicht....Dein Denken würde sich schlagartig ändern. Was wenn Du neues Herz brauchst?? Kann Dir Dein Bruder wohl nicht spenden

Kommentar von Xboythehidden ,

Mein Herz ist absolut gesund, ich wurde untersucht, keine Herzfehler, nichts gefunden, also dem passiert garantiert so schnell nichts.

Und zur Not gäbe es ja immernoch Kunstherzen

Kommentar von viomio82 ,

ausser er wäre hirntod uns sein Körper wird künstlich am Leben erhalten....

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich habe nicht vom Herz gesprochen.

Aber du glaubst doch nicht ernsthaft, dass ich damit damit leben könnte wenn Ärzte meinen Bruder für mich umbringen würden.

Kommentar von viomio82 ,

umbringen? wer redet davon? wenn jemand zum Beispiel eine Patientenverfügung hat und keine lebensverlängernden Maßnahmen wünscht ist das kein Mord!!

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich

Ich rede vom umbrigen

Wir lehnen die Organspende (zumindest fürs erste) kategorisch ab, mein Bruder ist der einzige, dem ich ein Organ spenden würde und ich bin der einzige, der eines von seinen bekommen würde.

Und sonst niemand

Und nur mal so nebenbei, wir wollen uns Verfügungen machen, wo wir im Ernstfall diese lebensverlängernden Maßnamen explizit erwünschen

(aber die beträfen nicht den sogenannten hirntod, denn wer komplett hirntod ist, bei dem können höchtens Angehörige die Abschaltung um ein paar Wochen hinauszögern, leider ist da nicht erlaubt zu sagen, dass man auch dann noch an den Maschienen bleiben will)

Wenn du wissen willst wie wir darüber denken hier:

https://www.gutefrage.net/frage/mein-bruder-und-ich-haben-arger-mit-unseren-elte...

Kommentar von viomio82 ,

Ich hab meine Verfügung seid 10 Jahren und natürlich ne Vorsorgevollmacht. Denke da ich Krankenschwester bin habe ich eh andere Ansichten da ich es tgl erlebe.....wenn Ihr der Ansicht seid keine fremden Organe anzunehmen dann ok. aber wie gesagt todkranke Menschen denken anders, bei Euch würde sich die Denkweise garantiert ändern

Kommentar von Xboythehidden ,

Jetzt klingst du ein zu eins wie unsere Mutter :)

Sie hat auch mal im Krankenhaus gearbeitet und sie argumentiert genau so.

Aber da du Krankenschwester bist, kannst du mir ja bestimmt was darüber sagen, wie es sich mit einem fremden Organ lebt also von der Lebensqualität her

Kommentar von ASmellOfRoses ,

viomio82:

Evtl. würde sich auch deine Denkweise ändern, wenn du bei Explantationen (in der "Fachsprache" menschenverachtend "Ausräumung" genannt) zugegen sein müsstest - wärst da nicht die Erste, die daraufhin ein unwiderrufliches NEIN auf ihrem Ausweis ankreuzen würde...

Ärzte sind davon übrigens nicht ausgenommen ! 

Kommentar von viomio82 ,

Wie ne Mutti wollte ich nicht klingen☺....mit einem fremden Organ, wenn Körper es annimnt, steigt natürlich wieder die Lebenserwartung. Was man aber ganz klar sagen muss ist das es einige Fälle gibt wo erstmal danach eine Psychotherapie fällig ist. Die Patienten sind froh über neu gewonnene Lebensqualität aber müssen halt den Eingriff auch psychisch verarbeiten. Es ist etwas fremdes im Körper und viele denken dadurch Eigenschaften des Spenders zu übernehmen.

Kommentar von Xboythehidden ,

Danke für die Antwort :)

Kommentar von viomio82 ,

Bitteschön

Antwort
von Neokroma, 126

Man kann nicht irgendwelche Organe in irgendwen einsetzen. Dazu gehören verschieden faktoren. Wie zum beispiel die gleichen Blut werte und Blutgruppe. Aber genauer kann die das ein mediziner vom Fach sagen. Ich bin da kein Profi drinne.

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich kann dir absolut garantieren, dass mein Bruder und ich ohne irgendwelche Blut und Gewebetests garantiert als Lebendspender füreinander geeignet sind :)

Wir sind eineiige Zwillinge, wir sind 100%ig gleich :)

Kommentar von Neokroma ,

Bei Familie des gleichen Blut stammes ist auch klar ich sprach jetzt für die Allgemeinheit weil deine frage ja offenkundig gestellt wurde. :)

Kommentar von Xboythehidden ,

Ja, dass man Organe nicht einfach einbauen kann und was man da beachten muss, das weis ich sehr genau, denn ich hatte ein Referat darüber.

Aber mir geht es hier in der Frage darum, wie das Leben mit einem fremden Organ ist, also die Lebensqualität.

Antwort
von dadita, 41

Was hast du mit diesem Thema? ^^

Die Medikamente sind keine Katastrophe, sie sind unangenehm, aber nicht schlimmer als eine Dialyse und Co. 

Ekelig ist daran absolut gar nichts. Keine Ahnung woher du diese absurde Vorstellung hast. 

Ich kenne einige Empfänger von Organspenden. Sie leben ein glückliches und erfülltes Leben und sind froh durch Organspende eine zweite Chance bekommen zu haben. 

Kommentar von Xboythehidden ,

Ich fände die Vorstellung einfach mega ekelig ein Stückchen einer unbekannten Person in mir drin zu haben.

Aber das ist ja nur meine persönliche Vorstellung

Antwort
von ASmellOfRoses, 31

Ich hatte vor 20 Jahren auch einen Organspendeausweis mit "Ja" angekreuzt, weil ich es gut fand und es sich richtig anfühlte...

Mittlerweile habe ich mich umfassend informiert und denke nun anders darüber...

Viele vergessen leider - oder sehen es nicht - , dass vor dem "Weiterleben" eines anderen immer die gewaltsame und grausame Tötung des "Spenders" steht !

Wer bereit ist, diesen Preis zu zahlen - bitte - ich verurteile niemanden dafür, aber ich möchte auch umgekehrt nicht verurteilt werden, wenn ich dies anders sehe !

Ich möchte nicht um jeden Preis ein "Leben" auf Kosten eines anderen - zumal ich weiss, dass wir nicht nur dieses eine Erdenleben haben und ich weiss inzwischen auch, warum und ich weiss um den Sinn...

Man sollte meines Erachtens nicht nur die psychologische Seite der "Empfänger" in Betracht ziehen, sondern auch und in besonderem Maße die der Angehörigen der Spender, die sich nach der - oft mittels Überrumpelungstaktik erzwungenen - Zustimmung zur Entnahme informierten und dies seither in jedem Moment ihren Lebens bitter bereuen...

Finde immer noch und immer mehr, dass ihr für euer Alter sehr reif seid, aber bitte überfordert euch nicht...

Lasst euch vor allem kein schlechtes Gewissen einreden - kein Mensch ist für das Überleben eines anderen verantwortlich, zumindest nicht, wenn es um Organspende geht ! 

Antwort
von aprilseventh, 54

Die Medikamemte müsstest du auch nehmen wenn dein Bruder ein passender Spender ist und die meisten Organe können gar nicht lebend gespendet werden.

Aber klar... Lieber stirbt man, als ein Fremdes Herz anzunehmen, weil das eigene ja so viel wenigwr eklig und hübscher ist....

Kommentar von Xboythehidden ,

Vielleicht hätte ich in der Frage dazuschreiben sollen, dass mein Bruder und ich eineiige Zwillinge sind, daher wären keine Medikamente nötig.

Lebend gespendet  kann eine Niere, ein Teil der Leber, der Bauchspeicheldrüse und des Dünndarms

Eine Lungentransplantation ist meistens durch Rauchen oder durch Erbkrankheiten nötig, das trifft auf uns beide nicht zu, wir sind also sicher.

Und da wir erst 14 sind und garantiert keiner von uns einen Herzfehler hat, wird ganz sicher keiner von uns in den nächtest 10 Jahren ein neues Herz brauchen und auch danach ist es unwahrscheinlich

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