Frage von ysecret, 105

Kann man mir wirklich helfen?

Hey an alle Menschen, die das hier gerade lesen. Ich bin weiblich und 17 Jahre alt und bin gerade dabei mein Abitur zu machen. Ich habe leider Probleme..naja wer hat die nicht, nur ich schaffe es langsam nicht mehr mit meinen umzugehen. Leider kann ich auch nicht beschreiben, was mir fehlt. Ich merke nur das Kleinigkeiten ausreichen, um mich sehr traurig zu machen. Das geht schon sehr lange so. Ich bin einfach ohne richtigen Grund unglaublich traurig, bin so unzufrieden mit mir selbst, fühle mich absolut alleine..oh man ja das ist denke ich eines der schlimmsten Sachen..ich fühle mich so alleine und ich kann einfach nicht mehr weinen, ich will mich nicht mehr im Siegel mit Tränen in den Augen sehen, ich bin es so unglaublich Leid, es ist immer wieder so ein komischer Schmerz in meiner Brust ich habe das Gefühl erdrückt zu werden..niemand weiß von diesen Problemen und vielleicht ist das auch der Fehler, nur ich kriege es einfach nicht hin darüber zu reden..ich habe eine super tolle Familie und auch 2-3 beste Freunde, auf die ich mich eigentlich verlassen kann..also habe ich eigentlich keinen Grund mich so komisch zu fühlen, aber ich tue es trotzdem, oh man ich kann es kaum beschreiben ich habe das Gefühl alles erdrückt mich, ich habe sehr viel Druck in der Schule, meine verdammte Vergangenheit kommt immer wieder hoch, ich bin so unzufrieden mit mir selbst, dass ich mir manchmal wehtun möchte, also jetzt nicht ritzen oder so..natürlich gibt es auch Momente, in denen ich glücklich bin..nur die Abstände werden immer größer und gerade jetzt habe ich so eine schlimme Phase, dass ich den ganzen Tag schlafe, um so wenig wie möglich vom Tag mitzubekommen, ich distanziere mich von meine Freunden und keiner versteht warum, keiner weiß wie weh es mir innerlich tut und dass ich so unglücklich bin..Ich habe mir heute das erste Mal vorgestellt, wie es ist nicht mehr zu leben und das hat mich sehr erschrocken :( Ich habe das NIEMALS in Erwägung gezogen aus einer Vielzahl von Gründen, das war für mich ausgeschlossen, aber ich muss zugeben für einen klitze kleinen Moment heute erschien mir dieser Gedanke sehr entlastend und ich habe mich ein bisschen an ihm verbissen. Ich habe Angst, dass diese Gedanken zunehmen, auch wenn ich es mir jetzt noch nicht vorstellen kann..aber ich will und kann nicht über diese Sachen, die in meinem Kopf vorgehen reden, sogar hier fällt es mir schwer nur oberflächlichen Einblick in meine Probleme zu geben..vorallem würde ich von Menschen dann anders gesehen werden, als ich es will, ich habe mir bis jetzt eine Persönlichkeit aufgebaut, die ich immer wollte und die von vielen bewundert wird und mit so einer Offenbarung würde ich sie verlieren..das will ich niemals, aber auf der anderen Seite merke ich, dass ich langsam auf einen anderen Weg versuchen möchte, diesen schrecklichen Gefühlen ein Ende zu setzen. Glaubt ihr, dass man mir irgendwie anders helfen kann? Vielen Dank, dass DU dir Zeit genommen hast, das hier zu lesen!!

Antwort
von LetsHelpX, 61

Hey,

klingt so als würdest du gerade mitten in einer Depression stecken.

Wenn ich den letzten Absatz richtig verstehe, verstellst du dich in der Öffentlichkeit um gut da zu stehen?
Also du bist nicht der Mensch, der du gibst zu sein? oder verstehe ich das Falsch?

Ich kann dir nur eins Raten...
Setz dich mal hin und mach dir Gedanken, was die Ursache sein kann, das du dich so fühlst, wie du dich aktuell fühlst... denn es gibt einen Auslöser!
Jeder Grund hat eine Ursache!

Und reden hilft wirklich ;) Das nur so nebenbei!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Nope, nicht bei jeder psychischen Erkrankung und schon gar nicht Depression, gibt es immer eine Ursache. Oftmals gibt es sie gar nicht, manchmal weiß man sie gar nicht oder es können immer kleinere Ursachen zusammenspielen.

Kommentar von ysecret ,

Ja das stimmt..ich verstelle mich viel, aber nur in der Hinsicht, dass ich kaum Probleme habe und jedem helfe und ein offenes Ohr habe, dafür bin ich bekannt und das würde verloren gehen, wenn ich plötzlich die bin, die ernsthafte Probleme hat..
Ja, es gibt das schon kleine Auslöser, aber ich kann mit denen nicht mehr umgehen:( Danke dir für die Antwort!

Kommentar von LetsHelpX ,

Du solltest einfach mal mehr an dich denken & ich denke, wenn du mal derjenige bist der "Hilfe" braucht, dass deine Freunde dir genauso helfen, du bist ja keine Maschiene ohne Gefühle!

Auf dauer, können die Probleme anderer einen auch ganz schön runterziehen...

Ich kann dich gut verstehen, ich versuche auch immer für Jeden da zu sein aber mittlerweile, setze ich mir selbst eine Grenze und wenns mir zuviel wird, sage ich Stop und sie akzeptieren es dann auch!

Ich denke schon das auch bei psychischen Krankheiten, irgendwas der Auslöser ist!

Kommentar von ysecret ,

Ja, das versuche ich auch, nur ich habe auch das Gefühl, dass meine Freunde gar nicht wüssten, was sie machen sollen und überfordert wären, wenn ich dann plötzlich auspacke..das möchte ich ihnen nicht zumuten verstehst du?:/

Kommentar von LetsHelpX ,

Gut kann ich nachvollziehen... evtl. wäre eine Option, das du mal einen Therapeuten aufsuchst und mit ihm alles besprichst!
Dann belastest du deine Freunde nicht aber kannst dennoch drüber reden!
Denke das wäre der sinnvollste Weg!

Ich merke du befindest dich gerade in einer total blöden Zwickmühle :/

Kommentar von ysecret ,

Genau so ist es! Aber ja das mit dem Therapeuten werde ich mir nochmal gut überlegen. Dankesehr für deine Antworten :)

Antwort
von hutten52, 35

Dein Bericht hat mich sehr bewegt. Auf längere Sicht musst du das Bild, das du anderen von dir gibst, mit deinem wirklichen Ich besser in Übereinstimmung bringen. Ich glaube, du leidest unter dem Unterschied zwischen dir und deinem Bild. Das Aufrechterhalten dieses Bilds raubt dir viel Kraft und Lebensmut.

Vertraue den Menschen, die du gut kennst. Sie schätzen dich sicher auch, wenn du dich so gibst, wie du bist. Steh zu dir selbst und fange an, dich so zu akzeptieren, zu lieben, wie du bist. Überfordere dich nicht: Du musst nicht immer diejenige sein, die anderen hilft und stets bereit steht. Du darfst auch mal nein sagen und an dich denken, einfach um dich zu schützen. Sonst wirst du emotional ausgebeutet.

Versuche nach und nach auch, deine Vergangenheit in dein Leben zu integrieren. Es war damals nicht alles schlecht. Und das, was du vielleicht falsch gemacht hast, kannst du überwinden. Du bist heute weiter, bist ein anderer Mensch und hast alle Möglichkeiten, dich noch weiter zu entwickeln. 

Wirf dein Leben nicht weg!

Ich wünsche dir viel Kraft und Mut!

Kommentar von ysecret ,

Das ist leider auch ein schlimmer Punkt bei mir..mir fehlt das vertrauen, obwohl ich so tolle Freunde und Familie habe! Komisch oder? Ich verstehe es selber nicht..dankeschön für deine Antwort, die war schön zu lesen! danke!

Kommentar von hutten52 ,

Schön, dass es ankam.

Antwort
von TheTrueSherlock, 59

Du solltest zu einem Hausarzt gehen, darüber reden und dir dann die Überweisung für eine professionelle Hilfe wie Therapeut etc. geben lassen. Bei mir kommt der Verdacht nach einer Depression auf.

Klar kann man dir helfen, nicht aufgeben ;) Da ich nicht genau weiß, was dich von der Vergangenheit so verfolgt, ist professionelle Hilfe am Besten.

Wie lange geht das denn schon so?

Kommentar von ysecret ,

Mir fällt es nur so unglaublich schwer darüber zu reden, ich glaube ich krieg das nicht hin, habe es schon versucht:/ Verdacht auf Depressionen hatte ich das erste mal mit 12, seitdem ist das so ein schlimmes auf und ab..dankeschön, dass du dir Zeit hierfür nimmst!

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Hast du eine Therapie schon versucht oder was hast du ausprobiert?

Sehr viele Depressive denken bestimmt, dass sie über die Gefühle nicht reden können. Aber oftmals ist das vielleicht die Angst, wieder verletzt zu werden etc., die dahinter steht. Bei einem guten Therapeuten bzw. einer guten Therapeutin lernt ihr euch langsam kennen, bis eine Vertrauensbasis da ist. Du hast dann nicht zu befürchten, dass du verletzt wirst, wenn du dich öffnest. Dann kannst du dich mit der Zeit viel besser öffnen :)

Vielleicht hilft es dir auch besser mit Fremden bzw. Internetbekanntschaften darüber zu reden und mit der Zeit bist du auch bereit jemanden von deinem Problemen zu erzählen, wenn dieser vor dir sitzt.

Kommentar von ysecret ,

Ich war einmal bei einem Therapeuten und als ich dann da saß, habe ich mir irgendwas ausgedacht, weil ich plötzlich solche Angst hatte darüber zu reden :/ Ja genau das versuche ich gerade, ich gucke, ob ich wenigstens anonym im Internet darüber schreiben kann und das klappt bis jetzt eigentlich überraschend okay :)

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Versuche ehrlich zu sein, auch wenn es schlimm ist. Kannst du nochmal zu dem Therapeuten zurück?

Eine Stunde reicht für so etwas nicht aus. Wenn du Angst hast darüber zu reden, dann gib das zu. Sag das dir das jetzt zu viel ist. Gebe lieber das zu, als dir etwas auszudenken.

Falls du Fragen wegen Therapie hast, dann kannst du mich auch diesbezüglich fragen. Bin auch etwa in deinem Alter und wegen Depressionen in Therapie.

Kommentar von ysecret ,

Ja könnte ich, wenn ich will..aber ich würde mir dann wenn einen neuen suchen. Echt?? Dann hätte ich da ehrlich gesagt schon einige Fragen an dich:O

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Ja, das ist vielleicht auch besser. Dann kannst du mit einem Neuen auch neu beginnen.
Dann nur los damit ^^

Kommentar von ysecret ,

Wie lange hast du gebraucht, um dich zu öffnen? Und baut sich da wirklich eine Vertrauensbasis auf?? Wie ist das so? :o

Kommentar von TheTrueSherlock ,

Gar nicht lange eigentlich ^^
Wenn du dir erstmal darüber klar wirst, dass das eine fremde Person ist, welche dich nicht verurteilt, nicht negativ bewertet etc. sondern sehr einfühlsam und wertschätzend ist, dann geht das schon mal einfacher. Das ist eine außenstehende Person, die DIR helfen will. Sie kann dir am Besten helfen, wenn du dich öffnest und einfach alles erzählst. Und du wirst merken, so schwer ist es gar nicht. Ich denke, man hat Probleme sich zu öffnen und Gefühle zu zeigen, wenn man Angst hat, wie der Andere reagiert. Aber du merkst, dass diese Person positiv reagiert und so lindert sich diese Angst ;)

Zu meiner Therapeutin habe ich wirklich ein Vertrauensverhältnis ja. Leider gibt es nicht immer so gute Therapeuten, aber ich hoffe das du auch so jemanden findest :)

Und es ist auch völlig okay, mal zu schweigen. Du musst nicht die ganze Zeit reden und der Therapeut hilft dir, Lösungsansätze zu finden etc. Es ist auch völlig normal, wenn du in Tränen ausbrichst und eine halbe - ganze Sitzung nur weinst. Meine Therapeutin findet das immer "schön" (nicht falsch verstehen: natürlich ist es traurig, wenn jemand weint, aber es ist für sie auch schön), denn dann weiß sie, dass ich meine Gefühle zulasse, den Gefühlen Raum gebe, das nicht verstecke und nicht wie früher in mich hineinfresse und gerade dann kann man noch besser verstehen, was diese Person so belastet. Die Gefühle haben einen Grund und den kann man dann noch besser nachgehen.

Du brauchst dich vor nichts zu schämen. Der Therapeut hat bestimmt schon viel schlimmere Fälle gehabt und hat bestimmt schon etliche "komische" Sachen gehört etc. dann kannst du ihn nicht schocken usw. Er/Sie wird dir zuhören und das tut echt gut :)

Antwort
von rafaelmitoma, 11

ich kann dir nur raten, geh zu einem Psychologen und begib dich in eine pyschosomatische Klinik. dort kann man dir helfen,denn das selbstverletzen muß aufhören

Antwort
von menz84, 14

Hey ysecret, mich hat deine Frage und deine Schilderung im Herz getroffen. Ich würde dir gern von mir erzählen. Ich hoffe das ist ok. Ich (m/werde bald 32) habe mich erst heute bei Gute Frage angemeldet. Ich habe erst eine Frage selbst gestellt bevor ich deine Frage gelesen habe und jetzt versuche zu beantworten. Bitte ließ dir meine Frage erst durch wenn du meine Antwort durchgelesen hast. Seit der Kindheit bin ich körperlich und psychisch krank. Aber ich habe mich niemals jemanden anvertraut (weder Freunden, noch Ärzten, schon gar nicht meiner Familie). Meine größten Ängste habe ich vor Nähe und Beziehung. Was deshalb so schlimm für mich ist, weil ich mir genau das am meisten wünsche. Mit 16 haben sich meine Befürchtungen leider bestätigt. Ich habe versucht gegen meine Ängste anzukämpfen, und bin Mädchen näher gekommen. Aber nach den ersten enttäuschenden Erfahrungen war ich dazu gezwungen meine Gefühle und auch die Gefühle die Mädchen für mich hatten abzutöten. Weit bevor diese Gefühle richtig entstehen konnten. Das hat mir das Herz endgültig gebrochen. Mit 18 habe ich mich, nachdem auch Alkohol und Drogen in den Jahren zuvor nicht helfen konnten, von einer Autobahnbrücke gestürzt. Nach 4 Wochen Koma, langer Zeit im Krankenhaus bin ich zum ersten mal in eine Klinik gekommen. Doch reden konnte ich nicht. Was in den nächsten Jahren mit mir passiert ist erkläre ich dir anhand von 6 Diagnosen die ich in verschiedenen Kliniken erhalten habe: Gehbehinderung (klar, nach dem Sturz), Depressionen, soziale Phobie, Angst- und Zwangsstörung, schizoaffektíve Störung, Paranoide Schizophrenie. Zudem bin ich heute Alkohol- und Drogen abhängig. Ich habe erst vor einem Monat zum ersten mal in meinem Leben mit Menschen die mir wichtig sind über meine Probleme gesprochen. Die Reaktionen waren sehr unterschiedlich. Aber es einfach mal auszusprechen war unendlich befreiend. Wieviel ich von meinem Leben noch retten kann weiß ich wirklich nicht. Aber ich beginne Ende September eine Gesprächstherapie und sogar für meine körperlichen Probleme stehen Arzttermine an. Warum erzähle ich dir das: ganz einfach. Ich selbst hätte mit in deinem Alter so sehr gewünscht das nur ein Mensch mal ehrlich und offen mit mir geredet hätte. Vielleicht diene ich auch nur als schlechtes Beispiel, mag sein. Aber ich bitte dich, nein ich flehe dich an: Vertraue dich jemanden an. Ich habe in deiner Frage gelesen das du im Gegensatz zu mir eine tolle Familie und Freunde hast. Bitte sprech mit einer Person über deine Ängste und Gefühle! Du bist noch so jung. Und wende dich nur wenn es gar nicht anders geht an einen Therapeuten. Du bist sicher bei Familie oder Freunden besser aufgehoben. Zum Schluss noch eine Textzeitle aus meinem Lieblingslied "Auf Gute Freunde" von der Band Böhse Onkelz aus dem Jahr 1996: Ich verteil´Erlösung und mein größstes Problem, ich stand vor mir und konnte mich nicht sehen Damit können wir sicher beide was anfangen. In tiefer Hoffnung für dich und dein weiteres Leben. Dein Markus

Antwort
von andibrema, 26

Mir (m14) hat es oft geholfen, viel Zeit mit Freunden zu verbringen. Ich hatte so etwas ähnliches in den letzten Ferien, wenn auch nicht ganz so stark, aber seit wieder Schule ist gehe ich sehr oft nach der Schule Döner essen und rede teilweise stundenlang mit einem guten Freund, mit dem ich mich einfach mal an eine Bushaltestelle setze. Ich habe keine Freundin, aber wenn du einen Freund hast, dann könnte ich mir vorstellen, dass es hilft, mit ihm mehr Zeit zu verbringen. Viel Glück beim Abi!

Kommentar von ysecret ,

Das hört sich sehr befreiend an und ich wünsche mir so sehr, dass ich auch den Mut hätte mit jemanden einfach nur darüber zu reden, nur diese Angst und Unsicherheit mein Image zu verlieren ist zu groß..danke dir! und es freut mich, dass du dich so schön von dieser phase ablenken kannst! mit meinem Freund habe ich aus diesen Gründen leider schluss gemacht..

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