Frage von Lilli2345, 11

Kann man mir das vorschreiben oder sollte ich mich wehren?

Ich habe am 1.6. eine neue Stelle begonnen. Arbeite zur Zeit 10 Stunden die Woche. Ab September sollen es dann 14 werden. Ist auch alles in Ordnung so. Der Plan stand auch schon fest. Nun kam am Montag mein Chef und meinte ich müsse anders arbeiten. Und zwar einen ganzen Tag am Stück. Das kann ich aber nicht aufgrund meiner Kinder. Kann ich mich dagegen wehren oder bleibt mir nichts anderes übrig als eine Möglichkeit zu finden meinen Dienst so anzutreten wie es mein Chef mir vorschreibt.

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Familiengerd, Community-Experte für Arbeitsrecht, 9

Kann ich mich dagegen wehren

Zunächst einmal: Ja (ein "Aber" aufgrund Deiner konkreten Situation im Arbeitsverhältnis folgt jedoch).

Wenn Du feste Arbeitszeiten hast, hat sich auch der Arbeitgeber daran zu halten und darf Dich nicht außerhalb dieser vereinbarten Zeiten zur Arbeit einteilen.

Und selbst dann, wenn Du flexibel einsetzbar wärst:

> Erstens muss der Arbeitgeber Dir Deine Einsatzzeiten dann mit einer Vorlaubzeit von mindestens 4 Tagen mitteilen (von dringenden - !!! - betrieblichen gründen und tatsächlichen Notfällen abgesehen); einen zu kurzfristigeingeteilten Dienst musst Du nicht antreten (analoge Anwendung des Teilzeit- und Befristungsgesetzes TzBfG § 12 "Arbeit auf Abruf" Abs. 2).

> Zweitens darf er zwingend nur "nach billigem Ermessen" seine Entscheidungen treffen, d.h. konkret, dass er Deinen persönlichen Belange berücksichtigen und mit dem betrieblichen Belangen abwägen muss; das schreibt die Gewerbeordnung GewO in § 106 "Weisungsrecht des Arbeitgebers" zwingend vor.

In Deinem Fall darf er also nicht außer Acht lassen, dass Du Dich um Deine Kinder kümmern musst.

Nun das "Aber":

Bei Dir - da Du wahrscheinlich in der Probezeit bist und in den ersten 6 Monaten ohnehin nicht unter das Kündigungsschutzgesetz fällst (von besonderen Situationen abgesehen) - gilt aber im Besonderen der Spruch, dass "Recht haben" und "Recht bekommen" leider viel zu oft zwei sehr verschiedene Dinge sind.

Du kannst daher Deinen Arbeitgeber also zunächst einmal nur um Rücksichtnahme bitten und musst Dich ansonsten fragen, in wieweit Du es Dir in Deiner gegenwärtigen Situation erlauben kannst oder willst, gegebenenfalls in einen Konflikt mit Deinem Arbeitgeber zu treten.

Expertenantwort
von Hexle2, Community-Experte für Arbeit & Arbeitsrecht, 4

Erst einmal die rechtliche Seite:

Der Plan stand auch schon fest.

Wenn das so ist, ist der Arbeitsplan verbindlich und kann einseitig nicht geändert werden. Das geht nur im Ausnahmefall wenn es wirklich dringende betriebliche Gründe gibt.

Jetzt die andere Seite:

Ich habe am 1.6. eine neue Stelle begonnen

Du arbeitest dort noch nicht länger als sechs Monate, so dass das Kündigungsschutzgesetz nur in wenigen Ausnahmen greifen würde. Außerdem nehme ich mal an, dass Du noch in der Probezeit bist und mit verkürzter Frist ohne Angabe von Gründen gekündigt werden könntest.

Was Du jetzt machen sollst, kann ich Dir nicht sagen, das musst Du schon selbst entscheiden. Versuch aber noch einmal mit Deinem AG zu reden und ihm Deine Schwierigkeiten mit der Änderung des Dienstplans zu erklären. Viel Glück.

Antwort
von Samika68, 5

Solche Dinge werden i. d. R. im Arbeitsvertrag festgehalten.

Steht denn in Deinem Vertrag, dass Du flexiblen Arbeitszeiten unterliegst, oder wurden Dir feste Tage/Zeiten zugesichert?

Dein Chef weiß, dass Du Kinder hast?

Schau' in Deinen Vertrag und sprich mit dem Vorgesetzten - ich bin sicher, es wird sich eine Lösung finden.

Kommentar von Lilli2345 ,

Laut Vertrag feste Arbeitszeiten die im Arbeitsplan geregelt sind. Und ja mein Chef weiß das ich Kinder habe.

Kommentar von Samika68 ,

Vielleicht gibt es Kolleginnen/Kollegen, mit denen Du einen ganzen Tag von z. B. 8 Std., gegen zwei halbe Tage von z. B. 4 Std. tauschen kannst, sobald ein Arbeitsplan erstellt worden ist?

Erst würde ich jedoch mit dem Chef sprechen, die Situation erklären und darum bitten, eine Alternative zu finden.

Antwort
von SiViHa72, 3

Wie, einen ganzen Tag am Stück?

Schon dauernd 10 Stunden können ein Thema sein.. Nen ganzer Tag verstößt absolut gegen deutsches Recht.


Was für einen Job hast Du, dass der solche Monsterschichten ansetzt?


Was genau meinst Du mit "ganzer Tag" und was genau steht in Deinem Vertrag?

Kommentar von Lilli2345 ,

Vielleicht etwas blöd ausgedrückt. Also ich habe schon eine Pause. Soll halt von 7 Uhr bis 17 Uhr arbeiten. Mit Pause. Aber habe halt dann keine gesicherte Betreuung für meine Kids.

Kommentar von Dave0000 ,

Sie schrieb 10h die Woche !

Aber wenn im Arbeitsvertrag steht abzuleisten von bis dann kann der Arbeitgeber das schon legen wie er braucht
Auch mal 8h an einem Tag
Wenn aber drin wann genau die Stunden abzuleisten sind muss er sich (mit Ausnahmen) dran halten

Antwort
von elagtric, 4

der deutsche Dienst am Volk verwehrt es uns ja quasi, auf die eigenen Belange Rücksicht zu nehmen.

Soviel zur Ideologie.

Bei uns im Betrieb ( eine Glasbude, 4-Schicht, rund um die Uhr ) gibt es Mitarbeiter, die sich jedesmal breitschlagen lassen, 12 statt 8h zu gehen oder sich aus dem wohlverdienten Wochenende holen lassen, falls mal jemand ausserplanmässig krankmacht.

Auf der anderen Seite gibt es jene, die skrupellos einen gelben Schein einreichen, wenn mal irgendwas nicht passt oder Stress ansteht.

Die dummen sind eigentlich zu 100 % jene, die sich immer wieder breitschlagen lassen. Nicht nur, dass sie acht oder neun Tage am Stück arbeiten ... sie werden das nächste Mal als erste angerufen, wenn mal wieder jemand wegen Husten oder was auch immer ausfällt.

Mein guter Rat : leg Dein (gutes) Gewissen beiseite. Andere machen aus viel banaleren Gründen blau.

Antwort
von Voeglein, 3

Was ist dir denn wichtiger? Deine Arbeit oder deine Kinder? Letztendlich ist es deine Entscheidung, ob du tust was dein Chef sagt...

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