Frage von Sweetdevil21le, 30

Kann man Miete verlangen, obwohl der Erbteil bereits ausgezahlt wurde?

Mein Vater ist 1993 verstorben . Zu diesem Zeitpunkt waren auf dem Haus ca 60000 € Schulden. Da kein Testament vorlag wurden meine Mutter meine 3 Geschwister und ich zu einer Erbengemeinschaft das heißt was das Haus angeht stehen wir alle im Grundbuch drin. Das Haus ist seit 2003 schuldenfrei , die Kredite hatte meine Mutter alleine abgezahlt. In dem Haus wohnen nur meine Mutter und ich , meine Geschwister sind alle ausgezogen vor vielen Jahren. Seitdem kümmern meine Mutter und ich uns auch alleine um die Werterhaltung des Hauses . Im Jahr 2013 forderte eine Schwester unter Androhung einer Frist und der Zwangsversteigerung ihren Erbteil ein .Aus Unwissenheit und Angst auf der Strasse zu landen haben wir uns unter Voraussetzung und dem Versprechen das sie keine weiteren Forderungen stellt und sich dann diesbezüglich väterlicherseits aus dem Grundbuch austragen lässt bereit erklärt ihr eine von ihr geforderte Summe zu zahlen wenn auch unfreiwillig , da die Forderung unverschämt hoch war und sie so gesehen ja eigentlich gar keine Anspruch hat weil ja zum Zeitpunkt des totes meines Vaters ja wie oben schon erwähnt Schulden auf dem Haus waren. Die Austragung aus dem Grundbuch erfolgte bis heute natürlich nicht.Seit 2009 ist meine Mutter zudem Pflegebedürftig und seitdem kümmere ich mich auch um sie alleine. Jetzt steht meine Schwester wieder auf der Matte und verlangt jetzt von mir Miete für die ganzen Jahre rückwirkend , ist das rechtens. ? Zumal sie ja wie gesagt ihren Erbteil ausgezahlt bekommen hat.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von imager761, 11

Tatsächlich seit ihr mit dem Tod eures Vaters gleichberechtigte Miteigentümer.

Deine Schwester kann daher zu ihrer Erb- bzw. Miteigentumsquote fiktive Mieteinnahmen geltend machen und muss sich davon  Aufwendungen und Erhaltungskosten der Immobilie anrechnen lassen.

Nehmen wir an, das Haus gehörte den Eltern, ist Mutter zu 9/12, du und dein Geschwister zu je 1/12 Miteigentümer.

Macht 1/12 Jahresmieteinnahmen nach ortüblicher Vergleichsmiete abzgl. 1/12, Grundsteuer, Schonsteinfeger, ...

Mit einem Ankauf ihres Miteigentumsanteils zu verkehswertgerechtem Preis wäre man diese fortwährenden Zahlungen wie ihren Grundbucheintrag endgültig los :-)

G imager761


Antwort
von Leisewolke, 18

ich würde umgehend einen fachkundigen Rechtsanwalt (Erbrecht) konsultieren 


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