Frage von Stacho1708, 30

Kann man mehr LP/CP erlangen als notwendig?

Meine Frage ist, ob es im deutschen Studiensystem gewissermaßen "verboten" ist mehr Module als notwendig zu absolvieren. Ich interessiere mich für Studiengänge im MINT-Bereich und habe mir in den letzten eineinhalb Jahren viele Studienverlaufspläne und Modulhandbücher durchgelesen. Dort heißt es dann eben auch immer wieder "Wahlpflichtbereich : maximal. xxLP" . Aber auf der anderen Seite habe ich den Eindruck, dass man gerade in Ingenieurswissenschaften am Ende bloß als Fachidiot dasteht, der zwar sicher ein breites Grundlagenwissen hat aber schnell an seine Grenzen stoßen könnte sobald es über sein Fachgebiet hinausgeht. Ich habe auch mal Sätze gehört wie "Ingenieure sind Spezialisten, keine Generalisten". Aber gerade die Ingenieurswissenschaften sind in der Praxis doch eng ineinander verzahnt.

Ist es denn möglich bspw. im Masterstudium neben seinen Spezialisierungsmodulen auch noch weitere Module zu belegen um zumindest die Grundlagen einer anderen Spezialisierung zu erlernen? Und wie sieht das mit fachfremden Modulen aus? Ich meine für gewöhnlich ist mehr Arbeit als notwendig zu leisten doch nichts schlechtes.

Auch wenn ich mich hier jetzt auf Ingenieurswissenschaften bezogen habe ist die Frage natürlich allgemein gestellt.

LG Stacho

Antwort
von KuarThePirat, 30

Hallo,

ich bin leider schon etwas raus aus dem Studium, insofern ist meine Antwort vermutlich durch neuere Studienordnungen schon längst überholt. Es war damals kein Problem soviele Module zu belegen, wie man lustig war. Man musste sich lediglich vorher entscheiden, in welchem Modul die für dein Zeugnis relevante Note erbracht werden soll. Alle anderen Module wurden allerdings trotzdem ins Zeugnis mit aufgenommen allerdings eben mit dem Vermerk, dass sie nicht in die Gesamtnote eingegangen sind. Ich kann mir gut vorstellen, dass das immer noch so ist.

Übrigens habe ich eine ganz andere Erfahrung gemacht, was die Ingenieurausbildung betrifft. Ich habe Verfahrenstechnik studiert und hatte nie das Gefühl, dass wir zu Spezialisten in einer Fachrichtung gemacht werden. Das gesamte Studium war sehr breit angelegt mit vielen Grundlagen aus Chemie, Biotechnologie, Verfahrenstechnik, Maschinenbau, Elektrotechnik und auch Informatik. Man hat überall genug mitbekommen um mit den wahren Spezialisten zumindest sprechen zu können.

Die eigentliche Spezialisierung auf ein bestimmtes Gebiet ist dann erst im Berufsalltag "passiert". Aber da kann man zusammen mit den Vorgesetzten gezielt entgegenwirken.

Viele Grüße

Kommentar von Stacho1708 ,

Danke erstmal für die Antwort:)

Verfahrenstechnik ist im übrigen der Studiengang für den ich mich wohl letztlich entscheiden werde, gerade deshalb, weil ich den Eindruck habe, dass man dort die breitesten naturwissenschaftlichen Grundlagen vermittelt bekommt. Kann ich dazu vielleicht noch ein paar kurze Fragen stellen?

Kommentar von KuarThePirat ,

Sicher kannst du dazu noch ein paar Fragen stellen. Ich will versuchen, sie dir alle zu beantworten.

Kommentar von Stacho1708 ,

Ist es ein Problem wenn man in der Oberstufe kein Biologie hatte? (Nach Klasse 10 mit einer 2 abgewählt) Und auch keinen Leistungskurs in Chemie sondern nur einen 2-stündigen Grundkurs bei dem mir irgendwie vieles sehr schwammig vorkommt. Wird man da Probleme im Studium bekommen? Dafür allerdings schulisch keinerlei Probleme in Physik, Mathe(jeweils im Leistungskurs) und Informatik. 

Kommentar von KuarThePirat ,

Nein, da wirst du keine Probleme bekommen. An die Uni kommen ja sehr viele Leute mit sehr unterschiedlichen Wissensständen. Daher wird der relevante Schulstoff (zugegeben im Schnelldurchlauf) in den Vorlesungen nochmal aufgearbeitet. Das fing bei mir in Anorganische Chemie beispielsweise nochmal beim Bohr'schen Atommodell an.

So kriegt man zumindest mit, was wichtig ist und kann es dann - falls man es in der Vorlesung nicht versteht - in Büchern nacharbeiten.

Viel Freude und Erfolg im Studium.

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