Frage von llennac, 39

Kann man in Mathematik auslernen?

Ich habe Privat ein mal eine Mathematiklehrerin getroffen, die gesagt hat dass Mathematik eine abgeschlossene Wissenschaft ist. Stimmt das?

Und wenn ja, kann man Mathematik "auslernen"? Gibt es einen Punk an dem man quasi alles kann?

Antwort
von PeterKremsner, 23

Nein Mathematik ist noch nicht abgeschlossen und da gibts noch genügend Sachen zu beschreiben.

Ein großes Gebiet der Mathematik ist die Implementierung von nummerischen Algorithmen für Computer, diese Algorithmen müssen immer weiter verbessert werden um zum einen an die Hardware optimal angepasst zu sein und um zum anderen vielleicht noch effizientere Mathematische Algorithmen zu finden.

Es gibt auch noch einige ungelöste Probleme in der Mathematik zB das Collatz Problem oder die Riemansche Zetavermutung.

Ebenso gibt es auch noch viele Integrale welche zwar nummerisch nicht aber algebraisch gelöst werden können und es wäre sehr interessant eine Methode zu entwerfen diese Integrale auch algebraisch zu lösen.

Kommentar von llennac ,

Ah, sehr interessant. Macht es für mich eig noch attraktiver da ich ohnehin Anwendungsentwickler bin.

Kommentar von PeterKremsner ,

Ja die nummerische Mathematik ist eigentlich die Mathematik der Informatiker, man kann auf einem PC letztendlich nur nummerische Algorithmen effizient implementieren.

Es gibt natürlich CAS Systeme diese sind aber für Simulationen unbrauchbar.

Gerade mit aufkommen der Computer haben sich in der Mathematik auch neue Probleme ergeben, du kannst auf einem Zettel theoretisch unendlich genau rechnen.

In einem Computer hast du immer nur eine begrenzte Stellenanzahl und plötzlich gab es das Problem, wie kann ich mit einer begrenzten Anzahl an Stellen ein nummerisches Problem möglichst genau lösen.

In dessen Zuge wurden dann eben zB das Phänomen der Auslöschung beschrieben, welches zwar hauptsächlich Informatiker betrifft aber eigentlich ganz und gar mathematischer Natur ist.

https://de.wikipedia.org/wiki/Ausl%C3%B6schung_(numerische_Mathematik)

Antwort
von Schachpapa, 13

Vielleicht meinte sie damit, dass man als Mathelehrer normalerweise keinen neuen Stoff mehr lernen muss (aber dafür vielleicht neuartige Lehrmethoden).

Denn bis das, womit sich die aktuelle Mathematikforschung beschäftigt, Eingang in die Schulen findet, dürfte es noch eine Weile dauern.

Das ist nicht in allen Fächern so. Politiklehrer müssen z.B. regelmäßig ihr Ohr am aktuellen Zeitgeschehen haben. In der Biologie fließen aktuelle Erkenntnisse auch schneller in den Unterricht.

Antwort
von Tybald89, 10

Scheinbar gilt (zumindest, was die Fachkompetenz angeht):

Mathematiklehrer != Mathematiker.

Es gibt doch noch tonnenweise ungelöster Probleme oder Vermutungen, die noch bewiesen werden müssen. Es gibt sogar einen Satz, der besagt, dass jedes hinreichend mächtige formale System entweder widersprüchlich oder unvollständig ist (Gödelscher Unvollständigkeitssatz). Das impliziert, dass es in der Mathematik immer ungelöste, nicht beweisbare bzw. nicht entscheidbare Probleme geben wird. Für manche Probleme kann man ja sogar beweisen, dass sie nicht beweisbar sind - lol.


(Korrigiert mich, wenn der Unvollständigkeitssatz nur auf Sachen wie formale Sprachen zutrifft und nicht auf die ganze Mathematik)

Antwort
von Wissen321741, 7

Es gibt die sogenannten Millennium-Probleme, das sind paar Sachen aus der Mathematik die man noch nicht weiß. Außerdem gibt es noch Bereiche in dem noch nicht viel bekannt ich (➡andere Antworten).

Antwort
von Schewi, 19

Nein. Außer es gibt irgendwann jemanden der die Weltformel erkennt und versteht. Dann wäre vermutlich alles geklärt was es zu wissen gibt.
Aber das ist unwahrscheinlich..

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