Frage von FrageCompany, 34

Kann man in Linux (Ubuntu) Programmpakete (DEB, PPA-Paketarchiv ► was ist der Unterschied) genauso einfach per Doppelklick installieren, wie Windows-MSI-Pakete?

  1. Kann man in Linux (Ubuntu) Programmpakete (DEB, PPA-Paketarchiv ► was ist der Unterschied) genauso einfach per Doppelklick installieren, wie Windows-MSI-Pakete? https://de.wikipedia.org/wiki/Programmpaket

  2. Gibt es bei Linux eigentlich ausführbare Dateien, wie man sie unter Windows kennt, die eine eigene Datei-Endung, wie *.exe haben und auch selbst eine automatische Programminstallation durchführen können? de.wikipedia.org/wiki/Ausf%C3%BChrbare_Datei

  3. Gibt es Programmpakete für Linux, die alle notwendigen Programmabhängigkeiten mit sich bringen und bereits vorhandene Abhängigkeiten selbstständig erkennen oder gegebenenfalls aktualisieren? Das ist mir wichtig, weil ich gerne Linux-Programmpakete von einem Linux-Computer mit aktiver Internetverbindung auf einen Computer mit nicht vorhandener Internetanbindung (ist technisch nicht möglich) übertragen möchte. Wie geht das? Bei Windows kann ich eine Installer-Datei einfach kopieren, geht das auch bei Linux und dann eine einfache Installation per Doppelklick ohne Terminal/Konsole?

  4. Gibt es eine Anwendung, welche die PPA-/DEB-Dateien verwaltet, also einen "PPA-Manager", der für alle notwendigen Abhängigkeiten auf einem Offline-System sorgt, indem ein Index der vorhandenen Abhängigkeiten auf einen USB-Stick kopiert wird und auf einem Online-System dann diese Liste mit den Anhängigkeiten abgeglichen wird, um die fehlenden Dateiabhängigkeiten auf den USB-Stick zu kopieren. Zurück auf dem Offline-Linux-System sollte dieses dann per Doppelklick alle vom Online-System heruntergeladenen Abhängigkeiten einfach als Anwendungsprogramm installieren können.

Besten Dank!

Antwort
von Kerridis, 13

Der Unterschied zwischen einem DEB und einem PPA-Paketarchiv ist der zwischen einem Apfel und einem Apfelkorb. DEB ist das Paketformat, eine Deb-Datei also der Apfel, PPA das Repository im Netz wo die Deb-Pakete gelagert werden, also der Korb mit den Äpfeln.

1. Theoretisch ja, aber es geht auch mit Einfachklick. Und es geht sogar noch einfacher, du musst das gar nicht erst separat herunterladen, du klickst das im Paketmanager an und der macht alles.

2. Ja, nein, nein, nein. Klar gibt es ausführbare Dateien, die haben aber keine spezielle Endung. Sicherlich kann man etwas programmieren - oder scripten - das eine Installation von irgendwas durchführt. Das ist aber unnötig, da das der Paketmanager erledigt.

3. Ja, es gibt Pakete wie die neuen Snap-Pakete von Ubuntu (oder die alten klik-Pakete, gleiches Prinzip), wo alles mit drin ist. Bläht natürlich alles enorm auf, weil damit alles unnötigerweise mehrfach vorhanden ist. Unter Linux teilen sich Pakete viel mehr als unter Windows.

Bei den normalen Deb-Paketen erkennt der Paketmanager die Abhängigkeiten und installiert sie mit oder nach. Das setzt aber wiederum Internet voraus. Mit dem Befehl "apt-get -f install" werden fehlende Abhängigkeiten, z.B. von manuell per Klick aus dem Dateimanager (qapt/gdebi) oder der Konsole (dpkg) installierten Paketen, aufgelöst.

Ein Deb-Paket hat nunmal Abhängigkeiten, das sind externe Pakete. Du kannst aber feststellen, welche Abhängigkeiten ein bestimmtes Paket hat, z.b. mit apt-cache depends Paketname (schau dir mal die Handbuchseite zu dpkg und apt-cache an: man dpkg, man apt-cache) und das dann mitsamt der Abhängigkeiten runterladen, auf das Zielsystem übertragen und dort installieren. Wenn etwas fehlt, wird der Paketmanager schon meckern. Dann holst du das angemeckerte fehlende Paket über das andere System nach...

4. PPA-Dateien gibt es nicht. Verwaltet werden die Pakete vom Paketmanager. Du kannst lokale Quellen wie z.B. auch CDs einbinden, aber ich meine nicht, dass es eine Funktion speziell für die Pflege von Offline-Rechnern gibt.

Antwort
von androhecker, 17

Zuerst mal, Windows Installer sind deutlich schlechter und bringen garantiert nicht alle Abhängigkeiten mit an Bord.
Eine deb Datei ist nichts anderes als ein Programmpaket für Debian Systeme, welches in der Regel mit dem Tool dpkg installiert wird. Für die Abhängigkeiten sorgt dagegen apt, wobei man dafür aber Internet braucht denn die Pakete müssen ja irgendwo her kommen. Die meisten Debian Systeme haben auch Support für apt-url (also Paketinstallation über einen Link), eigenständige Installerprogramme gibt es in der Regel nicht, gerade weil man diese mit apt installiert, in einigen Distributionen wie zB in Ubuntu ist aber ein Software Center enthalten womit man Pakete mit einfachem öffnen installieren kann (ansonsten mit dpkg -i (Paket.deb)).
Wenn du ein Paket komplett ohne Internet installieren willst musst du eben auch die deb Dateien der Abhängigkeiten die du noch nicht hast mitbringen.

Kommentar von androhecker ,

Noch etwas: Wenn du dich nicht langsam mit der Konsole anfreunden willst solltest du eventuell nicht GNU/Linux benutzen, das ist ein wichtiger Bestandteil. Und unter Windows funktioniert das Ganze nur so "einfach" weil einfach jedes Programm alles mit dabei hat, zB bringt jedes Qt Programm das gesamte Framework mit, während auf GNU/Linux einmal zentral das Qt Paket installiert wird.

Antwort
von Linuxhase, 6

Hallo

[....] wie Windows-MSI-Pakete?

Zu:

  1. Nein
  2. Nein
  3. Nein
  4. Nein

Explizit:

  1. DEB ist ein Paketformat und PPA ist eine Quelle für Pakete, da gibt es nichts was man miteinander vergleichen könnte.
  2. Dateiendungen sind auf unixoiden Systemen unnötig, lediglich für den Benutzer kann es bequemer sein wenn er ausführbare Dateien mit entsprechender Endung versieht. Niemand hindert Dich an alle ausführbaren Dateien ein .exe anzuhängen.
  3. Ein Paket das alle nötigen Abhängigkeiten beinhaltet ist logisch nicht machbar da auf jedem System andere Abhängigkeiten existieren werden, diese alle zu berücksichtigen käme einem Mega-großen Repository gleich. Genau dafür gibt es ja Paketmanager, die suchen sich aus den ihnen bekannten Paketquellen heraus was benötigt wird.
  4. Genau wie 3. Unsinn und unnötig.

Linuxhase

Antwort
von gonzo1233, 12

So einen Härtefallrechner habe ich auch, die Lösung ist ganz einfach (geht nur mit Linux - Win kann das nicht). Stecke die Platte des Offlinerechners in den Onlinerechner, installiere Ubuntu ganz normal, installiere Zusatzprogramme kostenfrei aus dem Repository mit einem Einfachklick.

Dann die frisch installierte Linux Platte in den Offlinerechner stecken - mit Ubuntu geht das ganz wunderbar und legal.

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