Frage von Fordfahrer123, 54

Kann man in Hochwasserregionen als Auswärtiger auch kurzfristig mithelfen?

Ich war diese Woche geschäftlich u.a. in Württemberg und dort hat es sehr stark geregnet. So stark, daß ganze Parkplätze überschwemmt wurden (>30 cm Wasser) und Flüsse über die Ufer traten. Ich hatte aber natürlich meine Aufträge.

Da stellte sich mir die Frage, was wäre, wenn ich jetzt in der Region wäre aber nicht arbeiten muß (kommt durchaus mal vor, daß ein Auftrag ausfällt), dann würde ich nicht zuschauen wollen wie dort Dörfer überschwemmt werden sondern gerne den Einheimischen helfen.

Ist das denn überhaupt möglich, z.B. für einen halben Tag mitzuhelfen Sandsäcke aufzustapeln oder den Einheimischen ihre Häuser zu sichern?

Kann man sich da bei der Feuerwehr melden? Oder lehnen die das aus versicherungstechnischen Gründen eher ab? Oder sagen die, "wenn schon mußte das die ganze Woche machen", aber ich habe ja auch meine Verpflichtungen.

Gibt es die Möglichkeit in so einem Fall?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Knoppi2, 16

Hallo Fordfahrer,

grundsätzlich hat der Einsatzleiter der Feuerwehr die Möglichkeit volljährige Zivilisten sogar zum Einsatz zu verpflichten, insofern der Zivilperson dies körperlich und geistig möglich ist und der Ausbildungsstand dies zulässt. Bei einem Großfeuer wird dich also kein Einsatzleiter der Welt unter Atemschutz zum löschen schicken.

Bei Großschadenslagen wie sie in den letzten Tagen in vielen Teilen Deutschlands ausgerufen worden sind, ist die Feuerwehr über jede helfende Hand dankbar.

Allerdings, wie Nomex schon richtig schrieb, ist die Feuerwehr direkt dafür der falsche Ansprechpartner. Ich würde es ebenfalls direkt über das Bürgertelefon versuchen, die können dir zumindest mitteilen wo du gebraucht wirst, denn gebraucht wirst du mit Sicherheit, gerade immer in den Anfangsphasen, und auch dann wenn du nur einen Tag Zeit hättest.

Leider kann es vorkommen das du nach deiner Anfrage etwas warten musst  bis du überhaupt mal eine Antwort oder ein Einsatz zugeteilt bekommst.

Direkt zu den Einsatzstellen zu fahren halte ich ggf. für keine gute Idee, hier kommt wieder der Spruch, "wenn das alle machen würden". Es wäre natürlich sehr schön wenn es alle machen würden allerdings würden einige Einsatzstellen (die bekannten aus Funk und Fernsehen) dann sicherlich vor Helfern überquellen die die Arbeiten dann eher behindern.

Versicherungstechnisch wärest du in einem solchen Fall durchaus versichert, über die jeweilige Gemeinde, ein Vorteil der Großschadenslage bzw. der Einsatzverpflichtung durch einen Feuerwehr Einsatzleiter.

Das auch die freiwilligen Helfer die nichts mit einer Hilfsorganisation zu tun haben sehr wichtig sind zeigt das Beispiel Hamminkeln am Niederrhein im Kreis Wesel. Der Bürgermeister hat gestern ALLE freiwilligen Helfer aus der Bevölkerung zu einer Helferfete am 14.06 eingeladen. 

Hamminkeln konnte, nicht zuletzt, durch den massiven Einsatz von Feuerwehr, THW, DRK, Malteser usw. aber auch den Anwohnern und Sportvereinen vor dem schlimmsten bewahrt werden. Der Deich hat gehalten.

Viele Grüße,

Knoppi

Expertenantwort
von Nomex64, Community-Experte für Feuerwehr, 30

Zur Feuerwehr zu gehen ist eine schlechte Idee, die Feuerwehr und deren Einsatzstab haben andere Aufgaben als die zivilen Helfer zu koordinieren.

Ich empfehle dir des Bürgertelefon des zuständigen Landkreises. Dort kann man dir in aller Regel sagen wo und wie du helfen kannst. Beim letzten Elbehochwasser waren auch Medien wie Facebook und CO. eine gute Infoquelle.

Antwort
von Spezialwidde, 19

Rettungskräfte direkt anzuhauen ist nicht der richtige Weg, bei denen darfst du schon aus haftpflichtversicherungstechnischen Gründen nicht helfen. Aber es gibt durchaus Möglichkeiten:

Du brauchst zb nur durch ein betroffenes Wohngebiet gehen und kannst die Einheimischen fragen ob man zb helfen kann beschädigten Hausrat aus den Wohnungen zu räumen. Da werden die immer dankbar sein.

Antwort
von Meandor, 9

Bei derartigen Notständen gibt es nichts schlimmeres als unkoordinierte, arbeitswillige Zivilisten.

Es ist lobenswert, dass sich Leute selbst aufraufen und helfen wollen, aber ohne Koordination und Organisation läuft die Sache meistens aus dem Ruder oder wird unter Umständen gefährlich.

Gerade bei Hochwasser ist die Situation relativ blöd. Solange es regnet, kann man gegen ein Hochwasser nichts effektives tun. Wenn das Wasser im Haus ist, dann ist es im Haus, und egal wie viel wir Feuerwehren rauspumpen, es bringt nix, solange es nachläuft.

Ein effizienter Einsatz von Sandsäcken ist meist auch nur möglich, bevor die Keller voll sind.

Antwort
von troublemaker200, 14

Da würde ich einfach mal fragen bei der Feuerwehr.
Oder sprich betroffene Hausbesitzer an und helf denen direkt.

Antwort
von exxonvaldez, 23

Geh hin und pack mit an!

Wer sollte es dir verbieten?

Kommentar von Fordfahrer123 ,

Es kann ja auch unterm Strich schlecht sein, wenn fremde Leute rumirren und sich keiner dazu berufen fühlt, es zu koordinieren. Das wäre ja auch nicht Sinn und Zweck der Sache.

Kommentar von exxonvaldez ,

So läufts aber nun mal!

Zivile Kräfte kann man sowieso nichtkoordinieren, weil man ihnen auch nichtsbefehlen kann. Das funktioniert nicht!

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